Weiter geht es mit der Whisky-Serie mit einem meiner Lieblingswhiskys – der Laphroaig. Er ist zwar nicht der rauchigste Whisky, aber wohl vom Geschmack her einer der Speziellsten. Hat man noch nie einen rauchigen Whisky getrunken und bekommt einen Laphroaig vorgesetzt, denkt man sich eigentlich nichts dabei. Aber von Whiskyprobe zu Whiskyprobe lernt man die Einzigartigkeit des Laphroaig zu schätzen oder zu hassen. Und Laphroaig ist ein Spalter – er teilt das Lager der Whisky-Freunde in zwei Hälften.

Ich gehöre zu den bekennenden Laphroaig-Liebhabern. Auf die Dauer ist der phenolische Geschmack des Whiskys sehr aufdringlich, aber von Zeit zu Zeit mal einen Laphroaig zu trinken, empfinde ich als Genuss. Was muss man zu Laphroaig als Brennerei bzw. als Whisky wissen? Die Brennerei liegt auf der schottischen Insel Islay und damit gehört der Laphroaig zur Gruppe der Islay-Whiskys. Diese zeichnen sich durch ihren rauchigen Geschmack aus. Aber wie entsteht so ein rauchiger Geschmack?

Es beginnt mit dem Mälzen des Getreides. Dazu wird das Getreide ausgebreitet und befeuchtet, damit es zu keimen beginnt. Beim Keimen wird Wärme frei und deshalb muss das Getreide permanent umgeschichtet werden. Um das Keimen zu stoppen, wird später Wärme von außen zugeführt, entweder durch heiße trockene Luft oder heißen Torfrauch. Da Schottland eine waldarme Region ist, gehört Torf zu den historischen Brennstoffen zum Heizen. Aus diesem Grund kam man auf die Idee, das gekeimte Getreide über Torfrauch zu trocknen. Der Torfrauch sorgt nun dafür, dass das Malz zu dem typischen rauchigen / phenolischen Geschmack kommt. Der Torf für den Laphroaig wird von der Brennerei selbst hergestellt und ist reich an Moosbestandteilen.

Brennbar ist Torf (logischerweise) nur im getrockneten Zustand. Aber auch Torf braucht seine Zeit, bis er soweit ist, um gestochen zu werden. Dazu braucht es Feuchtigkeit und abgestorbenes Pflanzenmaterial. Das beginnt zu Verrotten. Natürlich braucht es auch einen leichten Druck von oben, um verdichtet zu werden. Immerhin ist Torf entwicklungstechnisch die Vorstufe zur Kohle. Und so wächst die Torfschicht so ca. 1mm pro Jahr. Aber da die Brennereien auf den Torf angewiesen sind, sorgen sie dafür dass ausreichend Torf angebaut wird.

Mit seinem einzigartigen Geschmack hat es Laphroaig geschafft, Hoflieferant für den Prince of Wales zu werden.

Das war mein erster Whisky, den ich mir gekauft habe. War auch wirklich ein Schnäppchen, das ich auf einem Kreuzfahrtschiff gemacht habe – 2 Flaschen für $60. Bei Kreuzfahrten auf amerikanischen Schiffen ist es ja so, dass man so hochprozentige Gewächse kaufen kann, aber erst am Tag vor der Abreise auf die Kabine geliefert bekommt. Eine Flasche habe ich behalten, die andere bekam ein Freund.

Glenfiddich ist so einer, der mit dem man nichts falsch machen kann. Schenkt man ihn einem Whisky-Kenner wird er dem Schenker – so der kein Whisky-Kenner ist – verzeihen, denn Glenfiddich ist ein Allerweltswhisky. Das Schöne an einem Glenfiddich ist, dass es Stand heute (2016) keinen Whisky gibt, der mit einem besonderen Namen, aber ohne Altersangabe hergestellt wird, wie es in letzter Zeit in Mode gekommen ist (sogenannte Retail-Whiskys, die für z.B. Duty Free hergestellt werden).

Um das Thema „Region“ mal anzusprechen – Der Glenfiddich wird in der Speyside-Region hergestellt. Die Speyside ist für Whiskys das, was die Region Bamberg für Bier ist – hier ist das Zentrum, hier befinden sich die meisten Brennereien. Andere bekannte Whisky-Regionen (nicht geografisch) sind Lowlands, Highlands und Islay. Aber zurück zur Speyside – andere bekannte Brennereien wären z.B. Aberlour, Glen Grant oder Glenlivet. Und wer sich über das „Glen“ in den Namen der Brennereien / Whiskys wundert – es heißt nichts anderes als „Tal“.

Ich beginne mal meine Whisky-Serie mit folgendem Hintergrund. Ich habe hier ewig viele leere Flaschen zu stehen und will sie so langsam los werden, weil sie Staubsammler sind und Platz weg nehmen. Viele Flaschen stehen schon seit Jahren leer herum und außer mit einer Erinnerung verbindet mich nichts mehr damit.

Wie fing das mit den Whiskys an? Wie bei so vielen Dingen begann es wohl auf einer LAN-Party, vermutlich bei Alex in Marburg, der ein kleines Whisky-Tasting ansetzte und irgendwann wurde es zum festen Bestandteil der LAN-Partys, dass zum Abschluss des Tages ein Whisky-Tasting gemacht wurde. Jeder brachte ein paar Whiskys mit, die dann verköstigt und beurteilt wurden. Die Serie soll jetzt aber weniger dazu dienen, eine Whiskyverkostung und -bewertung darzustellen, als mehr eine Sammlung von Erinnerungen.

Beginnen möchte ich heute mit einem Whisky aus Korsika, den ich im Juni diesen Jahres kaufte. Korsika ist unter anderem dafür bekannt, Bier aus Kastanien zu brauen. Der Hersteller des Pietra kam auf die clevere Idee und machte es den Herstellern von „richtigem“ Whisky nach und verwertete die Reste zum Brennen weiter. Herausgekommen ist so ziemlich das widerlichste, was ich jemals als Whisky getrunken habe. Schon das Bier ist merkwürdig im Geschmack und so auch der Whisky. Ich habe keine konkrete Vorstellung, wie Kastanie schmeckt und riecht, aber diese intensive Note überdeckt alles andere.

Streng genommen ist es ja kein Whisky. Denn Whisky setzt ja vergorene Weizenprodukte voraus. Das macht ja zum Beispiel den Unterschied zwischen Whisky und Bourbon aus. Bei Whisky wird ist es Weizen, bei Bourbon Weintrauben. Und nun Kastanien. Als ich im Supermarkt stand fand ich kaum Informationen dazu auf deutschen Whiskyseiten. Also hielt ich es für eine gute Idee, gleich zwei Flaschen zu nehmen. Gut, für den Preis von 30 Euro pro Flasche ist es jetzt kein Beinbruch, aber trotzdem – jetzt, ungefähr ein halbes Jahr später ist immer noch 1/3 in der ersten Flasche.

Vielleicht hätte mich skeptisch machen sollen, dass ich gelesen habe, dass der Hersteller sich Technik und Know-How zur Whiskyherstellung aus Deutschland geholt hat. Klar, weil Deutschland so berühmt für seine Whiskys ist… Das einzig Schöne an dem Whisky ist, dass er gleichbleibend schlecht schmeckt. Viele Whiskys, die eine Weile stehen, verlieren an Geschmack, weil der Luftanteil in der Flasche größer wird und übrig bleibt das Brennen des Alkohols.

Fazit: Wer auf Korsika ist und sich auf ein Abenteuer einlassen will, kann sich ja eine Flasche mitbringen. Wenn ihr sie einem Whiskyliebhaber schenken wollt, würde ich davon abraten. Also für mich handelt es sich um einen Versuch, das bereits erfolgreiche Pietra im nächsten Level zu vermarkten. Aber mehr als ein Mitbringsel ist es nicht.