IMG_4078Nachdem wir den marokkanischen Teil unserer Reise hinter uns gebracht haben, wandten wir uns nun den davor liegenden spanischen Inseln zu. Erste Station war Lanzarote. Nachdem ich von Las Palmas auf Gran Canaria entsetzt war, konnte mich nichts mehr abschrecken. Und dann landeten wir auf Lanzarote. Ich hatte diesmal die Organisation für diesen Inselausflug übernommen und recherchiert, wo man ein Auto bekommen kann und Kriszta entdeckte für einen kleinen Aufpreis (1 Euro), dass man einen Seat Ibiza Automatik bekommen kann. Wir reservierten, frühstückten in aller Ruhe und verließen 9 Uhr das Schiff.

Da wir nicht das einzige Schiff waren, das heute angelegt hatte, war der Andrang an der Autovermietung entsprechend groß. Alle standen da und hatten ein Auto reserviert. 9.30 Uhr hatten wir dann unser Auto und der Schlüssel verriet uns, dass es doch ein Lancia geworden war. Wir gingen auf den Parkplatz und suchten – kein Lancia zu sehen. Verwirrt gingen wir zurück zur Autovermietung, um zu fragen, wo den unser Auto steht, als Kriszta meinte „Guck mal das Cabrio vor der Tür!“ Ich drückte auf den Schlüssel und das Cabrio blinkte freudig. Wir legten unsere Sachen auf den Rücksitz und sprangen ins Auto – Ledersitze, Navi, hochwertiges Radio – das war also unser Seat Ibiza für diesen Tag.

IMG_4082Meine Route sah vor, dass wir zuerst an La Geria vorbei fahren, dem Weinanbaugebiet von Lanzarote. Ich hatte meine Rechnung nicht damit gemacht, dass sich auch die Lanzaroter Weinbauern an ihren „Winter“ halten. Es waren keine Pflanzen zu sehen und alles war schwarz in schwarz. Nach der Weinstraße äußerte Kriszta den Wunsch in den Süden an den Strand zu fahren. Also machten wir einen kleinen Umweg. Es war schön, aber zum Sonnen zu windig. Also brachen wir auf um zu El Golfo zu fahren. El Golfo ist nicht nur ein Ort, sondern auch die Bezeichnung für einen teilweise im Meer abgesunkenen Krater. Wir nutzten das schöne Wetter und das Angebot eines Restaurants und aßen das Tagesmenü.

Eigentlich hatte Kriszta keine Lust auf den Nationalpark, aber mein grummelnder Bauch entschied anders. Der Timanfaya Nationalpark ist etwas besonders. Man bezahlt Eintritt, fährt mit dem Auto bis zum Parkplatz und das war es dann auch schon, was man mit dem Auto erkunden kann. Jetzt ist man auf die Busrundfahrt angewiesen, die man machen kann und die ca. 45 Minuten geht. Der Tipp den ich gelesen hatte, dass man sich im Bus auf die rechte Seite setzen soll, erwies sich als guter Hinweis. Leider kann man durch die reflektierenden Scheiben nur sehr wenig sinnvolle Bilder machen, aber man kann. Ein offener Bus wäre hier wesentlich angebrachter.

IMG_4090Wir hatten ziemlich schnell entdeckt, dass es auf Lanzarote einige englischsprachige Sender gab, die auch noch gute Musik spielten, also ließen wir für eine Zeit lang das Verdeck runter und drehten auf. Aber sobald man schneller wie 80 fuhr, wurde es zu luftig und so machten wir schnell wieder zu. Nach Timanfaya sind wir mit dem Pflichtprogramm fertig und holen noch über den Norden der Insel aus, um dann zurück nach Arrecife zum Hafen zurückzufahren. Im Norden mussten wir uns glatt beeilen, sonst hätte uns noch ein Regenschauer überrascht. Wir fuhren durch schöne kleine verträumte Dörfer, die alle in einem strahlenden weiß glänzten, dass sich besonders gut von dem Vulkanschwarz abhob.

Über unsere letzte Station – Teneriffa – möchte ich nicht so viel Worte verlieren. Den Vormittag blieben wir an Bord und sonnten uns noch etwas. Zur Mittagszeit fuhren wir mit der Straßenbahn nach La Laguna. Dort wehte die ganze Zeit starker Wind und es nieselte / regnete. Da es Mittagszeit war, hatten die meisten Geschäfte geschlossen, nur einige Restaurants hatten offen, aber die waren etwas zu teuer. Wir hielten es bis 15 Uhr aus und fuhren dann mit der Bahn zurück, liefen noch etwas durch die Innenstadt von St. Cruz, verschickten unsere Postkarten und gingen dann zum Schiff zurück.

IMG_4121Die Heimreise funktionierte komplett reibungslos, Transfer zum Flughafen… Moment, den Flughafen von Gran Canaria kann ich nicht unerwähnt lassen. Der dortige Duty-Free-Shop ist so ziemlich der größte, der mir in letzter Zeit untergekommen ist. Die Erbauer haben das auch noch geschickt gemacht, wer fliegen will, muss durch den Shop durch. Da Whisky-Wochen waren probierte ich so einige Whiskys und entschied mich dann für einen Auchentoshan Heartwood. Der Flug verlief problemlos, nur abends um 21 Uhr in Berlin Tegel zu landen, ist schon fast gruselig. Alles wurde geschlossen und wir saßen da und warteten auf unseren Bus. Der ließ sich auch bis zum letzten Moment Zeit um vorzufahren. Wie auf der Hinfahrt machten wir es uns gemütlich und legten unser Handgepäck auf die Sitze neben uns, da sie oben keinen Platz haben. Diesmal hatten wir echt skurriles Publikum. Erst steig einer ein, der mit Donnerstimme bekannt gab, in die „Landeshauptstadt Dresden“ fahren zu wollen und während der Fahrt geräuschvoll seine Getränkeflaschen leer schlürfte. Wenig später kam noch eine Frau hinzu, die unsere Rucksäcke beäugte und fragte „Wer sitzt denn hier?“. Ich nahm die Frage nicht so ganz ernst und meinte, wir würden da sitzen. Wir wurden dann angeschnarrt, wir möchten doch bitte unsere Sachen wegnehmen, sie würde gern da sitzen. Wohlgemerkt – es waren vielleicht 10 Leute im gesamten Bus, sie hätte auch jeden anderen Platz einnehmen können. Gegen halb 2 Uhr waren wir in Dresden, unser Hund begrüßte uns freudig und wir fielen müde ins Bett…

IMG_3992Es ist jetzt schon wieder einen Monat her, dass wir für eine Woche dem kalten Deutschland den Rücken gekehrt haben. Naja, so kalt war es ja nicht. Als wir losgefahren sind, hieß es dass am Wochenende in Deutschland bis zu 16°C werden sollen… und Sturm bzw. Orkanböen. Uns war schon himmelangst, dass der Flieger nicht startet und wir nicht zum Schiff kommen.

Unser Hund sollte solange wir im Urlaub sind bei den Eltern bleiben. Deswegen hatten wir den Flug von Berlin aus gebucht und fuhren am Freitag Abend nach Dresden. Den nächsten Morgen holte uns ein Taxi um kurz nach 4 Uhr ab, es goss in Strömen. Am Hauptbahnhof warteten wir bis der Bus kam. Es war unser erstes Reiseerlebnis mit einem Bus innerhalb von Deutschland. Wir nahmen den Berlinlinienbus. Mich wunderte sofort, dass der „Berlin“-Linienbus Dresdner Kennzeichen hatte, das Logo des regionalen Verkehrsverbunds von Dresden und Umgebung daran prangte und der Fahrer ein freundliches, breites Sächsisch sprach. Der Bus war kaum besetzt und die paar Leute, die mitfuhren, wollten alle nur zu den Berliner Flughäfen, sodass wir sogar etwas früher wie der Zeitplan vorsah, ankamen.

IMG_4024Der Wind auf dem Flughafen war nicht so schlimm wie angekündigt. So konnte unsere Maschine pünktlich starten. Auf Gran Canaria angekommen, nehmen wir den Transfer, den wir mit gebucht haben. Nach dem Check-In gehen wir erstmal etwas essen und werden enttäuscht. MSC bietet zwar fast rund um die Uhr Essen an, aber die Auswahl ist doch reduziert und die Qualität lässt manchmal zu wünschen übrig (Tomaten sind noch grün). Nach dem Essen gehen wir nochmal in die Mall vor dem Hafen. Man spürt deutlich dass der Pleitegeier über Spanien schwebt, die Hälfte der Geschäfte ist nicht belegt, die andere Hälfte hat Ausverkauf oder schon geschlossen.

Nach dem üblichen ersten Abend (Abendessen, Sicherheitseinweisung, Eröffnungsshow) stellen wir fest, dass Krisztas Koffer immer noch nicht da ist und machen uns auf die Suche. Es stellt sich heraus, dass der schlecht festgetackerte Luggage Tag (haben wir schon beim Einchecken bemängelt) sich gelöst hatte und die Crew den Koffer nicht zuordnen konnte. Todmüde fallen wir ins Bett und schlafen den nächsten Tag erstmal richtig schon lange. Wir hatten das Glück, dass wir beim Buchen eine wahlfreie Innenkabine gebucht haben. Die waren aber schon ausgebucht und beim Check-In stellten wir fest – hey, wir haben Außenkabine. Nach dem Frühstück erkunden wir erstmal das Schiff, fragen wegen diverser Sachen nach, gehen etwas Shoppen und fallen wieder zurück ins Bett. Nach dem Mittag schlafen wir erstmal weiter, schauen einen Film auf dem Zimmer und gehen dann etwas Sport machen. Wir hatten uns vorgenommen den Tatort zu schauen, haben aber die Zeitverschiebung vergessen und kommen so eine Stunde zu spät. Da wir beide die letzten Tage vor der Abfahrt viel Stress hatten, waren wir froh, dass wir den Seetag am Anfang hatten, denn so konnten wir unseren Trip voll entspannt angehen.

IMG_4041Erste Station unserer Reise war Casablanca. Schon im Vorfeld wusste ich, dass Casablanca nicht mit dem gemein hatte, was man aus dem Film kennt. Casablanca ist eine riesige Industrie- und Hafenstadt, die es sich aber trotzdem zu entdecken lohnt. Wir liefen den Weg bis zum Hafenausgang (ca. 15min.) und staunten dann erstmal. Ein komplett neuer Bahnhof direkt neben dem Hafen. Wir bereuten schon, dass wir den Ausflug nach Rabat gebucht hatten. Wir nahmen ein Taxi für 30 Dirham und fuhren zur Hassan-II.-Moschee – einer der größten Moscheen der Welt. Zum stolzen Eintrittspreis von 120 Dirham pro Person machten wir eine Führung und waren beeindruckt. Die Moschee, die jetzt gerade erstmal 20 Jahre alt ist, hat doch eine geschickte Kombination von islamischer Kultur und europäischem Baustil.

Nach der Moschee gingen wir zu Fuß zurück in die Medina. Dort laufen wir etwas herum, besichtigen das ein oder andere Gebäude und kehren dann gegen Mittag zum Hafen zurück, nicht ohne vorher noch eine leckere Tajine für 40 Dirham zu essen. Da das Wetter noch schön ist, legen wir uns auf das Deck. Ich mache dann noch etwas Sport und Kriszta ruht sich aus. Den zweiten Tag haben wir den Ausflug nach Rabat gebucht. Von dem angekündigten 5 Stunden Ausflug fallen allein 3 Stunden auf die Fahrt und die Führung ist auch nur husch-husch. Es bleibt kaum Zeit zum Fotografieren, wir werden mehr oder weniger an den Sehenswürdigkeiten vorbei gejagt. Wir fangen beim Königspalast an, aber außer dem Eingangstor und der Erklärung, welche Wache was bedeutet, erfahren wir nichts. Danach gehen wir zum Grab von Hassan II., Mohammed V. und noch einem Prinzen und stehen dann direkt auf einem Platz, wo eine große Moschee gebaut werden sollte, aber durch ein Erdbeben ein Teil des Minaretts stehen blieb. Letzter Punkt ist die Kasbah von Rabat, werden auch dort durchgejagt, haben dann aber 15 Minuten Zeit für einen Tee.

IMG_4046Nach so viel Hetzerei sollte uns ein ruhiges bzw. ein sehr ruhiges Mittagessen bevorstehen. Die Kellner sind so langsam und unorganisiert, dass wir 1,5 Stunden brauchen. Legen uns noch etwas raus bis es trübe wird und etwas passiert, was ich in Marokko so nicht erwartete hätte – es gießt in Strömen. Ich gehe wieder Laufen und danach versuchen wir eine Ecke im Schiff zu finden, wo wir in Ruhe lesen können – keine Chance. Nächste Station unserer Reise ist Agadir. Dort waren wir bereits und als wir feststellen, dass wir weit außerhalb von dem Punkt landen, wo wir erwartet haben, dass das Schiff anlegt, bleiben wir den ganzen Tag an Bord. Es ist blauer Himmel, 23°C also liegen wir den ganzen Tag auf dem Deck und sonnen uns.

Sommerurlaub stand an und nach unseren Abenteuern in Sri Lanka, war es mal wieder Zeit für eine Kreuzfahrt. Irgendwie sind wir mit unserer Karibikkreuzfahrt auf den Geschmack gekommen. Man ist jeden Tag an einem anderen Ort, muss aber nicht ständig ein- und auspacken. Und entgegen aller Gerüchte bzw. was einem selbst auf dem Schiff gesagt wird, kann man sich wunderbar selbst in den angefahrenen Orten organisieren. Kriszta machte ein Schnäppchen – wieder bei unserer favorisierten Cruise Line: Royal Carribean. Das Schiff legte in Genua ab und da wir die Strecke nicht an einem Tag schaffen wollten, fuhren wir Samstag früh 7 Uhr los, machten einen kleinen Zwischenstopp in Metzingen und komplettierten unsere Garderobe. Danach ging es noch bis Mailand, wo ein Hotel auf uns wartete. Wir hatten etwas Bammel, als wir hörten, dass am Gotthard-Tunnel 12km Stau waren und wichen so über San Bernardino aus, der komplett frei war. Hotel war schön und nach einer Pizza fielen wir in den wohl verdienten Schlaf.

Am nächsten Morgen machten wir noch einen kurzen Abstecher in die Mailänder Innenstadt und dann ging es nach Genua. Dort hatten wir für eine Woche einen Platz im Parkhaus angemietet, wo ich so meine Ängste hatte, denn wer italienische Parkplätze kennt weiß, wie es in Parkhäusern abgeht. Doch die Bedenken wurden sofort zerstreut, als unser Auto kurz hinter der Einfahrt abgenommen wurde – Ein- und Ausparken übernimmt das Personal persönlich. Zusätzlich wird man noch bis zum Schiff transportiert und Ruckzuck waren wir auf dem Schiff und konnten uns am reichhaltigen Mittagsbüffet laben.

Erste Station: Ajaccio, Corsica, Frankreich
Die erste Nacht auf See ist immer etwas ungewohnt, man muss sich erstmal an das Schwanken gewöhnen und an die Geräusche des Schiffs. Wir hatten diesmal das jüngste Schwesternschiff der Navigator of the Seas erwischt – die Mariner of the Seas. Absolut baugleich und damit fühlten wir gleich wieder heimisch. Ich fand auch gleich mein Lieblingsmüesli wieder – Kellog’s Granola. Noch so eine fiese Sache, die es nicht in Deutschland gibt. Danach ging es an Land. Erstmal schlenderten wir etwas durch die Stadt, wir hatten Glück, dass wir vor allen Touristenbussen an den wichtigen Sehenswürdigkeiten waren. Anschließend ging es mit dem Linienbus zum Pointe de la Parata. Ich machte mir noch die Mühe zu dem kleinen Turm hinaufzusteigen, wo man eine tolle Aussicht auf die vorliegenden Inselchen hat. Der Bus brachte uns danach an den Strand und später auch wieder zurück in die Stadt, wo wir noch etwas umher liefen und zum Schiff zurück kehrten.

Zweite Station: Barcelona, Spanien
Der Tag auf Corsica war schon angenehm warm, aber nichts im Vergleich zu Barcelona. Hier war schon morgens um 9 Uhr die Luft drückend heiß und kein Lüftchen rührte sich. Um den Tag mit wenigen Worten zusammenzufassen: Wir waren auf Gaudis Spuren unterwegs. Es begann mit dem Park Güell und hörte mit der Sagrada Familia auf. Zwischendrin folgten einige Gebäude, die unverwechselbare Kennzeichen Gaudis trugen. Eigentlich sollte die Sagrada Familia zweite Station unseres Ausflug sein, aber gegen 10 Uhr sammelten sich dort alle Touristengruppen und warteten auf Einlass. Ich schnappte etwas von 2 Stunden Wartezeit (bei 30°C und in der prallen Sonne!) auf und wir brachen ab, um gegen 15 Uhr nochmal wieder zu kommen. Kaum 10 Minuten gewartet, waren wir drin. Ich war sehr positiv überrascht. Was von Außen etwas wie eine Kleckerburg aussieht, entpuppte sich als Meisterwerk und kommt damit zu meinen gefühlten Top 10 der schönsten Gebäude.

Dritte Station: Palma de Mallorca, Spanien
Was hört man nicht alles über Mallorca. Anfangen von dem schlechten Ruf von S’Arenal, versuchen einige den Norden als wunderschön anzupreisen. Aber warum keiner was von der schönen Stadt Palma sagt, weiß ich nicht. Wir wandelten den ganzen Vormittag durch die Innenstadt und da wir keine Zeit in Barcelona zum Shoppen hatten, holten wir das hier wieder nach. Wenn man schon mal in Spanien ist, muss man einfach bei Desigual zuschlagen. Wir wandelten durch viele kleine Gässchen, die trotz Hochsaison wie ausgestorben wirkten und erblickten schöne grüne Innenhöfe.

Vierte Station: Cagliari, Sardinien, Italien
Die Überfahrt von Mallorca dauerte vergleichsweise lang, weswegen wir erst gegen Mittag in Sardinien eintrafen. Da auch hier hochsommerliche Temperaturen herrschten und die Innenstadt wenig zum Schlendern einlud, setzten wir uns wieder mal in den Bus und fuhren zum nächstgelegenen Strand, der ein Traum war. Leider fanden das Hunderte anderer Menschen auch und so war wenig Platz. Auf dem Stück, wo wir uns niederlassen konnten, wurden wir wenig später verjagt, da es sich um einen privaten Strand handelt. Auf dem Rückweg machten wir doch noch Zwischenstopp in der Stadt und genossen ein ganz leckeres Banane-Nutella-Eis.

Fünfte Station: Rom, Italien
Unsere Überfahrt nach Rom dauerte mehr als einen Tag. Lag wohl daran, dass man unbedingt eine Woche als Turnuswechsel erreichen wollte uns so einen Tag Pause bis zur letzten Station brauchte. Das Tempo des Schiffs konnte man getrost als Treiben bezeichnen. Als wir 9 Uhr an Deck gingen, um uns zu Sonnen, waren wir sehr schnell im Schatten verschwunden. Die Sonne brannte mit einer Intensität, die fast alle in den Schatten vergraulte. Also folgte ich meinem üblichen Programm aus Lesen, Musik hören und Sport. Erst zum späten Nachmittag wagte ich mich für eine halbe Stunde in die Sonne. Als wir am nächsten Morgen Rom erreichten, fuhren wir vom Hafen Civitacecchia mit dem Zug innerhalb von einer Dreiviertelstunde zum Petersdom. Nach der Besichtigung ging es zur Engelsburg, zum Trevi-Brunnen, zur Spanischen Treppe, zum Capitol, zum Forum Romanum und abschließend zum Colosseum – ja man schafft Rom in einem Tag, aber nur, wenn man schon mal dort war und nicht zu lange verweilt.

Den nächsten Morgen wartete bereits unser Auto auf dem Parkplatz neben dem Schiff, sodass wir nur noch Auschecken mussten und dann konnten wir die Koffer gleich ins Auto verladen. Die Rückreise war ziemlich anstrengend, auch wenn sie reibungslos verlief. Als wir 10 Stunden später wieder daheim waren, fiel ich todmüde ins Bett und war dort nicht mehr weg zu bekommen. Diesmal kann ich als Fazit sagen, dass wir mit unseren Kellner mehr Glück hatten, beide waren sehr freundlich und Sven wirkte froh, dass er als einziges deutsches Besatzungsmitglied deutsche Gäste bedienen durfte. Dafür hatten wir einen Peruanischen Stateroom Assistant und der machte alles nicht so ganz gründlich, war aber immer freundlich. Etwas merkwürdig mutete die Rezeption an, die uns einreden wollten, dass man sich nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel in Spanien verlassen kann, da wird ja pausenlos gestreikt und die kommen auch wann sie wollen. Ich glaube mich zu erinnern, einen Satz aufgeschnappt zu haben, der ungefähr lautete „Alles was wir nicht unter Kontrolle haben, ist unzuverlässig.“ Tatsache war, dass der Bus pünktlich mit den ersten Gästen losfuhr und auch der Rücktransport.

Irgendwas lief gut – Mitte Februar schrieb ich noch, dass ich „Naokos Lächeln“ zu lesen beginne und nun habe ich schon wieder die 3/4 des nachfolgenden Buches hinter mir. Die Buchbesprechung folgt an einer anderen Stelle, aber die Ursache dafür ist hier richtig am Platz.

madrid hausGrund dafür war, dass ich wieder mal unterwegs war und abends nichts anderes im Kopf hatte, als mich ins Bett zu legen und zu lesen, bis ich nicht mehr konnte. So kam ich gut bei Naokos Lächeln voran. Günstigerweise war ich in der Nähe von Frankfurt und konnte mir so eine umständliche Anfahrt schenken. Das Ziel war Madrid, wo sich Kriszta schon seit einer knappen Woche befand. Für uns stand noch verlängertes Wochenende auf dem Programm. Der Flug war unter Straucheln der Webseite von Opodo gebucht wurden und so verhielt sich auch die gesamte Reise. Das Ticket verriet: Abflug Freitag, 21:15 Uhr.

Der Termin bei Frankfurt ging aber schneller herum, wie erwartet und ich stand an der Gepäckabgabe, wo mich Frau Lufthansa auf mein Gate hinweisen wollte und plötzlich stolperte: „Sie gehen dann… Moment mal, was machen Sie denn jetzt schon hier?“ Ich musste angesichts ihrer Reaktion lachen und erklärte meinen Termin. Sie lächelte mitleidig und fing nochmal an: „Also, Sie gehen dann in 7 Stunden an Gate A30, aber das Gate kann sich bis dahin noch 50mal ändern, also halten Sie mal Ausschau. Viel Spaß im Buchladen!“ Ich lachte wieder und in die Halle C, wo kaum was los war und setzte mich gemütlich hin.

200 Seiten Murakami gegen 7 Stunden sind unfair. Zumal mich das Buch so fesselte und aus der Bahn riss, dass ich danach erstmal wie ein Geist herumlief und 1 Stunde brauchte, bis ich ein Buch gefunden hatte, was ich als nächstes lesen konnte, ohne hoffnungslos enttäuscht zu werden. Einen weiteren Murakami gab es in der Buchhandlung nicht, also verließ ich mich auf einen andern Schriftsteller, den ich sehr mag: Nick Hornby. Ich wechselte immer zwischen Herumlaufen und Lesen, schaute mir unendlich viele Zeitschriften an und mit einer guten halben Stunde Verspätung ging es los. Auf nach Spanien! Es regnete in Frankfurt mittlerweile in Strömen und meine Begeisterung auf ein verregnetes Wochenende ließ mich nicht gerade begeistert in den vollen Flieger steigen.

partybankIn Spanien regnete es nicht, als wir landeten, aber rosig war das Wetter nicht. Ich war todmüde und wir liefen noch ein bißchen umher, weil die Zeitverschiebung in Spanien enorm ist. Vor 10 Uhr rührt sich da nicht viel, dafür sind die Straßen auch bis weit nach Mitternacht brechend voll. Man lebte, trank, redete, aß und wohnte auf der Straße. Gegen halb 3 war auch unsere Zeit gekommen und wir schliefen ein. Der Samstag zeigte sich anfangs verregnet und machte uns einen fetten Strich für die Fahrt nach Toledo durch die Rechnung. Also liefen wir ein bißchen durch die Stadt, lustlos, weil es immer wieder regnete. Später wechselten wir dann von Herumlaufen zu Shoppen, was bei dem Wetter besser angebracht war. Gegen Abend kam Wind auf. Ein ständiger Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Regenschirm machte es nicht einfach. Erst gegen Abend hörte es auf, wurde deutlich milder und wir besuchten den Prado.

Der Sturm verschonte Madrid, wir bekamen kaum was davon mit (die Nachrichten jetzt mal ausgenommen). Statt dessen setzten wir uns abends gemütlich in eine Kneipe und probierten Paella und Muscheln und dazu natürlich ein cerveza und ein Mischgetränk aus Rotwein, Wasser und Zitronensaft (Tinto verano), was erstaunlich lecker schmeckte und obendrein noch erfrischend war.

Der nächste Tag zeigte sich von seiner besten Seite. Fast ununterbrochen blauer Himmel. Wir bekamen am Rande mit, dass das Tief im Norden Spaniens ziemlich gewütet hatte und abends trafen auch in Spanien die Nachrichten über die Verwüstungen in Deutschland ein. In Madrid war noch eine Monet-Ausstellung, die aber insgesamt sehr enttäuschend war. Wir ließen den Abend wieder in der gleichen Kneipe wie am Vorabend ausklingen.

madrid nachtWenn ich jetzt so an die Tage in Madrid zurück denke, fällt mir ein, dass ich zu Beginn der Meinung war, Madrid wäre wie Rom, nur ohne Sehenswürdigkeiten. Aber der Vergleich hinkte gewaltig. Das Zentrum von Madrid ist insgesamt schön anzusehen. Was natürlich nervt, sind die Unmengen von Menschen, die sich zu allen Tag- und Nachtzeiten überall befinden. Das Gefühl eine ruhige Stelle zu haben, geht völlig verloren. Und wo viele Leute sind, entsteht auch viel Dreck. Es scheint ein Hobby der Einwohner Madrids zu sein, ihre Stadt zuzumüllen, damit über Nacht in unermüdlicher Arbeit alles wieder sauber gemacht wird, um dann wieder von vorn zu beginnen. Was mir noch auffiel, war die unglaubliche Wärme in den Geschäften. Man geht in winterlichem Outfit rein und muss nach wenigen Minuten wieder die Flucht ergreifen, es sei denn, man entkleidet sich bis auf das T-Shirt. Naja gut, wer im Sommer 40°C hat, schlottert bei 12°C.

Weil ich gerade das Gebiet der Geschäfte betrete – die Bedienung in den Geschäften läuft größtenteils nach dem Prinzip „komm ich heute nicht, komm ich morgen“. Zehn Minuten an der Kasse zu verbringen, obwohl nur drei Leute stehen, ist durchaus selbstverständlich und der geneigte Spanier greift zu seiner Lieblingsbeschäftigung: Reden. Denn das können sie – durcheinander und ohne Luft zu holen. Macht nichts – ich mache trotzdem mal Werbung für einen Klamottenladen, auf die mich Kriszta aufmerksam machte: Desigual. Wer auf bunt steht, kommt da nicht dran vorbei. Überhaupt haben wir viele Klamotten wieder mitgebracht. Wenn Madrid etwas ist, dann ein Shoppingparadies. Irgendwann hat es auch mich erwischt und ich musste nach 2,5 Stunden vor Abflug nochmal in einen Desigual-Laden stürzen und mir ein Kapuzenshirt holen (natürlich in bunt).