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Die Katastrophe

Jan 4

… oder wie ich mit einem Bad am Freitag Abend die Klimakatastrophe auslöste!

Wieder mal eine von meinen Betrachtungen oder sollte ich besser sagen – Entgleisungen. Man sollte den Morgen nicht damit verbringen, kritische Texte zu lesen, sondern einfach die Seele ein wenig baumeln lassen. Aber ich wollte es ja nicht anders.

Ich saß heute Morgen in der Küche, schnappte mir die NEON, knabberte an meinem Brötchen und schlürfte meinen heißen Kaffee. Ja, genau der Kaffee von dem der Bericht handelte. Da verkaufen die Kaffeebauern für 3 Cent pro Kilogramm ihren angebauten Kaffee an die Händler und bei uns wird der Fair-Trade-Kaffee dann für 5-6 Euro pro Pfund in den Läden verkauft. Keine Ahnung wieviel ein normalsterblicher Kaffeebauer pro Kilogramm bekommt, aber das Pfund kostet dann auch 3-4 Euro. Angeblich soll Fair Trade dafür sorgen, dass den Bauern ein stabiler Preis geboten wird. Wie kommt denn dann bitte so eine Preisdifferenz zustande?

So ein Gedanke kann sich schon mal bei mir im Hirn festsetzen und schlägt dann unvermittelt zu. Und vorhin in der Wanne war es ihm warm genug und er schlüpfte aus. Stellen wir uns doch mal vor den Spiegel und schauen in das Antlitz eines dekadenten Ausbeuters. Ist ja nicht so, dass wir uns um die Rolle gerissen hätten. Nein, sie wurde uns angezogen wie eine zweite Haut. Für uns ist es halbwegs normal, immer etwas zu Essen zu haben, ein Kopf über dem Dach und Bildung. Dass es Millionen Menschen da draußen gibt, die unser Schicksal nicht teilen und vielleicht noch eine 10-köpfige Familie durchbringen müssen, weil Verhütung nicht nur verpöhnt, sondern auch jenseits jeglichen finanziellen Rahmens liegt, ist ein Fakt, der eigentlich nicht erwähnt werden muss, aber trotzdem hier stehen soll, weil sich doch garantiert ein Leugner findet, welcher der Meinung ist, es wäre doch ok so. Diese Meinung teile ich nicht – es ist so, aber es ist nicht vernünftig. Andererseits – würde man das gesamte Vermögen sämtlicher Besitzender auf der Welt gleichmäßig aufteilen, es würde trotzdem hinten und vorn nicht reichen.

Also wie wird es weitergehen? Werden wir weiter die Hand beißen, die uns füttert? Nur um mal wieder auf den Kaffeebeitrag zurückzukommen – Mitte der Achtziger flossen 30 Milliarden Dollar aus den Taschen der Konsumenten und 10 Milliarden kamen bei den Kaffeebauern an. Heutzutage geben wir doppelt so viel aus und nur 6 Milliarden erreichten die Hände der Kaffeebauern. Werden wir uns dann ein heißes Bad einlassen, dessen Wärme durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe erzeugt wurde? Schauen wir dann die Nachrichten, sehen Überflutungen, Dürreperioden und Hungersnöte und zucken mit den Schultern. Hier geht es ja noch und was in der Flimmerkiste läuft ist sooo weit weg und interessiert nicht. Und trotzdem wissen wir, dass es da draußen passiert, auf unserer Welt und dass wir dafür verantwortlich sind, was da passiert. Und trotzdem haben wir doch noch Hoffnung. Hoffnung, dass sich jemand findet, die Dinge zum Guten zu ändern und alles zum Happy End zu führen.

Ich merk schon, der Gedanke hat sich jetzt genügend ausgetobt und legt sich langsam zur Ruhe. Wurde auch Zeit, denn auf der einen Seite steh ich wie ein Spinner da, aber auf der anderen Seite weiß jeder – der hat ja doch irgendwo Recht. Nur muss er das ja nicht so überdeutlich ausdrücken. Schon unangenehm manchmal – die Wahrheit. Trotzdem danke fürs Lesen. Wer jetzt immer noch den tieferen Sinn hinter diesem Beitrag sucht, bitte sofort aufgeben! Wünsch angenehme Nachtruhe…

  1. Du machst mir Angst, nicht wegen dem Inhalt des Textes, nein, wegen deiner Anschauung, weil sie meiner teilweise ähnlich ist.

  2. Schön zu wissen, dass es da draußen Freunde gibt, die auch meine „geistigen Entgleisungen“ teilen 🙂 Außerdem gibt das genügend Gesprächsstoff, wenn ich mal bei dir aufschlage!

  3. Ratte Ratte

    Nur das mit dem „es würde trotzdem hinten und vorn nicht reichen“ gefällt mir nicht.

  4. Ist ja auch nur eine Vermutung. Würde man das Vermögen aufteilen, hieße das, alles Geld in eine Währung umrechnen, zusammenaddieren und pro Kopf aufteilen. Ändert man aber am System nichts, stürzt der Wert der Währung inflationär nach unten, logisch – hat ja auch keinen Wert mehr. Und was nützt es, wenn alle Geld haben, es aber nichts mehr wert ist? Richtig! Es würde vorn und hinten nicht reichen. So kam die Behauptung zustande.

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