Podcast

Es gibt ein Label, das nicht mehr aus dem Kreis der Netlabels wegzudenken ist. Geht es nach den Lesern der de:bug, ist es das beliebteste überhaupt. Die Rede ist von Thinner. Dort trafen jetzt zwei Ereignisse zusammen, die mich veranlassten, dem Label mit einem Podcast Tribut zu zollen – die 100. Veröffentlichung und der Relaunch der Webseite.

Nr.StartzeitTitel
100:00Das KraftfuttermischwerkBlüte seines Lebens (Thinner – thn097)
206:45Philipp WeiglUnderwater dancer (Thinner – thn090)
312:58OrganonWithout (Thinner – thn091)
419:20NulleinsMultiplex (Thinner – thn084)
527:58Alice Mackay & BenfayJump (Thinner – thn068)

Wieder mal die Zusammenfassung der letzten Tage. Heute aber endgültig in Kurzfassung. Ich sollte mich wieder daran gewöhnen, mehrere kleine Beiträge zu verfassen, statt mich in einem Monsterbeitrag zu verewigen. Blättern wir mal zurück auf Donnerstag, wir fuhren angesichts des schönen Wetters abends mit den Fahrrädern noch in einen Biergarten. Während des Essens, Trinkens und Quatschens schreckte ich auf einmal hoch – eine Katze hatte sich heimlich, still und leise herangeschlichen und fing an, um meine Beine herumzuschmusen. Sie suchte erstmal das Weite, kam aber wenig später wieder und machte Anstalten, sich neben mir niederzulassen. Keine Chance. Auch als wir heimkamen und ich nach Hause fahren wollte, mußte ich erstmal eine Katze vor und hinter dem Auto verjagen. Was war denn heute nur los?

Den Freitag jagte ich wieder den Fehlern in meinem neuen Modul hinterher. Irgendwann kam ich dahinter, dass da jemand sehr gründlich sauber machte. Irgend jemand (Wenn ich den erwische!) schickt die Putze los und die räumt mir meinen COM-Server weg, kurz bevor ich anständig ein Schließen der Tabelle veranlassen will. Den Vergleich mit der Putzfrau fand ich überaus treffend und zog den Vergleich zwischen mehreren Programmiersprachen:

  • C: Wenn du einziehst, ist alles dreckig. Jeden Bereich, den du in der Wohnung belegen willst, mußt du selbst vorher reinigen. Dafür mußt du dir keine Gedanken machen, wenn du ausziehst. Selbst alte Möbel schmeißt der Vermieter für dich weg, aber den Dreck läßt er für den nächsten liegen.
  • C++: Auch hier ist alles dreckig, wenn du ankommst. Das Gute aber ist, dass jedes Möbelstück seine eigene Putzkraft hat, die vorher sauber macht. Wenn du ausziehst, räumen sich die Möbel von selbst weg. Es kann natürlich auch passieren, dass sich ein Möbelstück aufräumt, wenn du das Zimmer verlässt. Du findest einen leeren Schrank vor, wo du vorher Bücher darin deponiert hattest. Einen Zettel zu schreiben, welches Buch an welcher Stelle stand, ist auch nicht gut, dann machst du trotzdem den Schrank auf und greifst ins Leere. In dem Fall bietet es sich an, den Schrank irgendwo hinzustellen, wo man ihn immer im Auge hat.
  • Java: Endlich deine eigene Putzfrau. Egal was du machst, sie räumt immer hinter dir her. Was du nicht mehr brauchst, wird von ihr selbstständig entsorgt. Du willst einen Schrank aufstellen? Sie weiß wohin und macht alles vorher für dich sauber. Du kannst dich zwar endlich auf das Lesen der Bücher konzentrieren, verlierst aber jeglichen Ordnungssinn.

Mittwoch erreichten mich auch die letzten Entwürfe zum Thinner-Release und nachdem ich mir die Tracks nochmal ausgiebig angehört hatte, stellte ich fest, dass ich einen neuen Ansatz gefunden hatte und erweiterte den Text noch etwas. Schon am Freitag war die entgültige Version online und auch sonst stand das Wochenende ganz im Sternzeichen von Thinner. Mich erreichte eine Mail aus Dresden mit der Bitte, ich sollte doch die Verwendung eines Autoplate-Tracks für einen Kurzfilm für derzeit stattfindende Kurzfilmfestival „Dogs, Bones & Catering“ genehmigen. Leider nicht meine Baustelle – von mir aus gern, aber ich gab die Anfrage an Sebastian weiter. Eigentlich ein interessantes Projekt: Innerhalb von 43 Stunden einen Kurzfilm von 4,5 Minuten erstellen. Außerdem sollte ich noch eine kurze Beschreibung meiner Person für die neue Profilseite von Thinner abgeben, was ich dann heute Abend auch erledigte.

BücherSamstag Morgen erwachte ich für meinen Geschmack etwas zu früh, jedoch war es mir nicht vergönnt, noch sehr lange liegen zu bleiben, mein Handy rief nach mir. Naja gut, die Sonne leistete einen nicht unwesentlichen Anteil daran, mich aus dem Bett zu ziehen. Ich beschloss, die seit einem halben Jahr fällige Autoreinigung mal nachzuholen und fuhr in die Waschanlage und saugte anschließend noch den Umzugsdreck aus dem Kofferraum. Interessante Feststellung: Rüedi ist silber-metallic! Anschließend fuhr ich in die Stadt und wir bummelten ein wenig durch die Buchläden, die mich wieder jede Menge Geld kosteten. Aber „Nein“ zu Anne Clarks Buch „Notes taken, traces left“ mit allen ihren Songtexten auf Deutsch und Englisch zu sagen, zumal es preisgesenkt war, ist fast unmöglich.

And when we have turned
one side of the world’s face
from sun into blackness
the other will then burn
under the slap of our greed.

BMWDie deutsche Übersetzung lasse ich an der Stelle mal weg, denn sie trifft das Original überhaupt nicht. Am Nachmittag stand dann ein neuer Test an – Ich klemmte mich hinter das Steuer dieses BMW Kombi. Sandra mußte zum Starten das Handbuch befragen, aber ehrlich gesagt, ich glaube, wer dieses Auto fahren will, braucht unbedingt einen Lehrgang. Sitz, Lenkrad und Rückspiegel ließen sich gerade noch manuell verstellen. Schon kurz nach dem Einsteigen war ich überwältigt von den zahlreichen Drehknöpfen, Hebeln und Tasten, die alle darauf warteten, dechiffriert zu werden. Ich probierte ein Sprachkommando „Computer – Alterieren!“ Zeigte aber wenig Erfolg. Schon aus vielfacher Sicht war das Fahren ungewöhnlich – der Blinker rastet nicht mehr ein und außerdem fuhr ich das erste Mal einen Automatik. Aber an den ganzen Schnickschnack gewöhnt man sich sehr schnell und so wird der Griff in die Mittelkonsole beim Einlegen des Rückwärtsgangs schon fast lästig. Dafür brauch man volle Konzentration, wenn man dem Baby mal die Sporen gibt – abends auf die Auffahrt zur Autobahn hinter einer Schnecke hinterhergetrödelt und beim Auffahren gleich in die linke Spur ziehen und dabei ordentlich Gas geben, schon sind die Lichter der „Schnecke“ im Rückspiegel am Horizont verschwunden. Aber auch mal in einer eingeschränkten Zone zu fahren, kann Spaß machen – man hat die Ruhe weg und weiß: Wenn ich wöllte, könnte ich…

WallfahrtskircheAbends ging es dann ins Kino – „4 Minuten“. Mein Witz an der Kasse „8 Minuten, bitte!“ zu sagen, verpuffte. Die Kassiererin kannte den entweder schon oder war clever. Ein wirklich guter Film – kurz zusammengefasst: Eine Inhaftierte stellt sich als begabte Klavierspielerin heraus und wird für einen Förderwettbewerb angemeldet. Dabei stehen ihr Neid und Mißgunst seitens der Häftlinge, als auch der Wärter im Wege, die sie durch Ausbrüche roher Gewalt „löst“. Im Anschluss an den Film setzten wir uns bei einem Glas Rotwein, einer Moods und den Klängen von Robert Schumanns Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 54 in meine Küche und lauschten dem Spielen von Héléne Grimaud. Später stellte sich heraus, dass ich das Stück auch bei mir auf Vinyl habe und wir uns den Umweg über Sandras Wohnung hätten sparen können. Aber es war interessant, das Klavierspiel miteinander zu vergleichen.

RapsfeldHeute machte ich mir nach dem Frühstück einen ruhigen Tag. Ich fuhr die B26 Richtung Schweinfurt entlang. Zum einen, um zu Prüfen, ob die Strecke über Bischberg günstiger von der Autobahnabfahrt ist und zum anderen, um mir ein schönes Café zu suchen, damit ich mir meine neu erstandenen Bücher ansehen kann. Ich fand dann nach einem kleinen Besuch in der Wallfahrtskirche Maria Limbach, die von innen sehr schön war, aber auch viel zu belebt, um Fotos zu machen, ein abgelegenes Café in Eltmann, wo ich den Finnlandreiseführer bei einem Cappu studierte. Faszinierend – Nächte ohne Dunkelheit und Polarlichter, letztere leider vorwiegend im Winter. Abschließend fuhr ich wieder heim, kochte und beantwortete Mails. Und nahm mir vor, mich wieder mal kurz zu fassen…

Ich muss zugeben, der Rohentwurf zu diesem Text ist schon wirklich eine ganze Weile her. Vor einiger Zeit schrieb mich dann auch Sebastian an und bat mich um Überarbeitung. Ich lud mir die nochmal überarbeiteten Versionen der Tracks herunter und fand sie besser als vorher, fand aber inhaltlich keine essentielle Änderung. Erst als mich Larry anschrieb, hörte ich mir die Track noch einmal genauer an und fand plötzlich einen ganz anderen Zugang und erweiterte den Text noch etwas. Auch wenn jetzt drei Leute Hand angelegt haben, trägt der Text zum neuen Release doch ganz unverwechselbar meinen Stempel *g*

There has been a lengthy lull between Joerg Schuster’s „Changes LP“ in 2004 and this new Sensual Physics release. In between Joerg released the „Expanding Itself“ EP on Epsilonlab though his alter egos Lufth and Digitalverein basically remained on hiatus since then. Now, finally, with „The Thin Girl“ Thinner is extremly proud to release four gems of the huge backstock Joerg has accumulated over the past years.

Originally the four tracks on „The Thin Girl“ derive from a live set which Joerg used to play as Sensual Physics. These tracks conjure up memories or moments that link to infinitesimal frozen slices of time, created to last indefinitely. Being influenced by the time being, these four parts of the original live set have been rejuvenated and renewed. In re-recording each piece, Joerg carves out the essence of the original track and builds on that.

Each piece is distilled with a touch of accident. Whether it be a small break, a crackle or some fading reverb, these random elements expand the basic theme behind Joerg’s creation of each track which are just developed further from there, iterated, and reassembled until the pieces fit together perfectly. Beside these chaotic and analytical elements all tracks are sensualwise carried out by warm floating basslines and dreamy soundscapes even if the track would be entitled „Out Of Sense“.

Like zooming into a piece of fractal art, the listener gets deeper and deeper into the tracks which include soft pieces of chaotic elements being more or less sussed out. Listening more intently and analytically, the mind starts recognizing each sound being distinct from the other ones such as in „Garden Of Apples“, and when it begins putting the pieces back together again, it surprisingly finds that none of these tracks sounds exactly the same way the others did.

Where vocals are involved, they are concerned with the immediate moment like in „Closer To You“. This one, in particular, stands at a distance from the other tracks because of the space between the questioning, sensual voice which gives it a particularly enlivening and mysterious edge by comparison.

So „The Thin Girl“ is an interweaved mixture of analysis and warmth. And, just after diving deep into a track, the listener soon feels its approaching end only to start sinking into the next one.

Joerg would like to thank the Freesoundarchive Community Project, as some of the voice snippets used in „Close To You“ originate from there.

oder: Bin ick jetzt in Fernsehen?

Am Wochenende erreichte mich ein interner Newsletter für das Thinner-Team. Dabei auch der Link zur Sendung PopXport auf Deutsche Welle TV (in Farbe und bunt, benötigt Realplayer), die am 26.1. ausgestrahlt wurde. Der Beitrag beginnt in der 14. Minute. Er gibt einen kleinen Überblick über Thinner, die Labelpolitik und verrät erstaunliche Zahlen: 2 Millionen Downloads in 5 Jahren! Ich weiß – im Vergleich zu Downloads von Firefox und IE ist das nichts, aber wieviele Leute hören schon elektronische Musik und wieviele surfen nur im Internet?

Man beachte die Namen und Gesichter während der Satz „Musikexperten aus aller Welt…“ ertönt. Irgendwie bin ich schon stolz drauf, Teil des Teams zu sein.

Irgendwann bin ich heute Nacht munter geworden, ich glaube, da fegte der Orkan am schlimmsten über mein Dach. Aber ich ließ mich nicht weiter davon beeindrucken und schlummerte sofort weiter. Der nächste Morgen zeigte sich erstaunlich mild, aber immer noch regnerisch. Ich fuhr auf Arbeit, checkte dort noch schnell meine Mails und ging dann zum letzten Schulungstag über. Dann ist erstmal eine Woche Schulungspause, in der ich dann wieder ganz normal arbeite. In der darauf folgenden zweiten Schulungswoche bin ich auch nur noch zwei Tage anwesend, zu den jeweiligen Modulen, die ich noch kennen lernen soll.

Der Tag ging unglaublich schnell vorbei und ich kam zu der Erkenntnis, dass Gothics Menschen sind, mit denen ich einfach unglaublich gut klarkomme. Außerdem ist die Stimmung in der Schulungsgruppe sehr entspannt geworden, man kennt sich mittlerweile und alle amüsieren sich königlich, wenn ein Wunsch zur Programmerweiterung offen ausgesprochen wird und dann ein „Bloß gut, dass keine Programmierer anwesend sind…“ kommt. Und weil sich alle so gut verstehen, wollen wir in der zweiten Schulungswoche geschlossen mal alle miteinander fortgehen.

Also gehe ich jetzt mit einer langen Todo-Liste von Sachen, die zu erledigen sind ins Wochenende und hoffe, dass ich mal so viel wie möglich erledigen kann. Ein Kollege fing mich noch kurz vor dem Heimgehen ab und wir unterhielten uns fix. Eigentlich wollte er am Wochenende nach Stuttgart fahren, doch hat die Bahn noch ein Wörtchen mitzureden und er wohl an diesem Wochenende daheim bleiben und wir treffen uns morgen Abend auf ein Bierchen. Und dann werde ich mal sehen, was das Wochenende noch in Reserve hat…

Und da Dirk sich heute die „Without you I’m nothing“ geholt hat, dreht diese CD heute mal wieder eine Ehrenrunde in meinem CD-Player, denn sie läuft jetzt das 70. Mal, seit ich sie 1998 geholt habe. Und wenn ich schon mal das Thema Musik am Wickel habe, kann ich gleich noch erwähnen, dass ich heute ein Dateipäckchen von Thinner-Labelchef Seb bekommen habe, mit jeder Menge neuer Musik zum anhören.

Der Text ging noch einmal durch die schnellen Hände von Larry Johnson und wurde genau an den richtigen Stellen noch einmal überarbeitet. Und fertig ist er: Philipp Weigl – Monsters. Und damit wünsche ich ein schönes Wochenende!

Philipp Weigl - Monsters [THN090]

Fitting naturally into the autumn mood and reflecting the satisfying warmth of a relaxing evening at home, the Munich-based electronic music artist Philipp Weigl brings his first album to Thinner following the release of “Silently Moving” on Legego one year ago. “Monsters” is influenced mostly by the music of Björk, Portishead, and Radiohead along with the lyrics of Nick Cave and, in a minimal way, by his studies of classical piano at the University of Music and Performing Arts in Munich.

“Monsters” is about music and lyrics. They emerge independent of and unconnected with one another only to meet for a conjoined dance. The music and lyrics are deferential of one another with the music coming out of a creative void and the lyrics being formed by a blend of experiences, dreams, fantasies, and memories. Spoken in a low, whispered voice, the lyrics do not rise above the music, but drift just below the surface making their presence known without being intrusive. At the same time, the music intensifies the predominantly subtle character of the lyrics in order to reveal the fine humor, irony, and emotion hiding within them but without affecting them too hard. The resulting sounds are at once melancholic and dark but also harmonious and warm.

Listening to the songs on the album creates a feeling much like one gets during sleep as our dreams reappraise the day’s experiences. Immediately awakened from a dream every part of it can be recalled and each nuance can be experienced and seen with the inner eye as a phantasmagoric slideshow of continuous images. Slightly disoriented, we ask ourselves – was this real or was it a dream? As the day progress and our memories degrade with the passage of time, details of the dream fade away and only vague fragments remain like a collection of disjointed snapshots.

The eight songs on “Monsters” describe pictures of daily life from the viewpoint of a dream with emotions ranging from slightly unsettling to wistful. For example, listening to “Unrelated” we hear, “I found a letter in my bag that was written in a language that I don’t understand.“ Philipp translates this into the disconcerting feeling that there seem to be events in life that are completely incomprehensible to the individual person while at the same time appearing to be understood by everyone else. On the other hand, the mood turns melancholic and nostalgic on “Lifted” as we hear the dreamy juxtapositions of unconnected sentences: “I’m lying on my back and I’m watching fireworks.” – “I’d like to dance like the others do.” – I can hear the distant laughing fleeting away.”

Listening to this album is just like waking up from a dream. We ask ourselves the question whether the lyrics are really so full of secrets and mystery or is this just an illusion, and are they merely dealing with the small problems and occurrences of everyday life?

Gestern Abend wieder lange telefoniert und danach war ich einfach zu müde, noch einen Eintrag zu schreiben. Die Rechnung habe ich jetzt – Es ist ein Feiertag und ich bin schon seit kurz vor 6 Uhr munter. Dabei gibt es so vieles zu berichten, angefangen mit dem Welt-Hallo-Tag, der gestern war. Mein Blog mußte ziemlich viele Anfragen zum Welt-Hallo-Tag hinnehmen, hatte ich doch schon letztes Jahr darüber geschrieben. Gefreut habe ich mich auch gestern über die Diskussion mit Uwe zum Thema Zahnersatz und Einsparungsmöglichkeiten durch internationale Herstellung. Lieber eine sachliche Diskussion als ein „Geht mich doch nichts an!“.

AbschiedsgeschenkAuf Arbeit war gestern auch große Verabschiedungszeremonie, unser Chef verabschiedete uns offiziell, da mein Kollege bereits gestern seinen letzten Arbeitstag hatte. Für jeden gab es einen Koffer mit sächsischen Wurstprodukten und einer Flasche italienischen (warum nicht Meißner?) Wein. Vorher hatte ich noch eine Frühstücksrunde vorbereitet, weil wir so das letzte Mal in der Konstellation zusammen waren. Später am Nachmittag hatte ich noch einen Termin, schaute nochmal bei ihm ins Zimmer und wir quatschten noch einen Moment. Der Termin am Nachmittag lief auch vielversprechend ab, glücklicherweise wurde ich noch einen Fraktalkalender los. Und wenn ich schon mal beim Geschäftlichen bin – mein Gewerbe habe ich an der Stelle auch gleich in Dresden abgemeldet.

Mein Briefkasten war gestern wieder voll, aber ausnahmsweise keine Werbung, sondern nur zugestellte Post. Jetzt endlich in meinen Händen – der Mietvertrag und außerdem noch meine neue Telefonnummer und die Bestätigung, dass sie am 1.12. aktiviert wird. Gleichzeitig wird mein Anschluss in Dresden am 1.12. offline gehen, aber da ich zu dem Zeitpunkt ohnehin mit Kisten füllen und schieben beschäftigt bin, werde ich relativ wenig Zeit zum bloggen haben. Ich rief noch die Umzugsfirma an, damit sie mir die Kartons nächsten Dienstag liefern. Geschätzt wurde der Umfang auf ca. 50 Kisten, sollten die Kisten wirklich so groß sein, werde ich wohl bei weitem weniger benötigen.

Mal was neues aus dem Bereich Wissenschaft: Gestern mußte ich lesen, dass von öffentlicher Stelle die Gelder für den Betrieb von Arecibo, dem weltweit größten Radioteleskop auslaufen sollen. Einerseits verständlich, da die Anlage nun mittlerweile seit 1963 in Betrieb ist und mittlerweile durch sogenannte Arrays aus kleineren Antennen die gleiche, wenn nicht sogar bessere Leistung möglich ist. Andererseits ist Arecibo als Quelle für die auch bei mir ständig im Hintergrund laufende SETI-Berechnung und natürlich als Radar für kosmische Objekte nicht gerade entbehrlich. Warum also ein funktionierendes Instrument abschalten?

Wo aber alte Sachen verfallen, entstehen neue. So wurde gestern der Vertrag zum Bau des International Thermonuclear Experimental Reactor (Iter) von der EU, den USA, Russland, China, Japan, Indien und Südkorea in Paris unterzeichnet. In den nächsten 20 Jahren soll demzufolge ein 20.000-Tonnen-Koloss entstehen, mit dem hoffentlich ein funktionsfähiger Fusionsreaktor entsteht, der 500MW an Energie erzeugen soll. Im Gegensatz zur Kernenergie doch viel sauberer, da nicht wie bei der Kernspaltung radioaktive Elemente mit einer hohen Halbwertszeit (Größenordnung 100.000 Jahre und mehr) entstehen, sondern mit einer weitaus geringeren Halbwertszeit von einigen Hundert Jahren. Natürlich ist radioaktiver Abfall umwelttechnisch bedenklich, doch bei dem derzeitigen Bevölkerungswachstum wird die Menschheit schnell auf das Problem stoßen, eine Energiequelle zu finden, ohne sämtliche Freiflächen mit Windrädern und Solarpanels zu verbauen.

Im Laufe des gestrigen Abends erreichte mich dann noch eine Mail von Thinner-Labelchef Sebastian, der sich auch lobend über meinen Text äußerte und mit einer Veröffentlichung gegen Ende der Woche spekuliert. Auf der MySpace-Seite von Thinner finden sich derzeit mit „Lifted“ und „A day in town“ zwei Titel von dem erscheinenden Release „Monsters“ von Philipp Weigl. Also wird wohl der Track „Underwater dancer“ wohl seinen festen Platz im Januar-Podcast haben.

Ach so, zwei Abtrünnige habe ich wiedergefunden – ich kann mich nur nicht entscheiden, welches ich einstellen soll. Werden wohl beide ihren Platz in der Gallerie finden.

FraktalFraktal

Wie geht man damit um, dass man einen Text schreiben möchte, der schon monatelang einem im Kopf herumgeistert und somit eigentlich in jeder Facette greifbar ist, den man immer wieder abrufen kann und ausgerechnet jetzt zu Papier bringen muss. Durch das wiederholte Durchspielen und gedankliche Konstruieren wird der Gedanke bei mir so abstrakt, dass er nur noch als Stichwort verbleibt und jegliche zugehörige Emotion verblasst ist, wie bei einem Kaugummi, der jeglichen Geschmack verloren hat und nun nur noch zäh zwischen den Zähnen hängt. Ich sitze jetzt hier, brüte über dem letzten Releasetext für dieses Jahr, den ich noch heute verschicken will. Ich habe mir bereits eine Liste von Stichpunkten gemacht, die ich mit verarbeiten möchte, doch ist sie bei weitem nicht so umfangreich, wie ich das ursprünglich erhofft hatte. Nun gilt es einfach diese Stichpunkte wieder zu Sätzen aufzubauschen, an der Formulierung zu feilen und hoffen, dass bei der Übersetzung nicht noch der letzte Hauch von Individualität verloren geht.

Also mal für mich eine Roadmap, wie ich zu einem besseren Releasetext komme:

  • Musik anhören, Notizen über Stil, Stimmung, Texte, Tempo, Titel machen
  • Immer den Zeitpunkt der Veröffentlichung beachten, Jahreszeit, vorhergehende oder nachfolgende Releases
  • Recherchen über den Künstler und seine vorherigen Release anstellen
  • Pause zur Ideenbildung einlegen
  • entstandene Ideen und Resultate unbedingt notieren!
  • Daraus entstehende Lücken und offene Fragen aufschreiben und im Chat oder per Mail mit dem Künstler klären
  • nicht erst bis zur Veröffentlichung warten und dann schreiben, sondern gleich!
  • alle gesammelten Daten ausdrucken
  • relevante Fakten markieren, als Stichpunkte aufschreiben und wieder ausdrucken
  • Daten gruppieren nach
    • Fakten über den Künstler
    • Über das Album
    • Details der Titel oder des Albums
    • Abschlussinformationen
  • Stichpunkte umsortieren, evtl. wieder ausdrucken und die Reihenfolge der Stichpunkte anpassen
  • Umsetzen der Ideen in Sätze, dabei schon auf den Fluss innerhalb des Textes achten
  • Anpassen, Erweitern, Streichen bis der die Übergänge zwischen Abschnitten gleitend sind
  • aus der Mischung aus Deutsch und Englisch einen einheitlich englischsprachigen Text machen
  • Dopplungen von Wortgruppen und Wörter ausmerzen und Textfluss im Englischen wieder herstellen

Mittlerweile habe ich den Text für Philipp Weigls „Monsters“ zusammengestellt, bin auch sehr zufrieden, leider fehlt mir hab ich immer noch das Gefühl, etwas Essentielles vergessen zu haben. Wer die Story des Aphex-Twin-Remixes kennt, weiß wohl wie es mir in etwa geht. Allen anderen sei ein Blick in die Wikipedia empfohlen, speziell die Sektion „Remixe„. Wenn ich meinen Text durchlese, habe ich den Eindruck, ich kenne das Konzept des Albums in- und auswendig, habe es aber nie gehört. Ich werde den Text bis heute Abend erstmal ruhen lassen, vielleicht habe ich dann noch eine Idee, die ich einfügen kann.

Heute stand die Abarbeitung einer langen Liste von Dingen, welche die letzten Wochen liegen geblieben sind auf dem Plan. Und ich stelle mal so fest, viel vorgenommen und sehr wenig geworden. Überraschenderweise habe ich heute vormittag Philipp online gesehen und das schon längst fällige Interview für seinen anstehenden Thinner-Release geführt. Ein sehr interessantes Gespräch, wir unterhielten uns über das neue Album von Portishead, den kläglich geführten Blog auf myspace.com und hauptsächlich sein neues Album. Mein persönlicher Lieblingstrack ist „Underwater dancer“, welchen er auch seinen Favoriten nennt und gleichzeitig auch den dunkelsten. Aber ich habe jetzt genug Informationen, um das Gerüst für den Text zu konstruieren.

In den letzten Wochen hatte sich auch wieder jede Menge CD-Material angesammelt, was in meinen Rechner getippt werden wollte. Außerdem mußte ich eine ziemlich bedrückende Erkenntnis hinnehmen. Ich habe die Lieder, die mir am besten gefallen, gerippt (wieso klingt das so verboten?) und versuche dabei immer die 700MB-Grenze einzuhalten. Mußte aber leider feststellen, dass ich die Liste im August 2004 das letzte Mal akualisiert habe. Also habe ich erstmal das neue Material hinzugefügt und muss jetzt anfangen auszusortieren. Immerhin 43 neue Songs, die hinzugefügt werden sollen bzw. andere ersetzen.

KürbiscremesuppeAber dann kam ich zum angenehmen Teil des Tages – endlich mal wieder seit Wochen, dass ich in der Küche stehe und was zu Essen zaubern kann. Da jetzt der Herbst begonnen hat, dachte ich mir, dass eine Kürbiscremesuppe angebracht wäre. Sehr lecker geworden – also wirklich. Bei meinem Freitagseinkauf habe ich noch kleine Marmeladengläschen im Angebot gesehen – ich könnte glatt auf die Idee kommen… Naja, lasst euch überraschen!

Abends kam ich auf die völlig verrückte Idee mit dem Turbo Lister von Ebay meinen Fraktalkalender anzubieten. Etliche Stunden und viele graue Haare später gab ich meinen Kampf mit diesem Tool auf und stellte den Artikel so online. Das Gebührensystem ist mir, wie auch schon früher, ein absolutes Schloss mit sieben Siegeln. Wieso zahle ich insgesamt Einstellungsgebühren von 1,40 Euro und sobald ich eine zweite Kategorie anwähle, einen Aufschlag von 1,60 Euro? Da komm ich doch günstiger, den Artikel ein zweites Mal einzustellen. Aber über was wundere ich mich da überhaupt – möchte man mehr als einen Artikel einstellen, soll man sich bei Ebay über Powerauktionen informieren. Gibt man in der Suche „Powerauktion“ an, kommen… na… 0 Treffer. Ich glaub, es wird Zeit schlafen zu gehen. Ich gehöre nämlich zu denen, die morgen wieder aufstehen.

Und der Podcast drängelt auch noch…

Digitalverein, Sensual Physics, Lufth… unter diesen Projekten ist Jörg Schuster bekannt. Heute erreichte mich eine Mail von Thinner-Labelchef Sebastian mit dem Titel „Spezialauftrag“. Kein Problem – prompt habe ich mir die Titel heruntergeladen, angehört, für gut befunden und erste Fragen in Form einer Mail an Jörg gerichtet. Vier Tracks werden unter dem Moniker Sensual Physics auf Thinner erscheinen. Vielleicht werden diese Tracks auch schon am 25.8. im Chromapark in Köln zu hören zu sein, wenn Jörg dort live auftritt…