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Chile dry

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Unsere nächste Station nach Salta war San Pedro de Atacama. Die Fahrt dahin geht über einen Pass, der laut meiner Uhr bis auf 4.870 Meter hoch geht. Etwas bizarr ist es schon an der argentinischen Grenze zu stehen, auszureisen und dann 160km zu fahren und dann in Chile zu sein. Die Chilenen waren in dem Fall clever, dass sie ihre Grenzstation an den Rand von San Pedro gebaut haben. Am ersten Tag sahen wir uns ein wenig um und ruhten uns aus.

1. Im siebten Himmel

Eine Tour, die ich allein gemacht habe. Abends um 8 Uhr fuhr ein vollbesetzter Bus mitten raus in die Atacamawüste und lud uns ab. Dort erwartete uns ein kanadischer Astronom, der seit kurzer Zeit in Chile lebt. Er begann damit, dass die Erde eine Scheibe war und wie die Menschen vor 3000-4000 Jahren die Welt gesehen haben. So baute er Stück für die Stück die Vorstellung von damals bis heute auf und erklärte, woher der Begriff „siebter Himmel“ kommt – nämlich von den 7 Sphären, auf denen sich die Himmelskörper um die Erde bewegten (Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn). Dann ging es über Astrologie (Tierkreiszeichen), Sternbilder und einzelne Sterne, Galileo bis hin zum gleich um die Ecke entstehenden ALMA (Atacama Large Millimeter Array).

Der witzige Vortrag, als auch die Beobachtung des Himmels waren jeden Peso wert. Ungefähr 10 Teleskope, die sich dort befanden wurden auf unterschiedliche Objekte am Himmel ausgerichtet und dann konnte man beobachten. Zwischendurch sprang der Kanadier immer wieder zwischen den Teleskopen hin und her und richtete sie neu aus. Nach einer abschließenden heißen Schokolade ging es heim, wo ich schon sehnsüchtig erwartet wurde.

2. Geiser del Tatio

Wenn man den vorhergehenden Abend spät heim kommt, muss es natürlich „zur Strafe“ den nächsten Morgen richtig zeitig losgehen. 3.40 Uhr klingelt der Wecker und fröstelnd ziehen wir uns Schale für Schale an. Ziel ist ein geothermales Gebiet, das auf 4.320 Meter Höhe liegt. Als wir dort ankommen, sagt uns der Guide, dass es -13°C sind und nach einer halbe Stunde Wanderung durch das Gebiet spüre ich meine Zehen nicht mehr. Mittlerweile hat die Sonne das Tal erreicht und einige wagen den Sprung in das warme Wasser. Sowas muss ich mir nicht antun, dafür ist es immer noch zu kalt. Nach dem Besuch des Geysir besuchen wir noch das Dorf Machuca, war zwar niedlich, aber sehr kurzweilig ist.

3. Moon valley

Als Nachmittagsprogramm zum Geysir fahren wir zum Moon Valley und erleben wunderbare Farbspiele und interessante Formationen. Die Erklärungen des Guide sind zwar nicht so speziell, aber das stört nicht – es erweitert den Horizont. Zum Sonnenuntergang besteigen wir eine Düne und können so wunderbar auf die Anden schauen. Man könnte im Sekundentakt auf den Auslöser drücken, jeden Moment entsteht eine neue Farbkombination und scheinbar besser als in der Sekunde davor.

4. Spiegelbilder

Den nächsten Tag können wir den Vormittag erstmal dazu nutzen, die Bilder von den Vortagen durchzugehen, ein paar kleinere Reparaturmaßnahmen vorzunehmen und am Nachmittag geht es Richtung Salar (Salzwüste). Dort wollen wir uns ein paar Lagunen ansehen bzw. darin baden. Erste Station ist die Cejas Lagune, ich wage mich in das eiskalte Wasser (ca. 10°C) und lasse mich treiben. Herrlich, wie das Salzwasser einen trägt, ohne dass man einen Finger rühren muss. Danach geht es zu Ojos del Salar, zwei kreisrunden Löchern mitten in der Wüste. Wir halten uns dort etwas unnötig lange auf, bevor es zur Tebinquince Lagune geht, die ein absolutes Highlight ist. Der perfekte Spiegel zu den Anden und mit jeder Sekunde des Sonnenuntergangs wechseln die Berge ihre Farbe von weiß zu gelb zu orange über rot bis zu einem Violett. Ich bin sprachlos von so viel Schönheit…

5. Flamingos und Bergseen

Anfang des Jahres hatte es in den Anden geschneit, wie es in Jahren zuvor zusammen nicht geschneit hat und genau in diese Region sollte unser letzter Trip bei San Pedro führen. Wir starteten mit der Jere Schlucht und Toconao – eher Lückenfüller, statt echtes Highlight. Danach ging es mitten in die Salzwüste zur Chaxas Lagune, die im Nationalpark „Los Flamencos“ liegt. Ihren Namen hat sie von den Flamingos, die dort zahlreich vorhanden sind. Noch nie zuvor hatte ich Flamingos in freier Wildbahn gesehen und ihre Schönheit vor den Bergketten bewundern dürfen.

Eigentlich sah der Plan vor zwei Hochgebirgslagunen zu besuchen: Meñiques & Miscanti. Letztere war aber durch die starken Schneefälle nicht erreichbar. Selbst Meñiques konnten wir nur aus sicherer Entfernung besichtigen, die tiefer liegende Hütte schaute nur mit dem Dach aus dem Schnee. Trotzdem, oder gerade deshalb waren die Reflektionen der Berge im See herrlich.

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