Als ich heute Morgen aufstand und mal vergaß, gleich den CD-Player anzustellen, war sie wieder da – die Musik in meinem Kopf, wenn ich im Bad stehe. Heute Morgen endlich mal was, was mir nicht im mindesten peinlich sein muss.

Fury In The Slaugtherhouse – Every generation got it’s own disease

Unglaublich lang war es still am Morgen. Und heute Morgen schlug es wieder zu. Ich hatte ja nicht mal eine Ahnung, von wem der Titel ist, in meinem Kopf tönte nur diese quäkige Stimme. Nach weiterer Analyse stellte sich meine Kopfmusik als ein 1971er Klassiker heraus…

Marianne Rosenberg – Fremder Mann

Dass sind da die Momente, wo ich wissen möchte, wie mein Gehirn tickt. Diesen Titel hab ich doch schon seit Jahren nicht mehr gehört, wo kommt der denn plötzlich her? Während meiner Suche nach dem Titel stieß ich auf ein Buch… „Zeit für Gefühle – Eine linguistische Analyse zur Emotionsthematisierung in deutschen Schlagern“. Sowas müßte man glatt mal kaufen. Das könnte so schräg sein, dass es schon fast wieder interessant ist.

Gestern früh erinnert mich mein Handy kurz vor 7 Uhr daran, dass die Nacht nun doch schon zu Ende ist. Schlaftrunken wanke ich in den Keller, schließe die Tür zu meinem Keller auf, gehe wieder hoch und versuche weiter zu schlafen. Nichts da, denkste! Kurz nach 7 Uhr legt der Meißel los. Seine Opfer: die Front aus Glasbausteinen und die Kellerfenster. Also hocke ich mich ein wenig vor meinen Rechner, spiele ein wenig, höre nebenbei unter Kopfhörern Musik und versuche danach so schnell wie möglich mit dem Frühstück fertig zu werden, um dem Lärm zu entfliehen.

hinterdenkulissenIch gehe meinen üblichen Weg in die Stadt, das Wetter ist einfach herrlich, nicht zu warm, viel Grün und jede Menge Sonne. Meine Tabletten schlagen auch hervorragend an, nicht mal ein Kribbeln in der Nase. Ich bummel ein wenig durch die Stadt, schaue den Leuten zu, wie sie die Stände für den Trödelmarkt aufbauen. Ich begehe natürlich wieder den Fehler, in einen Buchladen einzufallen. Ergebnis: Catherine Jinks‘ „Teuflisches Genie“. Ein vierzehnjähriges Computergenie, das die Weltherrschaft an sich reißen will, aber ein großes Problem hat: er ist ein richtig netter Kerl. Könnte witzig werden…

Also erstmal wieder heim, die Glasfront ist inzwischen ausgewechselt und die Kellerfenster sind soweit ausgemeißelt, dass sie nur noch eingesetzt werden müssen, schlägt meine Nase Alarm. Zuviel Frühling ist dann doch nichts für mich. Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt unbeliebt zu machen – hoffentlich regnets bald wieder. Um 7 Uhr am Samstag aufstehen, ist überhaupt nicht mein Ding, also kommt der Schlaf mit Riesenschritten auf mich zu, als ich auf der Couch liege. Ding-dong! Der Mann der Vermieterin bereitet schon mal die Kabel für Rollläden vor. Einer auf dem Gerüst draußen, einer von drinnen. Ich lasse mich hinreißen, seinen Worten Glauben zu schenken, dass Ende Mai alles fertig ist. Noch knapp vier Wochen…

silkroad blondinchen1Ich setze mich also wieder an den Rechner, versuche den Fehler bei den HTML-Tags zu finden und siehe da: Das Skript greift über das DOM (Document Object Model) auf ein Element (in dem Fall das Editierfeld für die Kommentare) auf eine Weise zu, wie sie garnicht funktionieren kann. Äußerlich hat sich ja an meinem Blog nichts geändert, dafür sieht es hinter den Kulissen komplett anders aus. Der Tellerrand mußte dem Dashboard weichen und alles hat diesen Klick-dich-glücklich-Web2.0-Charme. Nicht schlecht und auf jeden Fall von den Farben besser gewählt, wie die Vorgängerversion.

Am späten Nachmittag komme ich endlich dazu, den Schlaf vom Morgen nachzuholen. Ich mag es zwar nicht, den Nachmittag zu verschlafen, aber besser als Samstag Abend um 10 totmüde ins Bett zu fallen. Etwas tranig wache ich wieder auf und da passiert es wieder. Ich habe keine Ahnung, ob mein Kopf das Lied irgendwie noch vom Bummel behalten hat, aber es macht sich breit…

Seal – Kiss from a rose

In solchen Fällen hilft nur das Übertönen mit anderer Musik. Ich bereite schon mal alles für den Kochabend vor und betreibe inzwischen etwas Online-Characterpflege. Ist auch eine Art entspannender Frustabbau. Zu meinem Kleriker hat sich jetzt noch die Kombination aus Warlock und Warrior gesellt. Und die junge Dame haut ganz schön auf den Putz, wenn es sein muss.

schweinefleisch mit pflaumenZum späteren Abend mache ich mich dann in der Küche breit. Auf dem Programm steht Schweinefleisch mit Pflaumen nach Barceloniner Art. Ich halte mich dabei an den originalen Rezeptvorschlag und nehme dazu Weißbrot. Und zur Krönung darf ich mir ungefähr fünf mal noch an dem Abend (als ich weitergespielt hab) die Frage „¿Hablas español?“ anhören. Nur weil ich spanisch gegessen habe, spreche ich es noch nicht.

Heute auf dem Programm: Einen Film über Angeln in Norwegen ansehen. Weniger, weil mich das Angeln interessiert, sondern eher, weil es dort auch einen Abschnitt über die Lofoten geben soll. Mal schauen…

Auch in fremden Badezimmern läßt mich mein Kopf nicht in Frieden. Ich stand heute Morgen im Bad, als sich langsam aber sicher ein Gitarren-Intro in meinem Kopf manifestierte und ich in Gedanken mitsummte…

Linkin Park – A place for my head

Als dann zum Frühstück das neue Lied von Linkin Park lief, ließ ich die Bemerkung fallen, dass das doch nicht Linkin Park ist, denn ihre neuen Lieder sind mehr Schmusepop im Vergleich zu ihrem ersten Album.

Fast jeden Morgen das gleiche Phänomen: Ich stehe auf, laufe völlig verschlafen durch die Wohnung, sammle meine Klamotten zusammen und verschwinde im Bad. Noch bevor ich in der Küche Musik anmache, habe ich ein Lied im Kopf, meistens irgend einen alten Schinken, den ich zwar nie sonderlich mochte, der sich aber festgefressen hat. Heute Morgen begann es mit „Hold on tight, you know she’s a little bit dangerous…“

Roxette – Dangerous

Ich mochte Roxette noch nie – „The look“ war ja noch ganz niedlich, aber mit jedem Hit wurde es immer nerviger. Deswegen finde ich es ja auch interessant, warum sich so eine olle Kamelle früh in meinem Kopf festsetzt. Zum Glück hält das nicht lang an und ich weiß – es geht noch schlimmer…

Ja, ich weiß, es ist schlimm… Ich wollte Juli hören – Regen und Meer. Nur mein Kopf stimmte bei den ersten Klängen einen ganz anderen Text an… Today is gonna be the day…. Das war doch OasisWonderwall. Also hab ich das Lied schnell ausgebuddelt – stimmt! Der Anfang ist sehr ähnlich… Also hab ich doch lieber Oasis gehört.