Bunte Hütten bei Muizenberg

Bunte Hütten bei Muizenberg

Abends schauen wir auf die Webseite vom Tafelberg – geschlossen wegen Wind. Wir rätseln: Sollen wir Tickets für die Bahn kaufen? Wäre der nächste Tag besser? Wir kaufen die Tickets und gehen ins Bett. Der nächste Morgen ist noch genau so windig, wie am Vorabend. Zum Glück hat Kriszta schon alles für das Frühstück vorbereitet, wir essen schnell und fahren los. Obwohl wir um 7 Uhr losgefahren sind, brauchen wir 1,5 Stunden bis zum Tafelberg. Dort lauert schon eine lange Schlange, dass die Bahn öffnet. Die Seilbahn bringt uns in ein paar Minuten auf den Gipfel, wo wir etwas herumwandern. Wir machten schöne Bilder von der Umgebung, etwas anderes kann man dort auch kaum machen.

Nach dem Tafelberg geht es auf den gegenüber gelegenen Signal Hill. Hier starten gerade ein paar Paraglider, die aber lustlos einfach auf einer Grünfläche in der Nähe des Meeres landen, ohne eventuell die Thermik zu nutzen. Die Sonne brennt schon wieder ganz ordentlich. Deswegen flüchten wir auch schnell und fahren zum Table View und machen ein paar Bilder von Kapstadt mit dem Tafelberg im Hintergrund. Wie der Zufall es will, gibt es dort auch einen Ocean Basket, wo wir zum Mittag einkehren. Den Nachmittag verbringen wir in Constantia, dem ältesten Weingut in Südafrika. Ist jetzt nicht so schön und spektakulär wie die anderen, aber lädt zum Verweilen ein.

Wir sind zufrieden – wir waren auf dem Tafelberg und das Wetter hat gepasst. Also können wir den nächsten Tag ganz entspannt nach Camps Bay fahren. Der Morgen beginnt mit einem leckeren Frühstück bestehend aus Schinken, Bohnen und Ei – und dazu Toast für mich. Wie der Südafrikaner sagen würde: lekker! Wir nehmen uns für den Tag den Cape Point vor und sind schon sehr zeitig da. Es ist menschenleer. Als wir uns gegen den stürmischen Wind zum Leuchtturm vor kämpfen, kommen gerade die Angestellten an. Es ist so windig, dass es mir nicht gelingt, ein Bild vom Leuchtturm zu machen, weil ich mich ständig festhalten muss. Wir fahren / laufen noch etwas im Naturschutzgebiet umher und fahren dann weiter.

Table View

Table View

Auf dem Weg nach Camps Bay werden wir plötzlich von der Polizei angehalten. Wohin wir denn wollten – nach Camps Bay natürlich. Wir werden angewiesen, die andere Straße zu nehmen, da Proteste auf der Straße sind und bereits Reifen angezündet wurden. Wir folgen dem Rat, sind aber missgestimmt, da das bedeutet, bis nach Simons Town zurück zu fahren. Wir nutzen die Gelegenheit und gehen nochmal zum Salty Sea Dog. Das Mittagessen ist enttäuschend. Krisztas Calimari sind innen noch gefroren. Sie werden zwar anstandslos ausgetauscht, aber sind im zweiten Versuch auch nicht gerade legendär.

Da die Entfernungen nicht so groß sind, erreichen wir Camps Bay doch zügig und checken im African Dreams ein. Laut meiner Frau die teuerste Unterkunft in unserem Urlaub und auch die Schlechteste. Ich fühle mich nicht wohl in dem Zimmer – von Anfang an. Wir gehen noch an den Strand, aber der Wind bläst so stark, dass es mir wie Sandstrahlen vorkommt. Wir genießen den Sonnenuntergang vom Zimmer aus – ein schöner Anblick. Am nächsten Morgen bin ich richtig schlecht gelaunt. Die Nacht war eine Katastrophe. Da man nach Einbruch der Dunkelheit (ca. 19 Uhr) nicht mehr ausgehen soll, bleibt nur Fernsehen. Uns steht ein alter Analogfernseher mit 4 Programmen zur Verfügung. Wir müssen ständig unsere Sachen hin- und herräumen, denn für die Taschen reicht der Platz kaum. Auch erholsamer Schlaf ist uns nicht vergönnt, die Kopfkissen sind sehr hoch und bei Tagestemperaturen von über 30°C kann man auch mal die Winterdecken austauschen.

Camps Bay

Camps Bay

Eigentlich stimmt mich ein gutes Frühstück milde, aber auch das geht in die Hose. Kriszta bestellt Rührei, möchte aber gern ein extra Ei da, sie ja keinen Toast isst. Die bekommt drei Spiegeleier. Wir werden nach Toast gefragt, ich: ja, Kriszta: nein… also kommt keins. Leicht gefrustet gehen wir zum Strand, es ist noch früh am Morgen, aber die Wärme reicht. Wir bleiben bis 11 Uhr liegen und fahren dann zur Waterfront. Alles ziemlich teuer dort, es ist aber jede Menge los. Wir probieren Mittag bei Mugg & Beans und sind angenehm überrascht. Die letzte Nacht verbringen wir in Kapstadt, die angenehm liegt und richtig schön ist. Ich fühle mich sofort wohl. Abends gehen wir zu Ocean Basket und schauen dort einen Teil des Halbfinales der Rugby WM (Südafrika gegen Neuseeland) an. Wir müssen schnell zurück in die Unterkunft laufen, da sehr nach Regen aussieht. Die zweite Halbzeit schauen wir in der Unterkunft, leider verliert Südafrika.

Den letzten Tag verbringen wir in bis zum frühen Nachmittag im Botanischen Garten von Kirstenbosch. 15 Uhr fahren wir zum Flughafen – wir fliegen über Nacht heim. Die Klima ist eiskalt eingestellt, es gibt kaum interessante Filme zu sehen – ich schlafe kaum und zähle die Stunden. Air France konnte das schon mal besser…

IMG_5513Eigentlich wollen wir in Bettys Bay etwas essen, aber es gibt nichts, was zum Essen einlädt. Mittag gibt es erst in Kleinmond. Danach fahren wir weiter bis Hermanus und beziehen erstmal unsere Unterkunft „The right room“. Den Nachmittag hocken wir uns auf die Bank an der Steilküste und schauen aufs Meer – weit entfernt sehen wir Wale durch ihr Luftloch pusten. Wir sind schon verunsichert, ob wir überhaupt eine Whale-Watching-Tour starten sollen. Wir entscheiden uns trotzdem dafür. Es ist immer noch sehr windig, sodass wir Jacken anziehen müssen. Als wir uns bei den Besitzerinnen nach einem preiswerten Platz zum Essen erkundigen, wo es Fisch gibt, wird uns das Ocean Basket empfohlen. Wir laufen ins Zentrum und schauen unterwegs immer, ob wir Wale sehen – nichts. Das Ocean Basket ist lecker, es gibt Seafood in allen Variationen und das zu humanen Preisen.

Nachdem es nachts etwas geregnet hat, frühstücken wir draußen bei strahlendem Sonnenschein. Die See ist spiegelglatt. Wir fahren in den Hafen und werden erstmal eine Viertelstunde vom Guide vollgeblubbert, wie sein Großvater noch Wale gejagt hat. Wie sich dann herausstellt, warten wir auf eine Gruppe Chinesen, die sich verspätet hat. Das Boot bringt uns zur gegenüber liegenden Küste, wo jede Menge Wale faul im Wasser plantschen. Es ist schön, aber weitaus weniger spektakulär wie erwartet. Eine gute Stunde beobachten wir die Wale, bevor wir wieder zurück fahren. Als wir mittags wieder zum Ocean Basket wollen, sind wir erstaunt. Direkt im Zentrum der Stadt liegen die Wale einen Steinwurf vor der Küste. Deswegen verschiebt sich unser Essen auch etwas – dieses Schauspiel beobachten wir ausgiebig. Ich bekomme eine Wink von meiner Frau. Neben den dahin plätschernden Walen, sind Wale an einer anderen Stelle beim Springen. Leider weit weg. Dieses Erlebnis war schon eher nach unserem Geschmack. Am Nachmittag wollen wir noch an einen Strand fahren. Leider ist es schon so neblig geworden, dass man die Sonne kaum noch sieht. Als wir zurück nach Hermanus fahren, ist auch hier die Sonne verschwunden und wir gehen am Abend wieder ins Ocean Basket.

IMG_5561Es ist mal wieder ein Weingut, mit dem der nächste Morgen beginnt. Es hört auf den schönen Namen Meerlust. Danach folgen noch etliche schöne Blicke aufs Meer bevor wir in den Einzugsbereich von Kapstadt kommen. Die Strände sind zwar sehr schön, aber auf der anderen Straßenseite erstrecken sich die Wellblechhütten. Vielleicht nicht die beste Gegend um anzuhalten und ein wenig spazieren zu gehen. Je näher wir Simons Town kommen um so mehr zieht es langsam zu und wird sehr windig. Vorher machen wir in Kalkbay bei Spur einen Mittagsstop (Burger + Pommes + Getränk + Eis für 50 Rand). Als wir unsere Unterkunft erreichen, will niemand öffnen und auch bei der Telefonnummer meldet sich niemand. Auch in Simons Town gibt es eine Pinguinkolonie, die aber mit 60 Rand ziemlich teuer daher kommt. Zwischendurch schaut Kriszta in die Unterlagen und ruft eine andere Nummer an, wo sich sofort jemand meldet. Es stellt sich heraus, dass die Nummer an der Unterkunft noch die Telefonnummer des Vorbesitzers ist. Wir fahren danach nochmal ins Stadtzentrum schauen uns die alten Gebäude an. Ansonsten ist Simons Town nicht sehenswert – eher ein kleiner Ort mit angeschlossenem Marinestützpunkt. Ich entdecke einen Laden, der Salty Sea Dog heißt. Bei dem Namen muss ich an fettigen frittierten Fisch denken – ich werde nicht enttäuscht. Da ich mit Essig möchte, schwimmen meine labbrigen Pommes in Essig. Genau der Grad von widerlich, den ich mir vorgestellt habe.

Uns begleitet schon die ganze Zeit ein Begriff, der uns nicht bekannt ist: Loadshedding. Wir forschen nach… es stellt sich heraus, dass vor einigen Jahren in Südafrika ein Kraftwerk abgeschaltet wurde. Und seit dem herrscht – gerade in den Wintermonaten – Energiemangel. Aus diesem Grund wurde der Hauptenergieversorger mit der Aufgabe betraut einen Plan zur Lastverteilung zu erstellen (oder englisch Loadshedding). Deswegen wird in Zeiten mit hohem Energiebedarf einfach regionsweise der Strom ausgeknipst. In unserer Unterkunft in Simons Town haben wir erstmal eine Liste, die sagt, wann es dunkel werden würde. Dank der guten Wetters ist der Strombedarf anscheinend niedrig und uns bleibt das Erlebnis erspart.

Der nächste Tag führt uns mehr ins Landesinnere Richtung Oudtshoorn. Ziel sind die Cango Caves. Wir sind schon bereit uns warm einzupacken, als der Parkwächter abwinkt und meint, wir sollten auf die Sachen verzichten, es wären 20°C in der Höhle. Wir glauben es kaum und nehmen trotzdem unsere Regenjacken mit. Schließlich ist es eine Tropfsteinhöhle. Als wir die Höhlen betreten, sind wir überrascht. Die Luft ist sehr warm, aber auch sehr feucht. Dafür sieht man kaum Wasser in der Höhle. Es finden gleichzeitig zwei Führungen statt. Eine in Deutsch mit einer Reisegruppe und eine in Englisch. Wir entscheiden uns für die Englische – eine gute Wahl. Unser Führer lässt sich dazu hinreißen, die im großen Saal, wo früher Konzerte stattfanden, die Nationalhymne zu singen. Eine fantastische Akustik. Auch so lohnt sich der Besuch, denn die Beleuchtung ist dezent und nicht knallbunt. Nach dem Höhlenbesuch fahren wir zurück nach Oudtshoorn und essen im La Dolce Vita Strauß, denn die Gegend ist bekannt für ihre vielen Straußenfarmen. Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit mir eine kurze Hose zu kaufen, denn es ist wieder sehr warm draußen. Mit vielen kleinen Stops fahren wir weiter bis zu unserem Tagesziel Montagu. Dort laufen wir abends noch etwas durch die Ortschaft. Nichts spricht uns zum Essen an, alle Gaststätten sind voll, denn es findet wieder ein Rugbyspiel statt. Wir ziehen uns auf unser Zimmer zurück und schauen uns aus Ermangelung eines passenden Fernsehprogramms „Milenge, Milenge“ – einen Bollywood-Film in Originalton mit Untertiteln.

Cango Caves

Cango Caves

Der Besitzer der Mountain View Lodge scheint Koch gewesen sein, das Frühstück ist exzellent. Die Vermutung kommt nicht nur von den fluffigen Rühreiern, sondern auch vom Equipment in der Küche und seinem Outfit. Montagu ist quasi der Eintrittsort zum Weingebiet Südafrikas. Zuerst fahren wir bis Franschhoek, was die gefühlte Hauptstadt des Weingebiets ist. Dort schauen wir uns um, spazieren ein bisschen durch die Straßen und essen Mittag. Nach dem Mittag steuern wir das erste Weingebiet an: Rickety Ridge. Die Weingüter sind auf Touristen spezialisiert und bieten Essen und Weinverkostungen an. Nach Rickety Ridge folgt La Motte. Bei allen Weingütern muss man durch eine Kontrolle fahren, die einen befragt, was man denn hier möchte. Eigentlich wollen wir uns nur umschauen, sagen aber immer, dass wir Wein verkosten möchten. La Motte strahlt eine mittägliche Ruhe aus, es ist sonnig, warm und etwas windig. Nächstes Ziel ist Boschendal. Dieses Weingut ist richtig schön angelegt und lädt zum Spazieren ein. Hier bleiben wir etwas länger… Letztes Weingut ist Blauwklippen. Auf dem Weg nach Sommerset West fahren wir noch kurz durch Stellenbosch. Hier bleiben wir nicht lange, Stellenbosch ist nicht schön zum herumlaufen.

In Südafrika ist es üblich, dass es bei Parkplätzen jemanden gibt, der gegen ein kleines Trinkgeld auf das Auto aufpasst. Gut zu erkennen sind die Parkplatzwächter an den Warnwesten, die sie tragen. In Stellenbosch parken wir ein, ein gerade daneben sitzender Schwarzer fragt uns, wie lange wir wohl bleiben wollen. Diese Frage kennen wir garnicht und werden misstrauisch. Ich gebe eine zweideutige Antwort. Doch wir sind schnell wieder da. Als wir ins Auto steigen, kommt er schnell angerannt und hält die Hände auf. Jeder andere vorher hat uns rausgewunken und dann dankbar den Obulus entgegen genommen. Da der Parkplatzwächter sich auch noch dreist in den Fahrtweg stellt, um sein Trinkgeld zu bekommen, steht unsere Entscheidung fest, der bekommt nichts. Ich muss schon fast auf ihn drauf fahren, dass er erkennt, dass er mit seiner laxen Einstellung hier nichts gewinnt. Wir übernachten weit außerhalb der Stadt. Eigentlich wollen wir zum Abend einen Wein trinken, aber es ist Sonntag und da wird in Südafrika kein Alkohol verkauft.

IMG_5432In unserer Unterkunft haben wir Kabelfernsehen. Wir sehen, dass die erste Folge der sechsten Staffel von „The Walking Dead“ spät abends kommt. Ich bin hin- und hergerissen, aber ich fühle mich etwas schlapp und wir schauen nicht. Der nächste Morgen ist nicht besser – ich fühle mich leicht kränklich, der Hals kratzt und ist trocken. Wir fahren als erstes zum Weingut Spier. Leider erwischen wir die falsche Einfahrt und landen beim Hotel. Im zweiten Versuch sind wir richtig. Schon früh am Morgen kann man hier Wein verkosten. Offiziell beginnen die Weinverkostungen erst 10 Uhr, aber auch schon halb 10 kann man den einen oder anderen Tropfen probieren. Wir entscheiden uns für eine kleine Auswahl zum Mitnehmen und fahren weiter. Es folgt noch Vergelegen, wo wir lange verweilen, weil es mehr ein Park, als ein Weingut ist. Nach den Weingütern folgt eine lange Fahrt Richtung Hermanus. Als wir Bettys Bay erreichen, wollen wir die Pinguin-Kolonie sehen. Ungeduldig wie wir sind, biegen wir zeitiger ab als notwendig. Als wir schon fast glauben, dass wir vorbei gefahren sind, fragen wir uns es stellt sich heraus, dass wir kurz vor dem Ziel sind. Es wimmelt von Pinguinen und von jung bis alt sieht man die kleinen Gesellen, die entweder in ihren Nestern liegen, oder tolpatschig vom oder Richtung Ufer laufen.

Mittags erreichen wir Jeffreys Bay und kehren gleich das sehr bekannte Restaurant Ninas Real Food ein und ich probiere ein wahnsinnig leckeres Straußen-Kebab. Den Nachmittag schlendern wir am Strand entlang, schauen uns den Fabrikverkauf von Billabong an. Nicht so besonders günstig, aber das eine oder andere Teil wandert in unsere Tasche. Neben seiner Bekanntheit als Surferparadies, ist Jeffreys Bay auch bekannt, dass vor der Küste Calamari gefischt werden. Deswegen gibt es am Abend bei Ninas Calamari aus lokalem Fang.

Willst du Stress?

Willst du Stress?

Nachts werde ich munter und sehe die vielen hellen Punkte auf dem Meer tanzen. Frühstück gibt es natürlich wieder bei Ninas. Nach dem Tanken geht es weiter. Das Wetter hat sich in Richtung Regen verschoben und es nieselt die ganze Zeit. Unser nächster Halt ist die Paul-Sauer-Brücke, die über eine atemberaubende Schlucht führt. Wir warten kurz, bis die ganzen Touristenbusse verschwunden sind und laufen auf der einen Seite hin und auf der anderen wieder zurück. Kurz hinter der Brücke befindet sich ein Yellowwood Baum, dessen Besichtigung sich definitiv nicht lohnt oder anders gesagt – für das Eintrittsgeld von 30 Rand definitiv überteuert ist.

Nach dem Baum ging die Fahrt zum Tsitsikamma Nationalpark – speziell dem Storm River Mouth. Dort wollten wir den Otter Trail laufen. Es war inzwischen trockener, aber immer noch wolkig mit sehr tief hängenden dunklen Wolken. Es ging über große Steine und wir fragten uns zwischendurch, wie die ganzen älteren Leute die Strecke geschafft haben. Während unserer Wanderung sehen wir putzige Tierchen, die wir anfänglich für Otter halten, sich aber nach Recherche als Klippschliefer herausstellen. Kurz nach dem Mittag sind wir mit dem Otter Trail fertig, machen kurz Pause, fahren dann noch zu den Hängebrücken und weiter geht es nach Plettenberg Bay. Wir versuchen die kostenlose Umfahrung, die ist aber entgültig gesperrt und wir müssen die Mautstraße fahren.

Abends gehen wir nur noch einkaufen und kehren dann in die Blue Totem Lodge zurück. Hier läuft alles mit „Organisier dich selbst“. Mit uns sind zwei Holländerinnen untergebracht, die wir auf unserer Tour immer wieder mal sehen. Das mit der Selbstorganisation klappt bis zum Frühstück, als wir uns Rührei mit Bacon machen wollen und an der Sicherung des Herdes scheitern. Die etwas später erscheinenden Holländerinnen geben zu Protokoll auch am Abend schon auf warmes Essen verzichten zu müssen, weil sie den Herd nicht zum Leben erwecken konnten.

Hier kann man richtig gemütlich Mittagspause machen.

Hier kann man richtig gemütlich Mittagspause machen.

Zwei Stunden gehen ins Land, wir haben schon gepackt und wollen schon gehen, als die Besitzerin auftaucht und uns die Sicherung für den Herd anschaltet. Der lag natürlich hinter einer Tür, wo wir nicht herangekommen sind. Ein hastiges Frühstück schmeckt nicht, definitiv nicht. Dazu kommt noch, dass es den ganzen Morgen in Strömen regnet. Auf dem Weg nach Knysna kaufen wir noch Biltong ein – ziemlich teuer, aber so fein und zart wie geräucherter Schinken, aber halt getrocknet. In Knysna probieren wir gebackene Austern in Knoblauchsauce – sehr lecker. Das Wetter spielt immer noch nicht mit, während wir essen schüttet es richtig. Eigentlich hatten wir den Tag für die Wanderung bei Robberg angedacht, aber so fahren wir weiter, weil der Wetterbericht für den nächsten Tag trockenes Wetter verspricht und zwischen Plettenberg Bay und Wilderness gerade mal 60km liegen.

Als wir den nächsten Morgen erwachen, begrüßt uns strahlend blauer Himmel. Die Inhaberin des Mont Fleur und ihr Mann sind definitv Amerikaner und Anhänger der Demokraten. Sie haben einen extra Schrank mit Devotionalien aus ihrer politisch aktiven Zeit. Das geht von Bildern mit Politikern bis zu einer Weihnachtsgrußkarte von Obama. Da wir wie immer sehr zeitig aufstehen, sind wir schon 9.30 Uhr wieder in Plettenberg Bay und treten unsere Wanderung in der Robberg Nature Reserve an. Wir beobachten die vielen Robben, sehen einen Hai, wie er sich anpirscht und wenig später zwei Delphine, die ihn vertreiben. Von den drei Wanderwegen, die man machen kann, nehmen wir den mit mittlerer Länge. Es ist eine schöne Wanderung, sie Sonne meint es gut und brennt ordentlich. Während unserer Mittagspause sehe ich weit entfernt einen Wal, wie er springt. Nach unserer Wanderung schauen wir uns noch die Map of Africa an, die dank den ungünstigen Lichts sehr unscheinbar und wenig spektakulär ist. Am Abend ist Markt in Wilderness und wir schauen uns um.

IMG_4823Jetzt sind wir schon einen Monat wieder im Land und ich habe es immer noch nicht geschafft meine Beiträge über Südafrika zu verfassen. Ziel unserer Reise war die Gartenroute zwischen Port Elizabeth und Kapstadt (mit Abweichungen). Wir hatten uns im Vorfeld schon informiert, wie das Wetter werden soll. Die letzten Tage, die wir beobachtet hatten, war das Wetter immer zwischen 15°C und 21°C, was wundervolles Frühlingswetter versprach. Da wir auch auf Safari gehen wollten, stand die Überlegung im Raum, ob ich mein Bigma (Sigma 50-500mm) mitnehme. Nachdem ich aber las, dass Autos auch während man drin sitzt, ausgeraubt werden, ließ ich es lieber bleiben. Soweit die Vorüberlegungen.

Es fing an einem Samstag Morgen an – 3.30 Uhr aufstehen und nach Nürnberg fahren. 4.45 Uhr auf dem Flughafen und los ging es Flug nach Amsterdam, wo wir etwas Zeit hatten und dann nach 10 Uhr weiter Richtung Johannesburg (Die Südafrikaner nennen es Jo-Burg) flogen. Das Filmprogramm von KLM war etwas knapp, das Essen war nicht gerade Paleo-gerecht, dafür gab es reichlich zu trinken. Wir kommen pünktlich 21.15 Uhr in Johannesburg an und werden nach kurzem Warten vom Flughafen abgeholt und in die Aero-Lodge gefahren. Die Unterkunft ist schön, es ist mit 23°C noch schön warm, wir nehmen eine entspannende Dusche und schlafen sofort ein.

Wir holen den verpassten Schlaf nach, frühstücken gemütlich und haben sogar noch etwas Zeit, uns in die Sonne zu legen, bevor wir zum Flughafen zurück gebracht werden. Als wir die Maschine betreten, haben wir bereits eine Stunde Verspätung. Der Pilot von Mango Airlines begründet es damit, dass heute morgen die Maschine gewechselt werden musste. Es kommt zu weiteren Verzögerungen, weil nach kurz an der Maschine, in der wir sitzen, etwas gecheckt werden muss. Sehr vertrauenswürdig! Mit einer Stunde Verspätung landen wir in Port Elizabeth, übernehmen schnell und unkompliziert unseren Mietwagen (Chevrolet Sonic) und fahren 10 Minuten bis zu unserer Unterkunft, dem Victoria & Alfred Guest House. Der Linksverkehr ist noch etwas ungewohnt.

Der Addo Elephant National Park zeigt sich von seiner grünen Seite.

Der Addo Elephant National Park zeigt sich von seiner grünen Seite.

Den Nachmittag verbringen wir in Summerstrand, schauen den Surfern zu und genehmigen uns jeweils eine Portion Fish & Chips. Da wir viel Zeit am Meer verbringen werden, haben wir uns vorgenommen, sehr viel frischen Fisch zu essen. Abends kommen wir das erste Mal in Kontakt mit einem Rugbyspiel, dass wir im Fernsehen sehen. Wir haben eine ruhige Nacht, frühstücken ganz allein und brechen Richtung Addo Elephant National Park auf. Das Linksfahren ist immer noch etwas kniffelig.

Das Wetter zeigt sich von seiner sonnigen und warmen Seite. Das Thermometer im Auto zeigt 30°C an. Wir fahren gemütlich durch den Park bis zum Camp. Ich fange mir einen schönen Sonnenbrand ein. Da hier alles sehr grün ist, sehen wir nur relativ wenig Tiere. 15.30 Uhr beziehen wir unsere Hütte, ruhen uns etwas aus und brechen gegen Sonnenuntergang nochmal zu einer kleinen Tour auf – das Ergebnis ist wenig spektakulär. Wir haben im Restaurant im Camp bestellt und essen Steak bzw. eine Fischplatte.

Am nächsten Morgen stehen wir natürlich sehr früh auf, um die Tiere an den Wasserlöchern zu beobachten. Die ersten zwei Wasserlöcher sind absolut unbelebt. Auf dem Rückweg zum Hauptweg bleiben wir hängen. Eine Herde Elephanten kreuzt die Straße bzw. läuft parallel dazu. Das führt dazu, dass wir zu spät am nächsten Wasserloch ankommen, wo wir nur noch ein paar Löwen sehen, wie sie gehen. Kriszta drückt den Auslöser durch, bis die Karte voll ist. Schnell schaltet sie aus und zieht die Karte. Nur blöd, dass die Kamera gerade noch beim Speichern war und sämtliche Bilder, die halbwegs noch die Löwen zeigen, verloren gingen. Uns springen noch ein paar leichtfertige Kudus vor das Auto, zum Glück kann ich immer noch gerade so bremsen. Nach dem Frühstück verlassen wir den Nationalpark Richtung Jeffreys Bay.