IMG_3099Letztes Wochenende nahmen wir uns endlich mal wieder die Zeit unsere alljährliche Herbstwanderung in den Dolomiten zu machen. Der Start war etwas holprig, denn wir konnten nicht so schnell losfahren, wie wir das gerne wollten. Aber so ist das immer, wenn ich mal davon ausgehe, dass Termine die immer pünktlich zu Ende sind, sich auf einmal hinten verschieben. Also starteten wir ungefähr eine Stunde später wie geplant, sind aber gut durchgekommen. Im Vorfeld hatten wir uns nach Hotels umgesehen und stießen dabei auf das Hotel Nigglhof in Welschnofen. Ich hatte telefonisch vorher geklärt, dass wir später (ca. 20 Uhr) ankommen und ob wir dann noch Abendessen bekommen. Wäre alles kein Problem hieß es. Kurz bevor wir den Zielort erreichten, begann es in Strömen zu gießen. Und zwar nicht der gewöhnliche Regen, den wir so haben, sondern wenn sich die Wolken an den Bergen stauen und es ordentlich abregnet. Deswegen saßen wir noch 10 Minuten im Auto, bis es etwas nachließ. So standen wir kurz nach 20 Uhr an der Rezeption und fragten, ob es mit dem Essen noch klappt. Ja freilich, aber dann gleich. Als wir saßen, studierten wir das Essen des Abends – es fing mit dem Salat an der Salatbar an. Geschlossen. Es gab zwei Hauptgerichte zur Auswahl, die Kellnerin meinte, sie müsste erstmal fragen, weil die Küche schon so langsam schließt. Wir waren etwas bedient.

IMG_3111Dafür war das Zimmer ganz passabel, wenn auch etwas kühl wirkend, da es keine Bilder oder sonstige Dekoration gab. Aber das war uns schon beim Buchen klar. Ich ließ die elektrischen Rollläden (Luxus!) herunter und wir schliefen uns erstmal richtig aus. Was in unserer Sprache heißt: Kurz nach 7 Uhr waren wir munter, ließen die Rollläden wieder hoch und vor uns leuchtete der Latemar im Morgenlicht. Wir traten auf den Balkon und schauten uns erstmal um. Links von uns konnte man prima den Rosengarten sehen, eine Klasse Aussicht, welche die Strapazen der langen Fahrt wett machte. Wir gingen zum Frühstück runter und schauten uns am Büffet um – wo war das Rührei, dass ich auch telefonisch erfragt hatte. Kein Problem, konnte man bestellen. Saftig tiefgelbe Dotter haben die Eier. Nach dem Frühstück suchten wir uns eine Route raus, die uns zum Elisabeth-Denkmal führt und dann weiter zum Karersee. Von dort aus wollten wir in Abhängigkeit von Kondition und Wetter entscheiden, ob wir zurück laufen oder den Bus nehmen.

IMG_3113Der Waldweg, der uns nach oben führte war noch feucht vom Regen der letzten Nacht und ich kam ordentlich ins Schwitzen. Nach einer Dreiviertelstunde hatten wir die gewünschte Höhe erreicht und wir betraten eine Lichtung. Ich zog meine Softshell aus und dampfte. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir liefen bei schönstem Sonnenschein zum Denkmal vom Lieblingsplatz von Sissy und dann weiter zum Karersee. Es gibt aber jedoch auch eine Ortschaft gleichen Namens und genau die ist immer ausgeschildert. Wir liefen auf gut Glück in die Richtung, wo wir den See vermuten und fanden uns bestätigt, als wir das erste Schild entdeckten, dass uns den Weg wies. Ein Paar, dass wir in der Ortschaft um Hilfe gefragt hatten, trafen wir wieder, kurz bevor wir den See erreichten. Ihre Meinung „Naja, so besonders war das jetzt nicht.“ Keine Ahnung, wo sie waren, aber das tiefe Grün mit dem Latemar im Hintergrund ist immer wieder bewegend. Als wir den Heimweg antraten, begann es leicht zu tröpfeln, was aber im Laufe des Rückwegs aufhörte und als wir so gegen 15 Uhr wieder im Hotel ankamen, schien dort noch die Sonne und wir konnten entspannt noch etwas die Sonne genießen, bevor es wieder anfing in Strömen zu regnen.

Beim Abendessen konnte diesmal nichts schief gehen. Früh hatten wir unser Abendessen ausgewählt und es ging los. Meine Frau wollte nicht gänzlich auf ihre Paleo-Ernährung verzichten und merkte beim ersten Gang an, dass sie auf Gluten verzichten möchte. Kein Problem, aber schon beim zweiten Gang stand wieder etwas mit Teig da. Das Spiel wiederholte sich nun jeden Abend. Wir waren todmüde und legten uns nach dem Essen sofort ins Bett, schauten noch etwas fern und schliefen dann ganz schnell ein.

IMG_3130Was den nächsten Tag betraf, waren wir etwas skeptisch – sollte das Wetter am Nachmittag wieder so schnell umschlagen? Sollten wir es wagen, zum Rosengarten aufzusteigen und dort die geplante Rundwanderung zu machen? Der Morgen zeigte sich unentschlossen und trübe. Ich war der Meinung, wir sollte es wagen und so gingen wir zur Seilbahn. Der etwas müde und muffelig wirkende Kartenverkäufer entgegnete auf unsere Frage, wie das Wetter oben so ist „Wie hier“. Trotzdem löhnten wir die 18,50 Euro für beide Bahnen und setzten uns in die Kabine, die uns bis zur Frommeralm brachte. Bisher stimmte die Prognose, es war genau so trüb, wie unten. Aber ich ahnte, was uns erwartete, als wir uns in den Sessellift setzten und weiter fuhren, drangen wir in den Nebel ein, es war herrlich ruhig, nur die Kühe bimmelten unter uns, als die Sonne durch den Nebel brach und durch die Bäume schien. Vom Fuß des Rosengartens hatten wir einen fantastischen Blick auf das Wolkenmeer unter uns, nur der Latemar ragte auch über dem Nebel empor.

Wir befanden uns auf ca. 2.300 Meter Höhe und die erste Station war das Tschager Joch ungefähr 300 Meter höher. Es war noch ziemlich kalt (7°C) und wir befanden uns im Schatten. Auf der anderen Seite hatten wir endlich Sonne, nur leider war nicht klar, wohin der Weg führte. Wir sahen einen Weg, der in die Richtung führte, in die wir wollten, aber kein Wegweiser. Wir beschlossen den unbekannten Weg zu gehen, ein Gruppe Italiener folgte unserem Beispiel, überholte uns, um dann festzustellen, dass es eine Sackgasse war. Ein anderes deutsches Paar lief zwar weiter, kehrte dann aber auch unschlüssig um. Gemeinsam entschieden wir, dass es keine andere Alternative gibt, wie dem ursprünglichen Weg zu folgen. Etliche Biegungen später fanden wir den Wegweiser und liefen weiter. Wir befanden uns jetzt auf der Rückseite, liefen wir am Fuß der Berge entlang, wohl wissend, dass wir noch einen Pass vor uns hatten, der noch einmal steil bergauf und wieder hinunter führte.

IMG_3150Auf dem Pass machten wir keine Rast, denn es war laut und wenig einladend. Erst an der Rotwandhütte genehmigten wir uns eine kurze Auszeit. Doch die Zeit drängte, denn die Wolken begannen sich schon wieder zu sammeln. Als wir den Wendepunkt zur Vorderseite erreichten begann es langsam große fette Tropfen zu regnen. Es wurde aber nicht stärker und hörte nach 10 Minuten wieder auf. Bis wir zurück an der Kölner Hütte waren, wiederholte sich das noch zwei mal. Da wir sehr hungrig waren genossen wir zum Abschluss unserer Wanderung ein üppiges Menü in der Hütte. Kriszta aß zwei gebratene Würstel mit Pommes (von denen ich den Bärenanteil bekam) und ich genehmigte mir Kaiserschmarrn mit Waldfrüchten. Satt und zufrieden fuhren wir talwärts, liefen heim, wo noch die Sonne schien, bevor es ungefähr eine Stunde später wieder begann zu regnen.

Montag war dann die Heimfahrt die nach dem Mittagessen jäh gestoppt wurde, als wir auf die Brennerautobahn fuhren und Kriszta grad noch meinte, sie hätte was mit Stau gesehen. Autobahn gesperrt, weil ein LKW brannte. So standen wir knapp 2 Stunden auf der Stelle. Für mich war es die erste Erfahrung mit einer Totalsperrung. Dafür hatte es den LKW richtig übel erwischt, die Hälfte war verbrannt und es sah aus, als hätte er Papier geladen gehabt. So kamen wir statt 18 Uhr erst 20 Uhr daheim an.

Nachdem Ende Oktober noch ein paar schöne Tage waren, brach im Übergang zum November eine richtige Kältewelle über Deutschland herein. Da wir für unsere Mittelmeerkreuzfahrt nach Italien mussten, hatte ich schon die Winterreifen am Auto montiert, denn vielleicht hatten wir Pech und fuhren mitten in den Schnee hinein, wenn wir die Alpen überqueren. Freitag früh ging es los, mit Zwischenstopp in Herzogenaurach, wo wir noch ein paar Sachen kauften, bevor es Richtung Salzburg ging. Dort gingen wir etwas spazieren und sammelten dann Krisztas Eltern auf und fuhren zur Übernachtung Richtung Villach (ich habe eine Weltreise hinter mir, aber das war meine erste Übernachtung in Österreich!). Auf dem Weg dahin regnete es fast ununterbrochen. Nach einem kleinen Abendessen, legten wir uns relativ schnell schlafen, denn es sollte früh am nächsten Morgen weitergehen.

1. Station: Venedig

Eigentlich ist Venedig ja unser Abfahrtshafen gewesen. Da wir aber so geplant haben, dass wir gegen 11 Uhr in Venedig sind, bleiben uns noch ein paar Stunden, in denen wir die Stadt besichtigen können. Das Wetter wechselt zwischen grau und regnerisch. Selbst bei dem Wetter sind Unmengen von Touristen in den Gassen unterwegs. Viele haben sich Gummistiefel gekauft, um über die überschwemmten Plätze laufen zu können. Auch wenn es nicht das beste Wetter ist, hat Venedig einen Charme, der kaum von der Hand zu weisen ist. Vergeblich hoffen wir auf einen Wetterumschwung, aber der lässt auf sich warten. Das richtige Highlight folgt, als wir mit dem Schiff auslaufen und quasi vom Schiff oben herab auf den Dogenpalast schauen können. Während aber die halbe Schiffsbesatzung gebannt auf die Stadt schaute, bemerkte ich auf der Backbord-Seite des Schiffs einen goldenen Streifen am Himmel. Zusammen mit der Kulisse der venezianischen Insel ein schönes Motiv.

2. Station: Bari

Da wir erst mittags anlegten, gehörte der Vormittag dem Sport. Bari ist weniger bekannt, aber ein schönes Beispiel, wenn man typische italienische Gassen sucht, wie man sie gern in Filmen sieht. Es liegt ungefähr da, wo beim Italienischen Stiefel, der Absatz anfängt. Als wir anlegten, befürchtete ich schon, dass sich unser Stadtrundgang als sehr kurz erweisen wird. Das Wetter war wolkig mit Neigung zum Regen, was es dann auch zwischen sonnigen Abschnitten auch immer mal gemacht hat. Dafür war die Innenstadt nicht so belebt und wir schlugen uns durch die vielen kleinen Gässchen, wo die Türen offen standen und Blicke in die Küche erhaschen konnten und für einen Augenblick Teil einer italienischen Familie wurden. Es war, als wäre die Zeit seit 40 Jahren stehen geblieben. Zu unserem Unglück spielte das Wetter nicht mit, außerdem fand sich in der Nähe des Hafens auch keine Reiseagentur, die eine Tour nach Alberobello angeboten hätte. Und für Alberobello braucht man unbedingt schönes Wetter…

3. Station: Korfu

Auf Korfu kamen wir früh an. Schon im Vorfeld unserer Reise hatten wir einen Mietwagen organisiert, den wir jetzt nur noch abholten. Man war auf deutsche Touristen eingerichtet, denn der Vermieter sprach etwas deutsch. Hauptziel war Palaiokastritsa. Als wir dort ankamen, öffneten sich die Wolken und es goss in Strömen. Doch schon wenig später verschwanden die Wolken und der Himmel zeigte sich von einer weiß-blauen Seite. Das Umfeld der Kirche ist in der festen Hand von Katzen. Als wir etwas herumliefen, sahen wir etliche Pappboxen an der Seite, wo sich in einigen viele kleine Katzen zusammenkuschelten und schliefen. Der Rest lief auf dem Gelände herum und schmuste mit den Besuchern. Wir wollten auch noch einen kleinen Strandausflug, aber der Strand war nicht einladend und außerdem zogen schon wieder dunkle Wolken auf, die sich bei unserem Besuch im Schloss, das Sissi bauen ließ, entluden. Zum Abschluss folgte noch eine kleine Stadtrundfahrt und danach gaben wir den Mietwagen ab und verzogen uns auf unsere Kabine. Da wir nachts immer durch das Gepolter in der Küche über uns gestört wurden, mussten wir etwas Schlaf nachholen.

4. Station: Santorini

Wir erreichen Santorini am Mittag. Als wir die Insel anfahren, denke ich von der Ferne, dass der Berge mit Schnee bedeckt sind, so weiß leuchtet es. Ein Blick durchs Zoomobjektiv offenbart die Häuser. Da wir nicht im Hafen anlegen, werden wir mit kleinen Booten übergesetzt. Auf dem Hinweg nehmen wir die Seilbahn aufwärts. Wie es sich herausstellt, ist gerade ein Bus nach Oia weggefahren und wir müssen 20 Minuten warten. Ich nutze die Zeit, um Postkarten zu schreiben. Der Busfahrer und sein Kassierkollege sind entweder notorisch schlecht gelaunt oder richtige Touristenhasser. Den Touristen wird vermittelt, dass es sich um den Non-Stop-Bus nach Oia handelt, Essen und Trinken streng verboten ist, aber Landsmänner dürfen an jeder Milchkanne aussteigen und sitzen futternd im Bus. So ziemlich fast jedes Motiv, was Santorini zeigt, dürfte aus Oia stammen. Hier findet man strahlend weiße Häuser, blaue Kuppeln und wir hatten an dem Tag wahnsinniges Glück – herrlich blauen Himmel. Die Zeit vergeht wie im Flug und gegen 18 Uhr sind wir wieder zurück, nachdem wir nach unten gelaufen sind und dabei durch jede Menge Eselsmist stapfen durften.

5. Station: Kusadasi (Ephesus)

Wir entscheiden uns am Abend vorher, dass wir uns einen Taxifahrer suchen, der alle historischen Stätten mit uns abklappert. Für 65 Euro finden wir einen uns los gehts. Es wimmelt in Ephesus vor Touristen, aber trotzdem ist es schön. Dort verbringen wir einige Stunden, fahren anschließend zu einigen Sehenswürdigkeiten, die eigentlich noch zur historischen Stätte gehören, aber außerhalb des Geländes liegen. Danach geht es nach Selcuk ins Museum. Ich bin nicht interessiert, setze mich auf eine Parkbank vor dem Museum und nicke sogar kurz ein. Wir strapazieren die Geduld unseres Taxifahrers, als wir weiter ins Stadtzentrum laufen, um eine Kirche und das alte Aquädukt zu besichtigen. Abschlusspunkt der Tour ist der Artemistempel, der zu den 7 alten Weltwundern gehörte. Davon ist nur noch eine Säule übrig, die auch nur noch den Eindruck vermittelt, als verschiedenen Steinen aufeinandergestapelt worden zu sein. Als wir wieder an Bord sind, beschweren wir uns todmüde über den Radau über uns und bekommen ein neues Zimmer zugewiesen. Nur mit Handgepäck ziehen wir um, was sich als richtig erwies, denn eine halbe Stunde kommt die französische Familie nebenan zurück, die Kinder tollen umher und durch die Verbindungstür hören wir jedes Wort. Nichts wie zurück ins alte Zimmer.

6. Station: Katakolon (Olympia)

Wir beschweren uns nochmal und bekommen eine $100 Gutschrift und ein Einladung ins das schiffseigene japanische Izumi-Restaurants – auf Kosten der Serviceabteilung. Mittags soll das Schiff in Katakolon anlegen, was uns aber nicht gelingt, weil der Wellengang viel zu hoch ist. Also liegen wir den ganzen Nachmittag im Hafen, ohne anzudocken. Abends kommt dann das Essen im Izumi. Da es ein Restaurant ist, wo die Gäste zahlen müssen, ist es wenig besucht, die Bedienung exzellent und das Essen ausgezeichnet. Das Ambiente ist optimal, um Kriszta zu fragen, ob sie meine Frau werden möchte. Ich muss nicht lange auf das „Ja“ warten. Ein sehr schöner Abend!

Den letzten Tag verbrachten wir auf See, lasen, lagen in der Sonne – aber nur innen, da es außen viel zu kalt und windig war. Als wir den nächsten Morgen in Venedig ankommen, könnte man meinen, alle Fenster wären durch Milchglas ausgetauscht worden, so neblig ist es. Wir steigen ins Auto und am späten Nachmittag sind wir wieder daheim.

Sommerurlaub stand an und nach unseren Abenteuern in Sri Lanka, war es mal wieder Zeit für eine Kreuzfahrt. Irgendwie sind wir mit unserer Karibikkreuzfahrt auf den Geschmack gekommen. Man ist jeden Tag an einem anderen Ort, muss aber nicht ständig ein- und auspacken. Und entgegen aller Gerüchte bzw. was einem selbst auf dem Schiff gesagt wird, kann man sich wunderbar selbst in den angefahrenen Orten organisieren. Kriszta machte ein Schnäppchen – wieder bei unserer favorisierten Cruise Line: Royal Carribean. Das Schiff legte in Genua ab und da wir die Strecke nicht an einem Tag schaffen wollten, fuhren wir Samstag früh 7 Uhr los, machten einen kleinen Zwischenstopp in Metzingen und komplettierten unsere Garderobe. Danach ging es noch bis Mailand, wo ein Hotel auf uns wartete. Wir hatten etwas Bammel, als wir hörten, dass am Gotthard-Tunnel 12km Stau waren und wichen so über San Bernardino aus, der komplett frei war. Hotel war schön und nach einer Pizza fielen wir in den wohl verdienten Schlaf.

Am nächsten Morgen machten wir noch einen kurzen Abstecher in die Mailänder Innenstadt und dann ging es nach Genua. Dort hatten wir für eine Woche einen Platz im Parkhaus angemietet, wo ich so meine Ängste hatte, denn wer italienische Parkplätze kennt weiß, wie es in Parkhäusern abgeht. Doch die Bedenken wurden sofort zerstreut, als unser Auto kurz hinter der Einfahrt abgenommen wurde – Ein- und Ausparken übernimmt das Personal persönlich. Zusätzlich wird man noch bis zum Schiff transportiert und Ruckzuck waren wir auf dem Schiff und konnten uns am reichhaltigen Mittagsbüffet laben.

Erste Station: Ajaccio, Corsica, Frankreich
Die erste Nacht auf See ist immer etwas ungewohnt, man muss sich erstmal an das Schwanken gewöhnen und an die Geräusche des Schiffs. Wir hatten diesmal das jüngste Schwesternschiff der Navigator of the Seas erwischt – die Mariner of the Seas. Absolut baugleich und damit fühlten wir gleich wieder heimisch. Ich fand auch gleich mein Lieblingsmüesli wieder – Kellog’s Granola. Noch so eine fiese Sache, die es nicht in Deutschland gibt. Danach ging es an Land. Erstmal schlenderten wir etwas durch die Stadt, wir hatten Glück, dass wir vor allen Touristenbussen an den wichtigen Sehenswürdigkeiten waren. Anschließend ging es mit dem Linienbus zum Pointe de la Parata. Ich machte mir noch die Mühe zu dem kleinen Turm hinaufzusteigen, wo man eine tolle Aussicht auf die vorliegenden Inselchen hat. Der Bus brachte uns danach an den Strand und später auch wieder zurück in die Stadt, wo wir noch etwas umher liefen und zum Schiff zurück kehrten.

Zweite Station: Barcelona, Spanien
Der Tag auf Corsica war schon angenehm warm, aber nichts im Vergleich zu Barcelona. Hier war schon morgens um 9 Uhr die Luft drückend heiß und kein Lüftchen rührte sich. Um den Tag mit wenigen Worten zusammenzufassen: Wir waren auf Gaudis Spuren unterwegs. Es begann mit dem Park Güell und hörte mit der Sagrada Familia auf. Zwischendrin folgten einige Gebäude, die unverwechselbare Kennzeichen Gaudis trugen. Eigentlich sollte die Sagrada Familia zweite Station unseres Ausflug sein, aber gegen 10 Uhr sammelten sich dort alle Touristengruppen und warteten auf Einlass. Ich schnappte etwas von 2 Stunden Wartezeit (bei 30°C und in der prallen Sonne!) auf und wir brachen ab, um gegen 15 Uhr nochmal wieder zu kommen. Kaum 10 Minuten gewartet, waren wir drin. Ich war sehr positiv überrascht. Was von Außen etwas wie eine Kleckerburg aussieht, entpuppte sich als Meisterwerk und kommt damit zu meinen gefühlten Top 10 der schönsten Gebäude.

Dritte Station: Palma de Mallorca, Spanien
Was hört man nicht alles über Mallorca. Anfangen von dem schlechten Ruf von S’Arenal, versuchen einige den Norden als wunderschön anzupreisen. Aber warum keiner was von der schönen Stadt Palma sagt, weiß ich nicht. Wir wandelten den ganzen Vormittag durch die Innenstadt und da wir keine Zeit in Barcelona zum Shoppen hatten, holten wir das hier wieder nach. Wenn man schon mal in Spanien ist, muss man einfach bei Desigual zuschlagen. Wir wandelten durch viele kleine Gässchen, die trotz Hochsaison wie ausgestorben wirkten und erblickten schöne grüne Innenhöfe.

Vierte Station: Cagliari, Sardinien, Italien
Die Überfahrt von Mallorca dauerte vergleichsweise lang, weswegen wir erst gegen Mittag in Sardinien eintrafen. Da auch hier hochsommerliche Temperaturen herrschten und die Innenstadt wenig zum Schlendern einlud, setzten wir uns wieder mal in den Bus und fuhren zum nächstgelegenen Strand, der ein Traum war. Leider fanden das Hunderte anderer Menschen auch und so war wenig Platz. Auf dem Stück, wo wir uns niederlassen konnten, wurden wir wenig später verjagt, da es sich um einen privaten Strand handelt. Auf dem Rückweg machten wir doch noch Zwischenstopp in der Stadt und genossen ein ganz leckeres Banane-Nutella-Eis.

Fünfte Station: Rom, Italien
Unsere Überfahrt nach Rom dauerte mehr als einen Tag. Lag wohl daran, dass man unbedingt eine Woche als Turnuswechsel erreichen wollte uns so einen Tag Pause bis zur letzten Station brauchte. Das Tempo des Schiffs konnte man getrost als Treiben bezeichnen. Als wir 9 Uhr an Deck gingen, um uns zu Sonnen, waren wir sehr schnell im Schatten verschwunden. Die Sonne brannte mit einer Intensität, die fast alle in den Schatten vergraulte. Also folgte ich meinem üblichen Programm aus Lesen, Musik hören und Sport. Erst zum späten Nachmittag wagte ich mich für eine halbe Stunde in die Sonne. Als wir am nächsten Morgen Rom erreichten, fuhren wir vom Hafen Civitacecchia mit dem Zug innerhalb von einer Dreiviertelstunde zum Petersdom. Nach der Besichtigung ging es zur Engelsburg, zum Trevi-Brunnen, zur Spanischen Treppe, zum Capitol, zum Forum Romanum und abschließend zum Colosseum – ja man schafft Rom in einem Tag, aber nur, wenn man schon mal dort war und nicht zu lange verweilt.

Den nächsten Morgen wartete bereits unser Auto auf dem Parkplatz neben dem Schiff, sodass wir nur noch Auschecken mussten und dann konnten wir die Koffer gleich ins Auto verladen. Die Rückreise war ziemlich anstrengend, auch wenn sie reibungslos verlief. Als wir 10 Stunden später wieder daheim waren, fiel ich todmüde ins Bett und war dort nicht mehr weg zu bekommen. Diesmal kann ich als Fazit sagen, dass wir mit unseren Kellner mehr Glück hatten, beide waren sehr freundlich und Sven wirkte froh, dass er als einziges deutsches Besatzungsmitglied deutsche Gäste bedienen durfte. Dafür hatten wir einen Peruanischen Stateroom Assistant und der machte alles nicht so ganz gründlich, war aber immer freundlich. Etwas merkwürdig mutete die Rezeption an, die uns einreden wollten, dass man sich nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel in Spanien verlassen kann, da wird ja pausenlos gestreikt und die kommen auch wann sie wollen. Ich glaube mich zu erinnern, einen Satz aufgeschnappt zu haben, der ungefähr lautete „Alles was wir nicht unter Kontrolle haben, ist unzuverlässig.“ Tatsache war, dass der Bus pünktlich mit den ersten Gästen losfuhr und auch der Rücktransport.

Mittlerweile bildet sich schon ein richtiger Geschichtenstau. Fangen wir an mit einem Wochenende, für das in Deutschland über 30°C angesagt waren. Wir packten unsere Sachen und fuhren mit dem Auto gen Süden – Ziel: Gardasee. Die Klimaanlage hatte gut zu tun und wir kamen etwas später als erwartet in Limone an. Man freute sich auf uns und teilte uns mit, dass wir umziehen müssten in ein anderes Hotel – sie wären ausgebucht. Also mussten wir in den sauren Apfel beißen, was sich später als unsere Rettung herausstellte. Unser ursprünglich gebuchtes Hotel lag etwas außerhalb von Limone und jetzt waren wir nahe am Zentrum. Nachdem wir die Kreuzung zu unserem neuen Hotel verpasst hatten und wenden wollten, mussten wir feststellen, dass es auf den schmalen Küstenstraßen, die mehr aus Tunneln bestehen, kaum möglich ist, zu wenden. Irgendwann nach 7km packen wir es doch und fuhren zurück. Es dämmerte mittlerweile und wir hatten Hunger. Kein Problem, Abendessen begann gerade, wir gingen nur noch schnell aufs Zimmer. Abends wagten wir noch einen kleinen Spaziergang ins Zentrum von Limone und überlegten, ob wir wieder in ursprüngliche Hotel wechseln oder doch im neuen bleiben.

Den nächsten Tag stand der Entschluss fest – so schlecht war das Hotel Belvedere nicht, also blieben wir dort. Über die Hochnäsigkeit des Kellners während er Essen, dass sich auf dem Niveau von Schulspeisung (sowohl geschmacklich, als auch in der Anrichtung) bewegte, konnten wir locker hinwegsehen. Die Nähe zum Ortszentrum erwies sich als viel besser als ursprünglich gedacht. Wir nutzten den ersten Tag, um nach Riva zu fahren, so bei strahlendem Sonnenschein auf die Burg hochzulaufen, uns einen Überblick über die Stadt und den See zu verschaffen. Den Rest des Tages schlenderten wir durch die Stadt, wo gerade ein Fahrrad-Event statt fand. Alles was danach passiert, spottete dem Wetter, was in Deutschland herrschte. Gegenüber der Heimat kletterte hier das Thermometer knapp über 20°C und ab Mittag waren wir an unsere Unterkunft gefesselt, da es meist regnete. Glück für uns, denn wir hatten ausreichend Lesestoff mit.

Zum Glück gönnte uns das Wetter wenigstens vormittags regenfreie Zeit und so konnten wir die Olivenölpresserei in Limone besuchen (wo wir uns auch erstmal verlaufen haben). Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass hier die Zeit stehengeblieben wurde. Die Hotels sind älteren Datum, auch wenn sie mittlerweile modernisiert sind und wie ich schon in einer Postkarte an einen Freund schrieb: „Hotels, Postkartenmotive und das Publikum stammen aus einer Zeit, wo alle noch jung waren“.

Ausschnitt vom Tor des Mailänder Doms

Ausschnitt vom Tor des Mailänder Doms

Von Dahab ging es wieder 10 Stunden zurück nach Kairo. Die Busfahrt war angenehm, nicht zu kalt, nicht zu laut und wir haben beide fast die gesamte Fahrt geschlafen. Ziemlich langweilig war die Warterei auf dem Kairoer Flughafen, weil für es für den Eingang für internationale Flüge gleich beim Eingang eine Sicherheitskontrolle gibt. Und solange kein Check in, solange kein Einlass. Aber der richtig schlimme Teil sollte erst noch kommen. Die Nacht in Rom, bis wir am nächsten Tag nach Mailand aufbrechen, war grauenhaft. Auf dem römischen Flughafen gibt es keine Bänke, wo man sich ein wenig hinlegen kann, die Klimaanlage lief die ganze Nacht auf Hochtouren und bescherte ein frostiges Klima. Zu allem Unglück hatten wir noch vier russische Mütterchen, die sich in unsere Nähe setzten und den gesamten Bereich mit ihren Erzählungen unterhielten. Also für mich war Schlafen ausgeschlossen.

Mailänder Scala

Mailänder Scala

Zumindest konnte ich den Transfer vom Mailänder Flughafen bis in die Innenstadt schlafen. Mailand als Stadt hat mich ziemlich enttäuscht. Gut, der Mailänder Dom ist von innen und außen schön, besonders die Türen sind ein Meisterstück. Aber wie ich schon zu meinen Eltern sagte, es ist als ob man nach Leipzig kommt. Leipzig ist eine Stadt, wo man toll einkaufen kann, die Gebäude schön, aber nicht spektakulär sind. Dazu muss man schon nach Dresden fahren. Und genauso verhält es sich mit Mailand – relativ schlicht und Unmengen an Geschäften. Von der Mailänder Scala war ich regelrecht enttäuscht, ein ziemlich schmuckloses Gebäude, was sich da einen Weltruf erarbeitet hat. Aber dafür wurden wir kulinarisch belohnt. Die Pizza, die wir bestellten, was riesig groß – geschätzte 35cm im Durchmesser und an Belag wurde auch nicht gegeizt. Und das Eis zum Nachttisch war auch lecker. Aber trotzdem schlug die Müdigkeit immer mehr zu und wir sehnten uns nach einem Bett. Abends ging es dann per Flugzeug weiter nach Stuttgart, wobei wir den Flug komplett durchgeschlafen haben. Und nachdem wir bei Krisztas Freunden ankamen, war auch nicht mehr viel los. Wir packten unsere Sachen um und fielen ins Bett.

dolomiten2010 1Ein Jahr ist schon wieder fast vergangen seit unserem Ausflug in die Dolomiten. Dieses Jahr sollte die Langkofelgruppe unsicher gemacht werden. Freitag früh ging es los und nach 8 Stunden Fahrt kamen wir am Karersee an. Der Blick auf den grün schimmernden See ist überwältigend und fotografisch eine Herausforderung. Man schaffe es, so zu fotografieren, dass die Berge sichtbar sind – aber nicht überbelichtet – und gleichzeitig der Boden des Sees – aber auch nicht unterbelichtet. Im Anschluss machten wir noch eine kleine Wanderung von 8km und steuerten anschließend den Zeltplatz in Campitello di Fassa an, um das Zelt aufzubauen. Wir freuten uns alle auf eine Pizza, mussten aber eine ganze Weile suchen, bis wir etwas ansprechendes gefunden hatten. Und nach einer riesigen Pizza und einem Glas Hauswein ging der Abend zu Ende und wir schliefen schnell ein.

Samstag stand eine größere Wanderung auf dem Plan. 16 Kilometer Strecke, 300 Meter Höhenunterschied und eine Dauer von 5,5 bis 6,5 Stunden – das klingt nicht zu kompliziert und schien durchaus machbar. Gegen 9 Uhr waren wir auf dem Berg und nach einer kleinen Stärkung ging es los. Theoretisch sollten wir mittags die Hälfte geschafft haben. Wir hatten uns dafür entschieden, die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu laufen, sodass wir das flache Stück gegen Ende unserer Umrundung vor uns haben. Grund dafür waren Gewitter und Regen, die für den Nachmittag / Abend angekündigt waren.

dolomiten2010 3Abgesehen von dem Stück zur Seilbahn hatten wir bereits nach 1,5 Stunden die 300 Höhenmeter weg. Zur Mittagspause kam die bittere Erkenntnis, dass wir erst ein Drittel des Weges geschafft haben. Da wir keine genauen Kenntnisse über die Öffnungszeiten der Seilbahn hatten, fingen wir an zu spekulieren. Wir schätzten auf 17.30 Uhr. Leider begann die Notfallplanung eine Hütte zu spät. An der vorletzten Hütte fragten wir nach: Ja, die letzte Bahn fährt 17.30 Uhr und ob man es in einer halben Stunde schafft, war zweifelhaft – es war 17 Uhr.

Also mobilisierten Alex und ich unsere letzten Kraftreserven und zogen los. Wir sollten die letzte Bahn bekommen und die Damen mit dem Auto vom Parkplatz am Sellajoch abholen. Die Uhr tickte erbarmungslos und sämtliche Wanderer, die wir überholten müssen gedacht haben, der Leibhaftige ist hinter uns her. Für das letzte Stück zur Seilbahn aufwärts hatten wir 10 Minuten Zeit – zum Vergleich: abwärts haben wir dafür 25 Minuten gebraucht. Ich schnaufte schon wie eine Dampflok, als ein Jeep neben mir hielt und der Fahrer mich auf italienisch vollplapperte. Bahnhof! Ach so, in 5 Minuten ist Schluss mit Seilbahn fahren. Er düste weiter. Ich dachte mir so „Du *Schimpfwort*, warum fährst du uns dann nicht einfach hoch?“ Und genau die Kraft half mir, das letzte Stück noch hoch zu laufen.

dolomiten2010 2Der Wärter der Bahn stand schon vor der Tür und fragte ein Pärchen, dass neben dem Eingang stand, ob sie noch mitfahren wollten. Wir winkten mit den Armen. Nein, zwei Kerle über 1,80m, die mit den Armen winken übersieht man schon mal auf einer Bergkuppe. Inzwischen kam der Jeepfahrer wieder und hatte zwei Insassen dabei, die er am Hang gegenüber aufgesammelt hatte. Also los – Endspurt! Bange Minuten bei den Damen, die sich inzwischen auf den Weg zum Parkplatz gemacht hatten. Wir saßen auf dem Boden der Gondel, klatschnass geschwitzt und ich tippte meine SMS, die noch extralange brauchte, um verschickt zu werden.

Als wir vom Sellajoch zurückkehrten, gab es erstmal eine extralange Dusche und anschließend ging es wieder zum Essen. Keiner hatte den Riesenhunger und wir waren alle fertig. Letztlich hatte die Sonne auch noch ihr bestes gegeben und uns allen einen schönen Sonnenbrand verpasst. Kurz nachdem wir ins Zelt schlüpften begann das Gewitter und der Regen. Halb so schlimm, wenn nicht nebenan ein paar Holländer in aller Ruhe und mit voller Lautstärke ihr Zelt aufbauten. Gefühlte 20 Heringe wurden in den Boden gerammt und damit es nicht langweilig wurde, quatschte man dabei. Dementsprechend glich das Auto auf der Heimfahrt am nächsten Tag eher einem Schlafwagen, als einem Auto.

Und daheim die Statistik (geschätzt, da der Logger kurz vor knapp mit leerem Akku aufgab):

  • Entfernung: 21km
  • Höhenunterschied: 1000m (sowohl aufwärts, als abwärts)
  • Zeit: 8,5 Stunden (die Herrenrunde inkl. Pausen, die Damen sind über 9 Stunden unterwegs gewesen sein, da sie noch zum Sellajoch mussten)

michelangelo

Ich hatte mich ja schon in meinem Rom-Beitrag etwas zum Thema Sixtinische Kapelle geäußert, aber da gibt es noch mehr zu sagen. Also man betritt die Sixtinische Kapelle und sie ist voller Menschen, alle Sitzplätze an den Seiten sind durchweg besetzt und die Leute starren andächtig an die Wände und an die Decke und tauschen Gedanken aus. Aus dem Tuscheln wird Sprechen und die Lautstärke steigert sich solange, bis wieder ein „Psscchhhtt!!!“ von den Wächtern ertönt. Wir sind zwei mal in der Kapelle gewesen und jedes Mal ärgerte es mich um so mehr, keine Fotos machen zu können.

Wir wurden Zeugen, wie Leute gebeten wurden, ihre Kamera wegzupacken, wir wurden Zeugen, wie Leute durch ein „No Foto!“ zurechtgewiesen wurden, nur weil ihre Kamera Richtung Decke zeigte. Nach Abschluss der zweiten Runde sah ich ein Hinweisschild auf das Vatikanische Postamt. Angeblich sollte die Vatikanpost schneller und zuverlässiger liefern, wie die italienische Post. Ich fand es eine coole Idee, eine Postkarte aus dem Vatikan mit passender Briefmarke und passendem Stempel als Erinnerung an uns zu schicken. Und natürlich bot sich als Motiv die Decke von Michelangelo an.

Also schnappte ich mir eine Karte aus dem Postkartenständer, ging zum Postschalter und verlangte noch eine Marke nach Deutschland. Ich durfte 0,65€ zahlen und gesellte mich wieder zu Kriszta. Als ich ansetzen wollte zu schreiben, fiel mir was auf. Wir diskutierten etliche Verschwörungstheorien, Kameraüberwachung und ewige Verdammnis und schickten dann die Postkarte an uns. Aus religiöser Sicht vielleicht doch suboptimal eine Postkarte im Vatikan zu klauen, aber rein moralisch nach dem Spektakel in der Sixtinischen Kapelle nur gerecht. Ich hatte ja schließlich Geburtstag…

abendbild romNun ist es mittlerweile schon wieder ein Woche her. Vor einer Woche ging es früh los, ab nach Nürnberg, rein in das Flugzeug und dann Richtung Süden. Gut 1,5 Stunden später hatte uns die Erde wieder, wir schnappten unser Gepäck, wurden noch wegen Shuttle-Bussen angequatscht, was uns aber nicht die Bohne interessierte und schon ging es mit dem Leonardo Express ins Zentrum von Rom.

Unser Hotel war nicht weit vom Bahnhof entfernt, ich glaube, wir sind mehr am Bahnhof entlang gelaufen, weil das Gleis so weit außerhalb war, als vom Bahnhof weg. Das Hotel Genova war wirklich gut gelegen und das Preis-/Leistungsverhältnis war auch top. Bett gut, Zimmer neu und sauber, Frühstücksbüffett umfangreich und frisch… nur man muss einen guten Schlaf haben. Das Hotel liegt direkt an einer Hauptstraße und auch bei geschlossenen Fenstern hört man den Verkehr von unten. Also kein Problem für Städtereisende, denn vom vielen Laufen ist man ohnehin todmüde.

villa adrianaWobei wir schon bei einem hässlichen Punkt von Rom wären – es gibt für diese Riesenstadt nur 2 (in Worten: Zwei!) Metrolinien. Und die Dichte der Stationen ist bei weitem nicht mit Paris oder London zu vergleichen. Deswegen gibt es den Metroplan auch gratis überall zu haben, wogegen man für das dichte Netz der Buslinien bezahlen darf. Um der ganzen Bezahlerei aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich die Anschaffung des Roma Pass. So konnten wir drei Tage lang mit der Metro, Bus und Bahn durch Rom fahren und die ersten beiden Museumsbesuche (dazu gehört z.B. das Colosseum) sind auch mit drin.

Und genau damit fingen wir an – wir kletterten im Colosseum herum. Die Beschilderung ist etwas unverständlich und man sucht lange, bis man die Treppe zum 1. Stock gefunden hat und dann haben die Stufen einen unmöglich hohen Tritt (ca. 30-40cm). Das Wetter war dafür traumhaft. Schon im Vorfeld hatten wir mit Spannung den Wetterbericht verfolgt und alles versprach gut zu werden. Temperaturen weit über 0°C und strahlend blauer Himmel waren ideal. Über den Palatin ging es weiter zum Forum Romanum und anschließend zum Circus Maximus. Was nach einem kurzen Spaziergang klingt, dauerte insgesamt 4 Stunden und dann gab es das erste Eis (zu einem Wucherpreis) und über das Kapitol, vorbei an der Tiber-Insel auf die andere Seite des Tiber, wo wir einen wunderschönen Blick auf Rom im Abendlicht hatten und danach suchten wir uns eins der vielen Restaurants aus.

vorm pantheonLaut Reiseführer ist italienisch essen in Rom so eine Sache – angeblich essen die Römer früh und mittags wenig und hauen dann abends richtig rein. Heißt: Vorspeise (meist Bruschetta mit Olivenöl, Tomaten, Basilikum), 1. Gang (Pasta, Risotto o.ä.), 2. Gang (Fleischgericht) und dann noch ein Nachtisch. Dazu bietet sich noch ein Schluck Hauswein an und schon ist man mehr als gesättigt. Viele Restaurants schrumpfen die Auswahl auf der Speisekarte zu einem sogenannten Touristenmenü zusammen, was natürlich etwas preisgünstiger ist, wie die Einzelgerichte. Wir stolperten auch über eine Kneipe die mit ‚We are against war and „Tourist Menu“‚ sich dagegen positionierte. Danach ging es ins Hotel zurück, weil wir total fertig waren, aber nach einer Stunde wurde uns langweilig und wir machten noch eine Runde, um Nachtfotos zu schießen.

Der nächste Tag führte uns Richtung Tivoli, zu den zwei Unesco-Weltkulturerbestätten Villa Adriana und Villa d’Este. Die Busfahrt dahin ist zwar etwas schleppend, weil die Straße zwischen Tivoli und Rom ein einziger Stau ist, aber dafür wird man mit jeder Menge geschichtsträchtigen Bauwerken belohnt. Wir wurden auch noch Zeugen einer Filmaufnahme. Obwohl sich das Wetter gegenüber dem Vortrag nicht wesentlich geändert hatte, kam es mir viel kälter vor und der arme Schauspieler, der in ein Laken gehüllt mit Sandalen durch die Ruinen wandelte, lies uns noch mehr frösteln. Etwas fiel mir an dem Tag auf: Römer sind hilfsbereit, wenn es darum geht, die richtige Haltestelle zu zeigen oder den Weg zu erklären – auch wenn sie kein Englisch sprechen. Als wir abends wieder in Rom ankamen, gingen wir nur noch schnell was essen und fielen dann ins Bett und schauten noch etwas fern.

tiberSamstag stand der Vatikan als Hauptpunkt auf dem Programm. Der Petersdom ist riesig, aber hat keine spirituelle Ausstrahlung. Touristen rein – Touristen raus. Danach ging es ins Vatikanmuseum und damit auch in die Sixtinische Kapelle. Die Gemälde sind wunderschön und der Wunsch sie zu fotografieren war stark. Aber das Wachpersonal stellt ungefähr 10% der Personen die darin sind – zivil, als auch in Uniform. Vor lauter „Psscchhhttt!!!“ und „No Foto!“ was durch die Halle gerufen wird, kommt man garnicht in den Genuss. Und die Antwort auf die Frage, warum man in sämtlichen anderen Räumen und Kirchen fotografieren darf, nur in dieser nicht, wäre man mir sicher schuldig geblieben. Dafür kann man immer wieder an jeder Ecke des Museums Stifte, Brillenputztücher, Radiergummis, T-Shirts, Bücher, DVDs, Postkarten und Lesezeichen mit Michelangelos Motiven finden. So schön es auch dort ist, so einen negativen Beigeschmack hatte der Besuch.

Der Nachmittag gehörte dann einem weiteren Bummel durch die Innenstadt Roms (diesmal auch mit Besuch einzelner Läder) und einem kleinen Snack auf der Spanischen Treppe und einem Besuch am Trevi-Brunnen. Abends suchten wir ein schönes Restaurant, um gemütlich zu essen. Am Sonntag Vormittag besuchten wir noch einige wenige Sehenswürdigkeiten, von denen ich auf jeden Fall die Verzückung der Heiligen Theresa erwähnen möchte. Also wenn das mal nicht eindeutig ist…

colosseumDer Abflug zurück begann mit einem Schauspiel, was ich typisch italienisch bezeichnen würde. Ich hatte mich schon immer gefragt, wozu die Schlangen vor den Sicherheitskontrollen aufgebaut sind. In Rom lernte ich ihre Bedeutung bis zum letzten Meter kennen. Dort standen wir ungefähr eine Viertelstunde, bis wir die Schlange durchgequert hatten und an der entgültigen Schlange zur Sicherheitskontrolle angelangt waren. An jeder Schranke standen ca. 4 Personen, eine die durchleuchtete, eine die kontrollierte, eine die herumlief und die Schalen wieder zurückbrachte und einer, der die Passagiere auf italienisch anwies, was man alles zu beachten hatte. Natürlich waren nur 4 der insgesamt 8 oder 9 Sicherheitsschranken besetzt. Daran änderte sich auch die nächsten 5 Minuten nichts. Dann wurden diese endlich besetzt, aber dessen nicht genug – zur Kontrolle der Schuhe besitzen die Beamten ein Gerät, was sie aber nicht benutzen, sondern lieber die Leute (vorzugsweise die Frauen) nochmal barfuß durch die Schranke zu schicken, was ich als ziemlich nervenaufreibend empfunden hab, weil es den Betrieb aufhielt. Führte natürlich dazu, dass es Leute gab, die gerade so mit Ach und Krach ihre Maschine erreichten und es gab auch solche, die dann noch am Gate in eine 10-minütige Diskussion verwickelt wurden, bis sie endlich passieren durften. Traf zum Glück nicht auf uns zu, da wir rechtzeitig da waren und so am Sonntag Abend wieder daheim eintrafen.

Und jetzt? Schnee und Kälte…

Zum Abschluss – die Bilderlegende:

  1. Blick auf Rom von der Piazzale Guiseppe Garibaldi
  2. in der Villa Adriana
  3. Hydrant vor dem Pantheon
  4. Blick Richtung Petersdom über den Tiber
  5. Das Colosseum bei Nacht

dolomitenFreitag Mittag ging es los – Zelt, Schlafsäcke, Wanderschuhe – alles eingepackt und ab auf die Autobahn Richtung Süden. Unser Ziel: die Dolomiten. Die Autobahn war gut gefüllt, aber wir sind super durchgekommen, sodass wir gegen 18 Uhr an der italienischen Grenze waren. Wenn man gleich zu Beginn von einem Anblick wie diesem gefangen wird, fällt es schwer, sich auf die Strecke zu konzentrieren.

Unser Nachtlager schlugen wir auf einem kleinen Zeltplatz in Misurina auf. Es war der erste Aufbau unseres neuen Zeltes. Der Aufbau ist zwar an einigen Stellen etwas kniffelig, aber innerhalb von einer halben Stunde hatten wir das Zelt aufgebaut und alles eingeräumt und damit war unsere Schlafstelle bereit. Anschließend aßen wir noch am See von Misurina, fuhren wieder zurück zum Zeltplatz und legten uns hin.

Mitten in der Nacht wurde ich munter, es trommelte etwas auf das Zelt – mh, Regen. Das Zelt hielt prima und die Schlafsäcke wärmten auch gut, besonders mich – ich habe ihn hauptsächlich nur als Decke genutzt. Wir wachten etwas früher auf wie geplant, machten ein schnelles Frühstück am Kofferraum und starteten anschließend unsere Wanderung um die drei Zinnen. Es begann mit dem Aufstieg zum Rundwanderweg, der uns in 1 Stunde 20 Minuten 500 Höhenmeter nach oben führte. Wenn sich die Wolken verzogen, hatte man einen atemberaubenden Blick auf die Berge.

Der Rundwanderweg begann mit Sonnenschein, die Strecke war eben und alles deutete auf eine ruhige Wanderung hin. Doch die Sonne verschwand sehr schnell hinter den Wolken, welche die Drei Zinnen permanent umgaben. Der Wind wehte stärker, ich zog meine Jacke an, der Wind ließ nach, ich schwitzte und zog die Jacke wieder aus. Es ging bergan und bergab. Nach 3,5 Stunden hatten wir die Drei-Zinnen-Hütte erreicht, die Wolken rissen etwas auf und gaben für einen kurzen Moment den Blick auf die Drei Zinnen frei. Wir machten eine gemütliche Pause und anschließend folgte die zweite Hälfte der Wanderung.

murmeltierEs begann schmerzhaft für uns zu werden. Beginnend an den Zehen, über die Knie bis hin zu den Oberschenkeln. Angespornt (oder besser angetrieben) wurden wir von einem Englisch sprechenden Ehepaar, dass uns ständig auf den Fersen war – geschätztes Alter: 60+! Als wir 15.30 Uhr wieder am Lager waren, konnten wir gerade noch das Zelt abbauen und im Kofferraum verstauen, denn es begann wieder zu regnen. Es ging weiter zum Zeltplatz Sass Dlacia, wo wir diese Nacht blieben. Als wir ankamen, goss es in Strömen. Also starrten wir eine Viertelstunde verzweifelt gen Himmel, der eigentlich hell aussah, dass es doch etwas nachließe. Petrus war gnädig und gewährte uns eine Pause, um das Zelt in Windeseile aufzubauen.

Nach dem Aufbau ging die Fahrt nach La Villa um uns nach der ausgiebigen Wanderung mit einer Pizza zu stärken. Wir schrieben Postkarten nach Hause und ruhten uns etwas aus. Inzwischen hatte es schon wieder mit regnen begonnen. Sehr müde und erschöpft fielen wir sehr zeitig in unsere Schlafsäcke und schliefen. Ich bekam noch mit, dass es in der Nacht weiterhin geregnet hat und auch mal wieder pausierte, aber als wir den nächsten Morgen munter wurden, fing es gerade wieder an. Eine halbe Stunde später hatten wir Zeit aus dem Zelt zu krabbeln, zu frühstücken und zu überlegen, was wir jetzt machen. Wir entschlossen uns zu einer Wanderung, da der Himmel ein riesiges blaues Loch zeigte. Also fuhren wir zum Pass von Falzarego, wo wir eine kleine Wanderung machten und die Schützengräben aus dem ersten Weltkrieg ansahen. Auf einer kleinen Anhöhe saß ein Murmeltier und sah den vorbeilaufenden Wanderern zu, wie ein Rentner der den ganzen Tag nichts zu tun hat. Ich konnte mich auf ca. 5 Meter heranpirschen und ein Foto machen, selbst das hat es nicht gestört. Selbst später, als wir wieder auf dem Rückweg waren, schaute es immer noch.

gpskarteWir schafften es gerade noch so, zum Auto zu kommen, als schon wieder der Regen einsetzte. Und von da an begann unsere Heimreise. Meine Wohnung sah danach noch etwas wie ein Zeltplatz aus, aber schon am Montag Abend konnte ich alles wieder verstauen. Danach begann die Auswertung von Bild- und GPS-Material. Ja, die Versuchung war zu groß und es ist ein Holux M-241 geworden. Beunruhigend ist es schon, aber offensichtlich schafft es kein Hersteller so recht, den Geräten eine superlange Lebensdauer zu verpassen. Ich hatte eine volle und 4 schon gebrauchte AA-Batterien mit, die es alle vernascht hat. Aber dafür ist das Teil echt komfortabel. Während des Laufens sieht man seine Koordinaten, die exakte Uhrzeit, die Geschwindigkeit, die Richtung und die Höhe. Zusätzlich kann man noch Einstellen, ob die Strecke nach Entfernung oder nach Zeit protokolliert werden soll. Der Empfang war durch die Bank weg hervorragend und die Genauigkeit ließ auch nicht zu wünschen übrig. Richtig Spaß macht der Import zu Google-Maps, wo man dann noch das Gelände bzw. die Karte dazu sieht. Beeindruckend auch die Statistik für unsere Wanderung am Samstag:

  • Dauer: 7h 47min
  • Entfernung: 25,0km
  • Totale Höhenmeter Aufstieg: 1724m
  • Totale Höhenmeter Abstieg: 1747m