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Beiträge verschlagwortet als “Weltreise”

Home sweet home

Jan 0

Jede Weltreise hinterlässt Spuren, von der Wahrnehmung bis hin zum Ich. Wir sind mit der Vorstellung losgefahren, dass die Weltreise etwas tolles ist und man hinterher doch in gewisser Weise verändert ist. Nach eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dieses Gefühl "Wir machen eine Weltreise" nie wirklich entstanden ist. Gefühlt war es ein Urlaub in der Türkei, dann einer in Ägypten usw. Auch die persönliche Veränderung ist nicht so, wie ich gedacht hätte. Mag sein, dass man in einem gewissen Alter schon eine ziemlich genaue Vorstellung von der Welt hat und sein Leben nach einer Weltreise nicht komplett auf den Kopf stellt. Aber trotzdem sind mir einige Dinge aufgefallen, die sich eher im Gesamtbild zeigen und nicht landesspezifisch sind.

  1. Nationalstolz - Schon allein das Wort hat in Deutschland einen negativen Beigeschmack - deswegen nenne ich es mal kurzerhand Nationalfreude. Weil Stolz kann man sein, auf eine Leistung, die man selbst erbracht hat, aber in einem Land geboren worden zu sein, ist keine Leistung. Aber man darf sich darüber freuen, in seinem Land zu leben. Worauf ich eigentlich hinaus will, ist die unbändige Freude, die wir in anderen Ländern gesehen haben - sei es kulturell oder national - die Einwohner leben ihre Kultur viel mehr und ausgeprägter bzw. bringen sie in Zusammenhang mit ihrem Land, als es hierzulande üblich ist. Wieviele Deutschlandfähnchen sieht man denn bei Konzerten oder Feiern? Natürlich ist die Lage auch etwas anders: Auch das kleinste Jubiläum, Unabhängigkeitstag etc. ist Anlass für eine Feier. Wohl mehr deswegen, weil für privat organisierte Feiern einfach das Geld fehlt bzw. die Teilnehmer auch nicht das Geld aufbringen können, um daran teilzunehmen. Aber trotzdem könnten wir uns ein Scheibchen abschneiden...
  2. Abendländische Kultur - Etwas was mir ziemliche Probleme bereitet hat, weil man mit seinen Wertevorstellungen in andere Länder reist und irgendwo zwischen "Ich passe mich der Kultur an" und "So kann man aber nicht mit Fremden umgehen" schwankt. Gerade asiatische Länder sind da doch sehr freundlich (mit Ausnahme von Vietnam), während man in Amerika mit minimalem Aufwand ein Maximum an Geld den Touristen entlocken möchte. Gleichzeitig wird aber - von der Wirtschaft getrieben - den Ländern eine abendländische Haube übergezogen. Gerade auch durch Fernsehen wird den Ländern ein Bild vermittelt, dass doch sehr dem unseren entspricht und dieses als erstrebenswert dargestellt wird.
  3. Verantwortung und Pünktlichkeit - Am Anfang empfand ich einen etwas zwangloseren Umgang mit Pünktlichkeit entspannend. Aber spätestens wenn man ein halbes Jahr jedes Mal eine halbe Stunde oder länger gewartet hat, weil die Einheimischen einen laxen Umgang mit der Zeit haben, wünscht man sich deutsche Pünktlichkeit zurück. Gerne hätte ich gesehen, wenn die Leute, die mit Touristen zusammenarbeiten auch ein Gefühl für Verantwortung entwickeln. Es kollidiert zwar mit dem vorhergehenden Punkt, aber wenn z.B. in einer Tourbeschreibung eine Dorfbesichtigung angekündigt wird und ich werde nur in einen Laden des Dorfes geführt, dann beschwere ich mich natürlich. Was aber in 100% der Fälle zu Schulterzucken und Unverständnis geführt hat. Man macht ja nur, was der Chef sagt. Da wird gelogen, bis sich die Balken biegen, Hauptsache man muss keinen Fehler eingestehen.
  4. Überbevölkerung - Wir haben nur einen Planeten zur Verfügung. Zwar stellt die Nahrungsversorgung theoretisch kein Problem dar, aber die Energieausbeute geht in den negativen Bereich, d.h. wir verbrauchen mehr als eigentlich zu Verfügung steht. Und entweder man macht sich jetzt so langsam Gedanken, wie man das exponentielle Wachstum eindämmt oder irgendwann eskaliert die Situation.
  5. Fremdhilfe - viele ambitionierte Leute verlassen Deutschland und helfen anderen Völkern bzw. Deutschland finanziert Hilfsprojekte in anderen Ländern. Solange es Hilfe bei medizinischen Notfällen ist, habe ich da auch vollstes Verständnis. Auf unserer Reise haben wir eine französische Schulklasse getroffen, die mit Unterstützung der EU in Vietnam eine Schule renoviert haben. Und das, wo Leute auf der Straße sitzen und warten, bis der Tag vorüber ist. In solchen Fällen habe ich das Gefühl, dass damit der umgekehrte Fall eintritt, der eigentlich erwünscht wird - so wie wir es in Südamerika live erlebt haben: Es wird etwas aufgebaut, dann wird es von den Einheimischen (nicht gerade pfleglich) genutzt, bis es kaputt geht und dann bleibt es liegen. Fazit: Auf unserer Weltreise haben wir kein Land erlebt, dass nicht das Potential hätte, sich selbst zu helfen.
  6. The big picture - Feilschen war an der Tagesordnung. Aber nachdem wir Südamerika erreicht hatten, kamen wir mit uns selbst in ein Dilemma. In Asien knauserten wir mit dem Essen und der Unterkunft, während man bereitwillig für Touren in Südamerika zig Dollar hinblättert. Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, wir hätten das gute Essen mehr genossen, denn kulinarische Hochgenüsse erwarteten uns in Südamerika nicht gerade.
  7. Spracharroganz - Ich könnte es auch den sprachlichen Tellerrand nennen. Briten und US-Amerikaner sprechen zum Teil (und zu meiner Verwunderung) keine zweite Sprache. Im Gegenteil, sie erwarten sogar, dass man mit ihnen Englisch spricht. Kein Land erwartet, dass man fließend ihre Landessprache spricht, aber einfache Floskeln wie Ja, Nein, Bitte, Danke und "Guten Tag" sollten schon drin sein. Das hat auch dazu geführt, dass es in Südamerika separate Preisstufen gibt: spanisch gefragt = guter Preis, englisch gefragt = teuer. Den südamerikanischen Ländern mache ich die Sprachbarriere allerdings nicht zum Vorwurf, zum einen wird es wohl kaum durch ihr Bildungssystem ermöglicht und zum anderen lohnt sich das Erlernen einer Fremdsprache nur, wenn man sie anwendet. Und wie hoch sind die Chancen, dass ein Bolivianer zur Möglichkeit kommt, sein Land zu verlassen?
  8. Das Ich - Ich habe lange gegrübelt, wie ich denn am besten auf die Frage "Wie ist es denn, wieder hier zu sein?" antworte. Irgendwie musste ich die Leere und auch gleichzeitig eine Antwort finden, die einem Nichtweltreisenden das Gefühl vermittelt, wie es einem geht. Gestern Abend fand ich die Lösung - die Matrix. Denn der Unterschied zwischen "realer Welt" und unserem Leben in Deutschland könnte man mit der Matrix vergleichen. Es ist alles ein wenig behütet und auch abgeschirmt. Wenn man normal auf Urlaub ist, nimmt man es als Besonderheit des Landes mit, aber auf einer Weltreise realisiert man erst, dass ein Großteil der Welt nach einem anderen Schema läuft und wir es hier eigentlich verdammt gut erwischt haben.

Natürlich darf nicht die Statistik zu kurz kommen. Ich habe mal ein bißchen verfolgt und ein paar Daten notiert:

  • Anzahl Tage: 243
  • Anzahl der Stempel im Pass: 50
  • Anzahl bereiste Länder: 28
  • Zurückgelegte Kilometer (Luftlinie; nur Orte, wo wir übernachtet haben; keine Tagestouren): 93.300km
  • Höchster Punkt: 4.935 Meter über dem Meeresspiegel - Cotopaxi, Ecuador
  • Tiefster Punkt: 10 Meter unter dem Meeresspiegel - Tauchen in Dahab, Ägypten
  • Heißester Punkt: 40 Grad Celsius im Schatten - Hanoi, Vietnam
  • Kältester Punkt: -13 Grad Celsius - San Pedro de Atacama, Chile

Wenn man die Zahlen mal in Zusammenhang stellt, kommt man z.B. auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 15km/h - Tag und Nacht. Apropos Nacht, einen speziellen Punkt bilden natürlich die Übernachtungen, man wundert sich, wo man auf einer Weltreise überall seine Nacht verbringen kann. Deswegen jetzt die Liste mit den Schlafgelegenheiten.

  • Hostelübernachtungen (Doppelbett oder Twin): 115
  • Hostelübernachtungen (Dorms, d.h. 4 oder mehr Betten in einem Raum): 39
  • Hotel: 21
  • Auto / Bus: 17
  • Schiff: 13
  • Jurte / Hütte: 9
  • Zug: 8
  • Zelt: 7
  • Freunde und Familie: 6
  • Flughafen / Flugzeug: 4
  • Daheim: 2
  • Open Air: 1
  • McDonalds: 1

Weltreise 2011 – Routenplanung

Jan 0

Die Karte verrät, wo wir waren. Achtung: Nummerierung oben und unten passen nicht zusammen! Wer zu einer Station mehr wissen möchte, klickt in der unteren Liste auf den dazugehörigen Link und schon gelangt man in das Kapitel unserer Reise. Wenn kein Artikel zu einer Station vorhanden ist, dann war das Ziel nicht so sehenswert, dass es irgendwas (positiv, als auch negativ) zu schreiben gibt.

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Prolog: Zwischen Wüste und ewigem Eis

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1. Akt: Far East Movement

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2. Akt: Überwintern in Südamerika

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3. Akt: In den Ländern der Inkas und Mayas

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Finale: Karibikträume und Shoppingexzesse

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Epilog: Home sweet home

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X-mas@NYC

Jan 2

Es ist schon merkwürdig. Während die Stationen, die wir ansteuern immer schön sind, haben wir ständig Probleme mit den Transporten. Diesmal flogen wir von Miami nach New York mit Delta Airlines, die sich rühmen die Nummer 1 bewunderte Airline zu sein (weltweit!). Wir standen mit unserem Gepäck am Schalter, als es tönte: "2 Bags, that's $50, $25 each - cash or credit card?" Ja, wie bitte? Wir hatten extra am Vorabend die Gepäckbestimmungen gecheckt, keine Information. Doch, doch, auf Inlandsflügen kostet das Gepäck extra. Dafür saßen wir dann auch im hintersten Teil der Maschine, am Gang. Die Maschine hatte ihre Triebwerke hinten, direkt neben dem Fenster, d.h. wir haben nichts gesehen, aber dafür viel gehört.

Wir laden das Gepäck im Chelsea Inn ab und laufen bis zum Times Square, kaufen 50% reduzierte Karten für Mamma Mia und schauen uns mal so ein Broadway Musical an. Es ist kitschig, genau wie man es kennt, aber man muss es mal gemacht haben. Und das Schöne daran war, dass wir die nächsten Tage nur noch Abba gesungen haben. Der erste komplette Tag in New York führt uns in nördliche Richtung - Central Park. Wir laufen nichts spezifisches an, sondern schauen uns einfach um. Überall ist es weihnachtlich geschmückt und es leuchtet bunt. Erwähnenswert ist auf jeden Fall der Besuch im MoMA, der hochinteressant war. Mein erster Eindruck von New York ist der, einen schönen Altstadt - man sollte mal überlegen, von wann die Gebäude sind!

Unser zweiter Tag beginnt mit einer Fahrt mit der Staten Island Ferry, die kostenlos ist und einen tollen Blick auf die Freiheitsstatue und die Skyline von New York bietet. Es ist nicht so viel los, wie in den Blogs berichtet wird, aber vielleicht liegt es auch an der Saison, es ist im Schatten ziemlich kalt und windig. Als wir wieder auf dem Festland sind, laufen wir zu Ground Zero und wollen dort an einem der vielen Straßenstände ein Hotdog und eine Bretzel holen. $14!!! Der Rest des Tages war gelaufen, wir gehen zurück ins Hotel, ich schlafe ein wenig.

New York zeigt sich am nächsten Tag von seiner sonnigsten Seite, es sind Minusgrade, aber trotzdem gehe ich auf das Rockefeller-Center und schaue mir die Stadt vom 69. Stock aus an. Das Schöne da oben ist wirklich, dass man auf dem Dach des Gebäudes steht und freien Blick auf alles hat. Mittags folgt nochmal ein Besuch beim legendären Johnny Rockets - die Burger sind wirklich extrem gut und ihren Preis auf jeden Fall wert. Danach gehen wir noch zum Guggenheim-Museum, was wirklich sensationell ist. Wir bereuen, dass wir den Audio-Guide nicht schon im MoMA genommen haben, es hilft wirklich ungemein zu verstehen, welche Symbolik sich hinter den Kunstwerken versteckt. Danach gibt es noch einen schönen Sonnenuntergang im Central Park und laufen zurück.

Natürlich muss noch etwas zum Abschluss unserer Reise passieren. Von unserem Hotel bekommen wir Frühstücksgutscheine, die man im anliegenden Restaurant für Kaffee und Snack to go einlösen kann. Den letzten Morgen unserer Weltreise gehen wir dort nochmal richtig frühstücken - $12-13 für ein Frühstück sind schon echt heftig, aber wir gönnen uns das. Es ist lecker, wir bekommen die Rechnung - natürlich wieder mit nachträglich hinzugerechneter Mehrwertsteuer. Und unter drunter eine kleine Liste - vorgeschlagene Trinkgelder: 18%, 20% oder 25%, was zwischen $5 und $7 wären. So viel Geld, dafür dass unser der Kellner durchschnittlich seine Arbeit macht und keine Ausnahme macht, was die eingelösten Gutscheine betrifft, nein, das ist es uns nicht wert. Wir geben weniger, was zur Folge hat, dass uns der Kellner auf die Straße hinterher läuft und uns erklärt, dass es in New York anders läuft und der Kellner vom Trinkgeld lebt. Schon klar, aber kein Service - kein Geld. Er macht eine riesige Show und schimpft und ich denke mir "Für das Fluchen willst du jetzt auch noch Trinkgeld haben?" Er scheint es auch zu erkennen, schimpft weiter und geht wieder.

Sumpf und Sand

Jan 0

Nachdem wir von den Bahamas zurückkehrten, waren wir wieder in Miami und nahmen uns wieder ein Auto von Dollar. Die Auswahl war diesmal nicht so schön und wir erwischten einen roten Chevy Aveo der schon 30.000 Meilen runter hatte. Nach einer kleinen Fahrt stellten wir fest, dass der Blinker nicht geht, fuhren zur nächstgelegenen Dollar-Station und tauschten ihn gegen einen anderen um. Auch schon über 30.000 Meilen gelaufen und ziemlich dreckig innen. Außerdem war irgendwann in der Lenkung angeschlagen, denn das Lenkrad vibrierte ab 50 mph ziemlich heftig. Trotzdem fuhr es uns sicher über 1.200 Meilen durch Florida.

Erste Station war St. Petersburg. Wir fuhren am Lake Okeechobee bis Sarasota, wo wir abends ankommen. Wir bekommen noch die Empfehlung an den nahe gelegenen Strand zu gehen, den Siesta Beach, der als Nummer 1 in den USA bezeichnet wird. Selbst bei dem wenigen Licht können wir sehen, dass das nicht gelogen ist. Weitläufiger weißer Strand, der so fein ist, dass er wie Schnee unter den Füßen schnurpst. Den nächsten Tag sonnen wir uns dort auch noch ein wenig, bevor wir nach St. Petersburg fahren. Der Strand ist hier nicht so toll, aber St. Petersburg ist für seine Sonnenuntergänge berühmt. Anfangs zweifeln wir, weil es eher nach Regen aussieht, aber später scheint die Sonne durch die eine oder andere Lücke. Da St. Petersburg ziemlich teuer ist, finden wir erst in Clearwater Beach eine Unterkunft.

Am nächsten Tag folgte die Zwischenstation Naples, nicht sonderlich erwähnenswert, aber wir brauchten eine Station, damit wir am nächsten Tag vormittags durch die Everglades fahren können. Wir halten an der kleinen Poststation der USA, die noch zu hatte und halten hier und da an, um einige der vielen Holzstege zu laufen. Viele sind kostenlos, am besten fragt man in einem Touristenzentrum nach, die einem kostenloses Kartenmaterial zur Verfügung stellen und noch gute Tipps auf Lager haben, wo man anhalten kann / muss. Wir sahen jede Menge Vögel, Alligatoren (stellenweise bis zu 4 Meter lang) und eine fantastische Vegetation.

Eigentlich wollten wir ja noch nach Miami, aber der Strand gefiel uns nicht und Miami erst recht nicht. Miami Beach bzw. Miami ist voll von Lateinamerikanern und dementsprechend geht es dort zu. Es ist schmutzig, ungepflegt und sogar die Werbeplakate sind auf Spanisch. Also fahren wir zurück nach Fort Lauderdale und gehen in unser La Quinta-Hotel in Tamarac. Von dort aus starten wir am nächsten Tag unsere Tour nach Key West. Von einigen hatten wir gehört, die Fahrt wäre langweilig, von anderen hatten wir gehört, Key West wäre langweilig. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Aussicht auf die Brücken und das Wasser zwischendurch ist schön, aber es sind von der letzten Ecke von Miami bis Key West 120 Meilen, was über 2 Stunden Fahrt für eine Richtung sind. Und Key West ist ein kleines Zipfelchen mit einem Stückchen Strand, der zwar wunderschön ist, aber direkt neben dem Flughafen liegt. Aber zumindest ging meine Benzinrechnung auf - auf Key West hat man fast New Yorker Preise für Benzin und wir mussten nicht zwischendurch tanken.

Wasserspaß auf den Bahamas

Jan 0

Nachdem wir einige wunderschöne Tage auf der Navigator of the Seas hatten, hieß unser nächstes Ziel Bahamas. Hier wollten wir das Atlantis Hotel besichtigen bzw. einen schönen Tag im Wasserpark verbringen. Doch bis dahin mussten wir einige Hindernisse überwinden.

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Eine Insel mit bitterem Nachgeschmack

Jan 0

Ein blödes Gefühl schlich sich an - wir näherten uns Haiti. Im Norden Haitis hatte sich Royal Carribean ein Fleckchen Erde gekauft - Labadee, wo man am Strand liegen kann, Jetski fahren kann, eine Art Sommerrodelbahn herunterrollen kann und natürlich die allseits beliebte Zip-Line. In dieses Gebiet werden auch eine Hand voll Einheimische eingelassen, die dort den Dreck der Touristen wegräumen dürfen bzw. ihre Kunstwerke an den Mann bringen.

Wir haben in Labadee den ganzen Tag am Strand gelegen, die Ecke erlaufen und sonst nicht weiter gemacht. Es war schön, aber mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass wir uns in einem Land befinden, das vor einem Jahr dem Erdboden gleich gemacht wurde, hatte ich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Zumal die Einheimischen zwar hilfsbereit, aber nicht gerade vor Freude gestrahlt haben, reichen Menschen wie uns den Dreck nachzuräumen.

Der schöne Hafen

Jan 0

Dritte Station unserer Kreuzfahrt war San Juan auf Puerto Rico. Was habe ich mir nicht gewünscht, nach Puerto Rico zu kommen. Wer nicht damit vertraut ist - auf Puerto Rico befindet sich das Radioteleskop von Arecibo, die größte Radarschüssel der Welt. Also machte ich mich kundig - wie kommt man dahin, wie lange dauert die Fahrt usw. Touren wurden von Royal Carribean nicht dahin angeboten. Pech daran war nur, dass der Aufenthalt in Puerto Rico auf 6 Stunden begrenzt war, weil wir schon 14.30 Uhr wieder ausliefen. Doch allein die Fahrt nach Arecibo dauert 3 Stunden. Wieder mal Pech gehabt, aber ich wurde ausreichend entschädigt.

Wir gingen gegen 8 Uhr von Bord und gingen zu einem der beiden Forts in der Altstadt San Juans. Dort stellten wir fest, dass die Forts erst 9 Uhr öffnen und somit gingen wir langsam zum zweiten Fort und schauten uns zwischendurch die Küste der Insel an. Nach Besichtigung der beiden Forts (zusammen für beide Forts zahlt man $5 Eintritt) wollten wir noch die Gaststätte besuchen, wo die erste Piña Colada hergestellt wurde. Unsere Karte ließ uns eine Weile am Hintereingang warten, bis wir etwas herumliefen und dann die beste Piña Colada aller Zeiten genossen. Und nach einem kurzen Einkauf Puerto Ricanischer Rauchwaren, verließen wir wieder die Insel und kehrten an Bord zurück.

Das karibische Irland

Jan 0

Nach St. Maarten kam den nächsten Tag St. Kitts. Als wir am Morgen aufwachten und uns die Insel ansahen, meinte Kriszta, dass es verdächtig nach Irland aussieht. Saftig grüne Hügel stiegen aus dem blauen Meer und freundliche bunte Häuser warteten darauf, entdeckt zu werden.

Als wir jedoch von Bord gingen und uns einen Stadtplan holten, mussten wir nach einer halben Stunde feststellen, dass wir die gesamte Innenstadt nun erkundet hatten. Als wir uns wegen Touren erkundigten, wurden wir enttäuscht. Ziele waren die Innenstadt (schon gesehen), ein Schlachtfeld, wo sich Briten und Franzosen die Köpfe eingeschlagen haben (kein Interesse), ein buschelig weißer Baum (Wozu für einen Baum eine Inseltour buchen?) und der Dschungel (davon haben wir schon genug gesehen). Das von uns anvisierte Ziel - das Fort - war Bestandteil keiner Tour, denn angeblich war es zu teuer. Als wir den Preis für ein Taxi dahin erfragten, wurden wir mit $50 vor den Kopf gestoßen. Nein danke, hier hielt uns wirklich nichts fest. Halb 11 Uhr waren wir bereits wieder auf dem Schiff und verbrachten dort den Rest des Tages.

Französisch-holländische Kooperationsinsel

Jan 0

Erste Station unserer Kreuzfahrt war die Insel St. Maarten mit dem Hafen in Philipsburg. Philipsburg liegt im holländischen Teil der Insel. Wir bummelten etwas an der Strandpromenade entlang, wurden von einem kleinen Sprühregen überrascht und schauten uns dann nach Touren um. Nach langen Diskussionen machten wir mit einem indisch-kanadischen Pärchen eine Inselrundfahrt in einem Taxi. Geführt wurden wir dabei von unserem Fahrer Franklin.

In der Nacht hatte es auf St. Maarten unheimlich viel geregnet und so standen viele Straßen unter Wasser, was zu einigen Staus führte. Aber Franklin wusste genau, wo diese Punkte sind und fuhr die entgegengesetzte Richtung. St. Maarten ist eine schöne Insel, wir machten nur aber die kleine Runde über den Strand im Norden, Marigot - die "Hauptstadt" auf der französischen Seite und letztendlich ein Überblick über die Lagune im Osten der Insel. Im Nachhinein hat uns Marigot besser gefallen wie Philipsburg, der Ort ist nicht so überlaufen und wirkt wesentlich sauberer wie das holländische Gegenstück.

Boarding completed!

Jan 0

Unsere letzte Phase hat begonnen - entspannen und trotzdem reisen. Auf Empfehlung buchten wir eine Kreuzfahrt bei Royal Carribean. Es fing aber alles etwas unglücklich an - Die US-Küstenwache inspizierte das Schiff "Navigator of the Seas" und hatte sich verrechnet, weswegen das Boarding verschoben wurde. Als wir am Hafen ankamen, stand eine riesige Schlange und wir brauchten 1,5 Stunden, um an Bord zu kommen. Zwischendurch gab es keine Information, warum wir warten und Getränke wurden auch erst später ausgeschenkt.

Wir bezogen unser Zimmer und kurze Zeit später kam dann auch schon das Gepäck. Es war ein kleines Zimmer, hatte aber allen Komfort. Kurz darauf genießen wir unser erstes Dinner - sehr schön gemacht, lecker und mengenmäßig gut aufeinander abgestimmt. Anschließend schauen wir uns noch die Willkommen-Show an - nach 7 Monaten Backpacker komme ich mir vor wie im falschen Film... eine Show bei der auf heile Welt gemacht wird, in welcher Welt leben die denn?

Später erfahren wir, dass es nicht nur Probleme mit der Küstenwache gab, sondern dass es auch der geschäftigste Tag in Port Everglades war: Es wurden 55.000 Leute auf 9 Schiffen geboardet. Das erklärt auch, warum wir 30 Meilen außerhalb von Fort Lauderdale ein freies Motel gefunden haben.

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir auf hoher See. Wie schon von der Stahlratte bekannt, wehte ein straffer Wind, das Schiff schaukelte gemütlich, aber es schaukelte. Nach einem Tag merkte ich das Schaukeln schon garnicht mehr, nur Kriszta erinnerte mich immer wieder daran. Der Rahmenablauf eines Tages war eigentlich auf der ganzen Kreuzfahrt gleich: Aufstehen (meistens zwischen 6-7 Uhr), Joggen, Sonnen oder Landbesichtigung, Mittagessen am Büffett, Sonnen, Sport (Gewichte heben und Radeln), Abendessen und danach Abendprogramm.

Während der Zeit an Bord erdeckte ich meine Liebe zu Sudoku, denn es gab täglich zwei neue Rätsel. Zu Beginn tat ich mich noch schwer, aber im Laufe der Zeit entwickelte ich einen Algorithmus, der mich meistens zum Ziel führte. Und wenn nicht, grübelte ich oft stundenlang...