Nachdem Ende Oktober noch ein paar schöne Tage waren, brach im Übergang zum November eine richtige Kältewelle über Deutschland herein. Da wir für unsere Mittelmeerkreuzfahrt nach Italien mussten, hatte ich schon die Winterreifen am Auto montiert, denn vielleicht hatten wir Pech und fuhren mitten in den Schnee hinein, wenn wir die Alpen überqueren. Freitag früh ging es los, mit Zwischenstopp in Herzogenaurach, wo wir noch ein paar Sachen kauften, bevor es Richtung Salzburg ging. Dort gingen wir etwas spazieren und sammelten dann Krisztas Eltern auf und fuhren zur Übernachtung Richtung Villach (ich habe eine Weltreise hinter mir, aber das war meine erste Übernachtung in Österreich!). Auf dem Weg dahin regnete es fast ununterbrochen. Nach einem kleinen Abendessen, legten wir uns relativ schnell schlafen, denn es sollte früh am nächsten Morgen weitergehen.

1. Station: Venedig

Eigentlich ist Venedig ja unser Abfahrtshafen gewesen. Da wir aber so geplant haben, dass wir gegen 11 Uhr in Venedig sind, bleiben uns noch ein paar Stunden, in denen wir die Stadt besichtigen können. Das Wetter wechselt zwischen grau und regnerisch. Selbst bei dem Wetter sind Unmengen von Touristen in den Gassen unterwegs. Viele haben sich Gummistiefel gekauft, um über die überschwemmten Plätze laufen zu können. Auch wenn es nicht das beste Wetter ist, hat Venedig einen Charme, der kaum von der Hand zu weisen ist. Vergeblich hoffen wir auf einen Wetterumschwung, aber der lässt auf sich warten. Das richtige Highlight folgt, als wir mit dem Schiff auslaufen und quasi vom Schiff oben herab auf den Dogenpalast schauen können. Während aber die halbe Schiffsbesatzung gebannt auf die Stadt schaute, bemerkte ich auf der Backbord-Seite des Schiffs einen goldenen Streifen am Himmel. Zusammen mit der Kulisse der venezianischen Insel ein schönes Motiv.

2. Station: Bari

Da wir erst mittags anlegten, gehörte der Vormittag dem Sport. Bari ist weniger bekannt, aber ein schönes Beispiel, wenn man typische italienische Gassen sucht, wie man sie gern in Filmen sieht. Es liegt ungefähr da, wo beim Italienischen Stiefel, der Absatz anfängt. Als wir anlegten, befürchtete ich schon, dass sich unser Stadtrundgang als sehr kurz erweisen wird. Das Wetter war wolkig mit Neigung zum Regen, was es dann auch zwischen sonnigen Abschnitten auch immer mal gemacht hat. Dafür war die Innenstadt nicht so belebt und wir schlugen uns durch die vielen kleinen Gässchen, wo die Türen offen standen und Blicke in die Küche erhaschen konnten und für einen Augenblick Teil einer italienischen Familie wurden. Es war, als wäre die Zeit seit 40 Jahren stehen geblieben. Zu unserem Unglück spielte das Wetter nicht mit, außerdem fand sich in der Nähe des Hafens auch keine Reiseagentur, die eine Tour nach Alberobello angeboten hätte. Und für Alberobello braucht man unbedingt schönes Wetter…

3. Station: Korfu

Auf Korfu kamen wir früh an. Schon im Vorfeld unserer Reise hatten wir einen Mietwagen organisiert, den wir jetzt nur noch abholten. Man war auf deutsche Touristen eingerichtet, denn der Vermieter sprach etwas deutsch. Hauptziel war Palaiokastritsa. Als wir dort ankamen, öffneten sich die Wolken und es goss in Strömen. Doch schon wenig später verschwanden die Wolken und der Himmel zeigte sich von einer weiß-blauen Seite. Das Umfeld der Kirche ist in der festen Hand von Katzen. Als wir etwas herumliefen, sahen wir etliche Pappboxen an der Seite, wo sich in einigen viele kleine Katzen zusammenkuschelten und schliefen. Der Rest lief auf dem Gelände herum und schmuste mit den Besuchern. Wir wollten auch noch einen kleinen Strandausflug, aber der Strand war nicht einladend und außerdem zogen schon wieder dunkle Wolken auf, die sich bei unserem Besuch im Schloss, das Sissi bauen ließ, entluden. Zum Abschluss folgte noch eine kleine Stadtrundfahrt und danach gaben wir den Mietwagen ab und verzogen uns auf unsere Kabine. Da wir nachts immer durch das Gepolter in der Küche über uns gestört wurden, mussten wir etwas Schlaf nachholen.

4. Station: Santorini

Wir erreichen Santorini am Mittag. Als wir die Insel anfahren, denke ich von der Ferne, dass der Berge mit Schnee bedeckt sind, so weiß leuchtet es. Ein Blick durchs Zoomobjektiv offenbart die Häuser. Da wir nicht im Hafen anlegen, werden wir mit kleinen Booten übergesetzt. Auf dem Hinweg nehmen wir die Seilbahn aufwärts. Wie es sich herausstellt, ist gerade ein Bus nach Oia weggefahren und wir müssen 20 Minuten warten. Ich nutze die Zeit, um Postkarten zu schreiben. Der Busfahrer und sein Kassierkollege sind entweder notorisch schlecht gelaunt oder richtige Touristenhasser. Den Touristen wird vermittelt, dass es sich um den Non-Stop-Bus nach Oia handelt, Essen und Trinken streng verboten ist, aber Landsmänner dürfen an jeder Milchkanne aussteigen und sitzen futternd im Bus. So ziemlich fast jedes Motiv, was Santorini zeigt, dürfte aus Oia stammen. Hier findet man strahlend weiße Häuser, blaue Kuppeln und wir hatten an dem Tag wahnsinniges Glück – herrlich blauen Himmel. Die Zeit vergeht wie im Flug und gegen 18 Uhr sind wir wieder zurück, nachdem wir nach unten gelaufen sind und dabei durch jede Menge Eselsmist stapfen durften.

5. Station: Kusadasi (Ephesus)

Wir entscheiden uns am Abend vorher, dass wir uns einen Taxifahrer suchen, der alle historischen Stätten mit uns abklappert. Für 65 Euro finden wir einen uns los gehts. Es wimmelt in Ephesus vor Touristen, aber trotzdem ist es schön. Dort verbringen wir einige Stunden, fahren anschließend zu einigen Sehenswürdigkeiten, die eigentlich noch zur historischen Stätte gehören, aber außerhalb des Geländes liegen. Danach geht es nach Selcuk ins Museum. Ich bin nicht interessiert, setze mich auf eine Parkbank vor dem Museum und nicke sogar kurz ein. Wir strapazieren die Geduld unseres Taxifahrers, als wir weiter ins Stadtzentrum laufen, um eine Kirche und das alte Aquädukt zu besichtigen. Abschlusspunkt der Tour ist der Artemistempel, der zu den 7 alten Weltwundern gehörte. Davon ist nur noch eine Säule übrig, die auch nur noch den Eindruck vermittelt, als verschiedenen Steinen aufeinandergestapelt worden zu sein. Als wir wieder an Bord sind, beschweren wir uns todmüde über den Radau über uns und bekommen ein neues Zimmer zugewiesen. Nur mit Handgepäck ziehen wir um, was sich als richtig erwies, denn eine halbe Stunde kommt die französische Familie nebenan zurück, die Kinder tollen umher und durch die Verbindungstür hören wir jedes Wort. Nichts wie zurück ins alte Zimmer.

6. Station: Katakolon (Olympia)

Wir beschweren uns nochmal und bekommen eine $100 Gutschrift und ein Einladung ins das schiffseigene japanische Izumi-Restaurants – auf Kosten der Serviceabteilung. Mittags soll das Schiff in Katakolon anlegen, was uns aber nicht gelingt, weil der Wellengang viel zu hoch ist. Also liegen wir den ganzen Nachmittag im Hafen, ohne anzudocken. Abends kommt dann das Essen im Izumi. Da es ein Restaurant ist, wo die Gäste zahlen müssen, ist es wenig besucht, die Bedienung exzellent und das Essen ausgezeichnet. Das Ambiente ist optimal, um Kriszta zu fragen, ob sie meine Frau werden möchte. Ich muss nicht lange auf das „Ja“ warten. Ein sehr schöner Abend!

Den letzten Tag verbrachten wir auf See, lasen, lagen in der Sonne – aber nur innen, da es außen viel zu kalt und windig war. Als wir den nächsten Morgen in Venedig ankommen, könnte man meinen, alle Fenster wären durch Milchglas ausgetauscht worden, so neblig ist es. Wir steigen ins Auto und am späten Nachmittag sind wir wieder daheim.

Hagia Sophia

Die erste Etappe unserer Weltreise liegt hinter uns. Über das Osterwochenende sind wir nach Istanbul geflogen und haben dort drei sehr schöne Tage verbracht. Es fing damit an, dass wir mitten in der Nacht (2.30 Uhr) aufstehen mussten und nach Budapest gefahren sind. So waren wir dann halb 10 Uhr in Istanbul. Wir sind auf der asiatischen Seite von Istanbul gelandet und mussten erstmal mit dem Bus in die Stadt fahren. Am „schnellsten“ ging das mit dem Expressbus E10. Der kam aber mitten in den Morgenstau und brauchte somit auch eine Stunde, bis er am Hafen ankam.

Von dort aus setzten wir auf den europäischen Teil von Istanbul über. Die Fahrt war herrlich, bei schönstem Sonnenschein hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Blaue Moschee, die Hagia Sophia und Topkapi. Obwohl es sonnig war, hatten wir keine berauschenden Temperaturen – 12°C waren für den ersten Tag vorhergesagt. Und wie es sich für eine Hafenstadt gehört – mit viel Wind verbunden. Vom Hafen der europäischen Seite liefen wir hoch zur Hagia Sophia, denn in unmittelbarer Nähe dazu lag unser Hostel. Wie ich später festgestellt habe – eine Querstraße neben dem „Four Seasons“, also sehr exklusive Lage.

Zisterne

Zisterne

Die exklusive Lage machte sich schon beim Einchecken bemerkbar. Das Hostel war überbucht und hatte keinen Platz mehr für uns und wollte uns 4 in 3-Bett-Zimmer stecken. Natürlich wäre noch ein viertes Bett dazugekommen, aber dann wäre jegliche Bewegung im Raum unmöglich gewesen. Wir ließen dem Personal Zeit zum Überlegen und liefen ein bißchen durch die Stadt und besuchten die Zisternen. Ein Versuch in die Blaue Moschee zu kommen scheiterte daran, dass wir dort gerade waren, als Gebetszeit war.

Als wir abends wieder im Hostel eingetroffen sind, hatte sich auch die Bettensituation geklärt. Uns wurde ein Doppelstockbett ins Zimmer gestellt und damit hatten wir vier Betten. Uns wurde angekündigt, dass wir eventuell am nächsten Abend in unser gebuchtes 4-Betten-Zimmer umziehen dürfen. Und so fielen wir schon gegen 20 Uhr in einen wohlverdienten Schlaf.

Hagia Sophia

Hagia Sophia

Da es erst ab 8.30 Uhr Frühstück gab, konnten wir in Seelenruhe ausschlafen und nach einem stärkenden Frühstück uns auf Entdeckungsreise begeben. Erste Station war die Hagia Sophia, die äußerlich zwar schon beeindruckend ist, aber das Innere noch weitaus schöner ist. Nach der Hagia Sophia folgten eigentlich sämtliche Moscheen, die es auf der europäischen Seite zu sehen gab. Jede einzigartig und doch relativ gleich. Jedes Mal war Pflicht, die Schuhe auszuziehen und die Damen mussten sich ein Kopftuch umbinden. Zum Nachmittag machten wir noch eine Rundfahrt auf dem Bosporus, wo es uns angesichts der kühlen Temperaturen, frisch um den Kopf wehte.

Als wir am Abend wieder ins Eurasia-Hostel zurückkehrten, waren unsere gesamten Sachen bereits ins neue Zimmer umgezogen und wir konnten es uns in einem größeren Zimmer gemütlich machen. Furchtbar war nur das knarrende Bett, was jede Bewegung unmöglich machte, ohne den Rest der Schlafenden aufzuwecken. So standen wir am nächsten Morgen auf und mussten feststellen, dass es in der Nacht geregnet hatte. Auch der gesamte letzte Tag war trübe und grau. Wir besuchten noch Topkapi und versuchten auf den Galata Kulesi zu kommen, aber die Schlange davor war sehr lang und angesichts des trüben Wetters hätten wir ohnehin keine schöne Aussicht gehabt.

Blaue Moschee

Blaue Moschee

Zum späten Nachmittag setzten wir dann wieder auf den asiatischen Teil über. Unser Hostel auf dieser Seite (Hush Lounge) war eine Katastrophe. Auch hier war unser 4-Bett-Zimmer bereits belegt, wir bekamen aber allein ein 6-Bett-Zimmer – zum gleichen Preis. Das Zimmer war seit langem nicht gereinigt und der Dreck sammelte sich sichtbar auf dem Fußboden. Außerdem mussten wir unsere Betten selbst beziehen, bis auf die Kopfkissenbezüge, die waren noch in der Waschmaschine. Nachdem das Zimmer widerwillig gereinigt wurde, wollten wir schlafen, aber der Lärm auf der Straße ließ es nicht zu. Dazu kam, dass die Straßenlaterne vor unserem Zimmer im 20-Sekunden-Takt an- und wieder ausging.

Den nächsten Morgen standen wir völlig gerädert kurz nach 4 Uhr auf, gingen zum Busbahnhof und fuhren zum Flughafen zurück. Leider viel zu zeitig, denn das Chaos auf dem Flughafen blieb aus und wir mussten 2 Stunden warten, bis der Check-In-Schalter öffnete. Einen großen Teil der Heimreise verbrachten wir schlafend…

Ich war richtig begeistert von Istanbul, nicht zuletzt weil mir doch sehr viel aus Silkroad bekannt vorkam. Deswegen wird es auch wieder eine neue Folge der Silkroad-Quests im Real life geben. Wer in Istanbul kulinarische Highlights erwartet, wird bitter enttäuscht oder zur Kasse gebeten. Entweder man zahlt ordentlich oder die Alternative heißt: Döner!

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang am Mittwoch

So begann jede Ansage im Flugzeug, dass uns nach Antalya brachte. Nachdem wir die letzten Male uns immer auf eigene Faust durch die Länder geschlagen hatten, kam diesmal wieder Kontrastprogramm – 1 Woche all inklusive im 5-Sterne-Hotel. Dementsprechend startete das Flugzeug nicht früh um 8 Uhr in Frankfurt, sondern gemütlich am Nachmittag in Nürnberg. Wir kamen abends halb 12 Uhr in Antalya an und wurden dann noch 1,5 Stunden nach Terikova rausgefahren, wo uns unser Hotel „Amara Dolce Vita“ lag. Auf der Fahrt dahin stellte sich erstmal heraus, dass ich mein Portmonee daheim vergessen hatte – alles halb so wild, war ja „all inklusive“.

Als wir nachts halb 2 Uhr schon im Halbschlaf an der Rezeption standen, bekamen wir erstmal alles fix erklärt und dann ging es auf ins Zimmer. Ein riesiges Zimmer (geschätzt ca. 40m²), ein Bad mit Wanne und Dusche, Flachbildschirm mit DVD-Player usw. Nur ein Gang auf den Balkon machte uns stutzig – es rauschte nichts! Wir hatten zumindest seitlichen Meerblick und selbst dann würde man das Meer hören. Also ging Kriszta nochmal an die Rezeption und pochte auf „sea view“. Hätte nicht gedachte, dass sofort klappt, aber wir wurden umgehend in ein anderes Zimmer verlegt, Balkontür auf… *rausch* Anschließend machten wir noch eine kleine Entdeckungstour, denn es gibt ein Bistro im Hotel, dass 21 Stunden am Tag geöffnet hat, wo wir noch einen kleinen Imbiss zu uns nehmen konnten. Der Irish Pub hatte auch noch auf und so konnten wir noch einen kleinen Absacker zu uns nehmen, bevor wir halb 3 ins Bett fielen.

Hotelanlage

Hotelanlage und im Hintergrund der Tahtali

Am nächsten Morgen wurde ich geweckt, weil mich was blendete. Die Sonne machte Anstalten um 7.15 Uhr mitten über dem Meer aufzugehen und mich dabei zu blenden. Also schnell rausgesprungen, ein Foto gemacht und wieder zurück ins Bett, um langsam munter zu werden. Nachdem wir uns rausgequält hatten, gingen wir ins Fitnessstudio und ich lief erstmal meine 5km auf dem Laufband und stemmte ein paar Gewichte. Gegenüber vom Fitnessstudio war gleich die Vitamin-Bar an der es immer frisch gepresste Säfte gab. Jeden Morgen wurde dort erstmal eine Palette Möhren und Orangen zu Saft verarbeitet. Danach anziehen und zum Frühstück gehen. Danach erkundeten wir das Hotel und das Gelände ringsum. Schon allein das Hotel lädt zum Verlaufen ein. Das Wetter war exzellent und so verbrachten wir den Rest des Vormittags am Pool, bis es wieder hieß: Umziehen und Essen gehen. Auch den Nachmittag genossen wir lesend in der Sonne. Wir spielten dann noch etwas Squash und gingen anschließend in die Sauna, bis wir uns wieder zum Abendessen umziehen mussten. Wie man sieht, dass stressigste am Tag war der ständige Kleiderwechsel. Und bei so viel Stress, hält man auch nur einen Cocktail durch, der auch noch zur Hälfte aus Hochprozentigem bestand und dann fielen wir ins Bett.

Montag und Dienstag änderte sich an der Reihenfolge nichts, wir standen auf, gingen ins Fitnessstudio, um der gigantischen Auswahl an Essen gerecht zu werden, sonnten und lasen, unterbrochen vom Mittag, anschließend Tennis, Schwimmen und Sauna, Abendessen, Cocktails, Schlafen. Mittwoch deuteten schon am Morgen die Wolken an, dass sich das Wetter ändert. Also nahmen wir nach dem Frühstück am Trekking rund ums Hotel teil und fuhren anschließend mit dem Bus, der direkt vorm Hotel hält nach Phaselis, einer antiken Stadt. Da der Regen immer näher kam, machten wir zur Mittagszeit kehrt und fuhren zum Hotel zurück. Mein Wunsch, endlich mal Postkarten zu finden, wurde nicht erfüllt. Wir waren außerhalb der Saison und somit hatte halbwegs alles was wie ein Geschäft aussah, geschlossen. Mittwoch Nachmittag regnete durchgehend und trotzdem gingen wir am Abend in den beheizten Meerwasserpool und ließen uns die kühlen Tropfen auf den Kopf prasseln.

Landesteg vorher / nachher

Mit dem Regen kam auf ein heftiger Wind auf, der dafür sorgte, dass das Meer aufgepeitscht wurde und die hohen Wellen den Landungssteg des Hotel gehörig ramponierten (siehe Bild). Uns blieb nichts anderes übrig, als das Lesen nach drinnen zu verlagern. Zumindest konnten wir unsere sportlichen Aktivitäten fortsetzen, wenn auch nur eingeschränkt, weil wir mittlerweile Muskelkater hatten. Und nachdem wir uns eingelebt hatten, fielen uns die ganzen Kleinigkeiten auf, die mit der Zeit anfingen zu nerven. Das Erste waren die Kopfkissen – für unseren Geschmack zu hoch, also ließen wir uns Neue bringen, die aber die gleichen waren, d.h. letztendlich hatten wir 5 Kopfkissen im Zimmer und keins passte. Dafür wurden aber die Handtücher permanent gewechselt. Aufgestanden, gewaschen, frühstücken *zack* neue Handtücher – runter an den Pool, hochkommen, abtrocknen, Abendessen *zack* neue Handtücher – mit etwas Glück hatten wir nach dem Mittag noch die gleichen Handtücher, die wir nach dem Frühstück bekommen haben. Natürlich hat das Hotel im Zimmer Schilder aufstellen lassen von wegen „wir kümmern uns um die Umwelt“. Deswegen werden an der Saftbar auch Plastikbecher hingestellt. Jeder kommt vorbei, trinkt einen Becher und wirft ihn weg. Auch wenn das manch einer Service nennt, aber das war schon übertrieben. Genau wie die Servicebereitschaft beim Essen – man schob genüsslich den letzten Bissen in den Mund, legte das Besteck ab *zack* war der Teller weg. Wenn man gemeinsam zum Nachtisch holen weggingen, war des öfteren auch schon die Getränke weg. Wie heißt es so schön: Weniger ist manchmal mehr!

Wir hatten uns ja auch für den Urlaub vorgenommen, auf den Tahtali zu fahren (in der Antike auch als Olimpos bekannt), war aber ab Mittwoch nicht mehr möglich, da sich der Berg komplett in Wolken einhüllte. Aber primäres Ziel war die Erholung gewesen. Also zogen wir Freitag und Samstag Vormittag unser übliches Programm ab und dann ging die Fahrt zurück nach Antalya, wo uns der Flieger wieder mit „Meine Damen und Herren, liebe Kinder…“ begrüßte.