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Bologna, Ravenna, San Marino und Rimini in fünf Tagen

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Wir machen uns wieder auf den Weg durch Europa. Unsere Reise führt von Nürnberg nach Bologna. Dort besichtigen wir Bologna, Ravenna, den Kleinstaat San Marino und Rimini in fünf Tagen. Danach geht es weiter nach Ibiza, um von dort aus wieder nach Nürnberg zurückzukehren.

Einleitung

Die Reise nach Bologna stand schon mal im Raum. Wir hatten die Flüge, wir hatten die Hotels und zu Pfingsten sollte es losgehen. Und dann kam das Unwetter. Keine Bahn, kein Bus fuhr mehr und das Auswärtige Amt riet von Reisen in die Region ab. Also mussten wir verschieben.

Es sollte eigentlich ein verlängertes Wochenende werden, aber mit der Ibiza-Erweiterung wurde jetzt eine verlängerte Woche daraus. Wir starteten Freitag früh und kamen die Woche darauf am Montag wieder mit jeder Menge schöner Erinnerungen zurück.

Anreise

Der Wecker klingelte 4 Uhr. Am Vorabend hatten wir schon unsere Rucksäcke fertig gepackt. Jetzt mussten nur noch Kleinigkeiten verstaut werden und dann ging die Fahrt nach Nürnberg. Das Auto abgestellt, den Sicherheitscheck passiert, hörten wir eine Ansage, dass keine alkoholischen Getränke mit an Bord genommen werden dürfen. Ich tippte auf einen Flug nach Mallorca und lag richtig. Dementsprechend sah das Gate auch aus. Überall standen Flaschen und Dosen herum. 6 Uhr morgens!

Meine Frau sitzt unter Bäumen im Café Ubuntu
Das Café Ubuntu in Ravenna ist richtig chillig

Unser Flug ging schnell und reibungslos. In Bologna angekommen, kauften wir ein Ticket für den Marconi Express, der einen sehr schnell zum Hauptbahnhof bringt. Dort liefen wir dann erst mal den langen Weg bis zur Haupthalle und prüften, welcher Zug uns nach Ravenna bringt. Wir hatten noch etwas Zeit, gingen raus und deckten uns mit Snacks für die Zugfahrt im Spar an, der gleich nebenan ist.

Am Automaten kauften wir dann das Zugticket für den 11 Uhr Zug nach Ravenna. Der Zug stand schon da und wir stiegen ein. Wir alberten noch herum, dass eine Durchsage in drei Sprachen lief, dass die Zugfahrt nur mit gültigen Tickets angetreten werden darf, da sonst eine Strafe bis 200 Euro droht. Und genau das erwischte uns. Denn wenn man am Automaten ein Zugticket für den 11 Uhr Zug kauft, ist das trotzdem nicht für den Zug gültig! Es muss vorher entwertet werden. Der Schaffner zeigte kein Erbarmen gegenüber Touristen und knöpfte uns gnädigerweise „nur“ einmal 75 Euro ab. Es erwischte auch einen Italiener neben uns, der noch lange diskutierte, aber auch keinen Erfolg hatte.

Ravenna

Dementsprechend missmutig kamen wir in Ravenna an. Während der Zugfahrt hatten wir noch online die Karten für die Kirchen in Ravenna gekauft. Natürlich waren wir zu zeitig für den Checkin im Hotel. Das Hotel Minerva war günstigerweise direkt neben dem Bahnhof. Deshalb stellten wir das Gepäck ab und liefen ins Zentrum. Wichtig war jetzt erst mal Mittagessen. Wir entdeckten das schöne Ristorante Al 45, die auch glutenfreie Pizzen macht und setzten uns hin.

Basilica di San Vitale
Basilica di San Vitale

Noch bevor wir bestellen konnten, stellte Kriszta fest, dass wir für das Mausoleo di Galla Placidia einen Zeitslot zugeteilt bekommen hatten, der in einer Viertelstunde war. Also entschuldigten wir uns und besichtigten das Mausoleum. Dabei stellte sich heraus, dass der Eintritt auch gleich mit für die Basilica di San Vitale gilt. Also mussten wir diese Kirche gleich mit abhaken.

Ravennas Highlight sind die Orte, wo es Mosaiken aus dem 6. Jahrhundert zu besichtigen gibt, die sehr detailreich Muster und Personen darstellen. Deshalb gibt es in Ravenna an jeder Ecke Läden, wo man Mosaiken kaufen kann, denn dieses Handwerk wird dort noch sehr aktiv gelebt. Gerade durch die Restaurierung der umfangreichen Kunstwerke gibt es da auch jede Menge Bedarf.

Detailreiche Mosaiken in Ravenna
Mosaiken soweit das Auge reicht

Da wir feststellten, dass es überhaupt keinen Andrang gab und somit die vergebenen Zeitslots eigentlich hinfällig waren, aßen wir Mittag, gingen zurück ins Hotel und schliefen erst mal eine Stunde. Danach es weiter auf Erkundungstour. Auf unserer Todo-Liste standen noch die Cappella di Sant’Andrea und das Museo Arcivescovile, sowie Battistero Neoniano und Dantes Grabstätte. Als wir alles abgehakt hatten, setzten wir uns noch zur Entspannung ins Café Ubuntu und ruhten uns aus. Wir hatten von den fünf Besichtigungsstätten schon vier erledigt und somit stand für den nächsten Morgen nur noch eine aus.

Wir starteten gewohnt früh. Zuerst liefen wir zum Mausoleum des Theoderich und von dort aus zum Mercato Coperto, wo wir schon am Vortag einen sehr guten Kaffee hatten. Dort gab es erst mal Frühstück. Frisch gestärkt liefen wir zur Basilica di Sant’Apollinare Nuovo, wo es noch mal schöne Mosaiken zu sehen gab.

Die vier Jahreszeiten im Domus dei Tappeti di Pietra
Die vier Jahreszeiten im Domus dei Tappeti di Pietra

Am Vorabend hatten wir knapp die Zeit verpasst, wo das Domus dei Tappeti di Pietra schloss, also holten wir das auch am nächsten Vormittag nach. Danach sammelten wir wieder unsere Rücksäcke ein und gingen wieder zum Bahnhof von Ravenna. Zugticket nach Rimini gekauft und entwertet! Sicherheitshalber fragten wir beim Schaffner nach, ob wir das richtig gemacht hätten. Der wusste erst gar nicht, was wir wollten, nickte nur und ward nie mehr gesehen.

Rimini

Vom Bahnhof bis zur Villa Rosa Rivera waren es ungefähr 30 Minuten zu laufen. Ziemlich ungünstig, weil man erst mal eine Runde um den Bahnhof herumlaufen muss. Offensichtlich hat dort niemand an einen Hinterausgang gedacht, das hätte die Zeit halbiert.

Blick auf die Strandreihen in Rimini am späten Nachmittag
Blick auf die Strandreihen in Rimini

Rimini ist ein riesiger Strand, der in einzelne Sektionen eingeteilt ist. Anders als in anderen Orten sind die Strandplätze unabhängig von den dahinter liegenden Hotels. Und je nachdem wie nah man am Wasser liegen will, zahlt man für zwei Liegen und einen Schirm entsprechend mehr. Die Strandreihen passen dabei ganz genau auf, dass man sich nicht einfach mit einem Strandtuch in ihren Bereich legt. Wer das nicht macht, wird ganz schnell verjagt.

Deswegen gaben wir erst mal wieder das Gepäck ab und erkundeten die Gegend. Wo kann man einkaufen, wo kann man Essen gehen? Dann legten wir uns in einen winzigen Bereich, wo man sich mit Handtuch hinlegen kann. Schließlich wollten wir nur 1-2 Stunden liegen und dann erst am nächsten Tag einen Satz Liegen nehmen. Nach dem Sonnen ging wir ins Bounty essen. Zielpublikum ist doch etwas jünger, denn Kellner*innen laufen als Piraten verkleidet herum. Aber Preis/Leistung haben gestimmt und deshalb ging es in Ordnung.

Meine Frau steht im flachen Wasser vor einer Burg in Rimini bei Sonnenuntergang
Überraschend schön – die Altstadt von Rimini

Wir kauften noch ein paar Kleinigkeiten und gingen dann zurück ins Hotel. Da wir immer sehr früh munter werden, nutzten wir die Morgenstunde und liefen an der Strandpromenade vor bis zur Hafeneinfahrt. Danach wieder zurück und im Hotel gefrühstückt. Es folgte ein Tag am Strand. Zum Nachmittag aßen wir etwas und zogen uns ins Hotel zurück. Zum Abend liefen wir dann in das Stadtzentrum von Rimini und entdeckten die Altstadt für uns.

San Marino

Schon bei unserer Ankunft hatten wir auf dem Bahnhof die Tickets für die Weiterfahrt nach San Marino gekauft. Am Hotel Napoleon gleich in Bahnhofsnähe startet der Bus und die Fahrt dauert ungefähr eine Stunde. So waren wir zum späten Vormittag in San Marino. Für den Weg zum Hotel mussten wir von der Busstation schon ordentlich Höhenmeter hinter uns bringen.

Regierungssitz von San Marino bei Sonnenuntergang
Regierungssitz von San Marino bei Sonnenuntergang

Auch hier stellten wir unser Gepäck erst mal ab und machten uns auf Entdeckungstour. Leider waren von den drei Türmen von San Marino zwei wegen Bauarbeiten geschlossen. Trotzdem ist der Weg von einem Turm zum nächsten einfach ein Traum. Nach Turm Nummer drei kehrten wir ins Zentrum zurück und suchten uns einen schönen Platz zum Essen. Mit dem Guaita fanden wir eine leckere und preiswerte Gelegenheit.

Bis zum späten Nachmittag hatten wir dann alle Straßen einmal abgelaufen und als sich der Sonnenuntergang näherte suchten wir uns einen schönen Platz und machten jede Menge Bilder. Wir standen am nächsten Morgen wieder früh auf und liefen noch mal an Turm 2 vorbei, weil das Licht gerade schön war. Danach sammelten wir unsere Rucksäcke ein und liefen bis ins Tal. Von unten war der Anblick auch interessant, aber für das Motiv hätte man noch etwas weiter ins Land fahren müssen.

Blick auf Turm Nummer 2 in San Marino
Am Morgen ist das Licht schön und kaum was los

Unten stiegen wir wieder in den Bus, fuhren nach Rimini, aßen dort Mittag und dann ging es mit dem Zug weiter nach Bologna. Unterwegs sahen wir viele Felder, die Opfer des Unwetters geworden sind und Flüsse, die breite Schneisen in die Landschaft gepflügt hatten.

Bologna

Den Bahnhof von Bologna kannten wir ja schon. Nur war der Weg zum Hotel entsprechend weit. Wir liefen weit über 40 Minuten mit den Rucksäcken durch die Stadt. Zwar schützen die Arkaden vor der Sonnenstrahlen, aber bei ca. 32°C laugt das auf die Dauer ganz schön. Der erste Eindruck vom Hotel Pedrini war skurril. Ein alter Mann stand an der Rezeption, geschätztes Alter – so ungefähr so alt wie das Bauwerk. Er verstand kaum Englisch. Trotzdem schafften wir es, unseren Zimmerschlüssel zu bekommen.

Die Arkaden von Bologna
Mehr als 40km Arkaden führen durch Bologna

Als wir wieder herunterkamen, stand auf einmal eine Dame da. Mit der konnte man sich viel besser unterhalten und nachdem sie mitbekam, dass wir Deutsche sind, wechselte sie zu Deutsch – Muttersprache. Von ihr bekamen wir den Tipp zur Piazza Santo Stefano zu gehen, da wäre es immer schön. Und wie Recht sie hatte! Als wir ankamen, baute sich ein Orchester auf, probte und um 20 Uhr ging ein gratis Open Air Konzert los.

Nach dem Konzert liefen wir noch etwas durch die Innenstadt und zurück zum Hotel. Den nächsten Tag erkundeten wir die Innenstadt soweit das bis 15 Uhr möglich war. Die schiefen Türme sollte man auf jeden Fall nachmittags / abends fotografieren, da dann das Licht günstig steht. Es war wieder extrem warm und deswegen waren wir für die vielen Arkaden, die auch auf dem Programm standen, dankbar. Auch die größte Backsteinkirche der Welt Basilica San Petronio ist einen Besuch wert.

Neptunbrunnen am Piazza Magiorre
Neptunbrunnen am Piazza Magiorre

Danach holten wir unsere Rucksäcke aus dem Hotel, liefen zum Bahnhof und fuhren mit dem Marconi Express wieder zurück zum Flughafen.

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