Lightroom 6 oder auch Lightroom CC ist vor ein paar Wochen erschienen. Seit einiger Zeit schlägt mir mein Lightroom 5.7 vor, doch mal die neue Version auszuprobieren. Ich habe es immer ein bisschen vor mir hergeschoben, weil ich auf der Webseite von Adobe keinen expliziten Link für Lightroom 6 gefunden habe, sondern nur für die CC-Version (d.h. für die Create Cloud, wo man ja eine monatliche Abo-Gebühr zahlt). Aber eins der neuen Features machte mich so neugierig, dass ich es heute mal ausprobiert habe: Das Zusammensetzen von Panoramabildern.

Man kommt bei der Installation von Lightroom nicht mehr um die Create Cloud herum, die will vorher installiert werden. Erster dicker Minuspunkt. Vorsichtshalber ließ ich das Lightroom 5.7 offen, weil ich wissen wollte, ob sich Lightroom CC parallel dazu installiert. Die Installationsroutine erkannte, dass Lightroom offen ist und bat mich, es zu schließen. Na gut. Das neue Lightroom ging auf und die erste Frage war: Auf neuen Katalog konvertieren? Kein Problem, der alte Katalog bleibt ja bestehen. Kaum war Lightroom gestartet wurde ich wieder gefragt: Willst du online gehen? Nein, möchte ich nicht. Ich stöberte etwas herum. Was bedeutet „Synchronisierung mit Lightroom mobile: Von“? Ich klickte auf das „Von“ – schon fing er an meine Bilder hochzuladen. Nächster fetter Minuspunkt.

Einer meiner großen Kritikpunkte an Lightroom 5 waren ja der automatische Weißabgleich und die automatische Tonwertkorrektur. Also ließ ich Lightroom CC mal über meine neu eingescannten Bilder laufen, wo am selben Morgen Lightroom 5 schon mal drüber gelaufen ist. Es änderte sich: nichts. Demzufolge sahen meine Bilder immer noch viel zu hell aus. Wäre hier etwas besser geworden, hätte ich sofort auf die neue Version umgestellt. Denn mit den neu eingescannten Bildern habe ich zum Weißabgleich keine Relation, d.h. im Lightroom tauchen sie mit einer Farbtemperatur von 6.500K auf, entsprechen aber realen 2.500K. Eigentlich logisch, da der Scanner keine Farbtemperatur in den Bildern hinterlegen kann. Das kann nur die Kamera selbst.

Kommen wir mal zu den erfreulichen Nachrichten: Das Stitchen der Bilder funktioniert exzellent. Ich hatte von der Weltreise einige Bilder von den Iguazu-Wasserfällen, wo das kostenlose Programm von Microsoft (der Microsoft Image Composite Editor) gescheitert ist. Durch Photoshop hat Adobe natürlich jahrelange Erfahrung mitgebracht und erstellt Panoramas, die dann als DNG (Digital Negative) neu zum Katalog hinzugefügt werden. Meine Befürchtung war schon, dass es ähnlich wie in Excel funktioniert, wenn man Zellen zusammenfügt. Man hat optisch nur eine Zelle, aber es verbergen sich mehrere dahinter. Aber so ist das Klasse gelöst.

Ich testete nur mal kurz die Gesichtserkennung an. Die Ergebnisse waren – gelinde gesagt – mager. Ich erhielt ein Grid von ca. 50 Gesichtern. Eine Gruppierung von gleichen Gesichtern wurde bereits vorgenommen. Bei den Bildern handelte es sich meistens um Frontalaufnahmen. Ich gab die Namen ein, bereits eingetippte Namen wurden automatisch vervollständigt. Endergebnis: 8 reale Personen.

Was mich noch ein bisschen wunderte war, dass das alte Icon von Lightroom 5 in der Taskleiste erhalten geblieben war. Ich klickte drauf und es ging mein altes Lightroom 5.7 auf und fragte mich: Möchtest du online gehen? Was sollte das bedeuten? Vielleicht erklärt sich das, wenn man einen Blick hinter die Kulissen wirft…

Sehen wir uns zum Abschluss mal die Geschäftsidee von Adobe an. Mit ihrer Creative Cloud versucht Adobe nun schon seit einigen Jahren die Leute von gekaufter Software auf gemietete Software umzustellen. Nach wie vor fällt dieser Geschäftsplan nicht auf fruchtbaren Boden. Und jetzt soll die letzte Bastion der Kaufprogramme fallen – Lightroom. Die Idee der Creative Cloud ist neben der Möglichkeit, seine Bilder online zu halten, dass man automatisch neue Programmfunktionen erhält und nicht immer Updates herunterladen muss. Ist also Lightroom CC ein besseres Lightroom 5.7 ein paar neuen Funktionsmodulen? Schon möglich. Aber für mich als Hobbyanwender kommt die Umstellung auf die Creative Cloud überhaupt nicht in Frage. Bei einer monatlichen Gebühr von ca. 12 Euro hätte ich nach sechs Monaten den Preis des Updates abgezahlt und würde ab dann nur noch drauflegen. Man versucht die Kunden mit dem Argument anzulocken, dass man jetzt auch auf seinem Tablet Bilder bearbeiten kann, aber ich habe schon auf unserem Netbook die Bilder nachbearbeitet. Das war für einen minimal professionellen Anspruch doch viel zu klein.

Fazit:

Pro:

  • Zusammensetzen der Bilder funktioniert wirklich gut

Kontra:

  • Creative Cloud muss vorher installiert werden (und damit wird man implizit schon auf die CC zwangsumgestellt)
  • Keine Transparenz welche Daten online gehen
  • Keine Verbesserung bei den Basisfunktionen

Nachtrag: Und noch eine kleine Hässlichkeit zum Schluss, wenn man Lightroom CC deinstallieren möchte. Durch die Umstellung auf die neue Katalogversion, werden die Previews in einen neuen Ordner umgezogen, d.h. mit Lightroom 5.7 fängt die alte Version erstmal an, alle Previews neu zu rendern.

Ich freue mich einerseits über die Besucher auf meinem Blog, die sich für meine Beiträge zur Fotografie interessieren, registriere aber gleichzeitig, dass sehr viele mit der automatischen Tonwertkorrektur und dem automatischen Weißabgleich unter Lightroom 5 Probleme haben. Ich kann nicht sagen, ob das schon im Lightroom 4 zu gravierend daneben ging, jedenfalls führte es in Lightroom 3 in den meisten Fällen zum Erfolg. Vielleicht ist auch der 2012er Prozess daran Schuld, ich weiß es nicht. Heute möchte ich einen anderen Weg zeigen, wie man mit Lightroom schnell seine Bilder bearbeiten kann, ohne auf die Automatiken zurückzugreifen. Das Stichwort lautet: Presets / Vorgaben. So bekommt man seine Bilder auch mit 2 Klicks in eine ansprechende Form.

1. Schritt: Vorüberlegungen

Wichtig bei den Vorgaben zu wissen ist, dass fast alle Einstellungen, die man im Modul „Entwicklung“ treffen kann, als Vorgabe ablegen kann. Dabei ist es möglich einzelne Einstellungen wie Farbtemperatur, Kontrast oder Helligkeit in einem Preset abzulegen, aber auch die Kombination. Bei mir haben sich drei Gruppen von Vorgaben gebildet, die mir mittlerweile das Leben extrem erleichtert haben.

  1. Farbtemperatur: Die Farbtemperaturen von 3500K bis 7500K in 500K-Schritten.
  2. Ambiente: Hier werden Einstellungen zu Kontrast, Lichter, Tiefen, Weiß und Schwarz zu sprechenden Namen zusammengefasst, wie „Museum“, „Regen“ oder „Sonne & Schatten“.
  3. Studiopresets: Diese Vorgaben umfassen alles – Farbtemperatur, Kontrast, bis hin zur Rauschreduzierung. Verwendet wird sie, wenn ich die Kamera in einer konstanten Umgebung verwende, d.h. Belichtung und Farbtemperatur sind dann immer gleich.

2. Schritt: Presets / Vorgaben festlegen

prinzipvorgaben

Hier muss man erstmal etwas Zeit investieren, aber die hat man im Handumdrehen wieder rein. Alles spielt sich im Modul „Entwicklung“ ab. Ich möchte den gesamten Prozess am Beispiel eines Bildes vom Picadilly Circus demonstrieren, d.h. London bei Wolken/Regen. Wir haben sehr diffuses Licht, d.h. wenn man Gebäude mit Himmel fotografiert, ist der Himmel überbelichtet, oder die Gebäude schwarz. Da hilft nur das Aufhellen dunkler Stellen und das Dämpfen heller Stellen. In dem konkreten Fall habe ich den Kontrast auf -20 gestellt, Lichter auf -50, Tiefen auf +75, Weiß auf +50 und Schwarz auf +40. Das sollen die Werte sein, die ich jetzt als Vorgabe für mein Preset „Regen“ hinterlegen möchte. Dazu klickt man auf das kleine „+“ rechts neben Vorgaben, die man auf der linken Seite von Lightroom findet.

neuevorgabe

Es öffnet sich ein Dialog, der im Großen und Ganzen an das Kopieren von Einstellungen erinnert. Hier ist jetzt Vorsicht geboten – ein Haken zu viel oder zu wenig und schon macht man sich mehr Arbeit, als man ohnehin schon damit hätte. Ich habe jetzt die Haken bei „Kontrast“, „Lichter“, „Tiefen“ usw. gesetzt, also alles im Bereich „Basis-Tonwert“ bis auf die Belichtung. Oben als Bezeichnung noch „Regen“ eingeben und das sollte es schon fast gewesen sein. General sollten alle anderen Haken (bis auf die Prozessversion) entfernt sein.

Es empfiehlt sich gleich einen eigenen Ordner für seine Vorgaben anzulegen, z.B. wie oben beschrieben „Ambiente“ oder „Farbtemperatur“. Kleine Gemeinheit von Lightroom ist, dass die Ordner für Vorgaben nur alphabetisch sortiert angezeigt werden, d.h. um seine Presets immer dicht bei einander zu haben, sollte man ein Kürzel vor die Ordnerbezeichnung setzen, sonst scrollt man ständig in den Vorgaben herum.

3. Schritt: Presets / Vorgaben anwenden

vorgabenanwendenJetzt kommt die Stelle, wo sich die Bemühungen auszahlen. Um jetzt schnell zum gewünschten Effekt zu kommen, geht man mit der Maus über die Presets und sieht schon oben im Vorschaufenster, wie sich das Bild an die Vorgabe anpasst. Hat man die gewünschte Einstellung gefunden, auf die Vorgabe klicken und schon ist das Bild fertig. Gibt es kein Preset, welches den gewünschten Effekt bringt, fehlt wohl noch eine Vorgabe.

Ich habe bei mir neben den Farbtemperaturen sechs Vorgaben für das Ambiente hinterlegt, mit denen ich 95% meiner Fotos abdecken kann. Der Rest wird dann von Hand korrigiert, da lege ich auch keine neuen Presets an, denn schließlich ging es mir darum, dass ich die Funktionalität die früher der automatische Weißabgleich und die automatische Tonwertkorrektur mit sich gebracht haben, jetzt selbst in der Hand habe.

In unserem letzten Urlaub habe ich das erste Mal versucht, mit Hilfe eines GPS-Loggers meine Fotos in Lightroom zu taggen. Die notwendige Vorbereitung hatte ich getroffen: Uhr des GPS-Loggers und Uhr der Kamera waren synchronisiert. Also zeichnete ich eine ganze Woche lang Tracks auf und als wir zurück kehrten, importierte ich die RAW-Bilder von meiner EOS 7D (hätte ich ein Jahr gewartet, dann hätte ich mir die 6D gekauft, die integriertes GPS hat) und lud die Daten von meinem Holux M-241 herunter. Das von Holux mitgelieferte Tool ermöglicht auch das Umwandeln des internen Formats in das vom Lightroom akzeptierte GPX-Format. Und schon hatte ich zwei Probleme am Hals.

1. Lightroom importierte die GPX-Daten nicht. Ich erhielt immer wieder die Meldung „Fehler beim Laden des Tracklog“. Ich probierte mehrere Webseiten, die GPX-Tracks darstellen konnten und keine hatte ein Problem damit. Also machte ich mich schlau… Lightroom 5 unterstützt offensichtlich vom dem GPX-Standard V1.1 nur die Tracks, nicht die Routen. Und genau die Routen liefert das Konvertierungstool von Holux. Zu Beginn kommen die ganze Wegpunkte und dann folgt die Route. Das sieht ungefähr so aus:

<rte>
 <name>Route</name>
 <rtept lat="35.679241" lon="51.412277">
  <time>2014-08-10T05:16:12Z</time>
  <ele>724.81</ele>
  <speed>8.38</speed>
  <name>Point 0</name>
 </rtept>
 ... (weitere Routenpunkte)
</rte>

Ich versuchte es per GPS-Babel zu konvertieren, aber das Tool blieb mir jegliche Antwort schuldig, sondern gab nur Fehler aus. Bevor ich also weitere Software installierte, die keine Ergebnisse liefert, suchte ich nach einer Webseite, die GPX-Daten konvertiert und stieß auf den GPS-Visualizer. Dort konnte man GPX- oder KML-Daten hochladen und erhielt wiederum GPX-Daten. Die dadurch erzeugte Datei konnte ich problemlos im Lightroom importieren und jetzt wurde mich auch klar, dass es an dem Unterschied zwischen Tracks und Routen liegt, denn Tracks sind im GPX-XML folgendermaßen aufgebaut:

<trk>
 <name>Route</name>
 <trkseg>
  <trkpt lat="35.679241" lon="51.412277">
  <ele>724.81</ele>
  <time>2014-08-10T05:16:12Z</time>
  <speed>8.38</speed>
  </trkpt>
  ... weitere Trackpoints
 </trkseq>
</trk>

Nachdem ich auch die Ursache kannte, warum der Import schief läuft, hätte ich auch sofort den Eintrag im Forum bei Adobe gefunden. Die dort als korrekt angegebene Antwort funktioniert zwar, aber ist nicht richtig. Erst wenn man etwas weiter runterliest, sieht man dass beim GPX zwischen Tracks und Routes unterschieden wird und Lightroom nur Tracks unterstützt.

Hätte ich das im Vorfeld gewusst, hätte ich die Anpassung auch per Suchen & Ersetzen vorgenommen. Aber damit hörte der Spaß nicht auf. Ab dieser Stelle weiß ich nicht, wem ich die Schuld geben soll: Lightroom, Canon oder Holux, denn die Zuordnung zwischen den GPS-Daten und der Kamera passte nicht zusammen, obwohl ich beide Uhren auf die gleiche Zeit eingestellt hatte. GPS verwendet als Zeit die UTC (koordinierte Weltzeit). Meine Kamera hatte ich auf Standort „London“ und Sommerzeit auf „Aus“ gestellt, denn die Greenwich Meantime (GMT) ohne Sommerzeit entspricht bis auf eine kleine Differenz von 0,9 Sekunden der UTC. Das Ergebnis nach dem Import war, dass die Zeit der Aufnahmen in den Metadaten der Bilder exakt zwei Stunden zu spät war.

Lightroom unterstützt auf einfache Weise das Verschieben in eine andere Zeitzone, also konnte ich das schnell beheben. Das klingt jetzt alles sehr einfach, aber nach ca. 10 Importversuchen ist man es schon fast leid, die GPS-Daten zuordnen zu wollen, denn ich stoße immer wieder auf einen Bug, der mit immer wieder über den Weg läuft: Ich markiere eine bestimmte Anzahl von Bildern, z.B. 100 Stück, führe eine Operation darauf aus, wie z.B. die Zeitverschiebung, aber nur bei den ersten Bildern wird diese Aktion ausgeführt. Also fängt man wieder von vorn an… und das nervt gewaltig.

Ich nutze für die Erstellung von Panoramas Microsoft ICE (Image Composition Editor). Ein einfach zu bedienendes Werkzeug, wenn man ihm die richtigen Bilder vorsetzt. Ich hatte schon öfters Probleme, dass an den Überschneidungen der Bilder zu Helligkeitsunterschieden kam oder der ICE der Meinung war, dass die Bilder nicht zusammen passen. Also hab ich mir so gedacht, dass es doch sinnvoll ist, mehr Zeit in den Prozess vorher zu investieren, bevor ich mich im Nachhinein über ein schlechtes Panorama ärgere.

  1. Vorbereitung: Ich muss sowieso erstmal durch alle Bilder durch, um sie zu bearbeiten. Stelle ich fest, dass ein Bild zu einem Panorama gehört, setze ich einen entsprechenden Tag. Anschließend lasse ich den Standardprozess darüber laufen (Automatischer Weißabgleich, automatische Tonwertkorrektur) – mehr nicht.
  2. Selektion: Bin ich mit allen Bildern fertig, filtere ich die Panoramas heraus und setze ein Farbtag für die Bilder, die zu einem Panorama gehören. Danach passe ich den Filter entsprechend an, dass ich nur die Bilder des einen Panoramas sehe.
  3. Farbtemperatur: Jetzt ist ein bisschen Intuition gefragt. Ich wechsle auf die Entwicklungsseite und setze die Farbtemperatur (5.500K bei Licht und 5.900K bei Schatten nehme ich als Richtwerte, Sonnenauf- und untergang können auch schon mal über die 7.000 gehen. Bei künstlichem Licht liegt man zwischen 2.800K und 3.000K nicht schlecht).
  4. Kontrast: Die Auswahl des Kontrasts hängt immer ein bisschen davon ab, wie viel Licht und Schatten in den Bildern vorhanden ist. Je mehr Schatten, desto weniger Kontrast.
  5. Initialisierung: Alle weiteren Schalter (Tönung, Belichtung, Lichter, Tiefen, Weiß, Schwarz) setze ich auf Null zurück.
  6. Belichtungskorrektur: Jetzt suche ich mir das hellste Bild aus und setze die Belichtung entsprechend, dass das Bild ansprechend aussieht.
  7. Anpassungsphase: Jetzt beginne ich zu arbeiten, wie ein Cartoonzeichner. Die vergleichen permanent den vorherigen Frame mit dem nächsten. Und genau das mache ich mit den restlichen Bildern. Ich suche ein markantes Objekt im Panorama, der in beiden Bildern vorhanden ist und stelle die Belichtung auf dem folgenden Bild so ein, dass es identisch mit dem aussieht, wo ich die Belichtung bereits korrigiert habe. So geht man alle Bilder des Panoramas durch.
  8. Feintuning: Jetzt sollten die Bilder des Panoramas komplett harmonisch wirken. Aber das kann man immer noch verbessern. Ich suche mir jetzt das hellste Bild und stelle die Schalter für Licht bzw. Weiß entsprechend ein. Auf dem dunkelsten Bild dem entsprechend die Tiefen bzw. den Wert für Schwarz. Die vier Werte im Kopf abspeichern! Und zum Abschluss durch alle Bilder des Panoramas gehen und die vier ermittelten Werte eintragen.
  9. Die Schritte 2 bis 8 gehe ich jetzt so lange durch, bis ich alle Panoramabilder fertig habe. Die werden dann exportiert und einzeln per Drag & Drop in den Microsoft ICE gezogen. Fertig!

Vor ein paar Wochen wurde Adobe Lightroom 5 veröffentlicht. Da Adobe im Gegensatz zu manch anderen Softwareherstellern ihre Kunden also solche behandelt und nicht gleich wie potenzielle Verbrecher in Ketten von Regeln legt, entschloss ich mich meine alte Version Lightroom 3 auf die Version 5 anzuheben. Kostet das gleiche wie ein Upgrade von Version 4 und ist mit knapp über 70 Euro nun wirklich nicht teuer. Außerdem versprachen neue Features wie das automatische Beseitigen von stürzenden Linien ein Hilfsmittel, dass ich mir doch gern gewünscht habe. Ganz nebenbei: Wer einen genaueren Blick auf die AGBs geworfen hat, wird feststellen, dass Adobe erlaubt, eine zweite Installation der gekauften Lightroom-Version auf einem portablen Rechner zu betreiben. Perfekt!

Die Installation geht spielend leicht von der Hand. Etwas lästig ist das Upgraden auf den neuen Entwicklungsprozess. Ich habe alle meine Bilder jeweils nach Jahren sortiert in einzelnen Katalogen. Also… Öffnen, Prozess umstellen, Warten, Schließen, alten Katalog löschen. Aber das ist etwas, was man nebenbei machen kann. Auf jeden Fall sollte man den Hinweis ernst nehmen, dass die Bilder durch den neuen Prozess etwas bis gravierend anders aussehen können. Aber beim Großteil meiner Bilder sah ich keine große Änderung. Danach konnte es schon losgehen. Die Regler für Helligkeit, Aufhellen von dunklen Flächen usw. wurden umbenannt und wie ich finde, sinnvoll angeordnet. Man braucht ca. 10 Bilder bis man verstanden hat, was welcher Regler verspricht und schon geht das Entwickeln leicht von der Hand.

Wer sich etwas schwer damit tut, hier eine grobe Beschreibung, wie ich die Regler verstehe:

  • Lichter: Helligkeitsregler für helle Stellen, z.B. Himmel, Wolken usw. – Wenn man den Himmel zu hell belichtet hat und die Helligkeit etwas dämpfen will
  • Tiefen: Helligkeitsregler für dunkle Stellen, z.B. Schatten – Wenn man Details im Schatten hervorheben möchte
  • Weiß: Kontrastregler für helle Stellen – z.B. Wenn man den Kontrast Himmel – Wolke hervorheben will
  • Schwarz: Kontrastregler für dunkle Stellen – z.B. Wenn man den Kontrast zwischen Büschen und Erde hervorheben will

Aber nicht alles ist rosig an der neuen Version. Meine alte Version 3 war schon nach 100 Bildern bei einer Speicherbelastung von 500MB. Das zwang ein kleines Netbook schon ordentlich in die Knie und machte weitere Bearbeitungen unmöglich. Mit der neuen Version wird richtig zugelangt – Mal eben ein paar Bilder exportieren und schon sind 2 GB Speicher belegt. Aber das ist das geringste der Probleme. Mit 4 GB an meinem Hauptrechner ist das noch ordentlich Luft im Hauptspeicher. Nur hab ich jetzt Bedenken, Lightroom auf meinem Netbook zu installieren.

Weitere wunde Punkte sind der automatische Weißabgleich und die automatische Tonwertkontrolle. Je nachdem, wo die Bilder gemacht wurden, war ich mit Version 3 nach zwei Klicks mit der Bildbearbeitung fertig. Automatischer Weißabgleich – automatische Tonwertkontrolle – Fertig! Zur Zeit sitze ich an 1.600 Bildern, die während unseres Urlaubs im Westen der USA gemacht wurden. Hier hab ich eine Quote von 80% beim automatischen Weißabgleich, dass Lightroom damit richtig liegt. Sonnenaufgang im Bryce Canyon scheint Lightroom 5 überhaupt nicht zu liegen. Hier bekommen die ocker- bis rötlichen Felsen einen satten Blaustich. Die Farbtemperatur liegt hier zwischen 2.800 – 3.600 K statt bei 5.000 – 5.500 K. Aber da hatte schon die alte Version ihre Schwächen. Wo sich aber die neue Version definitiv vergreift, ist die automatische Tonwertkorrektur. Hier gehen 90% der Bilder daneben und werden viel zu hell. Und um ehrlich zu sein: Wer seine Bilder so fotografiert, dass er 5 Blenden daneben liegt, sollte an seiner Technik (ich meine hier sowohl Hardware, als auch Können!) arbeiten. Ich denke, hier sollte Lightroom etwas Vertrauen in die eingesetzte Technik haben, denn ein Bereich von +/-2,5 Blenden reicht völlig aus. Dazu kommt, dass der Weißregler auf ca. +30 und der Schwarzregler auf -30 gesetzt. Damit wird aus aus einer Bergkette mit blauem Himmel und grünen Büschen, ein blassbergiges Bild mit weißem Himmel und grauen Büschen.

Natürlich musste ich mich auch an der automatischen Korrektur der stürzenden Linien probieren. Die automatische Korrektur von Lightroom korrigiert ja nicht nur stürzende Linien, sondern auch leichte Drehungen. Als das Feature angekündigt wurde, sah ich neugierig nach und stellte zu meiner Überraschung fest, dass eine manuelle Korrektur bereits in Version 3 möglich war. Gut versteckt konnte man unter den Objektivkorrekturen –> manuell bereits vertikale Korrekturen vornehmen. Das Drehen des Bildes kannte ich von je her, da ich ab und zu um 1-2° schief liege. Mit der neuen Version leistet Lightroom einen guten Job. Wer aber im Grenzbereich arbeitet und riskiert, dass Häuserspitzen verschwinden, dem empfehle ich die Korrekturen von Hand vorzunehmen, da der Verschnitt bei der automatischen Korrektur doch ziemlich heftig ist.

Fazit: Nach wie vor ist Lightroom für mich die Nummer 1, wenn es um Nachbearbeitung von RAW-Bildern geht. Jedoch hoffe ich, dass der Speicherhunger durch ein baldiges Update gestillt wird. Auch eine funktionierende Automatik würde mir Stunden an Arbeit ersparen. Eigentlich will ich ja nur besondere Bilder nachbearbeiten und nicht jedes einzelne anfassen, auch wenn die Nachbearbeitung dank der neuen Regler schnell getan ist. Kleines Rechenbeispiel: Modulwechsel 2 Sekunden + 15 Sekunden Nachbearbeitung ergeben bei 1.600 Bildern 7,5 Stunden Extraaufwand! Und wenn ich schon mal die Wunschliste anreiße: Die „Synchronisierung“ zwischen den Bilder ist wohl das überflüssigste Feature. Statt dessen hätte ich gerne Presets, die ich auf Bilder anwenden kann.

Nachtrag 06.10.2013:

Vor ca. 2 Wochen ist das Update für Lightroom 5.2 veröffentlicht worden. Wie mir scheint, wurde der Speicherhunger etwas eingedämmt. Außerdem muss ich meine vorlaute Forderung nach Presets zurücknehmen. Sowas gibt es bereits und wenn man weiß, wie es funktioniert, kann man seinen Entwicklungsprozess enorm beschleunigen. Aber mit enorm beschleunigen meine ich auch nur soweit, wie es eine funktionierende automatische Tonwertkontrolle nicht besser machen würde. Also mach ich mal eine Liste auf und beobachte, was sich in den nächsten Versionen so tut…

  • Funktionierender automatischer Weißabgleich / automatische Tonwertkontrolle (in LR3 hat das besser funktioniert)
  • gesetzte Filter beim Beenden speichern (Ich setze einen Filter auf unbearbeitete Bilder (markiert/nicht markiert) und beim nächsten Start stehe ich zwar noch auf meinem letzten Bild, dass ich bearbeitet habe, der Filter ist aber vergessen)
  • Parallelisierung des Exports (Windows verteilt die Prozessorlast zwar schön auf meine vier Kerne, aber am Sägezahnmuster des Speicherverbrauchs sehe ich – da wird nur ein Bild exportiert)

Nachtrag 03.11.2014:

Da die automatische Tonwertkorrektur und der automatische Weißabgleich auch in Lightroom 5.6 immer noch genauso schlecht funktionieren, habe ich einen Beitrag geschrieben, wie man sich behelfen kann. Mit der neuen Bearbeitungsmethode bin ich zwar im ersten Schritt etwas langsamer, erspare mir ein zweites Korrigieren der Bilder für die Großzahl meiner Bilder.