Die Fähre nach Kalymnos ist im Gegensatz zur Fähre nach Nisyros keine reine Personenfähre, sondern schon auch für eine größere Menge an Fahrzeugen ausgelegt. Schon am Vortag waren wir in Mastichari und haben uns nach dem Preis erkundigt. 54 Euro für 2 Personen und das Auto hin und zurück. Auch hier dauert die Überfahrt eine Stunde – Abfahrt war 9 Uhr. Zwischendrin sehen wir ein paar Flossen, sind uns aber nicht sicher – haben wir gerade Delphine gesehen?

Auf Kalymnos gelandet benötigen wir eine Karte. Am Fährstand in Mastichari gab es keine, man verwies uns auf die andere Seite. Dort stand an der Touristeninfo ein netter Mann, der gute 5 Minuten auf Kriszta einredete. Hier kamen wieder alle schlechten Touristenabzocker zum tragen. Auf der Tafel stand „Free maps“, kam man näher, stand klein auf den Karten 1,- Euro. Wir haben dann doch eine genommen, weil es die Fahrerei doch einfacher macht. Kaum hatten wir die Karte, versuchten wir die Stadt schnell zu verlassen. Um an der Westküste zu fahren, sollte man in der Stadt auf keinen Fall den Schildern zum Airport folgen, die führen einen in die Irre. Erstmal Richtung Zentrum fahren und dann nach dem Flughafen orientieren – so kommt man sicher aus der Stadt.

Als erstes suchten wir einen ruhigen Strand, den wir in Panormos fanden. Da der Sand sehr nass war, hielten wir es nicht lange aus und fuhren weiter Richtung Myrtis / Masouri. Hier ist es etwas verwirrend, denn wenn man Richtung Norden fährt, wirkt alles ausgestorben. Der Trick daran ist, dass man einen Einbahnstraße fährt und sich das Leben der Kletterer auf dem Weg Richtung Süden abspielt. Wer also in Myrtis / Masouri essen möchte, sollte bis zum Ende von Masouri fahren und dann wieder Richtung Süden. Überhaupt ist Kalymnos für zwei Sachen bekannt: Klettern und Schwämme. Immer wieder sahen wir an den Straßenrändern Mopeds stehen und wenn wir die steilen Wände empor blickten, sahen wir Kletterer in den Felswänden hängen.

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Da wir immer noch nichts zu essen gefunden hatten, fuhren wir bis Arginonta weiter. Die kleine Bucht ist ein wahres Idyll. Die kleine Gaststätte Sea Breeze verwöhnte uns mit Bifteki und einem leckeren griechischen Salat. Nach dem Essen legten wir uns noch etwas an den Strand und genossen die Atmosphäre. Gegen 14 Uhr fuhren wir die gleiche Strecke wieder zurück und entdeckten das Leben von Masouri und Myrtis. Auch hier sind die Strände ein Traum – zumindest vom Wasser her. Der Strand selbst ist voller Kieselsteine.

Zurück in der Stadt setzen wir uns nochmal hin und tranken einen Kaffee. Dort fiel uns ein, dass wir noch garnicht nach den Schwämmen geschaut hatten. Wir fanden einen kleinen Laden, wo uns die Verkäuferin schnell erklärte wie die Schwämme von Kalymnos überhaupt hergestellt werden. Quasi ein kleiner Fabrikbesuch mit Verkaufsstand. Wir nahmen für unsere Eltern als Souvenir ein paar kleine Schwämme mit. Es war unglaublich wie weich selbst die großen Schwämme (ca. 50cm Durchmesser) waren. Danach fuhren wir das Auto wieder auf die Fähre und 17 Uhr ging die Fahrt zurück nach Kos.

IMG_4642Ich fühle mich leicht erkältet, bin mir aber nicht sicher, ob ich nicht einfach zu viel Sonne abbekommen habe. Unser nächstes Ziel auf Kos ist die gleichnamige Stadt. Wir besuchen zuerst das Asklepieion, schließlich stammt Hippokrates von Kos. Es ist noch das schönste Ziel hier, denn von den Ruinen die im Stadtzentrum sind, sieht man nicht viel, das Gras steht ca. 1 Meter hoch. Hier in Kos spürt man schon eher die Nähe zur Türkei, das ein oder andere Minarett ragt in den Himmel, doch die Gebäude neigen zum Verfallen.

Viele der Pauschaltouristen sind hier zur Stadtbesichtigung. Es ist voll und wir fühlen uns nicht so recht wohl. Wir müssen lange überlegen, wo wir essen gehen. So lange, dass ich mir weder notiert habe, wie das Restaurant hieß, noch wie viel wir gezahlt haben. Wir bleiben noch bis zum frühen Nachmittag in Kos, um dann zu unserer letzten Unterkunft für diesen Urlaub zu fahren: Das Gaya Royal in Mastichari. Als wir in Mastichari ankommen, werden wir an der Fährstelle nett darauf hingewiesen, dass das Hotel ca. 7km vor Mastichari liegt. Also zurück…

IMG_4721Im Hotel läuft alles sehr formell ab, wir werden zum Zimmer gebracht und uns wird alles erklärt. Wir schauen uns um – wir haben Meerblick gebucht, sehen aber nur die Häuserkette gegenüber und das Hauptgebäude (mit Restaurant und Barbereich). Mit etwas gutem Willen kann man das Meer zwischen den Bäumen sehen, wenn man sich über die Balkonbrüstung lehnt und weit nach links schaut. Wir wollen hier drei Nächte verbringen, also zurück zur Rezeption. Man kümmert sich…

Uns macht stutzig, dass es sich um eine All-inclusive-Anlage handelt, wir aber nur Halb-Pension gebucht haben. Grund für einen kleinen Versuch – wir gehen zur Bar und bestellen Getränke. Keiner fragt uns und die Becher stehen vor uns. Wir fragen nochmal bei der Rezeption nach, wo unser Meerblick geblieben ist – man schaut mal. Beim Abendessen das gleiche Spiel, keiner fragt, jeder kann sich nehmen, was er will. Nach dem Abendessen lesen wir noch etwas auf dem Balkon, als es dunkel wird und die Mücken kommen gehen wir rein. Toll an dem Hotel sind die Mückenschutzgitter. Doch leider können wir die Tür nicht offen lassen, da laute Musik zu uns herüber schallt. Gegen 23 Uhr fragt Kriszta nach, ob das noch lange geht. Tatsächlich gibt es eine Rückfrage, aber die Musik bleibt. Gegen Mitternacht beschwert sich Kriszta nochmal… mit wenig Erfolg, erst gegen 1 Uhr kehrt Ruhe ein.

IMG_4728Das hat zur Folge, dass wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück mit gepackten Koffern an der Rezeption stehen. Entweder ein neues Zimmer oder wir suchen uns ein anderes Hotel. Dank Auto sind wir flexibel. Als wir am Nachmittag von Kalymnos zurück kehren, haben wir ein neues Zimmer. Diesmal sieht das Meer direkt. Wir genießen den letzten Tag, sonnen uns bis Mittag und fahren am Nachmittag in das (wahrscheinlich näher liegende) Marmari. Sehr übersichtlicher Ort, wir trinken einen Eiskaffee und ich frage nach einem lecker aussehenden Gebäck, was es am Nachbartisch gibt. Die Bedienung hat ein paar Probleme mit Englisch, holt aber ihre Kollegin, die versteht, was ich möchte. Es stellt sich als griechische Variante des Kalten Hundes heraus. Sehr lecker! Wir sind noch amüsiert, als zwei junge Griechen sich an den Nachbartisch setzen und plötzlich die Bedienung im Sekundentakt anfängt, ihre Frisur umzustecken.

Die Heimreise geht problemlos von statten. Wir tanken nochmal das Auto so voll, wie es gefordert war und stellen es auf dem Flughafen ab. Da wir den Herren von enterprise nicht finden, lassen wir, wie abgesprochen, den Schlüssel im Auto liegen.

IMG_4624Unsere Fähre zurück nach Kos geht um 15.30 Uhr, eine Stunde später sind wir da. Wir tanken noch etwas auf und fahren dann Richtung Kefalos, unserem zweiten Ziel auf Kos. Als wir in Kefalos einfahren überkommt mich ein komisches Gefühl. Eine ellenlange Straße – Links (Meerseite) Hotels, rechts kleine Gaststätten – keine Menschen. Das Gefühl bestärkt sich, als wir das Hotel Kordistos betreten. Keiner da. Ich laufe hinten raus zum Pool, nur zwei Gäste, die sich sonnen, an der Bar – niemand. Nach 10 Minuten hat Kriszta jemanden gefunden. Der Kommentar „Sind Sie sicher, dass Sie das Zimmer gebucht haben?“ macht uns stutzig. Am Griff zur Tür unseres Zimmers ist noch die Schutzfolie dran. Ansonsten scheint alles zu passen. Herrlicher Blick aufs Meer, alles neu gemacht. Dass man den Kühlschrank nicht anschließen kann, weil man einen Schrank an der Wand befestigt hat und somit die Steckdosen verbaut hat, stört uns wenig. Wir laufen etwas am Strand auf und ab und beschließend dann Essen zu gehen. Doch wohin?

In unserem Hotel wird es wohl kaum was geben. Uns lädt ein Schild vom Nachbarhotel ein, dass eine Grillplatte und all you can drink-Wein für 12,95€ verspricht. Da wir am Vorabend üppig geschlemmt haben, denken wir, dass es eine gute Idee ist, eine Grillplatte zu teilen. Wir nehmen eine große Flasche Wasser, einen Salat und die Grillplatte. Bereitwillig bringt man uns auch zwei Weingläser. Toll! Der Weinkrug ist bald alle und sofort kommt ein neuer. Satt, zufrieden und leicht angeheitert gehen wir aufs Zimmer zurück. Nachdem ich den Fernseher mit Strom versorgt habe, muss ich feststellen, dass das Antennenkabel nicht in die Buchse passt. Was solls, also lesen wir… ohne Nachttischlampe, denn da schaut nur ein Kabel aus der Wand.

IMG_4632So wie der Abend endet, beginnt der Morgen. Wir stehen vor dem Frühstücksbüffet: Brötchen, Müsli, Marmelade. Meine Paleo-Frau ist aufgeschmissen und fragt, ob sie ein Omelett bekommen kann. Die alte Frau ist nett und bereitet ein Omelett zu. Als wir fertig mit Essen sind, kommt eine zweite Frau hinzu und stellt Kriszta zur Rede: Omelett kostet extra! Kriszta weißt aus eine Glutenunverträglichkeit hin. Egal, dann soll sie halt ein Attest ihres Arztes vorlegen. Bitte? Der Tag kann nur besser werden.

Wir fahren zum Paradise Beach, der seinem Namen alle Ehre macht – herrliches Blau. Wir fühlen uns etwas einsam, weil wir die ersten sind. Doch ab 10 Uhr füllt sich langsam der Strand. Wir gehen noch etwas am Strand entlang und dann wollen wir essen gehen. Warum nicht gleich hier? Gesagt, getan. Wir sind von der Einrichtung überrascht, das sieht ziemlich teuer aus. Zu unserer Überraschung stellt sich heraus, dass der Inhaber ein Deutscher ist, der hier seit 20 Jahren lebt. Ein ehemaliger Metzgermeister, der auch eine Fleischerei in Argentinien hat und nun hier ein Restaurant betreibt. Wir fragen ihn nach der Besucherflaute, die wir festgestellt haben – ja, Anfang Mai war hier die Hölle los und seit einer Woche – nichts. Die Moussaka und die Gyros-Platte sind exzellent.

Den Nachmittag verbringen unter dem Sonnenschirm, denn aus meinem leichten Sonnenbrand ist ein richtig heftiger geworden. Man sollte nicht in der Mittagssonne durchs Wasser waten, meine Knöchel sind knallrot. Wir fahren noch in das eigentliche Kefalos (nicht die Hotelstraße), das höher auf dem Berg liegt. Auf dem Rückweg suchen wir uns noch was zu Essen, fahren aber erstmal zurück ins Hotel. Der Zwischenfall am Morgen war nur ein Missverständnis, das Omelett geht natürlich und ist gar kein Problem. Auch der Fernseher wird angeschlossen. Dafür ist unser Esserlebnis im St. Barbara nicht so besonders. Wir warten lange und als das Essen kommt, ist es auch schon kalt. Nur mein Moussaka glüht, aber rings herum (Fleisch, Reis, Chips) – alles kalt. Für knapp 19 Euro aber relativ leicht zu verschmerzen. Wir verbringen den Abend lesend auf dem Zimmer. Am nächsten Morgen erwartet Kriszta wieder ein Omelett, diesmal ohne Widerspruch. Unsere Sachen sind gepackt, wir ziehen weiter…

IMG_4563Schon am Nachmittag zuvor hatten wir uns wegen einer Fähre nach Nisyros erkundigt. Unser Plan war, dass wir das Auto im Hafen stehen lassen, übersetzen und uns auf Nisyros einen Motorroller mieten, mit dem wir die Insel erkunden. Es kam anders wie gedacht…

Als wir am Morgen im Hafen ankamen und wegen Fähre fragten, überraschte uns der Fährmann „Nehmen Sie doch ihr Auto mit, da sparen Sie sich das Geld“. Kostenpunkt für 2 Personen samt Auto hin und zurück: 55 Euro. Das Angebot konnten wir nicht ausschlagen. Ich war zu Beginn etwas skeptisch, dass wir dann für die Rückfahrt extra zahlen müssen oder ähnliches. Zu viele Reisen machen zu viele schlechte Erfahrungen. Aber nichts dergleichen. Tags drauf standen wir samt Auto an der Fähre, zeigten unsere Tickets und drückten ihm unseren Autoschlüssel in die Hand „I remember you!“ und *schwups* stand unser Auto wieder auf der Ladefläche.

Nach einer Stunde Überfahrt erreichten wir Nisyros. Erste Anlaufstation war unser Hotel Porfyris. Wir fuhren vom Hafen aus los in die Stadt, um das Hotel zu suchen. Plötzlich hatten wir eine enge Gasse vor uns. Hier lang, neee, da müssen wir außen herum. Doch das endete in einer Sackgasse. Also wenden und zurück. Doch, irgendwie müssen wir durch die enge Gasse. Also durch und weiter gefahren. Fünf Minuten später stehen wir vor einer Gasse, wo ich beim besten Willen nicht mit dem Auto durchpasse. Wie sollen wir nur zum Hotel kommen? Ich linse seitlich aus dem Fenster und übersetze die griechischen Buchstaben: Por-Fy-Ris. Hey, wir stehen vor unserem Hotel! Kriszta steigt aus und ich parke unseren Suzuki an der Mauer an, sodass nur noch ein Blatt zwischen Wand und Außenspiegel passt. Andernfalls kommt kein zweites Auto an unserem Parkplatz vorbei. Wir sind heilfroh nur das allerkleinste Auto genommen zu haben.

IMG_4574Die Hotelbetreiberin ist eine liebe Frau und erklärt uns, was wir auf der Insel sehen müssen und wie wir hinkommen und wann wir am besten dort sein sollten. Der Charme von Nisyros besteht darin, dass die meisten Touristen früh mit der Fähre kommen und nachmittags wieder zurück nach Kos fahren. Danach ist die Insel fast Touristen frei. Wir nehmen unser Zimmer in Besitz, es ist schön. Einfach, aber sehr gepflegt und die Aussicht vom Balkon Richtung Kos ist herrlich.

Wir beginnen unsere Erkundungstour mit der Akropolis. Der Aufstieg ist in der mittäglichen Sonne etwas unbequem. Doch die Anstrengung wird mit einem schönen Blick auf die kleine Stadt und das Kloster belohnt. Und wir sind begeistert, auch hier wurden die Steine passgenau zusammengesetzt. Es entsteht ein Gefühl wie in Südamerika bei den Inkabauten. Nur dass die alten Griechen diese Akropolis schon 1.400 Jahre vor den Inkas gebaut haben. Danach sind wir erstmal schlapp und gehen wieder zurück nach Mandraki, wie die „Hauptstadt“ von Nisyros heißt. Dort entscheiden wir uns nach langem hin und her für ein Restaurant, bestellen einen Salat, einmal Fisch und einmal gegrillte Calmari. Es kommt ein Salat und 2 mal Fischgericht. Keine Beilagen? Dafür verlassen wir den Laden mit knapp 30 Euro weniger in der Tasche. Auf Kos haben das stellenweise für 15 Euro geschafft (ohne Salat). In uns schwingt eine Mischung aus „kleine Insel, da sind Waren knapp“ vs. „das haben wir schon günstiger gehabt“.

IMG_4576Kriszta erkundet schon mal die Stadt während ich mich noch etwas hinlege. Zum Nachmittag erkunden wir die Insel genauer. Zuerst fahren wir westlichen Teil der Insel, wo einsame Strände auf uns warten. Ich bin etwas vorsichtig, da ich mich am Vortag bzw. durch die mittägliche Wanderung schon leicht verbrannt habe. Nach einem kleinen Sonnenbad, Kriszta probiert auch schon mal den Sprung ins kühle Nass, fahren wir weiter Richtung Nikia. An der Weggabelung entschließen wir uns dort erst zum Vulkankrater zu fahren, da die Sonne schon langsam tiefer sinkt und wir den Krater noch bei Licht besichtigen wollen. Wir sind wenig überrascht, was uns dort erwartet. Ein bisschen Dampf, der Geruch von Schwefel, aber nichts was wir vorher nicht schon auf Island in anderen Dimensionen gesehen hätten.

Nach dem Vulkanerlebnis fahren wir nun doch nach Nikia. Hier wurde eine Menge Geld investiert, um aus dem kleinen Dorf auf den Bergspitzen ein Erlebnis zu machen. Alles strahlt in weiß. Wir laufen etwas umher und fahren dann in die kleine Küstenstadt Pali zum Abendessen. Restaurant unserer Wahl ist „Aphrodite“. Die Besitzerin spricht sehr gut englisch und ist sehr freundlich. Da wir uns nicht sicher sind bestellen wir wieder zwei Fischgerichte, Chips, einen Salat und gebackenen Käse als Vorspeise. Als alles auf dem Tisch steht, ist der Tisch voll. Spätestens jetzt wissen wir, dass unsere Wahl in Mandraki nicht die richtige war. Es schmeckt köstlich und wir beschließen am nächsten Mittag nochmal wieder zu kommen. Im Endeffekt haben wir doppelt so viel Essen bekommen, aber genau die gleiche Summe gezahlt. Den Abend genießen wir lesend auf dem Balkon, doch als die Mücken kommen, ziehen wir uns doch zurück und schauen fern.

IMG_4596Abends sind wir noch etwas durch Mandraki gelaufen und uns fiel die angenehme Stimmung auf. Die Touristen waren weg, die Leute saßen gemeinsam auf der Straße und unterhielten sich. Man lachte und trank gemeinsam, rings herum spielten die Kinder miteinander. Wie aus einer längst vergangenen Zeit…

Unser Abreisetag von Nisyros begann mit einem etwas mageren Frühstück und danach besichtigten wir das angepriesene Kloster. Entweder waren wir zu früh da oder es wurde mehr angepriesen, als es tatsächlich zu besichtigen gab. Also beschlossen wir noch nach Emporio zu fahren, dem zweiten Bergdorf. Uns erwartete eine Geisterstadt. Ein paar Bauarbeiter bauten gerade ein Haus aus, ansonsten schien niemand dort zu wohnen. Gruselig. Mittags waren wir wieder in Pali und wurden nicht enttäuscht. Bis zur Abfahrt der Fähre zurück nach Kos, liefen wir noch etwas durch Mandraki und kauften Mandel- und Zimtsirup, sowie eingelegte Kapernblätter.

Das letzte Mal waren wir im Januar im Urlaub und da nicht so richtig warm werden wollte, dachten wir, es wäre eine gute Idee mal wieder wegzufahren. Ziel war diesmal die griechische Insel Kos. Kriszta hatte alles so organisiert, dass wir einen Mietwagen die ganze Woche hatten und wir von einer Stelle zur nächsten fahren.

Wir fuhren Sonntag Nachmittag zu meinen Eltern und waren so erschöpft, dass wir halb 9 Uhr abends ins Bett fielen. Kein Wunder, denn den nächsten Morgen klingelte der 3:55 Uhr. Vorab hatten wir uns schon informiert, dass Germania unterwegs uns mit kleinen Snacks versorgt. Wir hatten trotzdem zum Notfall Bananen und Äpfel mitgenommen, was sich als sehr gute Idee herausstellte, denn kaum kam die Flugbegleiterin in die erste Reihe, wurde munter drauf los bestellt und als dann eine Summe genannt wurde, waren die Gäste verwirrt. Nett aber bestimmt wies die Stewardess die Gäste drauf hin, dass es sich um einen Charterflug von TUIfly handelt und da kostet alles extra. Also saßen wir mehr als drei Stunden ohne Essen und Getränke da – finde ich schon unverschämt.

IMG_4509Zum Glück schickte mich Kriszta schon mal zur Autovermietung, so war ich der Erste und konnte schon in Ruhe das Auto übernehmen, während sie auf die Koffer wartete. Mit unserem kleinen Auto (Suzuki Alto – größer sollte man auch nicht nehmen. Warum, erkläre ich später) fuhren wir nach Kardamena, unser erstes Ziel. Dort ließen wir das Auto erstmal auf dem großen Parkplatz stehen und orientierten uns in der Stadt. Als wir unser Hotel gefunden hatten und nach dem Parkplatz gefragt hatten, parkten wir um. Wir gingen etwas an den Strand, sonnten uns kurz und beschlossen dann, zeitig Mittag essen zu gehen, schließlich waren wir sehr hungrig. Wir freuten uns auf frischen Fisch und beschlossen Fish & Chips zu essen. Zu unserer Überraschung konnte auf Kos kaum einer was mit „French fries“ anfangen, da sehr viele Briten / Irländer dort in den Urlaub reisen. Da unser Tag sehr früh begann, legte ich mich kurz im Hotel hin und Kriszta las etwas. Wir laufen danach noch etwas durch die Stadt und sind schon etwas verwundert, wie wenig Leute da sind.

IMG_4544Zum späten Nachmittag fahren wir nach Zia, um dort zu Abend zu essen und den Sonnenuntergang anzuschauen. Es ist eine der Touristenattraktionen auf Kos. Schon ab 18 Uhr geht langsam der Kampf um die besten Plätze los, viele Tische sind schon vorab reserviert. Prinzipiell ist das Restaurant egal, wohin man geht. Überall hat man ein paar Tische, wo man einen schönen Ausblick hat. Bevor wir uns zum Abendessen niederließen, gingen wir in eine kleine Gaststätte, die hübsch dekoriert war und genossen ein traditionelles Zimtgetränk und einen Joghurt mit Walnüssen und Honig. Beides sehr lecker und empfehlenswert. Vor dem Zimtgetränk sollte man sich aber in acht nehmen. Denn wie wir später aus Nisyros herausfanden, gibt es Zimtsirup und das „Zimtgetränk“ war nichts weiter wie Zimtsirup mit Wasser.

Unsere erste Nacht verbringen wir im Argiri Hotel in Kardamena. Das Zimmer war nicht schlecht, mit kleiner Küche und vergleichsweise großem Zimmer, jedoch im Erdgeschoss und genau zur Hauptstraße. Außerdem lauerten im Bad 9 Mücken. Frühstück gibt es nur gegen Aufpreis, dafür war WLAN gratis. Obwohl es Ende Mai ist, hat man in dem Hotel ein Gefühl von Nebensaison. Wir decken uns im Supermarkt noch mit Sachen für ein improvisiertes Frühstück ein und gehen schlafen.

Nachdem Ende Oktober noch ein paar schöne Tage waren, brach im Übergang zum November eine richtige Kältewelle über Deutschland herein. Da wir für unsere Mittelmeerkreuzfahrt nach Italien mussten, hatte ich schon die Winterreifen am Auto montiert, denn vielleicht hatten wir Pech und fuhren mitten in den Schnee hinein, wenn wir die Alpen überqueren. Freitag früh ging es los, mit Zwischenstopp in Herzogenaurach, wo wir noch ein paar Sachen kauften, bevor es Richtung Salzburg ging. Dort gingen wir etwas spazieren und sammelten dann Krisztas Eltern auf und fuhren zur Übernachtung Richtung Villach (ich habe eine Weltreise hinter mir, aber das war meine erste Übernachtung in Österreich!). Auf dem Weg dahin regnete es fast ununterbrochen. Nach einem kleinen Abendessen, legten wir uns relativ schnell schlafen, denn es sollte früh am nächsten Morgen weitergehen.

1. Station: Venedig

Eigentlich ist Venedig ja unser Abfahrtshafen gewesen. Da wir aber so geplant haben, dass wir gegen 11 Uhr in Venedig sind, bleiben uns noch ein paar Stunden, in denen wir die Stadt besichtigen können. Das Wetter wechselt zwischen grau und regnerisch. Selbst bei dem Wetter sind Unmengen von Touristen in den Gassen unterwegs. Viele haben sich Gummistiefel gekauft, um über die überschwemmten Plätze laufen zu können. Auch wenn es nicht das beste Wetter ist, hat Venedig einen Charme, der kaum von der Hand zu weisen ist. Vergeblich hoffen wir auf einen Wetterumschwung, aber der lässt auf sich warten. Das richtige Highlight folgt, als wir mit dem Schiff auslaufen und quasi vom Schiff oben herab auf den Dogenpalast schauen können. Während aber die halbe Schiffsbesatzung gebannt auf die Stadt schaute, bemerkte ich auf der Backbord-Seite des Schiffs einen goldenen Streifen am Himmel. Zusammen mit der Kulisse der venezianischen Insel ein schönes Motiv.

2. Station: Bari

Da wir erst mittags anlegten, gehörte der Vormittag dem Sport. Bari ist weniger bekannt, aber ein schönes Beispiel, wenn man typische italienische Gassen sucht, wie man sie gern in Filmen sieht. Es liegt ungefähr da, wo beim Italienischen Stiefel, der Absatz anfängt. Als wir anlegten, befürchtete ich schon, dass sich unser Stadtrundgang als sehr kurz erweisen wird. Das Wetter war wolkig mit Neigung zum Regen, was es dann auch zwischen sonnigen Abschnitten auch immer mal gemacht hat. Dafür war die Innenstadt nicht so belebt und wir schlugen uns durch die vielen kleinen Gässchen, wo die Türen offen standen und Blicke in die Küche erhaschen konnten und für einen Augenblick Teil einer italienischen Familie wurden. Es war, als wäre die Zeit seit 40 Jahren stehen geblieben. Zu unserem Unglück spielte das Wetter nicht mit, außerdem fand sich in der Nähe des Hafens auch keine Reiseagentur, die eine Tour nach Alberobello angeboten hätte. Und für Alberobello braucht man unbedingt schönes Wetter…

3. Station: Korfu

Auf Korfu kamen wir früh an. Schon im Vorfeld unserer Reise hatten wir einen Mietwagen organisiert, den wir jetzt nur noch abholten. Man war auf deutsche Touristen eingerichtet, denn der Vermieter sprach etwas deutsch. Hauptziel war Palaiokastritsa. Als wir dort ankamen, öffneten sich die Wolken und es goss in Strömen. Doch schon wenig später verschwanden die Wolken und der Himmel zeigte sich von einer weiß-blauen Seite. Das Umfeld der Kirche ist in der festen Hand von Katzen. Als wir etwas herumliefen, sahen wir etliche Pappboxen an der Seite, wo sich in einigen viele kleine Katzen zusammenkuschelten und schliefen. Der Rest lief auf dem Gelände herum und schmuste mit den Besuchern. Wir wollten auch noch einen kleinen Strandausflug, aber der Strand war nicht einladend und außerdem zogen schon wieder dunkle Wolken auf, die sich bei unserem Besuch im Schloss, das Sissi bauen ließ, entluden. Zum Abschluss folgte noch eine kleine Stadtrundfahrt und danach gaben wir den Mietwagen ab und verzogen uns auf unsere Kabine. Da wir nachts immer durch das Gepolter in der Küche über uns gestört wurden, mussten wir etwas Schlaf nachholen.

4. Station: Santorini

Wir erreichen Santorini am Mittag. Als wir die Insel anfahren, denke ich von der Ferne, dass der Berge mit Schnee bedeckt sind, so weiß leuchtet es. Ein Blick durchs Zoomobjektiv offenbart die Häuser. Da wir nicht im Hafen anlegen, werden wir mit kleinen Booten übergesetzt. Auf dem Hinweg nehmen wir die Seilbahn aufwärts. Wie es sich herausstellt, ist gerade ein Bus nach Oia weggefahren und wir müssen 20 Minuten warten. Ich nutze die Zeit, um Postkarten zu schreiben. Der Busfahrer und sein Kassierkollege sind entweder notorisch schlecht gelaunt oder richtige Touristenhasser. Den Touristen wird vermittelt, dass es sich um den Non-Stop-Bus nach Oia handelt, Essen und Trinken streng verboten ist, aber Landsmänner dürfen an jeder Milchkanne aussteigen und sitzen futternd im Bus. So ziemlich fast jedes Motiv, was Santorini zeigt, dürfte aus Oia stammen. Hier findet man strahlend weiße Häuser, blaue Kuppeln und wir hatten an dem Tag wahnsinniges Glück – herrlich blauen Himmel. Die Zeit vergeht wie im Flug und gegen 18 Uhr sind wir wieder zurück, nachdem wir nach unten gelaufen sind und dabei durch jede Menge Eselsmist stapfen durften.

5. Station: Kusadasi (Ephesus)

Wir entscheiden uns am Abend vorher, dass wir uns einen Taxifahrer suchen, der alle historischen Stätten mit uns abklappert. Für 65 Euro finden wir einen uns los gehts. Es wimmelt in Ephesus vor Touristen, aber trotzdem ist es schön. Dort verbringen wir einige Stunden, fahren anschließend zu einigen Sehenswürdigkeiten, die eigentlich noch zur historischen Stätte gehören, aber außerhalb des Geländes liegen. Danach geht es nach Selcuk ins Museum. Ich bin nicht interessiert, setze mich auf eine Parkbank vor dem Museum und nicke sogar kurz ein. Wir strapazieren die Geduld unseres Taxifahrers, als wir weiter ins Stadtzentrum laufen, um eine Kirche und das alte Aquädukt zu besichtigen. Abschlusspunkt der Tour ist der Artemistempel, der zu den 7 alten Weltwundern gehörte. Davon ist nur noch eine Säule übrig, die auch nur noch den Eindruck vermittelt, als verschiedenen Steinen aufeinandergestapelt worden zu sein. Als wir wieder an Bord sind, beschweren wir uns todmüde über den Radau über uns und bekommen ein neues Zimmer zugewiesen. Nur mit Handgepäck ziehen wir um, was sich als richtig erwies, denn eine halbe Stunde kommt die französische Familie nebenan zurück, die Kinder tollen umher und durch die Verbindungstür hören wir jedes Wort. Nichts wie zurück ins alte Zimmer.

6. Station: Katakolon (Olympia)

Wir beschweren uns nochmal und bekommen eine $100 Gutschrift und ein Einladung ins das schiffseigene japanische Izumi-Restaurants – auf Kosten der Serviceabteilung. Mittags soll das Schiff in Katakolon anlegen, was uns aber nicht gelingt, weil der Wellengang viel zu hoch ist. Also liegen wir den ganzen Nachmittag im Hafen, ohne anzudocken. Abends kommt dann das Essen im Izumi. Da es ein Restaurant ist, wo die Gäste zahlen müssen, ist es wenig besucht, die Bedienung exzellent und das Essen ausgezeichnet. Das Ambiente ist optimal, um Kriszta zu fragen, ob sie meine Frau werden möchte. Ich muss nicht lange auf das „Ja“ warten. Ein sehr schöner Abend!

Den letzten Tag verbrachten wir auf See, lasen, lagen in der Sonne – aber nur innen, da es außen viel zu kalt und windig war. Als wir den nächsten Morgen in Venedig ankommen, könnte man meinen, alle Fenster wären durch Milchglas ausgetauscht worden, so neblig ist es. Wir steigen ins Auto und am späten Nachmittag sind wir wieder daheim.

Zeustempel

Griechische Agora

Griechische Agora

Wenn man von Griechenland hört, kommen einem verschiedene Dinge in den Sinn: Sonne oder Meer, wenn man Urlaub denkt. Akropolis, wenn man Sehenswürdigkeiten im Blickfeld hat. Troja oder Der Koloss von Rhodos, wenn man an historische Dinge denkt. Das griechische Alphabet, wenn man wissenschaftlich veranlagt ist und nicht zuletzt Griechenlands Beiträge zu Demokratie, Naturwissenschaft und Philosophie. In jüngster Zeit ist Griechenland in die negativen Schlagzeilen gerutscht, weil die Staatskasse leer ist und auf Deutschland ist man dort angeblich auch nicht gut zu sprechen. Zeit sich man ein Bild vor Ort zu machen…

Während die meisten Ostern im kühlen Deutschland verbrachten, setzten wir uns ins Flugzeug gen Athen. Wir erreichten Athen nach Mitternacht und ließen uns vom Transferbus ins Stadtzentrum fahren. Zum Glück trafen wir im Bus eine Frau, die in ein Hotel, was unserem gegenüber lag, wollte und so konnten wir uns die Taxikosten bis zum Hotel teilen. Das „Aristoteles“ war ziemlich spartanisch, aber für 24 Euro pro Nacht (inkl. Frühstück) absolut in Ordnung, zumal die Zimmer sauber und nicht abgenutzt wirkten. Am nächsten Morgen verschliefen wir erstmal das Frühstück und machten uns auf ins historische Zentrum.

Erstes Ziel war Keramikos. Wir schauten uns das Gelände von außen an und liefen dann weiter zur griechischen Agora. Hier stellten wir fest, dass man günstig für 12 Euro die sieben wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit einem Sammelticket besichtigen kann. Gesagt, getan! Im Museum in der griechischen Agora sahen wir unter anderem Teile des Scherbengerichts und eine ziemlich clevere Zufallsmaschine – das Kleroterion. Nach dem Mittag bestiegen wir die Felsengruppe neben der Akropolis, um eine gute Sicht darauf zu haben. Und da wir schon mal grad dort waren, nahmen wir auch gleich die Akropolis in Augenschein. Ich war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht, denn man sah entweder Gerüste oder Ruinen.

Akropolis

Akropolis

Um es mit einfachen Worten zu sagen: In Dresden hat man in 10 Jahren die Frauenkirche wieder auferstehen lassen (130 Mio. Euro – größtenteils aus Spenden) und die Akropolis gammelt seit dem 17. Jahrhundert als Ruine dahin und das Geld (190 Mio. Euro) fließt in ein supertolles, megaarchitektonisches Museum. Trifft aber genau den griechischen Gedanken an Geld und dessen Verwendung, denn in den vielen Straßenkaffee hatte man als Tourist kaum Platz. Viele Einheimische, bei denen eigentlich Sparsamkeit angesagt sein sollte, tummelten sich bei üppigen Speisen und Kaffee. Ein Kellner, der sich als ehemals in Fürth lebender Grieche zu erkennen gab, bewunderte die Deutschen für ihre „systematische und planende“ Lebensweise und hatten für seine lebenslustigen Landesgenossen kein gutes Wort übrig.

Olympiastadion

Olympiastadion

Den nächsten Morgen steuerten wir erneut Keramikos an und schauten uns das Gelände von Nahem an. Es folgten Hadrians Bibliothek und die römische Agora. So langsam gingen uns die Ziele in Athen aus, also setzten wir uns an den Weg, der rund um die Akropolis führt und beobachteten das bunte Publikum, dass von leicht bekleideten Touristen in Flip-Flops, die von der warmen Sonne schon ganz verbrannt waren, bis hin zu den Einheimischen in Wintermantel reichte. Am Sonntag genossen wir noch den Wachwechsel am Regierungspalast und besuchten das Olympische Stadion, in dem die ersten Olympischen Spiele statt fanden und den Zeustempel. Die ganzen Tage hatten wir von früh bis abends strahlend blauen Himmel und um die 25°C, bis am Montag unserer Abreise viele Wolken aufzogen und als wir im Flugzeug gen Heimat saßen goss es in Strömen…