Ich blicke auf ein leeres Gerüst, was meinen Rückblick für 2016 darstellt und werde ihn jetzt mit Leben füllen. Ein schweres Jahr, ohne Frage…

Musik

Fangen wir mal mit dem Offensichtlichen an… viele große Namen haben uns verlassen – Prince, George Michael usw. Und irgendwie habe ich mich gefragt, warum das so ist. Dazu gehören natürlich – neben dem Star, der verstorben ist – zwei Seiten. Die Seite, welche die Nachrichten produziert bzw. für die Publikation verantwortlich ist. Und demzufolge auch der Empfänger der Nachricht. Und wenn beide zu einer Generation gehören oder in einer Zeit lebten, wo die Musiker einen hohen Bekanntheitsgrad hatten, dann führt das zwangsläufig zu Nachrichten, die Betroffenheit erzeugen. Kleines Beispiel gefällig? Angenommen Michelle Phillips würde sterben. Wer ist das überhaupt? Antwort: Das letzte lebende Mitglied von The Mamas And The Papas! Vielleicht können ein paar über ihre Eltern noch mit dem Namen etwas anfangen, aber prinzipiell sollte der Name nicht mehr geläufig sein, weil die Band in den 1960er Jahren bekannt war. Und wer damals Nachrichten geschrieben hat, ist heute mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Business raus. So zumindest meine Theorie, wie diese Wahrnehmung zustande kommt.

Ansonsten hatte das Jahr 2016 musikalisch für mich zwei Aspekte. Zum einen war für mich 2016 ein Jahr, wo ich mich reichlich mit Compilations eingedeckt habe. Mehr als 10% meiner neu erworbenen Sammlungsstücke waren Compilations. Für mich war es interessant, denn gerade Label wie AUS Music, die einen hohen Output haben und wo mir nicht immer alles gefallen hat, aber trotzdem gut sind, in meiner Sammlung zu haben. Und wer hat 2016 richtig gerockt? Bjarki! Nina Kraviz hat ordentlich Druck von seiner Sammlung abgelassen und drei Alben ins Land geschickt. Bleibt für 2017 spannend, denn gerade diese Woche las ich, dass Bjarki im Februar den ersten Release auf seinem eigenen Label veröffentlicht.

Ich lasse dieses Jahr auch mal meine Auswahl nach Bester Titel etc. weg, weil ich einfach nicht die Muse habe, mich durch den Berg der diesjährigen Releases zu wühlen. Dafür gab und gibt es ja die Playlist bei spotify. Ich habe die Playlist oft genutzt, um sie im Auto zu hören, bis ich dann die Podcasts von rinse.fm und dem Resident Advisor mir zueigen gemacht habe.

Programme

Meine Plattenverwaltung ist mittlerweile sehr stabil und die Statistik läuft und spuckt interessante Werte aus. Ich kann jetzt meine Musikbesessenheit in Zahlen ausdrücken: 50 Tage im Jahr (was ca. 12.500 Titel sind)! Music non stop! Ansonsten habe ich angefangen meine eigene Backup-Software zu schreiben, bin da aber grad etwas hängen geblieben. Vielleicht kommt im Frühjahr wieder ein Schub, der mir neue Kraft verleiht…

Mit der Entdeckung von Steam kam auch das Nutzen von günstigen Angeboten, der aller Nase lang dort feil geboten werden. So stockte ich die S.T.A.L.K.E.R.-Reihe auf (bin aber im 2. Teil stehen geblieben, weil ich überhaupt nicht damit klar kam, dass man es nicht schaffen konnte, alle Missionen zu erfüllen. Sie kamen und gingen…). Dann habe ich die beiden letzten Teile von Wolfenstein (Deutsche Ausgabe) ergattert. Auch wenn viele rumnörgeln, ich finde das Entfernen der Symbole versaut den Spielfluss nicht unbedingt. Und dann kam plötzlich Civilisation V – ich habe es schon seit meiner frühesten Jugend gespielt, also Version 1 und fand es immer erheiternd, Nationen, die rumstänkern wollten mit einem Bombenteppich zur Räson zu bringen, obwohl sie stolz waren mit Rittern bei dir anzuklopfen. Daran hat sich nicht geändert, nur die Optik ist wesentlich ausgefeilter.

Foto

Drei schöne Urlaube haben wir im letzten Jahr gemacht und irgendwie fehlte etwas. Thailand war schön, weil wir mal wieder als Backpacker unterwegs waren. Aber Thailand, gerade um Phuket herum, ist sooo touristisch, dass es eher ein Gedränge als Erholung ist. Da war der Korsikaurlaub schon wesentlich aufregender. Segeln inklusive Fische füttern! Und dann noch eine Woche die Insel selbst erkunden. Und dann noch zum Abschluss die zwei Wochen Indischer Ozean, die aber so halb durchwachsen waren, weil das Wetter nur fast schön war.

Auf jeden Fall kommt mein Lieblingsbild von unseren Korsikaurlaub, wo wir in der prallen Sonne 1 Stunde bergab liefen, um dann auf einen Berg hochzusteigen und dort von einem der vielen Wachtürme hinab ins Wasser zu blicken.

Privat

#scheißjahr – was sonst?!

Mir geht schon das ganze Jahr durch den Kopf, dass ich keinen Jahresrückblick für 2014 geschrieben habe. Es jetzt nachzuholen, wäre witzig, aber ich mache es trotzdem nicht. Statt dessen besinne ich mich auf die Werte, für die electro-space.de steht.

Musik

Wie sollte man einen Jahresrückblick machen, ohne Richard James zu erwähnen und seinen enormen Output, den er dieses Jahr geliefert hat. Er greift die volle Reichweite an Sympathiepunkten ab, denn er macht alles richtig. Zum einen macht er seinen Fans den Begriff der Vergänglichkeit schmerzhaft fühlbar. Heute noch 200 Songs zum Download, morgen alle weg. Dann erscheinen 20 Neue, die aber nur zum Streamen da sind. Plötzlich sind die weg. Dann tauchen sie wieder auf, aber zum Herunterladen. Oder er ändert alle 2 Tage die Cover und die Beschreibung. Im Gegensatz zu Future Sound of London, die ihre alten Werke seit ein paar Jahren häppchenweise auswerfen oder Mike Paradinas, der alles hochgradig geordnet hochlädt, aber zur zum Streamen bereit stellt, ist Aphex Twin der Schelm, der beiden eine lange Nase dreht und zurecht dafür vergöttert wird.

Irgendwann hatte ich die Erkenntnis gewonnen, dass mit meinem Leben etwas nicht stimmt. Immer wenn ich in einer Beziehung war, sank mein Plattenkonsum in den Keller. Dementsprechend auch mein Wissen, was neu ist und viele gute Platten rauschten an mir vorbei. Seit unserer Weltreise versuche ich den Spagat zwischen gemeinsamer Zeit und der Suche nach neuer Musik aufrecht zu erhalten. Auch dieses Jahr habe ich meine Sammlung wieder mit über 40 Maxis, EPs und Alben aufgestockt. Nicht daran zu denken, wenn ich das Zeug physisch kaufen würde…

Dem entsprechend habe ich Lust einen monatlichen Podcast zu machen – über Zeug, was ich neu habe, was mir sonst so zu Ohren gekommen ist und altes Zeug aus meiner Sammlung. Aber wie da es sowieso keinen interessiert, wird das so ein Projekt sein, was in der Schublade liegen bleibt.

Ganz im Gegensatz zur Wahl meiner Lieblinge für 2015. Die müssen einfach sein. Dieses Jahr habe ich noch den Lieblingstrack mit dazu genommen. Das war was, was ich mir auch schon für 2014 vorgenommen habe, aber wie gesagt – die Schublade mit den Dingen, die noch gemacht werden sollten.

  • Bester Song: Purity Ring – Begin again. Ich denke, da habe ich nicht viel darüber nachdenken müssen. Es fällt mir immer noch schwer, das dazu gehörige Album „Another Eternity“ in Worte zu fassen. Die Musik kokettiert mit EDM und ist dabei so gut, dass ein David Guetta daneben blass aussehen würde. „You be the moon, I’ll be the earth, and when we burst, start over o darling, begin again, begin again“. Überhaupt macht auch der Text was her, nicht nur das dumpfe „I love you, I need you“. Und genau aus den Gründen hat es der Titel geschafft. Er tanzt komplett aus der Reihe, zu dem was ich sonst so höre und hat damit einen Überraschungseffekt.
  • Beste Maxi/EP: Robot Koch – Tsuki (Monkeytown). Macht irgendwie genau da weiter, wo Moderat mit ihrem Album „II“ aufhörten. Muss aber ehrlich zugeben, dass ich Monkeytown nicht so auf dem Schirm habe und ich mir nur von Zeit zu Zeit in einen Release reinhöre.
  • Bestes Album: Conforce – Presentism (Delsin). Läuft just in diesem Augenblick. Einfach eine schöne Mischung zwischen Ambient und Techno und allem dazwischen. Titel wie „Ocean Lab“ machen ganz klar, wie es dort klingt und es bleiben einfach keine Fragen übrig. Das ist das Album, was man hören möchte, wenn man in einer Sommernacht unter dem freien Himmel liegt und in die Sterne schaut.
  • Bestes Label: Delsin. Der Grund, warum ich Robot Koch als beste Maxi genommen habe, war eigentlich dieser. Sonst würde da Sven Weisemann stehen oder Micronism. Ich hätte auch gerne Ostgut Ton genommen, aber nach der Veröffentlichung von „Zehn“ (ein Rückblick auf die letzten 10 Jahre), die zu einem… ich sage es einfach mal… unverschämten Preis verkauft wurde, hat Delsin eindeutig die Nase vorn.

Was bleibt sonst noch zum Thema „Musik 2015“ zu sagen? Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, wenigstens wieder kurze Rezensionen zu schreiben, aber es blieb bei „hätte, hätte, Fahrradkette“. Also wechsel ich mal zum nächsten Thema…

Programme

Im Juni 2014 wurde der erste Spatenstich für meine neue Plattenverwaltung gemacht und bis November 2014 Stück für Stück umgesetzt. Die Basisfunktionalität war da – in 2015 wurden die Extras dazu gebaut. Einlesen der alten Charts, Speichern der Cover in der Datenbank, Statistik und viele kleine Bugfixes. Voraussichtlich wird es auch 2016 damit weiter gehen. Momentan hätte ich gerne noch den Musikstil angegeben, aber das ist noch in der Planungsphase…

Auch real wurde dieses Jahr die Veröffentlichung von „Act of Aggression“. Einem – wie ich finde – sehr gelungenen Nachfolger von C&C Generals. Ich warte zwar immer noch auf den Moment, wo ich nicht nur den sehr leichten Gegner bezwinge, aber alles eine Frage der Übung und der Zeit. Eigentlich habe ich Act of Aggression als potenziellen Nachfolger von C&C Generals auf unseren LAN-Partys gesehen, aber momentan ist die Skepsis, dass es auf den alten Rechnern läuft größer.

Was mich zwangsläufig zum nächsten Punkt bringt: LAN-Party. Auch dieses Jahr gab es wieder reichlich Gelegenheit zum Zocken. Traurig, dass wir Alex verabschieden mussten, der jetzt für 2 Jahre sich nach Japan abgesetzt hat. Aber ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus. Ich habe mal das neue Windows 10 auf Herz und Nieren geprüft. Und die Entscheidung steht aus: Entweder wir wechseln nicht und können die alten Spiele weiter zocken, oder wir müssen uns von Generals und Co. verabschieden und sind auf einem aktuellen Stand.

Medien

Jetzt erzähle ich viel von der Schublade, wo alles landet, weil ich keine Zeit habe. Aber das ist es nicht – auf manche Sachen muss ich wirklich Lust haben. Und momentan ist es einfach so, dass ich in der Woche heimkomme und dann relativ wenig mit Rechnern zu tun haben möchte. Also sitz‘ ich vor dem Fernseher und dann kommt Binge-Watching: The Walking Dead, New Girl, Big Bang Theory, Good Wife und auch seit kurzem: die alten Folgen von Akte X. Amazon Prime sei Dank!

Dieses Jahr habe ich mir mal wieder angewöhnt, vor dem Schlafen ein bisschen zu lesen. Als Lektüre habe mir die Wüstenplanet-Serie vorgenommen. Bis zu Band 5 bin ich mittlerweile gekommen, als wir in den Südafrika-Urlaub fuhren und ich nicht einen dicken Wälzer mitschleppen wollte, sondern was Digitales. Also kaufte ich eine Kindle-Ausgabe vom Herrn der Ringe, die ich derzeit als Drittbuch lese, denn zu Weihnachten habe ich ein neue Buch bekommen, mit dem ich jetzt schon fast fertig bin.

Foto

Und das Stichwort Urlaub fiel, also kommen wir quasi automatisch zum Thema Fotografieren. Keine neue Ausrüstung, aber viele neue Erlebnisse. Eine Woche am Anfang des Jahres auf den Kanaren, dann folgte eine Woche auf den griechischen Inseln um Kos und schließlich 14 Tage in Südafrika. Insgesamt etwas weniger Fotos geschossen als im Vorjahr, aber eins ist von besonderer Bedeutung.

Klippschliefer

Klippschliefer

Wem auch immer ich dieses Bild gezeigt habe, der fand den kleinen Kerl putzig. Dazu kam noch, dass meine Kollegin den Kameraden immer aus dem Augenwinkel auf dem Monitor gesehen hat und sich beim Naschen beobachtet vorkam. Deswegen verpasste ich ihm eine Sprechblase mit der Frage: „Isst du Möhrchen?“ Jetzt wurde er noch witziger… und so entstand innerhalb von kürzester Zeit eine ganze Reihe von Memes, die sich dieses Klippschliefers bedienten.

Okay, es gibt doch ein neues Stück Ausrüstung, was aber weniger mit Fotografieren, als mit Beobachten zu tun hat. Die Rede ist von meinem neuen Teleskop. Im April / Mai hatte ich hervorragende Bedingungen und freute mich Jupiter und Saturn zu sehen und ausgiebige Mondspaziergänge zu unternehmen. Im Sommer warf ich dann auch mal einen Blick auf die Sonne, aber die Sonnenfleckenaktivität war immer sehr niedrig. Jetzt wo es in den Winternächten wieder kälter sein sollte, ergab sich leider bis jetzt noch keine Gelegenheit, um mal wieder in den Himmel zu schauen.

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Privat

Ansonsten musste unser Urlaub etwas gegenüber den Vorjahren zurückstecken, nicht zuletzt weil meine Frau hart an ihrem Paleo-Shop arbeitet. Das zieht mich immer ein bisschen in Mitleidenschaft, denn bis zu einem gewissen Punkt kann und will ich ja mithelfen. Gerade wenn es darum geht, Flyer, Gutscheine zu entwerfen oder die Produkte für ihren Shop zu fotografieren und frei zu stellen, dann ist meine Person gefragt.

Letzten Dezember stellte ich nach 1-2 Monaten Abstinenz von Milchprodukten eine nachlassende Allergie fest. Nach einem Jahr muss ich feststellen, dass ich damit sehr gut leben kann. Ich habe mich mittlerweile durch sämtliche Früchte durchprobiert und nichts passiert! Seit dem gehören Äpfel im Herbst und Winter wieder zum Speiseplan und dadurch werde ich weniger krank.

Werfen wir mal einen Blick auf das alte Jahr zurück. Der Silvesterabend war ruhig und ein sonniger 1. Januar macht neugierig auf das neue Jahr. Durch den ständigen Wechsel von Arbeits- und Feiertagen habe ich langsam den Überblick verloren, welcher Wochentag eigentlich ist.

Musikalisch

Ich bin meiner Devise treu geblieben, dass ich weiter auf digitale Medien setze – da freut sich nicht nur das Portmonee, sondern auch die Umwelt. Gegen Ende des Jahres musste ich zu meiner Überraschung aber feststellen, dass es von Zeit zu Zeit immer noch passiert, dass die CD-Ausgabe preiswerter ist, wie die digitale Edition. Noch schlimmer daran ist, dass es sich um Doppel-CDs handelt.

  • Bestes Album: Benjamin Damage – Heliosphere (50 Weapons)
    Dieses Jahr eine sehr schwere Entscheidung. Moderat, Letherette, Atom TM und Function waren auch noch Kandidaten auf diesen Titel. Moderat hätte es fast geschafft, aber wenn meine Best-Of für 2013 alle nach Burial riechen, dann klingt das nicht wirklich objektiv. Letherette waren vom Stil her wirklich sehr gut. Atom TM hat einen Haufen guter Ideen zu einem Album zusammengefasst, aber der Fluss fehlte mir. Functions Album war fantastisch, klingt nach vergangenen Zeiten und für das Album des Jahres sollte schon was Neues her.
  • Beste Maxi/EP: Nocow – Yule EP (Styrax Records)
    Da ist er – der versprochene Burial. Auch hier gab es Konkurrenz – Petrichor war verflixt nah dran, sich den Titel zu schnappen, aber auch hier gibt es eine Ausnahme: Soma wurde bestes Label.
  • Bestes Label: Soma
    Seit über 20 Jahren dabei und klingt noch kein bisschen alt. Für mich die Entscheidung, weil mit Roberto Clementi und Petrichor zwei wirklich geniale Scheiben in die Plattensammlung gekommen sind.

Optisch

2013 habe ich optisch kaum noch neue Experimente gewagt. Vielmehr habe ich versucht, meinen Prozess – gerade die Entwicklung der Bilder – zu optimieren. Nicht zuletzt, weil Lightroom 5 mit neuen Reglern daher kam und das Programm insgesamt langsamer wurde. So ist es vielleicht kein Wunder, dass es keine neuen Zeitrafferaufnahmen gibt. Ich wollte nicht die 20. Auflage eines Sonnenuntergangs von meinem Balkon aufnehmen. Dafür habe ich mich mal in Lichtmalerei versucht. Ein Experiment, was ich als geglückt bezeichnen würde und wenn es nicht mehr winterlich kalt draußen ist, wird es auf jeden Fall eine Fortsetzung geben.

Das vergangene Jahr war wieder reich an neuen Entdeckungen und jeder Menge Möglichkeiten, Landschaften und Natur aufzunehmen. Ein kleines Highlight für mich war der diesjährige Wettbewerb, Urlaubsfotos einzureichen (pro Person 2 Stück, d.h. für Kriszta und mich = 4 Stück) und von den 200 Fotos, die eingereicht wurden, haben es immerhin 3 geschafft, zu den besten 12 zu zählen. Ich mag es garnicht, ein Lieblingsbild für dieses Jahr festzulegen – davon gibt es zu viele.

Persönlich

Fünf Jahre bin ich jetzt mit meiner Freundin zusammen, Grund genug endlich zu heiraten. Die Grundlage dazu hatte ich letztes Jahr gelegt und dieses Jahr war es dann im Mai soweit. Als wir kurz vor Weihnachten aufs Einwohnermeldeamt gingen, um die Hochzeit nachzutragen (zumindest steuerlich), wurde uns gesagt, dass es schon im August eingetragen wurde, wo wir gefragt haben, ob es überhaupt möglich ist. Ein Blick auf unsere Lohnabrechnungen gab uns Recht – ja, wir haben seit August Lohnsteuerklasse IV. Es erinnerte mich an die Hangover-Filme, wo man in Vegas aufwacht und feststellt, dass man verheiratet ist. Zum Glück ging der Papierkram ohne nennenswerte Störungen über die Bühne.

Im Herbst war es zum zweiten Mal soweit, dass ich einen Halbmarathon gelaufen bin. Schon im Sommer bin ich zwei Mal bei 30°C über 20km gelaufen, was mich dann jeweils den Rest des Tages ausgeknockt hat. Da war mir der sonnige Herbst in Dresden gerade recht. Diesmal hielt die Pulsuhr meinen Anforderungen stand. Meine Zeit habe ich weiter verbessert, mal sehen, ob ich nicht doch unter 2 Stunden komme.

Kaum war aber der Halbmarathon vorüber plagte mich das Verletzungspech. Es fing damit an, dass ich das Spielzeug von unserem Hund ganz gekonnt in die Wohnung kicken wollte und dabei unsanft mit der Türschwelle kollidierte. Drei Tage ging nur humpeln, danach sah es wie normales Laufen aus. Nach zwei Wochen ging es schon wieder normal, aber Sport habe ich für sechs Wochen abgesetzt. Und kaum wollte ich wieder anfangen zum Basketballtraining zu gehen, platzte ein Glas beim Abwaschen und ich schnitt mir ein Stück aus dem Zeigefinger heraus. Also wieder Pause… und kaum war der Finger wieder einsatzbereit und ich war schon wieder beim ersten Training, machte mein Kiefer Probleme und siehe da – ein Weisheitszahn musste raus.

Die Weihnachtszeit ist vorbei, ich war schon wieder arbeiten und nun bereite ich mich gemütlich auf das Jahresende vor. Ein Tag, der grau beginnt und somit einlädt, mit einem Rückblick auf das Jahr 2012 zu beginnen.

Musikalisch

Mein am Jahresanfang gehegter Wunsch, mehr auf digitale Medien zu wechseln (und damit vielleicht auch etwas die Umwelt zu schonen), ging sehr gut voran. Ich habe mittlerweile boomkat.com als Hauptlieferanten meiner neuen Musik gewählt. Ich habe auch mal amazon.de ausprobiert, aber dort hat mir nicht gefallen, dass man einmal downloaden kann und dann muss man sich um seine Sicherung selbst kümmern. Das fällt nicht gerade in die Kategorie „Service am Kunden“ und verleitet geradezu, frisch erstandene Ware unters Volk zu verteilen. Bei boomkat.com kaufe ich und kann es jederzeit in meinem persönlichen Bereich wieder herunter laden. Naja, man muss zwar in Britischen Pfund zahlen, aber selbst mit Kreditkartengebühren liege ich noch unter dem Preis, den ich hier in Deutschland zahlen würde.

Die Neuveröffentlichungen haben für mich dieses Jahr keinen besonderen Durchbruch gebracht. Trotzdem gab es das eine oder andere Highlight, deswegen hier meine Best of 2012:

  • Bestes Album: S.P.Y – What the future holds [Hospital Records] (War eigentlich garnicht so einfach, denn John Tejada mit seiner „Predicting machine“, S.P.Y’s Labelkollege Netsky mit „2“ oder auch Phon.o’s „Black boulder“ waren Anwärter auf diesen Titel)
  • Beste Maxi/EP: Volor Flex – The Conspiracy [Apollo Records] (Neben Evol Intent mit „Middle of the night“ eigentlich klarer Favorit. Hier musste ich garnicht lange nachdenken)
  • Bestes Label: Apollo Records (Nicht alles hat mir gefallen, aber das spacige A, dass mich seit den frühen 90ern begleitet, hat seinen Platz gefunden und ist wie damals ein stabiler Garant für Qualität)

Optisch

Eigentlich habe ich meine Canon EOS 7D ja schon letztes Jahr bestellt, aber dieses Jahr durfte sie zu ihrem vollen Einsatz kommen. Gepaart mit dem Tamron 18-55mm f/2.8 musste ich kaum mein Objektiv wechseln, die meisten Motive bei allen Lichtverhältnissen konnte ich damit einfangen. Da mein alter Rucksack in den 8 Monaten von 2011 so langsam seinen Geist aufgegeben hatte, musste ein neues Modell her. Ich entschied mich für den Vanguard Skybourne 48. Ein etwas klobiger Rucksack, wie ich es jetzt so sehe, aber trotzdem habe ich meinen Beitrag bei taschenfreak.de geleistet.

Unter die optische Kategorie fällt natürlich auch die Bildsammlung, die durch unsere Reisen zusammengekommen ist. Zur Auffrischung hier nochmal eine kleine Liste mit den Zielen, die wir dieses Jahr angesteuert haben:

  • März: Viechtach im Bayrischen Wald
  • April: Athen (Griechenland)
  • April: Gardasee (Italien)
  • Mai: Sri Lanka
  • Juni: Rupperswil (Schweiz)
  • Juli: Kreuzfahrt (Italien, Frankreich, Spanien)
  • Oktober: Stockholm, Mullsjö (Schweden)
  • Oktober: Kreuzfahrt (Italien, Griechenland, Türkei)
  • Dezember: Kreuzfahrt (Ägypten, Jordanien, Israel)

Mein persönliches Lieblingsbild ist in Oia auf Santorini in Griechenland entstanden. Es war nicht einfach, das Bild auszuwählen, aber wenn ich mich daran zurück erinnere, war es ein ergreifendes Erlebnis. Ich bin ständig vor den anderen hergelaufen und habe pausenlos Fotos geschossen. Ein sicheres Indiz dafür, dass es mir sehr gut gefallen hat. Ich mochte das leuchtende Weiß vor dem blauen Himmel, gepaart mit den blauen Kuppeln der Dächer.

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Persönlich

Mein Blog ist ja schon persönlich und alles oben geschriebene auch Teil von mir. Aber hier soll der Rest zusammengefasst werden. Und da „Sonstiges“ so unpersönlich klingt, habe ich der Überschrift mehr Nähe verliehen.

Anfang des Jahres beschlossen wir, dass es für den alten Rüedi Zeit wird, in den Ruhestand zu treten. Deswegen bin ich (sind wir) seit Anfang des Jahres stolze(r) Besitzer eines Skoda Octavia. Ein Großteil meiner Freunde fährt auch einen und es ist immer wieder witzig, wenn wir uns alle treffen, dass es eine kleine Octavia-Parade wird. Da wir schon im Bereich Freunde sind, kann ich auch freudig feststellen, dass wir es dieses Jahr tatsächlich geschafft haben, uns vier mal zu einer LAN-Party zu treffen.

Ein weiteres Highlight dieses Jahres war der Halbmarathon in Dresden. Ich habe das schöne Wetter des Sommers genutzt, um viel zu laufen. Es hat sich gelohnt und ich war mit meinem Ergebnis halbwegs zufrieden. Legendär war das Wetter, einziger Wermutstropfen war mein Pulsmesser, der die gesamte Laufzeit nicht einmal in der Lage war, meinen Puls anzuzeigen. So musste ich nach Gefühl laufen und bin wahrscheinlich viel langsamer gelaufen, als es notwendig gewesen wäre. Aber besser so, wie einige Wochen zuvor, wo ich einen Testlauf absolviert habe, den ich mit zu viel Tempo gelaufen bin, wo mein Kreislauf nach der Heimkehr erstmal zwei Stunden ruhiges Sitzen verordnet hat.

Nicht zuletzt sollte natürlich meine Verlobung mit Kriszta erwähnt werden. Eigentlich stand schon vor der Verlobung fest, wie wir heiraten wollen. Wir haben lange hin und her überlegt, sind aber zum Entschluss gekommen, dass es für keine Partei leicht wird, egal wo wir feiern. Und deshalb haben wir uns ein Ziel festgelegt, von dem wir begeistert sind: Vegas! Wer da an ein Drive-In mit Elvis denkt, sollte mal Google befragen, es gibt sehr viele schöne Kirchen mit einem Rund-Um-Service (Strechtlimo, Blumen, Fotos, Internet-Live-Stream). Es steht jetzt fest, dass es im Mai statt findet und auch die Tickets sind schon gebucht.

Freak City! Und seit dem Herbst bin ich ein Teil davon. Ich teile mir eine Dauerkarte mit einem Kollegen. Nicht schon, dass Basketball vor dem Fernseher packend ist – live ist es der Wahnsinn. Nach dem Spiel, wo es um den Einzug um die Top 16 Europas ging, war ich den nächsten Tag erstmal heiser. Die Basketball-Arena in Bamberg trägt nicht umsonst den Namen „Frankenhölle“. Ich freue mich schon auf das neue Jahr, wo wir Real Madrid bei uns begrüßen dürfen.

Guten Rutsch!

Kurz vor Weihnachten – wagen wir doch mal einen Blick darauf, was dieses Jahr so alles passiert ist. Natürlich aus Blogperspektive. Seit August schlich sich heimlich, still und leise ein Blog-Counter bei mir ein, nicht etwa aus Spionagezwecken, sondern mehr aus Interesse – was habt ihr bei mir zu suchen? Deswegen die Top5 der Suchbegriffe, die bei mir gelandet sind:

  1. Desktopographie
  2. Welt-Hallo-Tag
  3. Mr.Campfire
  4. Neue Raumantriebe, Feldantrieb, Raumantriebe
  5. Fraktal

Zwei Ereignisse möchte ich schon mal vorab herausgreifen. Zum einen der Flop des Jahres – der seinen Ursprung bei diesem Fraktal hatte. Lange vorbereitet, viel gewartet und mächtig nach hinten losgegangen – der Fraktalkalender. Dafür um so erfolgreicher meine Jobsuche und damit definitiv das Highlight des Jahres.

Doch drehen wir ganz auf Anfang zurück und beginnen im Januar. Ganz kurz flackerte es auf und verschwand auch gleich wieder und dann war es „scheiße leise“ um den Tod von Markus Löffel aka Mark Spoon – der Mann hinter Projekten wie Storm, Dance2Trance und Jam&Spoon. Januar – auch mal wieder Zeit älter, aber nicht erwachsener zu werden. Aber Zeit genug zwei schöne Serien zu schreiben bzw. zu kopieren – zum einen die Serie über Alternative Raumantriebe und das Tao des Programmierens. Der Februar war der Monat des Schreibens. Ich setzte mich mit den Grundlagen der Kalligraphie auseinander und muss zugeben, dabei ist es vorerst auch geblieben, was mich irgendwie ärgert. Dafür hab ich wesentlich mehr getippt und stellte fest – die Anordnung auf der Tastatur muss geändert werden. Und ich nutzte die Gelegenheit für einen Ausflug nach Stuttgart. Bin ich ein Katzenblogger, nur weil ich Katzencontent auf meinem Blog habe? Na auf jeden Fall legte ich mir im März ein Haustier zu, die Else. Aber nicht nur die Tierwelt wurde beobachtet, sondern auch merkwürdige Bastelideen und nicht zuletzt Gedichte fanden Eingang in meinen Blog.

Der Frühling fing mit einem Frühjahrsputz an, ich räumte ordentlich den Keller aus und sammelte dabei noch alte Frauen von der Straße auf. Ich belebte meine Webseite wieder und tippte fleißig weiter. Beim derzeitigen Stand werde ich jedoch bei meiner Tastatur bleiben – derzeit geschätzter Preis für die Traumtastatur: 100 Euro pro Taste und das bei über 100 Tasten… Beim Tippen entstanden dann noch im April schöne lange Geschichten und Wünsche über hoffentlich bald erscheinende CDs, die mittlerweile veröffentlicht wurden. Außerdem erfüllte ich mir meinen Wunsch nach UltraFractal, mit dem mittlerweile einige Fraktale entstanden sind. Im Mai feierte ich dann mein einjähriges Blogjubiläum. Nachdem ich auch einen Anbieter gefunden hatte, der Podcasts hostet, meldete ich mich umgehend an und wollte meine Lieblingsmusik auf die Menschheit loslassen, was aber doch an den Haken des Urheberrechts und der GEMA hängen blieb. Und wenn ich mich schon intensiv mit dem Urheberrechts auseinandersetzte, kam auch einer aus der Riege der alten Herren zu Wort, Jimmy Cauty von KLF. Außerdem war ich wieder neugierig und habe keine Kosten und Mühen gescheut, um in Erfahrung zu bringen, warum die Welt so bunt ist. Und im Juni ging es los – die Fußball-WM, jedes Spiel Deutschlands wurde mit einem, nach Möglichkeit passenden, Zitat aus der Fußballwelt versehen. Außerdem kam ich auf die Idee, mal bei einer Radiosendung zum Thema „Aphex Twin“ nachzuhaken, ob ich mithelfen kann. Auch hier bekam ich keine oder nur nichtssagende Antworten.

Das Sommerloch wurde von der WM voll ausgefüllt, so blieb zwar im Juli nicht viel zu sagen, außer dass ich mich wieder mit einem dieser lästigen Bugs herumschlug. Der August zeigte sich auch von seiner nassen und kalten Seite – ausgerechnet an dem Wochenende, wo wir zur Kulturinsel Einsiedel fuhren. Außerdem legte ich mir seltsame Haustiere zu, die morgens in meinem Weg lagen. Der August war auch der Zeitpunkt, wo mein erster Podcast über die Bühne ging. Im September trat ich nach einer Probewoche in meiner Stelle dann an die Öffentlichkeit und berichtete von meinen Erlebnissen. Als ich dann wieder heimkam, erwartete mich das totale Chaos, meine Wohnung wurde umgebaut und ich lebte in meinem kleinen Schlafzimmer. Was blieb mir anderes übrig, als mich auf kleinstem Raum mit Musik zu beschäftigen oder rauszugehen und herumzufahren. Und dabei konnte ich Rüedi zu seinem 100.000sten Kilometer beglückwünschen.

Das letzte Quartal begann orange – ich kochte meine Kürbis-Kokos-Marmelade, von der ich auch jetzt noch zehre und die wirklich sehr lecker ist. Außerdem entdeckte ich auch im Oktober eine weitere Möglichkeit des Schreibens für mich – Postkarten schreiben. Nach der ganzen Katastrophe mit der Wohnung gönnte ich mir eine selbstentworfene Tasche. Ideal für Handy, Stifte, Zeitung, Regenschirm, Akkuladegerät und andere unentbehrliche Dinge. Aber es war auch für mich wieder Zeit zum philosophieren – so machte ich mir Gedanken, was einen Programmierer auszeichnet und nachts über das menschliche Sein. Im Oktober startete dann auch noch, was im November und Dezember seine Umsetzung fand: der Umzug in die neue Wohnung. Und jede Menge Planung dazu.