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Jahresrückblick 2020

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Kaum hat das Jahr 2021 begonnen, wird es auch Zeit für den Jahresrückblick 2020. Eine Kategorie wurde massiv sabotiert in 2020 – das Reisen. In der Hinsicht ist so gut wie gar nichts passiert. Dafür wurden die anderen massiv gestärkt.

Wie sollte ich den Jahresrückblick 2020 anders beginnen, als mit dem Thema, dass wohl dominiert hat, wie kein anderes im vergangenen Jahr – Corona. Wenn ich es Revue passieren lasse, fing es eigentlich völlig harmlos an.

Travel

Als wir im Januar auf Kreuzfahrt gingen, war es bei einigen Fällen in einer bayrischen Firma geblieben. Unsere Reise im Januar führte uns zu den Kanaren und Madeira. Außerdem war es das erste Mal mit Mein Schiff. Der hohe Altersdurchschnitt und die Tatsache, dass auf den Inseln saisonbedingt wenig los war, machten es nicht unbedingt zu einer spektakulären Reise.

Felsen, Madeira, Ponta de Sao Lourenco
Bizarre Felsformationen auf der Wanderung am Ponta de São Lourenço

Als wir wieder in Berlin ankamen, lasen wir schon Infozettel über das neuartige Corona-Virus. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon gefragt, was daran so speziell sein soll, weil sich die Symptome lasen, als wäre es eine Grippe. Die Informationen charakterisierten aber eine gefährliche Krankheit. Die Realität sieht dann doch immer etwas anders aus, als in Computerspielen und Filmen, wo Viren zu Mutationen und blitzschnellem Tod führen.

Im Februar machte meine Frau die gleiche Route noch einmal mit ihrer Mutter. Zu dem Zeitpunkt waren schon Fälle in Europa bekannt. Dann kam noch die Tatsache dazu, dass sie tagelang auf Gran Canaria festhing, weil ein Sandsturm über der Insel tobte und jeden Start und jede Landung unmöglich machte. Kurz nach ihrer Rückkehr ging dann das erste Hotel auf den Kanaren in Quarantäne.

Es folgte eine lange Zeit der Unsicherheit und vieler falscher Informationen. Es kam der erste Lockdown und es wurde langsam Sommer. Damit wurde klar, dass das Virus nicht im Sommer ausgestanden ist. Wir hatten die ganze Zeit in der Erwartung, dass es besser wird, den Urlaub aufgeschoben.

Kreuzeck, Nebel, Tal
Am Morgen liegt der Nebel noch im Tal

Da aber schon wieder von der zweite Welle gesprochen wurde, mussten wir vorher unbedingt nochmal was unternehmen. Wir planten zwei Wochen Urlaub Ende August / Anfang September. Eine Woche Flusskreuzfahrt von Köln nach Straßburg. Im Vergleich dazu war das Publikum auf der Mein Schiff jung. In Straßburg war die Situation schon wieder verschärft, sodass wir bei 37°C den ganzen Tag mit Mundschutz durch die Stadt gelaufen sind. Und ja, das war kein Problem!

In der zweiten Woche fuhren wir dann mit unserem Bus nach Mittenwald bzw. Garmisch-Partenkirchen. Hier war das Wetter schon eher wechselhaft, aber wir hatten noch jede Menge Gelegenheit für schöne Wanderungen, bevor es in der letzten Nacht schneite. Und das war es zum Thema Urlaub.

Music

Angefangen hat das Jahr mit der Idee zur Blogchallenge. Die war schon geplant, auch ohne Corona. Doch der Virus hat dem Projekt einen unwahrscheinlichen Schub gegeben. Nachdem ich Mixcloud als Plattform entdeckte, verteilte sich das in mehrere Richtungen.

Zum einen begann ich die Plattenkiste als Podcast aufzuziehen. Mittlerweile bin ich fast der Meinung, dass ich den Blogeintrag fast weglassen möchte, weil neue Platten nun mal mit Hörbeispielen am besten funktionieren. Aber andererseits bin ich lang genug dabei, um zu wissen, dass solche Plattformen auch schnell wieder verschwinden.

Da mir Corona viel Zeit daheim spendierte, setzte ich mich mal mit dem Thema Mixen auseinander. Ich probierte diverse Programme zum Erstellen von Mixen. Schnell rüstete ich nach und kaufte mir einen gebrauchten Controller und es folgte ein Mix nach dem anderen. Kaum hatte ich mit einem Mix angefangen, entstand schon die Idee für den nächsten Mix.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 11 Podcasts für die Plattenkiste, 26 Folgen für die Blogchallenge und 21 Mixe ergeben 58 Podcasts. Und das alles nebenbei.

Da auch die Künstler vom Lockdown betroffen waren, kann man sagen, dass es ein sehr ertragreiches Jahr für Musik war. Aus dem Grund habe ich mich ziemlich schwer getan. Ziemlich schnell war ich mit darüber im Klaren, dass ich keine Record of the year mehr haben möchte. Ich kaufe vorzugsweise Alben und deshalb ist das Album nun mal Record of the year.

Album of the year, 2020, Metrik, Ex Machina

Das Album des Jahres war relativ einfach. Nachdem ich schon diverse Titel darauf kannte, war ich von dem Album richtig überrascht. Normalerweise fängt ein Album hochkarätig an und flacht dann langsam ab. Meistens gibt es dann nochmal ein Highlight später, aber bei Metrik bleibt das konsequent auf hohem Level. Das ist ein 1a Drum&Bass-Album, dass ich zum Joggen empfehlen kann.

Artist of the year, Soela, 2020

Soelas Debütalbum Genuine Silk hat mir ausgesprochen gut gefallen. Außerdem kam noch ein Titel für die 5 Years of Shall Not Fade hinzu. Dazu sollte ich noch ihre Aktivität auf Instagram erwähnen. Hier bemängelte sie das politische Engagement in Richtung Osteuropa. Wird in Deutschland für die Opfer der US-amerikanischen Polizeigewalt demonstriert, setzt für osteuropäische Opfer keiner einen Fuß vor die Tür. Genau aus diesen Gründen hat sie sich für den Award qualifiziert.

Label of the year, Delsin, 2020

Mein Bauchgefühl wollte Lobster Theremin als Label wählen. Da ich sie aber schon vor zwei oder drei Jahren dafür gewählt habe, musste ich mich anderweitig umsehen. Natürlich ist Delsin immer erste Wahl, aber das Label hatte ich doch bestimmt?! Nach einer kurzen Recherche musste ich feststellen, dass Delsin noch nie Label of the year war. Na dann wird es jetzt aber höchste Zeit! Schon allein die Releases des neuen Sublabels Mantis reichen für den Award.

Life

Im Februar und Anfang März hatten wir bei uns im Team die Karte des Jons Hopkins Instituts auf unserem großen Monitor dargestellt und schauten zu, wie die Einschläge näher kamen. Am 18. März war es dann soweit, ich begann meine Arbeit im Home Office.

Ein oder zwei Wochen später wurden dann alle nach Hause geschickt. Bis September war ich dann vielleicht noch einmal im Monat auf Arbeit und dann meistens nur einen halben Tag. Das verschaffte mir einen kleinen Vorteil, denn die Fahrzeit auf Arbeit fiel weg. Im Vorjahr bin ich auch sehr viel mit dem Fahrrad auf Arbeit gefahren, d.h. ich hatte mehr Freizeit, aber auch weniger Bewegung.

Also begann ich im März wieder zu laufen. Es ging ziemlich schnell nach oben, sodass für 2020 mehr als 650km zusammen kamen. Besonders intensiv waren Juli und August, wo ich konsequent zwei Tage gelaufen bin, gefolgt von einem Tag Ruhe.

Im April, als der Lockdown aufgehoben wurde, begannen wir am Wochenende Ausflüge zu unternehmen. Wir entdeckten das gesamte Umland und wanderten viel.

Ziemlich schnell merkte ich, dass mir die sozialen Kontakte fehlten. Aber im Gegensatz zu anderen postete ich keine Sprüche wie „Stay at home“, die sich dann im Sommer zu Gruppenfotos wandelten. Ich ging mit meinen Kollegen mal ein Bier trinken, wir fuhren nach Dresden, um Mutti zu besuchen bzw. umgekehrt und wir trafen uns mit den Nachbarn. Das waren meine sozialen Kontakte dieses Jahr.

Sehr zum Leidwesen den LAN-Party. Die erste geplante LAN ließen wir ausfallen, dass zu dem Zeitpunkt keiner so richtig getestet wurde und damit keinem klar war, wie hoch das Risiko war, wenn man sich mit Freunden traf. Als dann die zweite LAN geplant war, konnte ich nicht – die Arbeit rief. Ausgerechnet an dem Wochenende.

Richtig heftig gebeutelt wurde Kriszta. Jetzt nachdem ihr frisch gegründetes Reisebüro lief, kam der Virus und machte alles zunichte. So musste sie bis Mitte des Jahres sich von früh bis abends mit abgesagten Reisen beschäftigen, wo die Reiseveranstalter Stück für Stück die Provision zurückholten. Das heißt arbeiten und dafür auch noch zahlen.

Bis jetzt kann ich noch nicht so richtig greifen, wie in einer Situation, wo viele Unternehmen lahm gelegt werden, Kriszta es dank unserer Nachbarn geschafft hat eine Stelle zu finden.

Abschließen möchte ich den Jahresrückblick mit etwas Positivem. Nachdem wir aus dem Septemberurlaub zurückkehrten und die zweite Welle im Prinzip schon angefangen hatte, rechneten wir für 2021 nicht mit wesentlich besseren Bedingungen. Über Kollegen meldeten wir uns bei nahe gelegenen Golfclub zum NoNiGo (noch nicht Golfer) an.

Das ist eine gratis Probestunde. Wir waren ziemlich schnell angefixt und nach etwas Überlegung schlossen wir Verträge für 2021 ab, die uns erlaubten noch den Rest des Jahres 2020 zu spielen. Nahezu jedes Wochenende an dem es nicht regnete oder stürmte, standen wir auf dem Rasen. Bis der Lockdown den Golfclub zu schließen.

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