Yungas Straße

Früh um 6.15 Uhr in La Paz stehen und auf einen Tourbus warten, ist nicht unbedingt prickelnd. Aber der Guide entschuldigte sich und es ging aufwärts. Bis auf 4.600 Meter. Von dort aus startete unsere Mountainbike-Tour entlang der Death Road (aka Most Dangerous Road, aka Yungas Straße) ins Tal bis auf 1.200 Meter. Zuvor noch ein paar Fakten über diese Straße…

  • unbefestigte Straße, links bis zu 400 Meter abwärts, rechts Fels
  • durch die Höhe: Nebel, Regen und Schlamm
  • als sie noch als Straße betrieben wurde: jährlich 200-300 Unfalltote
  • an manchen Stellen nicht breiter als 3 Meter
  • Linksverkehr, da der Fahrer links sitzt und so besser den Abstand schätzen kann
  • Aufwärtsfahrende haben Vorfahrt
  • seit die Umgehungsstraße existiert, hauptsächlich touristisch genutzt

Die ersten 32 Kilometer fuhren wir auf befestigter Straße mit dem normalen Verkehr. Manchmal mussten wir LKWs überholen, unser Guide schätzte die Geschwindigkeit, die wir erreicht haben auf ca. 60 km/h. Es war schon etwas abenteuerlich, denn wir waren mitten in den Wolken und es war sehr schlechte Sicht, ungefähr 50 Meter. Dann folgt ein kurzes Stück, dass aufwärts geht. Diese Mühe wurde uns erspart und der Bus fuhr uns das Stück. Danach ging es die alte Straße weiter und es wurde ungemütlich. Viele Steine auf dem Weg, es regnete und die Straße verwandelte sich in eine Schlammpfütze. Wir hatten zwar Full Suspension Bikes, aber das schützt vor Dreck nicht. Nachher waren die Hosen komplett nass und wir waren von oben bis unten mit Dreck vollgespritzt. Nach einer Pause mit Möglichkeit zum Duschen und Mittagessen ging es dann wieder heim.

Tiwanaku (Tiahuanaco)

Tiwanaku wird als die wichtigste archäologische Stätte Boliviens bezeichnet. Die Fahrt dahin hat man in 1,5 Stunden hinter sich gebracht. Hier findet man atemberaubende Tempelanlagen, die zwar nicht imposant sich, aber Spuren bis 1.500 v.u.Z. enthalten. Die Epoche von Tiwanaku gipfelte nach der Expansion des Volkes in den Inkas.

Unser Guide erzählte viel von der Mythologie, von der Religion und von der Kultur des Volkes. Natürlich musste er auch zugeben, dass es absolut ungeklärt ist, wie sich die 120 Tonnen schweren Steinblöcke an ihren Platz begeben haben. Deswegen waren die meisten Dinge, die er erwähnte Theorien. Am interessantesten fand ich, dass eine Theorie besagt, dass die Priester diejenigen wurden, die mit den Füßen zuerst zur Welt kamen. Im Laufe ihres Lebens wurde ihr Schädel verformt und ein Stück Gold in ihren Hinterkopf eingesetzt.

Bevor ich mit dem eigentlichen Bericht beginne, möchte ich noch ein paar Details zur Erklärung vorweg schicken. Also in Bolivien kommt man bequem in einem Doppelzimmer für 20 Euro unter (inkl. Frühstück) und wenn man abends zu seinem Lieblingsitaliener geht, ist man für eine kleine Pizza, Pasta und 1 Liter Saft mit 6 Euro dabei. Was wird also eine 3-Tages-Tour mit allen Mahlzeiten, Unterbringung in Holzhütten mit Moskitonetzen und ein paar Ausflügen mit dem Boot kosten? Vielleicht so 100 Euro? Aber lasst euch überraschen…

Unser Flug von La Paz ging am Nachmittag mit einer 19 sitzigen Fairchild Metro III, das ist eine kleine Propellermaschine mit 2 Sitzreihen. Es holperte und schaukelte, aber dafür flogen wir unmittelbar an den Bergen hinter La Paz vorbei und hatten einen sensationellen Blick darauf. 35 Minuten später landeten wir im kleinen Rurrenabaque und es begann die Umstellung. Vorher: 7°C auf 3.700 Meter, jetzt: 34°C auf 220 Meter. Von der Fluggesellschaft amaszonas hatten wir noch jede Menge Gutscheine und Rabattmarken für Kneipen bekommen und standen jetzt auf dem Flughafen, der nüchtern betrachtet ein Sturzacker mit angeschlossenem Abrisshaus war.

Wir hatten Glück, dass wir mit Franzi und André zusammen waren, denn es stellte sich heraus, dass ein Ex-Schweizer, der schon seit 18 Jahren in Rurrenabaque lebt, gerade seine Tochter zum Flughafen schaffte und uns mit zurück in die Stadt nehmen konnte. Er empfahl uns ein Hostel und eine Gesellschaft mit der man die Pampa-Tour machen kann – Balatours. Nachdem wir im Pahuichi-Hostel eingezogen waren, buchten wir sofort die Tour bei Balatours und konnten noch 10% Empfehlungsrabatt herausschlagen, da uns der Laden von Jürgen empfohlen wurde. Trotzdem zahlten wir 216 US-Dollar pro Person. Unser Anspruch an die Reise war sehr hoch.

Zu den Gutscheinen gehörte auch ein Gratis-Caipirinha in einer sogenannten Moskkito-Bar. Gratis? Alkohol? Wir wurden wahnsinnig positiv überrascht. Es wurde nicht an Alkohol gespart und der Caipi war sehr lecker, sodass wir uns entschlossen, gleich noch das Abendessen und ein paar Cocktails mehr hinten anzuhängen. Wir entschieden uns für ein gegrilltes Fischfilet mit Knoblauchsauce mit Gemüse, Reis und Pommes Frites. Sämtliche kulinarischen Genüsse von Südamerika wurden übertroffen – es war ein Genuss. Wir hatten alle ordentlich zugelangt und trotzdem belief sich unsere Rechnung auf ca. 28 Euro (für 4 Personen). Wie gut musste dann unsere Tour werden?

Wir fuhren den nächsten Morgen um 9 Uhr los, im Gegensatz zu den anderen Touren wurden wir mit einem geschlossenen Wagen mit Klimaanlage gefahren. Zwischendurch hielten wir an und unser Guide kaufte eine Flasche Cola für uns. Es ließ sich sehr gut an. Als wir ankamen, nahmen wir unsere Quartiere in Beschlag, einfach aber nicht heruntergekommen und abgenutzt. Mit uns kam noch eine andere Gruppe mit 3 Leuten plus Guide, d.h. zusammen waren wir 9 Personen. Als dann das Mittagessen aufgetischt wurde, waren wir entsetzt. Das sollte für uns alle reichen? Nachdem wir Essen geholt hatten, war schon fast nichts mehr für die anderen da, außerdem war es kalt und fade. Unser Guide erklärte, dass die Köchin nicht genügend Zeit zur Vorbereitung hatte und wir nachsichtig sein sollten.

Am Nachmittag begannen wir mit einer kleinen Bootsfahrt, wo wir jede Menge Kaimane, Wasserschweine und Vögel sahen. Leider spielte das Wetter nicht so mit, es regnete zwischendurch. Zu unserem Glück, denn dadurch war es nicht mehr ganz so heiß. Als das Abendessen anstand, hatte sich nichts geändert. Das Essen war kalt und bei weitem nicht ausreichend. Wir reklamierten den Zustand, die andere Gruppe hingegen sagte nichts. Als am nächsten Morgen wieder kalte frittierte Sachen gereicht wurden, meinte unser Guide nur, wir sollten selbst in der Küche vorsprechen, er hätte es jetzt zwei mal gesagt. Ab diesem Moment wurde er auch uns gegenüber immer wortkarger.

Der Vormittag sollte uns zu den Flussdelphinen führen, die sich aber in andere Regionen verzogen hatten, da der Wasserstand extrem niedrig war. Wir brüteten vier Stunden in der prallen Sonne, konnten aber wieder jede Menge Fotos von der Tierwelt machen. Über das Essen rede ich nicht mehr, es war weit unter dem, was man für diesen Preis erwarten konnte. Zum späten Nachmittag fuhren wir noch einmal raus und gingen Piranhas fischen. Nur unser Guide hatte Glück. Wir fingen nur ganz kleine Fische. Die Küche fritierte den Fisch für uns und als Kriszta den Guide fragte, wir man einen Piranha am besten isst, bekamen wir nur die Antwort: „Mit dem Mund“. Ernst gemeint, ohne jegliche Ironie.

Als wir den nächsten und letzten Morgen Anacondas suchen gingen, lief unser Guide immer lustlos herum, während die anderen beiden Guides (es kam den Tag zuvor eine neue Gruppe) im Gras suchten. Wir fanden nichts und gingen wieder zurück. Bei unserem letzten Mittag fragten wir unseren Guide, ob er krank wäre, er wäre so ruhig und er wirkt so lethargisch. Nein, es wäre unsere Schuld, wir würden nicht mit ihm reden. Wir hatten den Kanal voll und waren froh, dass wir wieder zurückfahren. Die Moskkito-Bar wartete auf uns. Das Essen war wieder legendär und die Drinks auch.

Dann begann der Schreckenstag. Die Nacht war Stromausfall und wir sammelten unser Hab und Gut im Dunklen ein. Wir standen schon auf dem Flughafen, ich schaute in meinem Rucksack nach, wo mein iPod ist und in dem Moment fiel mir ein, dass ich ihn unter das Kopfkissen gelegt hatte. Ich fluchte und wir beschlossen auf den Nachmittagsflug zu wechseln, während Franzi und André schon nach La Paz zurückdüsten. Der Player war noch da, aber auf dem Weg zum Hotel verlor Kriszta noch ihre Jacke, die nicht wieder aufzufinden war. Als sich der Nachmittag näherte, zogen dunkle Regenwolken auf und der Wind verschärfte sich. Durch dieses Wetter mussten wir durch. Es schaukelte wieder extrem und wir durchflogen etliche Luftlöcher, die uns ganz schön nach unten rissen. Aber in La Paz war wieder schönes Wetter.

Auf dem Flughafen von Rurrenabaque entdeckte ich noch den Grund, warum die Touren so teuer waren: Es wurde ein Beschluss gefasst, dass der Mindestpreis für 3 Tage Tour 100 Euro sind, um die Qualität zu gewährleisten. Sonst nichts – nur der Preis war der Garant für mehr Qualität. Und was wir für Qualität bei Balatours bekommen haben, steht ja da. Auf unsere Beschwerden im Büro wurde nur geantwortet: Ihr habt ja doch die 10% Rabatt bekommen. Nie wieder Balatours.

Bolivien, Uyuni

Leicht müde kommen wir nachmittags im windigen Uyuni an und suchen uns eine Unterkunft. Wir bekommen nur noch ein Raucherzimmer, wo der Putz von der Decke kommt. Aber es ist ja nur für eine Nacht. Durch Franzi und André haben wir den Tipp bekommen, dass El Desierto nicht schlecht sein soll. Das Büro liegt schräg gegenüber von unserem Hotel und wir beginnen die Verhandlungen. Anfangspreis sind 600 Bolivianos pro Person. Wir wollen aber nicht mit sieben Personen in einen Jeep gequetscht werden. Also fragen wir nach, was der Jeep kostet, wenn wir ihn zu viert nehmen wollen und landen bei 3.400 Bolivianos, was 850 pro Person sind. Etwas mehr Komfort ist uns das wert. Durch die Empfehlung wissen wir auch, dass Roman als Fahrer nicht schlecht ist. Leider ist er nicht verfügbar und wir bekommen Valerio als Fahrer. Für 120 Bs extra bekommen wir sogar noch eine Köchin dazu.

Bolivien, Altiplano

Ziemlich hungrig verlassen wir das Geschäft und gehen ein paar Schritte weiter, wo eine kleine Pizzeria ist. Wir sind ziemlich allein dort, bekommen aber eine erstklassige Gemüsesuppe und eine hervorragende Pizza. Den nächsten Morgen gehen wir auch gleich wieder dort frühstücken und finden uns kurz nach 10 Uhr bei El Desierto ein. Wir werden hereingebeten, hinter uns schließt sich die Tür. Es gibt keine Köchin, aber die 120 Bs will man uns trotzdem nicht zurückgeben. Valerio würde ja für uns kochen. Wir rebellieren – das wäre doch die Standardtour und die kostet auch nichts extra. Etwas widerwillig gibt man uns das Geld zurück.

Valerio macht sich als Fahrer gut, er fährt sicher, quasselt nicht pausenlos, gibt aber ausreichende und für mein Spanischverständnis qualifizierte Informationen. Von Uyuni geht es in die Salar de Uyuni (25km), wo wir den ersten Stop beim Salzhotel machen und jede Menge Fotos schießen. Bis zum Mittag geht es zur Isla del Pescado (oder auch Isla Incahuasi) auf der wir eine kleine Wanderung machen. Auf der Insel wachsen jede Menge Cardones (d.h. die Kakteen, die beim Absterben verholzen). Die Salar ist unglaublich weiß und hell, trotz Sonnenbrille und Mütze blendet es und ich bin froh, als wir am Nachmittag die Salar verlassen. Unsere erste Übernachtung ist in San Juan in einem kleinen Hotel, dass komplett aus Salzblöcken aufgebaut ist.

Bolivien, Altiplano

Der zweite Tag startet 8.30 Uhr, wir fahren eine ganze Weile bis zum ersten Stop, wo wir einen wunderbaren Ausblick auf einen aktiven Vulkan haben, der auch leicht qualmt. Es stellt sich heraus, dass es eine sehr gute Entscheidung war, den Jeep zu viert zu nehmen, da die hinterste Reihe für normal große Mitteleuropäer nicht erträglich ist. Zum Mittag sind wir dann an der ersten Lagune (Laguna Cañapa), wo sich die Berge herrlich im See spiegeln.
Den restlichen Nachmittag folgen noch drei weitere Lagunen. Zum späten Nachmittag erreichen wir die Laguna Colorada. Alle Jeeps die nach uns folgen biegen vor dem Nationalpark zu einer Aussicht ab, nur wir fahren gerade aus. Wir bemängeln diesen Zustand und etwas mürrisch kehrt Valerion um und wir haben eine geniale Aussicht auf die Laguna Colorada. Es dauert eine Weile, bis sich unser Fahrer beruhigt hat und wir fahren zu unserer Unterkunft, die garnicht so primitiv ist, wie uns erzählt wurde.

Bolivien, Laguna Colorada

Zum Abendessen gibt es Spaghetti und Rotwein. Wir sind auf 4.300 Meter über Normal Null und die Nacht wird zu meiner persönlichen Horrornacht. Ich bekomme höllische Kopfschmerzen, gegen die auch keine Tabletten helfen und liege die ganze Nacht völlig aufgekratzt im Bett. Erst gegen halb 4 Uhr kann ich eine Stunde schlafen. Halb 5 Uhr geht es schon wieder weiter, wir fahren zu erst zu den Geysiren (auf über 4.900 Metern), dann zu den Thermalquellen und zur Laguna Verde, die sich nicht in Grün präsentiert.

Bolivien, Eisenbahnfriedhof

Auf dem Rückweg nach Uyuni zerlegt es uns zwei mal den Vorderreifen. Das erste Mal wechselt Valerio den Schlauch, beim zweiten Mal nimmt er das Ersatzrad. Wir halten noch etliche Male, weil die Aussicht so schön ist, aber viel schlafe ich auch und hole so die Nacht etwas nach. Letzte Station unserer Reise ist der Zugfriedhof kurz vor Uyuni, wo Dutzende Lokomotiven stehen und vor sich hin rosten. Ich mache eine erste Hochrechnung: über 300 Fotos habe ich in den letzten drei Tagen geschossen und schon beim Entwickeln bin ich mir sicher: Es war eins der Highlights unserer Weltreise.

La Paz

Zu La Paz fällt mir nicht viel ein. Wir buchen unsere Flüge für den Dschungeltrip und unseren Rückflug nach Cuzco. Ansonsten befällt mich ein anhänglicher Schnupfen und Husten, den ich über die Zeit, die wir hier sind, auskuriere. Wir versuchen uns hier an die Bolivianischen Verhältnisse zu gewöhnen. Zum Frühstück gibt es zwar Brot, aber keinen Belag. Marmelade bekommen wir auf Nachfrage. Die Ananas hat schon längst den Status „überreif“ überschritten, wird aber trotzdem Tag für Tag aufgetischt. Und am nächsten Morgen ist dann auch noch die Milch sauer.

Wir laufen etwas durch die Stadt, unter anderem um etwas Essbares zu finden. Entweder sind die Restaurants bei minderer Qualität hoffnungslos überteuert oder man traut sich nicht mal, den Laden zu betreten. Zu unseren Zielen in der Stadt gehören der Hexenmarkt, auf dem man z.B. getrocknete Lama-Föten kaufen kann und auch der Schwarzmarkt, der aber so übel nach Urin riecht, dass wir es nicht lange aushalten. Außerdem kommt uns der Verdacht, dass man Touristen hier nicht mag. Fragt man Preise an Nicht-Touristen-Ständen nach, wird man angenuschelt oder bekommt einen astronomischen Preis genannt, der auch nicht verhandelbar ist.

Sucre

Sucre hinterlässt bei uns schon einen besseren Eindruck. Hier ist nicht alles so verfallen wie in La Paz. Ja, man könnte fast behaupten, dass die Stadt Charme hat. Unser Weg von La Paz nach Sucre führt nicht über die schlechte Straße, über die man 14 Stunden holpert, sondern wir wagen den Flug mit einer Bolivianischen Fluggesellschaft. Im Flughafen stolpern wir über einen Subway, der sich im Gegensatz zum Essen der vergangenen Tage als purer Genuss entpuppt. Nur das Flugzeug mit dem wir fliegen, hat schon die besten Jahre hinter sich (Boeing 727-200, geschätztes Alter: ca. 35 Jahre).

In Sucre wagen wir etwas, was man sich normalerweise nicht Bolivien wagen sollte: einen Besuch im Kino (Hangover 2) und anschließend einen nächtlichen Heimspaziergang. Aber da wir zu viert sind und es Samstagabend ist, fällt das Risiko relativ gering aus. Der Film ist enttäuschend, wie alle Fortsetzungen, aber trotzdem werden wir gut unterhalten.

Potosi

Wie schreibt der Planet so schön „Potosi shocks.“ Stimmt ausnahmsweise. Eine dreckige, verlassen wirkende Stadt, die kaum sehenswerte Plätze hat. Auf eine Besichtigung der Minen verzichten wir – Menschen zu besichtigen, wie sie ihre Gesundheit für einen Hungerlohn ruinieren, ist für uns absurd. Irgendwo lese ich, dass die Menschen hier ca. 10 Jahre in den Minen arbeiten und danach ihre Lungen hinüber sind.

Ich habe meine Uhr kalibriert, dass sie die richtige Höhe anzeigt und sie liegt mit +/-10 Metern Abweichung immer relativ genau. Nur Potosi, dass angeblich über 4.000 Metern liegen soll und den Titel „höchst gelegene Stadt der Welt“ für sich beanspruchen will, lässt meine Uhr kalt. Sie meint, dass Potosi gerade mal 3.950 Meter hoch liegt.

Ein im kalten Wind flatterndes Plakat lässt mich aufhorchen – Potosis erstes Trance-Festival fand am 20. September statt. Hätte mich schon mal interessiert, wie man in Bolivien auf elektronische Musik reagiert.

Schon wieder früh aufstehen und den nächsten Bus nehmen. Nächstes Ziel: Copacabana in Bolivien. Der Grenzübergang nach Bolivien geht reibungslos von statten, keiner will unser Gepäck sehen und der Grenzbeamte schaut auf meinen Pass, lächelt und meint „Ah, Lukas Podolski!“ Mittags erreichen wir Copacabana, was in Bezug auf Puno keine Weiterentwicklung ist. Wir nehmen uns ein Hotel für 175 Bolivianos (=17,50 Euro) und entscheiden uns, nicht länger als nötig zu bleiben. Schnell buchen wir eine Halbtagestour zur Isla del Sol – der Geburtsstätte der Inkas. Übrigens haben die Inkas in der Form des Titikakasees einen Puma gesehen, weshalb Titikaka auf auf Quechua auch „großer Puma“ bedeutet.

Mit einem einfachen Boot werden wir 1,5 Stunden zur Isla del Sol gefahren und laufen dort 1,5 Stunden, ohne nennenswerte Artefakte der Inkas zu sehen. Aber für 15 Bolivianos (= 1,50 Euro) ist das leicht verschmerzbar, denn der Ausblick auf die Berge und den See ist schön. Auf dem Rückweg müssen wir Benzin sparen und fahren nur mit einem Motor und benötigen deshalb über 2 Stunden zurück. Angesichts mangelnder Auswahl entscheiden wir uns für Pizza als Abendessen und kehren dann ins Hotel zurück.