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Beiträge verschlagwortet als “Dolomiten”

Im Frühtau zu Berge wir zieh’n…

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IMG_3099Letztes Wochenende nahmen wir uns endlich mal wieder die Zeit unsere alljährliche Herbstwanderung in den Dolomiten zu machen. Der Start war etwas holprig, denn wir konnten nicht so schnell losfahren, wie wir das gerne wollten. Aber so ist das immer, wenn ich mal davon ausgehe, dass Termine die immer pünktlich zu Ende sind, sich auf einmal hinten verschieben. Also starteten wir ungefähr eine Stunde später wie geplant, sind aber gut durchgekommen. Im Vorfeld hatten wir uns nach Hotels umgesehen und stießen dabei auf das Hotel Nigglhof in Welschnofen. Ich hatte telefonisch vorher geklärt, dass wir später (ca. 20 Uhr) ankommen und ob wir dann noch Abendessen bekommen. Wäre alles kein Problem hieß es. Kurz bevor wir den Zielort erreichten, begann es in Strömen zu gießen. Und zwar nicht der gewöhnliche Regen, den wir so haben, sondern wenn sich die Wolken an den Bergen stauen und es ordentlich abregnet. Deswegen saßen wir noch 10 Minuten im Auto, bis es etwas nachließ. So standen wir kurz nach 20 Uhr an der Rezeption und fragten, ob es mit dem Essen noch klappt. Ja freilich, aber dann gleich. Als wir saßen, studierten wir das Essen des Abends - es fing mit dem Salat an der Salatbar an. Geschlossen. Es gab zwei Hauptgerichte zur Auswahl, die Kellnerin meinte, sie müsste erstmal fragen, weil die Küche schon so langsam schließt. Wir waren etwas bedient.

IMG_3111Dafür war das Zimmer ganz passabel, wenn auch etwas kühl wirkend, da es keine Bilder oder sonstige Dekoration gab. Aber das war uns schon beim Buchen klar. Ich ließ die elektrischen Rollläden (Luxus!) herunter und wir schliefen uns erstmal richtig aus. Was in unserer Sprache heißt: Kurz nach 7 Uhr waren wir munter, ließen die Rollläden wieder hoch und vor uns leuchtete der Latemar im Morgenlicht. Wir traten auf den Balkon und schauten uns erstmal um. Links von uns konnte man prima den Rosengarten sehen, eine Klasse Aussicht, welche die Strapazen der langen Fahrt wett machte. Wir gingen zum Frühstück runter und schauten uns am Büffet um - wo war das Rührei, dass ich auch telefonisch erfragt hatte. Kein Problem, konnte man bestellen. Saftig tiefgelbe Dotter haben die Eier. Nach dem Frühstück suchten wir uns eine Route raus, die uns zum Elisabeth-Denkmal führt und dann weiter zum Karersee. Von dort aus wollten wir in Abhängigkeit von Kondition und Wetter entscheiden, ob wir zurück laufen oder den Bus nehmen.

IMG_3113Der Waldweg, der uns nach oben führte war noch feucht vom Regen der letzten Nacht und ich kam ordentlich ins Schwitzen. Nach einer Dreiviertelstunde hatten wir die gewünschte Höhe erreicht und wir betraten eine Lichtung. Ich zog meine Softshell aus und dampfte. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir liefen bei schönstem Sonnenschein zum Denkmal vom Lieblingsplatz von Sissy und dann weiter zum Karersee. Es gibt aber jedoch auch eine Ortschaft gleichen Namens und genau die ist immer ausgeschildert. Wir liefen auf gut Glück in die Richtung, wo wir den See vermuten und fanden uns bestätigt, als wir das erste Schild entdeckten, dass uns den Weg wies. Ein Paar, dass wir in der Ortschaft um Hilfe gefragt hatten, trafen wir wieder, kurz bevor wir den See erreichten. Ihre Meinung "Naja, so besonders war das jetzt nicht." Keine Ahnung, wo sie waren, aber das tiefe Grün mit dem Latemar im Hintergrund ist immer wieder bewegend. Als wir den Heimweg antraten, begann es leicht zu tröpfeln, was aber im Laufe des Rückwegs aufhörte und als wir so gegen 15 Uhr wieder im Hotel ankamen, schien dort noch die Sonne und wir konnten entspannt noch etwas die Sonne genießen, bevor es wieder anfing in Strömen zu regnen.

Beim Abendessen konnte diesmal nichts schief gehen. Früh hatten wir unser Abendessen ausgewählt und es ging los. Meine Frau wollte nicht gänzlich auf ihre Paleo-Ernährung verzichten und merkte beim ersten Gang an, dass sie auf Gluten verzichten möchte. Kein Problem, aber schon beim zweiten Gang stand wieder etwas mit Teig da. Das Spiel wiederholte sich nun jeden Abend. Wir waren todmüde und legten uns nach dem Essen sofort ins Bett, schauten noch etwas fern und schliefen dann ganz schnell ein.

IMG_3130Was den nächsten Tag betraf, waren wir etwas skeptisch - sollte das Wetter am Nachmittag wieder so schnell umschlagen? Sollten wir es wagen, zum Rosengarten aufzusteigen und dort die geplante Rundwanderung zu machen? Der Morgen zeigte sich unentschlossen und trübe. Ich war der Meinung, wir sollte es wagen und so gingen wir zur Seilbahn. Der etwas müde und muffelig wirkende Kartenverkäufer entgegnete auf unsere Frage, wie das Wetter oben so ist "Wie hier". Trotzdem löhnten wir die 18,50 Euro für beide Bahnen und setzten uns in die Kabine, die uns bis zur Frommeralm brachte. Bisher stimmte die Prognose, es war genau so trüb, wie unten. Aber ich ahnte, was uns erwartete, als wir uns in den Sessellift setzten und weiter fuhren, drangen wir in den Nebel ein, es war herrlich ruhig, nur die Kühe bimmelten unter uns, als die Sonne durch den Nebel brach und durch die Bäume schien. Vom Fuß des Rosengartens hatten wir einen fantastischen Blick auf das Wolkenmeer unter uns, nur der Latemar ragte auch über dem Nebel empor.

Wir befanden uns auf ca. 2.300 Meter Höhe und die erste Station war das Tschager Joch ungefähr 300 Meter höher. Es war noch ziemlich kalt (7°C) und wir befanden uns im Schatten. Auf der anderen Seite hatten wir endlich Sonne, nur leider war nicht klar, wohin der Weg führte. Wir sahen einen Weg, der in die Richtung führte, in die wir wollten, aber kein Wegweiser. Wir beschlossen den unbekannten Weg zu gehen, ein Gruppe Italiener folgte unserem Beispiel, überholte uns, um dann festzustellen, dass es eine Sackgasse war. Ein anderes deutsches Paar lief zwar weiter, kehrte dann aber auch unschlüssig um. Gemeinsam entschieden wir, dass es keine andere Alternative gibt, wie dem ursprünglichen Weg zu folgen. Etliche Biegungen später fanden wir den Wegweiser und liefen weiter. Wir befanden uns jetzt auf der Rückseite, liefen wir am Fuß der Berge entlang, wohl wissend, dass wir noch einen Pass vor uns hatten, der noch einmal steil bergauf und wieder hinunter führte.

IMG_3150Auf dem Pass machten wir keine Rast, denn es war laut und wenig einladend. Erst an der Rotwandhütte genehmigten wir uns eine kurze Auszeit. Doch die Zeit drängte, denn die Wolken begannen sich schon wieder zu sammeln. Als wir den Wendepunkt zur Vorderseite erreichten begann es langsam große fette Tropfen zu regnen. Es wurde aber nicht stärker und hörte nach 10 Minuten wieder auf. Bis wir zurück an der Kölner Hütte waren, wiederholte sich das noch zwei mal. Da wir sehr hungrig waren genossen wir zum Abschluss unserer Wanderung ein üppiges Menü in der Hütte. Kriszta aß zwei gebratene Würstel mit Pommes (von denen ich den Bärenanteil bekam) und ich genehmigte mir Kaiserschmarrn mit Waldfrüchten. Satt und zufrieden fuhren wir talwärts, liefen heim, wo noch die Sonne schien, bevor es ungefähr eine Stunde später wieder begann zu regnen.

Montag war dann die Heimfahrt die nach dem Mittagessen jäh gestoppt wurde, als wir auf die Brennerautobahn fuhren und Kriszta grad noch meinte, sie hätte was mit Stau gesehen. Autobahn gesperrt, weil ein LKW brannte. So standen wir knapp 2 Stunden auf der Stelle. Für mich war es die erste Erfahrung mit einer Totalsperrung. Dafür hatte es den LKW richtig übel erwischt, die Hälfte war verbrannt und es sah aus, als hätte er Papier geladen gehabt. So kamen wir statt 18 Uhr erst 20 Uhr daheim an.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Jan 0

dolomiten2010 1Ein Jahr ist schon wieder fast vergangen seit unserem Ausflug in die Dolomiten. Dieses Jahr sollte die Langkofelgruppe unsicher gemacht werden. Freitag früh ging es los und nach 8 Stunden Fahrt kamen wir am Karersee an. Der Blick auf den grün schimmernden See ist überwältigend und fotografisch eine Herausforderung. Man schaffe es, so zu fotografieren, dass die Berge sichtbar sind - aber nicht überbelichtet - und gleichzeitig der Boden des Sees - aber auch nicht unterbelichtet. Im Anschluss machten wir noch eine kleine Wanderung von 8km und steuerten anschließend den Zeltplatz in Campitello di Fassa an, um das Zelt aufzubauen. Wir freuten uns alle auf eine Pizza, mussten aber eine ganze Weile suchen, bis wir etwas ansprechendes gefunden hatten. Und nach einer riesigen Pizza und einem Glas Hauswein ging der Abend zu Ende und wir schliefen schnell ein.

Samstag stand eine größere Wanderung auf dem Plan. 16 Kilometer Strecke, 300 Meter Höhenunterschied und eine Dauer von 5,5 bis 6,5 Stunden - das klingt nicht zu kompliziert und schien durchaus machbar. Gegen 9 Uhr waren wir auf dem Berg und nach einer kleinen Stärkung ging es los. Theoretisch sollten wir mittags die Hälfte geschafft haben. Wir hatten uns dafür entschieden, die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu laufen, sodass wir das flache Stück gegen Ende unserer Umrundung vor uns haben. Grund dafür waren Gewitter und Regen, die für den Nachmittag / Abend angekündigt waren.

dolomiten2010 3Abgesehen von dem Stück zur Seilbahn hatten wir bereits nach 1,5 Stunden die 300 Höhenmeter weg. Zur Mittagspause kam die bittere Erkenntnis, dass wir erst ein Drittel des Weges geschafft haben. Da wir keine genauen Kenntnisse über die Öffnungszeiten der Seilbahn hatten, fingen wir an zu spekulieren. Wir schätzten auf 17.30 Uhr. Leider begann die Notfallplanung eine Hütte zu spät. An der vorletzten Hütte fragten wir nach: Ja, die letzte Bahn fährt 17.30 Uhr und ob man es in einer halben Stunde schafft, war zweifelhaft - es war 17 Uhr.

Also mobilisierten Alex und ich unsere letzten Kraftreserven und zogen los. Wir sollten die letzte Bahn bekommen und die Damen mit dem Auto vom Parkplatz am Sellajoch abholen. Die Uhr tickte erbarmungslos und sämtliche Wanderer, die wir überholten müssen gedacht haben, der Leibhaftige ist hinter uns her. Für das letzte Stück zur Seilbahn aufwärts hatten wir 10 Minuten Zeit - zum Vergleich: abwärts haben wir dafür 25 Minuten gebraucht. Ich schnaufte schon wie eine Dampflok, als ein Jeep neben mir hielt und der Fahrer mich auf italienisch vollplapperte. Bahnhof! Ach so, in 5 Minuten ist Schluss mit Seilbahn fahren. Er düste weiter. Ich dachte mir so "Du *Schimpfwort*, warum fährst du uns dann nicht einfach hoch?" Und genau die Kraft half mir, das letzte Stück noch hoch zu laufen.

dolomiten2010 2Der Wärter der Bahn stand schon vor der Tür und fragte ein Pärchen, dass neben dem Eingang stand, ob sie noch mitfahren wollten. Wir winkten mit den Armen. Nein, zwei Kerle über 1,80m, die mit den Armen winken übersieht man schon mal auf einer Bergkuppe. Inzwischen kam der Jeepfahrer wieder und hatte zwei Insassen dabei, die er am Hang gegenüber aufgesammelt hatte. Also los - Endspurt! Bange Minuten bei den Damen, die sich inzwischen auf den Weg zum Parkplatz gemacht hatten. Wir saßen auf dem Boden der Gondel, klatschnass geschwitzt und ich tippte meine SMS, die noch extralange brauchte, um verschickt zu werden.

Als wir vom Sellajoch zurückkehrten, gab es erstmal eine extralange Dusche und anschließend ging es wieder zum Essen. Keiner hatte den Riesenhunger und wir waren alle fertig. Letztlich hatte die Sonne auch noch ihr bestes gegeben und uns allen einen schönen Sonnenbrand verpasst. Kurz nachdem wir ins Zelt schlüpften begann das Gewitter und der Regen. Halb so schlimm, wenn nicht nebenan ein paar Holländer in aller Ruhe und mit voller Lautstärke ihr Zelt aufbauten. Gefühlte 20 Heringe wurden in den Boden gerammt und damit es nicht langweilig wurde, quatschte man dabei. Dementsprechend glich das Auto auf der Heimfahrt am nächsten Tag eher einem Schlafwagen, als einem Auto.

Und daheim die Statistik (geschätzt, da der Logger kurz vor knapp mit leerem Akku aufgab):

  • Entfernung: 21km
  • Höhenunterschied: 1000m (sowohl aufwärts, als abwärts)
  • Zeit: 8,5 Stunden (die Herrenrunde inkl. Pausen, die Damen sind über 9 Stunden unterwegs gewesen sein, da sie noch zum Sellajoch mussten)

Auf in die Dolomiten

Jan 0

Freitag Mittag ging es los - Zelt, Schlafsäcke, Wanderschuhe - alles eingepackt und ab auf die Autobahn Richtung Süden. Unser Ziel: die Dolomiten. Die Autobahn war gut gefüllt, aber wir sind super durchgekommen, sodass wir gegen 18 Uhr an der italienischen Grenze waren. Wenn man gleich zu Beginn von einem Anblick wie diesem gefangen wird, fällt es schwer, sich auf die Strecke zu konzentrieren.

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