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Meine kleine Rechnergeschichte

Jan 0

Das erste Mal bleibt immer in Erinnerung. Als Informatiker bleibt einem der erste Rechner natürlich auch immer im Gedächtnis. Schwierig wird es da schon, was danach kam und vor allem – wann?

  1. Mein Erster kam per UPS – bestellt bei einer kleinen Hamburger Computerfirma. Damals hatten fast alle Computerfirmen ihren Sitz in und um Hamburg, denn dort traf die Containerware ein. Es gab seitenlange Anzeigen z.B. in der PC Professional, wo Hardware und Preise abgedruckt waren. Internet? Pfffff – es war 1992! Bestellt wurde per Post oder per Fax. Dafür war ich um so stolzer, meinen 386er mit 40MHz zusammen zu bauen. Schon damals vertraute ich auf Seagate-Platten 128 MB, war die erste groß. Und ein kleiner Speicherriegel mit 1 MB war drin. Damals lachten sich alle schief, dass ich eine Realtek Grafikkarte hatte. Was bitte schön ist denn Realtek? Heute lache ich – stellt mal eine LAN-Verbindung ohne Realtek Netzwerkkarte her!
    Zu der CPU, die nur sehr langsam mit Gleitkommaoperationen war, kam später noch ein Koprozessor dazu. Aus dem 1 MB Hauptspeicher wurden 4 MB, ein CD-ROM kam dazu und natürlich durfte der Sound nicht fehlen – Soundblaster Pro! Als Betriebssystem liefen MS-DOS 6.22, Windows 3.1 und das legendäre OS/2. Ich bin mir noch ziemlich sicher, dass ich den Rechner 1992 bestellt habe, irgendwann im Februar, aber nicht, wie lange er mein Hauptrechner war. Gruselig war der erste Monitor, den ich hatte, 14 Zoll und wenn es hoch kam, schaffte er 60Hz. Ein absolutes Noname-Gerät.
  2. Das DOS/Windows-Gespann hielt noch zu Beginn der zweiten Rechnergeneration. Dort war zumindest ein Pentium 100 drin – ja, ich weiß – kein AMD. Meine Soundkarte wurde auf einen Soundblaster AWE 32 hochgestuft und im Laufe meines Studiums kam ein SCSI CD-Brenner und SCSI-ZIP-Laufwerk dazu. Und weil wir gerade bei Studium sind – Linux lief natürlich auch noch mit drauf. Das dumme an dem Rechner war, dass er nie mehr als Windows 95 vertragen hat. Windows 98 / 98 SE liefen immer nur in 16 Farben, das war natürlich ätzend. An der Grafikkarte konnte es nicht liegen, das war eine Elsa Winner Trio. Damit ich auch besser sehen konnte, wurde der alte Monitor durch einen 15 Zöller von Peacock ersetzt. Beim Umschalten zwischen Grafik- und Textmodus hörte man dann immer schön das Relais schalten. An einen genauen Zeitpunkt, wann ich auf den Pentium umgestiegen bin, kann ich mich nicht erinnern. Es dürfte aber 1996 gewesen sein. Auch dieses System hatte ca. 4 Jahre Bestand, bis es durch ein neues ersetzt wurde.
    Ich habe zu der Zeit auch sehr viel gebastelt. Also nahm ich mein altes Big-Tower-Gehäuse, kaufte 2-3 Dosen Sprühfarbe und sprayte los. Sah zwar nicht schlecht aus, aber doch sehr selbst gemacht. Mein erstes Modem war ein Dr. Neuhaus SMARTY 24TI. Damals machte ich meine ersten Erfahrungen in Bulletin Board Systems (BBS) und die ersten Spaziergänge im Internet über den Gratismonat, den es von AOL gab.
  3. Genervt davon, dass ich noch mit einem uralten Betriebssystem arbeite, was ein DOS-Aufsatz war, musste ein neuer Rechner her. Ich suchte mir ein Board, das sich rühmte, sehr flexibel zu sein – das Tyan Trinity ATX. 1 AGP, 5 PCI und 2 ISA-Slots waren so viel, dass es mehr Slots hatte, als Slotbleche an meinem Rechner waren. Passend dazu gab es den AMD K6-2 mit 350 MHz. Vermutlich hatte ich dieses System nicht so lange. Es liefen aber auf jeden Fall wieder ein Linux und Windows 2000 drauf. Ich glaube, am Anfang hatte ich da auch noch Windows 95 zu laufen, denn ich kann mich erinnern, dass ich den Patch von AMD einspielen musste, weil der K6-2 bei Warteschleifen zu schnell für Windows 95 war und es deshalb regelmäßig zu Abstürzen kam.
    Da ich durch das Studium auch immer sehr viel mit Linux gearbeitet habe, wurde vermutlich der alte Rechner zum Linuxrechner umfunktioniert, weswegen es für mich schwer nachzuvollziehen ist, wann ich umgestiegen bin. Da mir das Umstecken zwischen Monitoren zu anstrengend wurde, musste auch mal ein neuer Monitor her – mein erstes Gerät, was so richtig, richtig gut war – ein iiyama Flatscreen 17 Zoll Monitor (noch Röhre!). Der hatte zwei VGA-Eingänge, die man durch Tastendruck umschalten konnte.
    Ein oder zwei Jahre lang hatte ich noch Elsa Microlink 56k-Modem, aber es war nervig, da man Online war, aber keine Daten geschickt wurden oder gleich rausgeschmissen wurde, egal bei welchem Provider man sich einklinkte. Das ging zu der Zeit ja noch Call by Call, d.h. Man hat einen Preis pro Minute online bezahlt. Da kam das Angebot der Telekom mit ihrer DSL-Flatrate gerade recht. Das war so 2000 rum. Damals noch beschränkt auf 1 GB pro Monat.
  4. Irgendwie habe ich die Zeit übersprungen, wo Intel und AMD anfingen, ihre CPUs auf Slots auszuliefern. Ich glaube, das war auch die Zeit, wo die ersten CPU-Kühler mehr oder weniger zur Pflicht wurden. Und dann brachen die Slots aus ihren Boards raus – Grund genug für mich, weiter bei den Sockeln zu bleiben – der AMD Athlon Thunderbird war so ein Exemplar. Auf jeden Fall begleitete mich die ganze Zeit Windows 2000. Windows XP war dann zwar schon so langsam auf dem Markt, aber es waren zu viele Sicherheitslücken, die durch das sich stark verbreitende Internet ausgenutzt wurden. Ich stieg erst auf XP um, als der Servicepack 2 auf den Markt kam.
    rechnerparkDa mir das Geflimmer meines Röhrenmonitors auf die Augen ging und TFTs langsam erschwinglich wurden, gönnte ich mir einen 19 Zoll TFT von iiyama. Der alte iiyama wurde für den Zweitrechner umfunktioniert. Und irgendwann bekam ich mal ein paar MP3s, die sehr sehr leise waren und ich voll aufdrehen musste. Eins wurde mir in dem Moment klar – Onboardsound ist keine Option mehr. Also suchte ich eine Lösung, die preiswert war und auch gewisse Benefits versprach. Die Trust-Soundkarte, hatte optische Ein- und Ausgänge und ermöglichte mir, dass ich meine MiniDisc ohne Copyright-Probleme digital einlesen konnte.
    Ich kann mich noch sehr deutlich daran erinnern, dass ich immer Probleme mit dem DSL hatte, wenn ich den Rechner neu aufgesetzt habe. Da musste ich immer alle Kabel prüfen, weil auf einmal Telefon und Modem sich tot stellten. Jedenfalls hab ich ein Bild von 2006, wo man meinen Schreibtisch mit 3 (Drei!) Rechnern sieht – der K6-2 als Linuxrechner und der 386er als Spielerechner mit den alten DOS-Spielen.
  5. monitore2008 wurde alles wieder klarer – ein Kollege hatte eine Computerfirma nebenbei und konnte mir günstig meine gewünschte Hardware bestellen. Zuvor hatte ich mir einen neuen Schreibtisch aufgebaut und die alten Rechner in den Keller verbannt, sodass nur noch der Hauptrechner unter dem Schreibtisch war. Als Monitor kam die 22 Zoll Ausgabe meines iiyama TFT hinzu. Ein schwarzes Gehäuse in Klavierlackoptik mit blauen LEDs nahm den Platz des vorherigen Rechners ein. Darin war ein MSI-Board, auf dem eine Athlon X2-CPU ihren Platz hatte – leider mit dem Boxed Lüfter, der für jede Menge Lärm im Sommer verantwortlich war. Dafür war die Grafikkarte passiv gekühlt. Letztendlich sah meine nVidia 9800GT (512 MB) wie ein großer Kühlkörper mit angegliederter Platine aus. 4 GB RAM waren drin, das zu damaligen Zeit sehr reichlich bemessen war.
    Im Laufe der Zeit wurde dieser Rechner auch immer mal verbessert. Windows 7 kam drauf, eine 128 GB SSD zur Beschleunigung eingebaut, ein externes Laufwerk mit 500 GB (logischerweise eine Seagate) zum Backup kam dazu und dem Rechner selbst spendierte ich eine 1 TB Platte (auch Seagate), damit alle Fotos Platz hatten. Der alte 19 Zoll TFT verließ mich irgendwann und ich hatte das Glück, bei eBay einen ähnlichen zu finden, der den alten ersetzte. Mittlerweile war der zweite Monitor nicht mehr dafür gedacht, dass die Altrechner damit zur Anzeige kamen, sondern der Hauptrechner brauchte mehr Platz zur Anzeige.
  6. Und 2013 war es mal wieder soweit – mich nervte, dass meine Bildbearbeitung für alles so lange brauchte. Der Wechsel zwischen den Bildern dauerte länger, wie das Bearbeiten und ständig war der Hauptspeicher voll. Dazu kam noch, dass der Export der Bilder in den Bereich von Stunden wanderte. Zur visuellen Unterstützung mal zwei Bilder. Das Gehäuse ist zwar ein kleines bisschen klobiger wie der Alte, aber dafür ließ sich alles besser einbauen.
    beast_inside
    Technisch Interessierten gebe ich mal eine kleine Führung durch das Innenleben (als Mann ist man ja stolz auf seine handwerklichen Fähigkeiten).
    Ganz links ist der Frontlüfter, 20 cm Durchmesser. Nicht zu übersehen ist der Prozessorkühler von Thermaltake. Momentan muss ich die Musik ausmachen, damit ich überhaupt was vom Rechner höre. Unter dem Kühler schwitzt ein nativer Hexacore-(zu deutsch 6 Kern)Prozessor aus dem Hause AMD bei 3,5 GHz. Damit alle hinterherkommen hat AMD dem Prozessor 6MB Level2- und 8MB Level3-Cache spendiert. Das ist mehr als mein 1. Rechner Hauptspeicher hatte! Und weil wir gerade bei Hauptspeicher sind: 16 GB – das sind die zwei roten Kühlrippen links neben dem Prozessorkühler.
    Neu für mich war diesmal, dass auch der Prozessor jetzt seine eigene Energieversorgung hat (schlängelt sich schwarz/gelb vorn durchs Bild) Hinter dem monströsen Prozessorkühler sieht man noch ein paar Kupferrohre glänzen, die zum Kühlkörper der Grafikkarte gehören. Wie schon seit vielen Rechnergenerationen ist es auch diesmal wieder ein nVidia-Teil geworden, GeForce GTX 660 mit 2 GB Speicher. Damit man das Potenzial seiner Grafikkarte ausreizt, legte nVidia 2 Spiele von ubisoft drauf – Assassin’s Creed IV und Splinter Cell. Eigentlich mehr zur optischen Aufbesserung ist jetzt ein schwarzer DVD-Brenner dazu gekommen.

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