Seit gestern Abend lagern auf meiner Festplatte 5,5 Gigabyte an Digitalbildern, die ich bereits begonnen hab zu ordnen – sprich Bilder, die ich analog hab bzw. die nicht so gut geworden sind, auszusortieren. Aber ich komme endlich dazu ein paar Eindrücke zu zeigen, von denen ich bisher nur geschrieben hab. So zum Beispiel der Fahrstil in Polen – problemlos 3-spurig, auch für LKWs.

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Auch hab ich ein paar Beispiele für unsere Astrofotografie gefunden. Das erste Bild zeigt den Mond mit einem 300mm-Objektiv aufgenommen.

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Und nun nochmal das Ganze mit einem 1200mm-Objektiv. Unschärfe ist dabei auf Schwächen in der Konstruktion im Objektiv, Verwacklungen beim Auslösen, Schmutz in der Atmosphäre, sowie auf den manuellen Fokus zurückzuführen.

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Gegen halb 8 Uhr standen wir auf und beobachteten den Sonnenaufgang, wie er sich im Dom spiegelte. Dann haben wir mit zig Sportlern gefrühstückt und fuhren dann los, aber nicht ohne uns gründlich zu verfahren…

Die Grenze nach Polen erreichten wir 10:30 Uhr, unsere Ausweise wurden fix gescannt und dann ging es in polnischer Fahrweise weiter Richtung Wolfsschanze, an der wir 15 Uhr ankamen. Wir zahlten die 23 Zł für Eintritt und Parken und machten eine Runde auf eigene Faust. Später machten wir das Ganze nochmal mit … nun ja… mit Führer.

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Ich war in meiner Kindheit schon mal im Rahmen des Ferienlagers in der Wolfsschanze und hatte nur noch dunkle Erinnerungen, fand es aber sehr beeindruckend. Leider mußten wir feststellen, dass die Bunker, die ich damals noch sehen konnte, heute nicht mehr zugänglich waren.

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Danach ging es wieder nach Kętrzyn und wir verdrückten jeder eine Megapizza und zahlten gerade mal 34 Złoty mit Getränken (1 Euro sind 3,88 Złoty) und danach kam nochmal der Härtetest: Landstraße, keine Fahrbahnmarkierung, nass, Bodennebel, nervige Drängler, blendender Gegenverkehr, dichter Baumwuchs und Tiere. Ach so, erwähnte ich, dass es nachts war?

Wir endeten im Hotel Baltazar für 130 Zł zirka 70 Kilometer vor Warschau.

Wir brachen für die letzte Etappe unserer Reise relativ spät auf und konnten uns nicht verkneifen, uns erstmal in Warschau zu verfahren. Leicht entnervt überholte mein Kumpel einen LKW nach dem anderen, um dann wieder hinter einer Kolonne von LKWs zu enden. Wir hatten unsere letzten Geldvorräte in eine Tankfüllung umgesetzt und hatten noch 11,80 Zl übrig. Für die Rückfahrt hatten wir uns entschlossen über Poznan zu fahren und dann von der Berliner Autobahn Richtung Dresden zu fahren.

Mir war es dann vergönnt, die ca. 200 Kilometer Autobahn um Poznan herumzufahren, die natürlich mautpflichtig sind: Kostenpunkt: 11 Zl pro Autobahnabschnitt, derer es drei gab. Also ging das erste Mal bezahlen noch gut, alle weiteren Geschäfte mußte ich dann per Kreditkarte abwickeln.

Gegen 18 Uhr hatten wir wieder deutschen Boden unter den Füßen und gingen erstmal in eine deutsche Autobahnraststätte und mußten uns das dumme Gebrabbel der Bedienung anhören – manchmal kann eine Fremdsprache ein Segen sein. Zwei Stunden später erreichten wir Dresden und damit war unsere Reise beendet…

baltikumreise02Gegen 6 Uhr sind wir freiwillig unfreiwillig wieder von dem stärker werdenden Verkehr munter geworden. Bei den Handtüchern war ich mir nicht so sicher, ob die noch vom letzten Besucher dahingen, rochen aber frisch, also ab unter die Dusche.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Zahlen der Zeche (knapp über 30 Euro für beide) brachen wir um 8 Uhr Richtung Augustów auf. Wesentlich schneller als am Vortag kamen wir voran und erreichten halb 12 die litauische Grenze, die uns mit einigen schönen tiefen Schlaglöchern begrüßte.

Rund anderthalb Stunden später erreichten wir unser erstes Reiseziel: Kaunas. Das Wetter hatte sich im Laufe der Nacht gewandelt und wir hatten die ganze Fahrt über strahlend blauen Himmel und einige flauschige Wölkchen. Wir tauschten unser erstes Geld. In Litauen wird mit Lita bezahlt und der Kurs in etwa 1 € = 3,45 Lita.

baltikumreise03Bewaffnet mit den Scheinchen entschlossen wir uns erstmal was zu essen. Wir setzten uns in der Nähe der orthodoxen Kirche in eine Gaststätte (bei dem Wetter natürlich draußen). Vorher hatten wir die nähere Umgebung schon mal sondiert und uns einige Sehenswürdigkeiten angesehen. Als wir dann eine litauische Dance-Version von „Schni-Schna-Schnappi“ hörten, sahen wir zu, dass wir eine Unterkunft finden.

Mit Hilfe der Touristeninformation bezogen wir gegen 15 Uhr das Hotel „Takioji Neris“. Zum Preisvergleich: 3-Sterne-Hotel, Doppelzimmer mit TV, Wanne/Dusche, Telefon für 200 Lita. Nachdem wir unsere Siebensachen untergebracht hatten, starteten wir mit einem Besuch im Teufelsmuseum. Der Maler Žmuidzinavicius sammelte im Laufe seines Lebens (1876 – 1966) über 1000 Teufelsfiguren zusammen, die dort ausgestellt werden.

Danach gingen wir zurück ins Stadtzentrum und stellten gegen 16:30 Uhr fest, dass es doch schon 17:30 Uhr war. Wir sind in einer anderen Zeitzone… Also begannen wir 17:30 einen zweistündigen Stadtrundgang. Leider war eine Brücke gesperrt, über die wir das gegenüberliegende Ufer und damit eine Standseilbahnfahrt (Made in Switzerland) mit anschließendem Stadtausblick hätten erreichen können. Also gingen wir zurück zu einer Pizzeria, die im Laufe der nächsten Wochen sich zu unserem Lieblingsladen mausern sollte – Cili Pica. Dort konnten wir lecker Pizza, lecker Bier, einen schönen Ausblick und einen langen Sonnenuntergang beobachten.

Später besprachen wir bei einem weiteren Bierchen unserere weitere Reiseroute, mit folgendem Ergebnis:

  • Kaunas
  • Litauisches Freilichtmuseum, Burg Trakai (1 Tag)
  • Vilnius (1 Tag)
  • Å iauliai
  • Berg der Kreuze
  • Grenze nach Lettland (Latvija)
  • Schloss Rundale
  • Bauska
  • Sigulda (1 Tag)
  • Cesis
  • Valmiera
  • Grenze nach Estland (Eesti)
  • Hochland von Otepää (sog. Estnische Schweiz)
  • Tartu (1 Tag)
  • Rakvere
  • Lahemaa-Nationalpark (1 Tag)
  • Tallinn (1 Tag)
  • Haapsalu
  • Muhu
  • Kuressaare (auf Saaremaa) (1 Tag)
  • Pärnu (1 Tag)
  • Grenze nach Lettland (Latvija)
  • Riga (1 Tag)
  • Tukums
  • Kuldiga
  • Líepaja
  • Grenze nach Litauen (Lietuva)
  • Palanga (1 Tag)
  • Klaipeda (1 Tag)
  • Kurische Nehrung
  • zurück nach Klaipeda (1 Tag)
  • Kaunas (1 Tag)
  • und von da aus wieder über Polen zurück nach Deutschland

baltikumreise04Zwei Tage waren bereits vorüber. Da wir Freitag, den 30.09. wieder da sein wollten (Ich wollte Loni endlich wiedersehen), wollten wir zum einen über Nacht durch Polen fahren, da der Verkehr dann weniger ist und zum anderen diesmal über Poznan auf den Berliner Ring fahren und von dort aus wieder nach Dresden, sodass ein weiterer Tag für die Rückfahrt verplant war. Inklusive der oben aufgezählten Planung hatten wir also noch zwei weitere Tage, die wir uns aber frei hielten, wenn wir irgendwo länger bleiben wollen.

Und zur Krönung noch das „Bitte nicht stören“-Schild…

Was natürlich extrem nervt sind die Alarmanlagen an den Autos. Nahezu jedes Auto begrüßt / verabschiedet seinen Besitzer mit einem quäkenden Hupen. Noch schlimmer sind dann Autos, deren Alarmanlage mit Annäherungssensor ausgestattet ist, dort wird jeder Passant freudig hupend begrüßt.

Exakt 9:45 Uhr fuhren wir in Dresden los. Erstmal ging es zur Bank, Geld abheben, da der Umtauschkurs in den baltischen Staaten günstiger sein soll. Mit Euros beladen, fuhren wir auf der Autobahn Richtung Görlitz zur polnischen Grenze. Kurz davor wollen wir nochmal Rast machen, einen Happen essen. Das Wetter ist trübe und wolkig…

Die Hoffnung einen Rastplatz kurz vor Polen zu finden, erlischt als die Grenzschilder auftauchen. Es ist kurz nach 11 Uhr. Kurz hinter der polnischen Grenze halten wir dann an einer Raststelle an, unser Glück: Sie nehmen Euro. Schnell noch das Auto voll getankt und weiter ging es. Der Plan sah vor, Polen möglichst an einem Tag zu durchqueren.

Ziemlich schnell merkten wir, dass wir sechs Hindernisse hatten, die uns an der Planerfüllung hinderten: Ampeln, Tempolimits, LKWs, Baustellen, Ortschaften und…

baltikumreise01… plötzliche Regenschauer. Aber das gab sich nach einiger Zeit. Ca. 17:45 Uhr waren wir noch 30-40 Kilometer vor Warschau und merkten, dass es heute nichts mehr wird. Wir verdrücken 4 Hot Dogs (also 2 pro Person), tankten und beschlossen, soweit wie möglich zu fahren und dann in einem der vielen Motels am Rand zu übernachten. Die abendliche Durchquerung von Warschau gestaltete sich abenteuerlich. Statt den Verkehr um die Stadt herumzuleiten, wird er mitten durch die Stadt geführt. Nur gut, dass das problemlos klappte. Die Mixtur aus Regen und späterem Sonnenschein führte zu einem miserablen Klima im Auto. Ständig beschlugen die Scheiben und es war wie in der Sauna. Also lief die Klimaanlage auf Hochtouren.

Unsere Route führte uns direkt auf der E67 lang und mit Anpassung an den örtlichen Fahrstil (Eröffnung einer dritten Spur zum Überholen) schafften wir es 23:00 Uhr in Lomza ein Zimmer in einem Motel direkt an der E67 zu bekommen und sanken für 6 Stunden in den verdienten Schlaf. Mit der Wahl der E67 fuhren wir nicht über Bialystok, sondern eine direkte Strecke.