Korsika (Nordwestküste)

Wir schlängeln uns von St. Florent aus Richtung Calvi. An der Küste entlang zu fahren, ist echt anstrengend, weil man in den engen Kurven aufpassen muss, dass niemand entgegen kommt und außerdem werden die Motorradfahrer, die einen in Rudeln überholen, zu ständig wachsenden Gefahr, weil sie oft unüberlegt überholen. Wir sind kurz vor Mittag in Calvi und überlegen, ob wir hier was Essen wollen. Wir entscheiden uns dagegen. So groß ist der Hunger noch nicht und außerdem sind immer wieder kleine Orte auf der Strecke, die sich zum Pausieren anbieten.

In den letzten Tagen sind wir preislich wohl etwas verwöhnt worden, denn auf unseren Weg entdecken wir nur Restaurants, die mit ihren Menüs / Tagesspeisen nicht unter 17-18 Euro liegen. Als wir uns einen kleinen Weg herunterschlängeln, um direkt am Meer zu essen, werden wir mit einem Menü begrüßt, wo das günstigste Gericht ein einfacher Salat für 14 Euro ist, die Hauptspeisen liegen alle über 20 Euro. Wir bedanken uns und fahren weiter. Also müssen wir bis Porto aushalten, wo wir 15 Uhr ankommen. Die Suche nach unserem Zeltplatz dauert eine Weile, dafür haben wir eine günstige Lage zur Stadt bzw. zum Strand. Nachdem das Zelt aufgebaut ist, decken wir uns mit neuen Vorräten im Spar ein und setzen uns mit Bier, Chips und einem belegten Baguette an den steinigen Strand und warten auf den Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang am Strand von Porto
Sonnenuntergang am Strand von Porto

Wir schlafen schön ruhig. Es gibt auch jede Menge private Zeltplätze in Porto, aber wir haben uns auf dem städtischen Campingplatz nieder gelassen. Der Boden ist zwar etwas hart, aber dafür ist er schön groß und weitläufig, sodass man sich nicht groß gegenseitig belästigt. Wir fahren in die Stadt, halten bei einem Bäcker für ein Frühstück (sehr unfreundliche Bedienung) und fahren Richtung Piana. Kurz vor Piana ist der erste Stop zur Wanderung zum Tête du chien (Hundekopf). Die Wanderung ist mit ca. 30min. kurz und wir genießen den Ausblick. Es ist zwar noch früh am Morgen, aber obwohl wir im Schatten laufen, ist es schon angenehm warm. Nachdem wir zurück am Auto sind, fahren wir nach Piana, biegen dort auf die D842 ab und fahren bis zum Wanderparkplatz zum Tour de Capo Rosso.

Schon im Vorfeld wussten wir, dass es dort kaum Schatten gibt und hatten uns ausreichend mit Sonnencreme eingerieben. Bei dieser Wanderung ist es wirklich wichtig, früh zu starten. Wir beladen unsere Rücksäcke mit zwei vollen 1,5-Liter-Flaschen Wasser und laufen los. Die Wanderung geht insgesamt 90 Minuten. Davon laufen wir die ersten 60 Minuten gerade bzw. leicht bergab entlang eines Trampelpfades der durch Buschland führt. Gelegentlich ist ein Busch so hoch, dass er Schatten spendet. Ideal für eine Trinkpause. Die letzte halbe Stunde geht es dann den Bergrücken hoch zum Genuesischen Turm. Zum Glück weht ein frischer Wind, der uns die nötige Kühlung für den Aufstieg bietet. Ich schimpfe schon die halbe Strecke, weil ich mich frage, wozu wir die Wanderung machen, wenn es doch nicht wirklich was zu sehen gibt. Doch nachdem wir oben angekommen sind, bin ich ganz ruhig.

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Der Ausblick ist überwältigend. Hohe Berge, die bis ans Meer gehen und dort einen kleinen Absatz bilden. Das Wasser ist klar und lässt erahnen, wie tief es weiter hinab geht. Wir haben etwas Obst und ein paar Power-Riegel mitgenommen. Ziemlich schnell merken wir, dass die Sonne brennt und wir nicht zu lange bleiben sollten. Nach unserem kleinen Mittagessen brechen wir wieder auf und laufen zurück. Solange wir noch auf dem Bergrücken sind, genießen wir den kühlenden Wind, aber der Weg zurück durch die Büsche wird anstrengend. Es sind knapp 30°C, es ist Mittag und die Sonne brennt unbarmherzig. Eine Viertelstunde bevor wir wieder beim Auto sind, sind beide Wasserflaschen restlos leer. Als wir wieder ankommen, schaut uns ein deutsches Ehepaar verstört an. „Da waren Sie jetzt oben?“ – „Ist dass denn sicher, da hoch zu gehen?“ Ihre Skepsis verwundert uns, außer der Hitze hatten wir keine Sorgen.

Im Auto herrscht brütende Hitze. Wir fahren noch ein Stück die D842 weiter, bis wir an einen Strand kommen, den wir auf dem Weg schon ausgemacht hatten. Dort bleiben wir bis 16 Uhr liegen und verzehren erstmal das restliche Essen, das wir mitgenommen haben. Danach brechen wir auf und fahren zurück nach Piana. Das Dorf ist niedlich und bietet auch etliche Gaststätten mit akzeptablen Preisen. Leider haben wir grad am Strand gegessen und fahren weiter, zurück nach Porto. Dort schauen wir uns um und finden eine Gaststätte, die ein Drei-Gänge-Menü für 15 Euro anbietet. Immer wieder sind wir darauf reingefallen, aber letztendlich steht fest: Man hat die Möglichkeit ein Drei-Gänge-Menü oder eine Hauptspeise zum gleichen Preis zu nehmen, aber dafür bekommt man drei kleine Portionen oder eine große. Aber unterm Strich kommt man auf die gleiche Sättigung.

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