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Beiträge verschlagwortet als “Kolumbien”

Eine Seefahrt, die ist lustig…

Jan 0

Nach vielen Versuchen hatten wir nun endlich unser Boot für die Überfahrt von Cartagena nach Panama gefunden - die Stahlratte. Wir standen um 8 Uhr am Boot, unser Gepäck wurde verladen und wir gingen noch unser letztes Geld ausgeben. Danach wurden wir an Bord gebracht und schafften unser Gepäck in die Kajüten, die nur mit Vorhängen von einander getrennt waren. Das Boot tuckerte nochmal zum Tanken und dann nahmen wir Kurs auf die offene See.

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Der Wind stand ungünstig für uns, wir konnten nicht mal Segel setzen und mussten uns mit dem Motor gegen den Wind kämpfen. Kapitän Ludwig "Lulu" meinte, dass es kein starker Seegang ist, trotzdem wurde uns im Laufe der Zeit flau im Magen. Frühstück konnten alle noch gut essen, zum Mittag ließ es schon nach und zum Abendessen aßen nur noch wenige. Die meiste Zeit saßen wir auf dem Deck oben, damit wir besser den Horizont sehen können und die frische Luft half auch ein wenig. Ich hatte Angst, dass wir die Nacht munter bleiben müssen, weil es schwierig wird bei der Schaukelei einzuschlafen. Aber es war kein Problem...

Tags drauf kamen wir am Nachmittag bei den San Blas Inseln an. Wir sprangen ins Meer, schwammen zu einer nahe gelegenen Insel und fanden dort riesige Muschelgehäuse. Wir mussten aber schnell zurückkehren, denn am Horizont zeichneten sich dunkle Wolken ab. Es regnete abends ein wenig, aber nicht so schlimm, wie die Wolken andeuteten. Das Gewitter war aber schön zu beobachten. Wir bauten an Deck den Grill auf und machten Schaschlyk aus Fleisch, Zwiebeln, Platanen, Paprika, Schinkenspeck und Gurken. Hoffentlich würde das Wetter besser werden.

Aber es wollte einfach nicht, den nächsten Tag tröpfelte es immer wieder und es war größtenteils bewölkt. Unser Glück war, dass der Migrationsbeauftragte der Kuna (das Inselvolk von San Blas) am nächsten Tag nach Panama City einberufen wurde und wir somit einen Tag gewannen. Diesmal sah es besser aus, es zeigte sich sogar von Zeit zu Zeit die Sonne und wir schwammen und schnorchelten - verglichen aber mit Dahab (Ägypten) oder Perhentian (Malaysia) gab es hier nichts zu sehen. Außerdem konnten wir den "Rope swing" genießen - auf den Bug des Schiffes stellen, Seil schnappen, ins Meer hinaus schwingen und dann "einfach loslassen".

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Den letzten Morgen polterte es halb 6 Uhr morgens, der Schiffsmotor erwachte wieder zum Leben und brachte uns nach Cartí. Dort konnten wir uns auch noch kurz umschauen und lernten eine 120 Jahre alte Frau kennen. Sie konnte zwar nicht mehr aufstehen, lag aber gemütlich in der Hängematte.

Zum Abschluss also die eindeutige Empfehlung: Wer von Cartagena nach Panama - in dem Fall Cartí fahren will, der sollte sich die Zeit nehmen, auf die Stahlratte zu warten. Kapitän Lulu ist immer für einen Spaß zu haben und das Essen ist sowas von reichlich und lecker, dass man Gefahr läuft, akut zuzunehmen. Wir lernten jede Menge nette Leute kennen und die Besatzung vermittelte immer das Gefühl unter Freunden zu sein, statt einen zu bedienen.

The man in the mirror

Jan 0

Der Mann im Spiegel versucht immer noch ein wenig die Welt zu retten. Auch wenn der Kampf aussichtlos erscheint. Aber manchmal gibt es einfache Ideen, die zeigen, dass andere es auch versuchen bzw. zum Mitmachen animieren.

Wir waren heute im Supermarkt und wollten noch was zu Trinken für die Reise kaufen. Als wir an der Kasse standen, entdeckte ich eine kleine Pappkarte in der Form eines Fisches, die mich neugierig machte. Was sollte das? Mein Spanisch ist nicht so berühmt, aber es reichte aus, um auf den ersten Blick zu entdecken, dass die Karte 1.000 COP (=0,40 Euro) kostet und bei der Ernährung von hungernden Kindern hilft.

Ich war begeistert und wir kauften die Karte. Ein zweiter Blick verriet, dass in Kolumbien jedes 8. Kind unter 5 Jahren chronisch unterernährt ist und mit der Spende eine Organisation unterstützt wird, die dafür sorgt, dass diese Kinder nicht mehr hungern müssen. Ich mag die Idee: Einheimischen wird geholfen, man muss keine umständliche Überweisung ausfüllen oder regelmäßige Beiträge zahlen. Der Fisch kommt aufs Band, wird durch den Barcodesanner erfasst - fertig. Warum gibt es sowas bei uns nicht?

Cartagena – Kuba reloaded

Jan 0

Nach unserem Flug von Armenia nach Cartagena hatten wir einen warmen Empfang. Schon am Flughafen empfing uns mollige Wärme gemischt mit feuchter Seeluft. Also ließen wir uns schnell ins Hostel "Casa Viena" im Stadtteil Getsemani­ fahren und wie es dort aussah, mag ich gar nicht so richtig beschreiben.

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Der Weg einer Tasse Kaffee

Jan 1

Mit dem Bus fuhren wir von Medellin nach Armenio und von da aus mit einem kleinen Bus noch bis nach Salento. Dort nisteten wir uns für 5 Tage im Hostel Tralala ein, das auch noch ein Jahr nach seiner Eröffnung einen sehr neuen Eindruck macht. Vom Hostel bekamen wir eine kleine Karte mit Dingen, die man in Salento machen kann. Erstes Ziel war die Kaffeeplantage von Don Elias. Auf den ersten Blick fragt man sich, wo man hier gelandet ist, aber während der Führung erscheint das nur oberflächlich.

Der Weg des Kaffees beginnt bei den Setzlingen. Je nach Witterung werden sie bis zu 3 Monaten mit den Wurzeln in Plastiktüten gehalten, dann kommen sie auf die richtige Plantage. Dort müssen sie 1-2 Jahre warten, bis die ersten Blüten entstehen. Aus den Blüten werden dann grüne Früchte, die je nach Sorte Orange oder Rot (bei Arabica-Kaffee) werden. Jeder Strauch ergibt ungefähr 4-5 Kilogramm Früchte pro Saison. Nach der Ernte werden die "Kerne" von den Früchten getrennt. Wenn man jetzt an einer Bohne schmeckt, ist sie sehr süß. Deswegen werden sie vor dem Trocknen mehrfach gewaschen, da sonst Fäulnis einsetzt. Das Trocknen der Bohnen kann bis zu einem Monat dauern, da es in der Region um Salento sehr feucht ist und häufig regnet.

Der Prozess, der danach folgt, ist unterschiedlich - entweder verkaufen die Bauern die getrockneten Bohnen weiter oder bereiten sie selbst auf. Mir war neu, dass der Kaffee nicht aus der getrockneten Bohne gemacht wird, sondern die Bohne noch einmal geschält werden muss, damit die eigentliche Kaffeebohne zum Vorschein kommt. Und nach dem Rösten kommt das Übliche: Mahlen, Aufgießen, fertig. Für uns wurden frisch geröstete Bohnen gemahlen und gleich zu Kaffee verarbeitet und das Ergebnis war ein Genuss!

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Aber in Salento kann man nicht nur Kaffee genießen, es gibt auch die Möglichkeit zu wandern. Wir hofften jeden Morgen, dass das Wetter mal für einen Tag stabil bleiben würde und am letzten Tag wachten wir auf und es war strahlend blauer Himmel. Trotzdem liehen wir uns vom Hostel ein paar Gummistiefel aus, denn wir hatten gehört, dass es sehr matschig ist. Mit dem Jeep fuhren wir ca. eine halbe Stunde ins Cocora-Tal und dann ging die Wanderung durch das Tal los. Anfangs wichen wir den Schlammpfützen noch aus, später wechselten wir dann die Schuhe und liefen mitten durch den Matsch. Nach einer Stunde begann der "Cloud forest", ein Dschungel. Dort liefen wir eine Stunde steil bergan, bis wir nahe am Gipfel waren, wo die Station "La Montagna" liegt. Eine kurze Pause, ich wechselte wieder auf normales Schuhwerk und dann ging es wieder zurück ins Tal. Anfangs liefen wir in den Wolken, später hatten wir einen tollen Blick ins Tal. Wir mussten uns zum Schluss beeilen, weil wir sonst nicht mehr den Jeep zurück nach Salento bekommen hätten, denn der nächste wäre erst 1,5 Stunden später gegangen.

Über Medellin schweben

Jan 0

Wieder ein neues Land, wieder ein neuer Stempel im Pass. Nachdem wir in Ecuador einen Nadeldruckerausdruck als Eingangsstempel bekommen haben, wurde der Eingangsstempel in Kolumbien wieder schön. Von oben machte der Anflug auf Medellin so einen geordneten Eindruck. Schöne Häuser, Felder, Bäume. Als wir ausstiegen wunderten wir uns, wo war die Stadt?

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