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Close to the sky – einmal durch die Uyuni

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Leicht müde kommen wir nachmittags im windigen Uyuni an und suchen uns eine Unterkunft. Wir bekommen nur noch ein Raucherzimmer, wo der Putz von der Decke kommt. Aber es ist ja nur für eine Nacht. Durch Franzi und André haben wir den Tipp bekommen, dass El Desierto nicht schlecht sein soll. Das Büro liegt schräg gegenüber von unserem Hotel und wir beginnen die Verhandlungen. Anfangspreis sind 600 Bolivianos pro Person. Wir wollen aber nicht mit sieben Personen in einen Jeep gequetscht werden. Also fragen wir nach, was der Jeep kostet, wenn wir ihn zu viert nehmen wollen und landen bei 3.400 Bolivianos, was 850 pro Person sind. Etwas mehr Komfort ist uns das wert. Durch die Empfehlung wissen wir auch, dass Roman als Fahrer nicht schlecht ist. Leider ist er nicht verfügbar und wir bekommen Valerio als Fahrer. Für 120 Bs extra bekommen wir sogar noch eine Köchin dazu.

Bolivien, Altiplano

Ziemlich hungrig verlassen wir das Geschäft und gehen ein paar Schritte weiter, wo eine kleine Pizzeria ist. Wir sind ziemlich allein dort, bekommen aber eine erstklassige Gemüsesuppe und eine hervorragende Pizza. Den nächsten Morgen gehen wir auch gleich wieder dort frühstücken und finden uns kurz nach 10 Uhr bei El Desierto ein. Wir werden hereingebeten, hinter uns schließt sich die Tür. Es gibt keine Köchin, aber die 120 Bs will man uns trotzdem nicht zurückgeben. Valerio würde ja für uns kochen. Wir rebellieren – das wäre doch die Standardtour und die kostet auch nichts extra. Etwas widerwillig gibt man uns das Geld zurück.

Valerio macht sich als Fahrer gut, er fährt sicher, quasselt nicht pausenlos, gibt aber ausreichende und für mein Spanischverständnis qualifizierte Informationen. Von Uyuni geht es in die Salar de Uyuni (25km), wo wir den ersten Stop beim Salzhotel machen und jede Menge Fotos schießen. Bis zum Mittag geht es zur Isla del Pescado (oder auch Isla Incahuasi) auf der wir eine kleine Wanderung machen. Auf der Insel wachsen jede Menge Cardones (d.h. die Kakteen, die beim Absterben verholzen). Die Salar ist unglaublich weiß und hell, trotz Sonnenbrille und Mütze blendet es und ich bin froh, als wir am Nachmittag die Salar verlassen. Unsere erste Übernachtung ist in San Juan in einem kleinen Hotel, dass komplett aus Salzblöcken aufgebaut ist.

Bolivien, Altiplano

Der zweite Tag startet 8.30 Uhr, wir fahren eine ganze Weile bis zum ersten Stop, wo wir einen wunderbaren Ausblick auf einen aktiven Vulkan haben, der auch leicht qualmt. Es stellt sich heraus, dass es eine sehr gute Entscheidung war, den Jeep zu viert zu nehmen, da die hinterste Reihe für normal große Mitteleuropäer nicht erträglich ist. Zum Mittag sind wir dann an der ersten Lagune (Laguna Cañapa), wo sich die Berge herrlich im See spiegeln.
Den restlichen Nachmittag folgen noch drei weitere Lagunen. Zum späten Nachmittag erreichen wir die Laguna Colorada. Alle Jeeps die nach uns folgen biegen vor dem Nationalpark zu einer Aussicht ab, nur wir fahren gerade aus. Wir bemängeln diesen Zustand und etwas mürrisch kehrt Valerion um und wir haben eine geniale Aussicht auf die Laguna Colorada. Es dauert eine Weile, bis sich unser Fahrer beruhigt hat und wir fahren zu unserer Unterkunft, die garnicht so primitiv ist, wie uns erzählt wurde.

Bolivien, Laguna Colorada

Zum Abendessen gibt es Spaghetti und Rotwein. Wir sind auf 4.300 Meter über Normal Null und die Nacht wird zu meiner persönlichen Horrornacht. Ich bekomme höllische Kopfschmerzen, gegen die auch keine Tabletten helfen und liege die ganze Nacht völlig aufgekratzt im Bett. Erst gegen halb 4 Uhr kann ich eine Stunde schlafen. Halb 5 Uhr geht es schon wieder weiter, wir fahren zu erst zu den Geysiren (auf über 4.900 Metern), dann zu den Thermalquellen und zur Laguna Verde, die sich nicht in Grün präsentiert.

Bolivien, Eisenbahnfriedhof

Auf dem Rückweg nach Uyuni zerlegt es uns zwei mal den Vorderreifen. Das erste Mal wechselt Valerio den Schlauch, beim zweiten Mal nimmt er das Ersatzrad. Wir halten noch etliche Male, weil die Aussicht so schön ist, aber viel schlafe ich auch und hole so die Nacht etwas nach. Letzte Station unserer Reise ist der Zugfriedhof kurz vor Uyuni, wo Dutzende Lokomotiven stehen und vor sich hin rosten. Ich mache eine erste Hochrechnung: über 300 Fotos habe ich in den letzten drei Tagen geschossen und schon beim Entwickeln bin ich mir sicher: Es war eins der Highlights unserer Weltreise.

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