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Barcelona ist nicht Gaudi

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Unsere Kreuzfahrt startete und endete in Barcelona. Deswegen dachten wir, dass es eine gute Idee ist, nicht erst am Abfahrtstag anzureisen, sondern den Freitag davor, um noch etwas von der Stadt zu sehen, was wir beim letzten Mal nicht mitbekommen haben.

Schaut man sich die Hauptsehenswürdigkeiten von Barcelona an, liegen die Gebäude, wo Gaudi Hand angelegt hat, an oberster Stelle. Dabei hat Barcelona noch mehr zu bieten, als nur Gaudis Gebäude. Nach unserem letzten Besuch wollten wir diesmal mehr sehen.

Unser Zeitplan war etwas straff, weil wir Freitag Mittag mit Arbeiten aufhörten, nach Nürnberg fuhren und dort ging dann unser Flugzeug, dass uns 15 Uhr nach Barcelona brachte. Wir kaufen ein 48-Stunden-Ticket, mit dem alle öffentlichen Verkehrsmittel und der Flughafentransfer möglich sind. Mit unseren zwei Koffern bewaffnet, machten wir uns auf den Weg zum easy Hotel. Unsere zwei Übernachtungen sollten preiswert und trotzdem komfortabel sein.

Front der Sagrada Familia bei Nacht
Sagrada Familia bei Nacht

Wir checkten ein und danach ging es auch gleich in die Stadt. Wir fuhren mit der Metro zum Plaça d’Espanya und schauten uns dort um. Es war ein merkwürdiges Klima. Im Gegensatz zu anderen Großstädten war es ungewöhnlich warm in der Metro und sobald man raus kam, musste man die Jacke anziehen. Da es Zeit zum Abendessen war, gingen wir auf die Suche. In der Nähe des Plaça d’Espanya war natürlich viel los. Wir machten den üblichen Fehler, nicht in die erste Location zu gehen, die uns gefällt. Also liefen und liefen wir. Schon etwas verzweifelt gelangten wir dann in ein kleines Restaurant, wo wir gemütlich und gut aßen. Laut meinen Bildern und meiner Erinnerung dürfte es das Marcelino 16 gewesen sein.

Da wir schon mal die Metrokarte hatten, fuhren wir mit einbrechender Dunkelheit noch mal zur Sagrada Familia. Auch um die Zeit war dort noch jede Menge los und wir ließen uns auf ein Peanut Butter Cup Eis bei Ben & Jerrys nieder. Macht süchtig!

La Rambla
La Rambla – hier steigt die Party, wenn Barcelona gewinnt

Für den nächsten Tag hatten wir eine Free Walking Tour gebucht. Die Idee dahinter ist, dass man eine gratis Stadtführung bekommt und im Anschluss so viel an den Guide zahlt, wie einem die Führung wert war. Wir fuhren mit der Metro in die nähe des Startpunktes, suchten uns ein Platz, wo wir einen Kaffee trinken konnten und schauten ein wenig dem Treiben zu. Vor der Uni bildete sich eine ziemlich lange Schlange, die kurz nach 9 Uhr eingelassen wurden. Und das zum Samstag.

Gegen 10 Uhr sind wir am Treffpunkt, schlendern noch etwas herum, denn 10.30 Uhr soll es losgehen. Vor der Führung wurde uns ein Headset gegeben, da es eine neue Regulierung für Barcelona gibt, dass Guides nicht laut schreiend durch die Innenstadt laufen. Kann ich zum Teil nachvollziehen, ist aber an jeder zweiten Straßenecke wertlos, weil sich dort Straßenmusiker mit ihren Verstärkern postiert haben.

Innenhof mit einem Springbrunnen
Ohne Führung läuft man wohl an solchen Innenhöfen vorbei

Unser Guide war eine Irländerin, die Barcelona dem regnerischen Irland vorzog. Wir hatten extra die englische Tour gebucht. Die Wahrscheinlichkeit ist doch höher, dass jemand fließend englisch spricht, als deutsch. Dazu haben wir bisher zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Also lieber fließend Englisch, als gebrochen Deutsch.

Claire machte ihren Job hervorragend. Sie führte uns zu La Rambla, erklärte kurz den Zusammenhang zwischen der Straße und Fußball, auch historisch. Danach ging es ins gotische Viertel, wo wir einen Großteil der Zeit verbrachten. Es fing bei den Römern an, wo man noch ein paar Gräber sehen kann und führte bis in die Neuzeit, als Katalonien sich unabhängig machen wollte. Wir bekamen viele Highlights gezeigt, die man durch einfaches Entdecken übersehen hätte. Zwei Stunden dauerte die Führung, danach zahlten wir 15 Euro pro Person und bekamen noch ein paar Tipps zum Essen.

Blick von einem Innenhof in den Himmel

Leider war alles überlaufen und wir mussten eine Weile suchen, bis wir eine angenehme Mischung aus sonnig, wenig los und bezahlbar gefunden hatten. Frisch gestärkt gingen wir an den Strand. Dort setzten wir uns auf eine Bank und ließen uns eine Weile die Sonne ins Gesicht scheinen. Am Hafen entlang liefen wir dann wieder zurück ins gotische Viertel, nahmen die Metro und fuhren wieder zum Plaça d’Espanya.

Nachdem wir es den Tag zuvor schon gesehen hatten, fuhren wir mit der Rolltreppe in Arenas de Barcelona hoch und schauten über den Platz. Claire hatte uns gesagt, dass es schon seit Wochen nicht geregnet hatte und deswegen alle Springbrunnen abgestellt sind. Das machte den Spaziergang zum Montjuïc etwas trostlos, aber verständlich. Alles war staubtrocken.

Blick über die olympischen Sprungbecken auf Barcelona
Unglaubliche Stimmung, wenn man sich am Spätnachmittag auf die Tribüne setzt und auf die Stadt schaut

Unsere Entdeckungstour führte uns jetzt zu einem Tipp von Claire. Für die olympischen Spiele wurde extra eine Sprungturmanlage gebaut, deren Becken jetzt nur noch Möwen und Tauben als Planschbecken dienen. Dort gibt es aber eine Bar, die einen mit Getränken und Essen versorgt. Dann kann man sich gemütlich auf der Tribüne niederlassen und den Ausblick auf die Stadt genießen. Wir genossen die Atmosphäre und als es gegen 19 Uhr anfing voll zu werden, brachen wir Richtung Hotel auf.

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