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Musik und was als solche bezeichnet wird

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Kurze Pause zum Klavier spielen zwischen den beiden Beiträgen und schon geht es mit dem angekündigten Beitrag weiter. Das Wochenende nahm ich mir die Zeit, die beiden Intros, die sich inzwischen bei mir gestapelt hatten, zu durchstöbern und nach essentiellen Informationen zu durchsuchen. Ich stieß dabei auch über eine halbseitige Anzeige zur Mayday. Die gibt’s noch? Das Line-Up las sich wie ein Who is who? des „Kenn ich nicht, mag ich nicht!“. Großraumtechnotrance war noch nie sonderlich meine Schiene, also brauch ich mich nicht über Namen wie Hooligan (Ach, der heißt jetzt wieder so?), Tom Novy und Sven „Gude Laune!“ Väth zu wundern. Doch zwischendrin ein Name, dessen Buchstabenkombination mich etwas erschaudern ließ – Speedy J. Die Geschäfte scheinen schlecht zu laufen oder der gute Mann macht sich langsam Sorgen um seine Altersvorsorge. Denn anders kann ich mir diesen Auftritt bzw. das bei youtube herumgeisternde „Werbevideo“ für Ableton Live nicht erklären.

Da lob ich mir doch einen kleinen Geheimtipp: Dextro mit „Consequence music“. Na gut, jetzt ist es kein Geheimnis mehr, aber eins sei an dieser Stelle erwähnt. Erschienen ist das Album auf Grönland Records. Hinter Grönland Records verbirgt sich quasi schon auch als Namensgeber kein anderer als Herbert Grönemeyer. Ich bin über das Album gestolpert, weil ich die magischen Worte „Boards of Canada“ las. Damit hat die Musik aber herzlich wenig zu tun. Beim ersten Hören würde ich eine Landung zwischen Robin Guthrie und Sigur Rós anvisieren. Laut Labelangaben schimpft sich das „Folktronica“ – wieder eine neue Schublade. Wechseln wir wieder zur dunklen Seite der Macht, denn was von mir befürchtet wurde, ist schon längst in Bewegung – ich prophezeite das gleichzeitige Auftauchen von Dieter Bohlen und Dominik Eulberg in einem Atemzug und die letzte (oder vorletzte) Intro beweist es: ein Interview mit Dominik Eulberg und in den Charts der Redaktion: das neue Album von Tokio Hotel. Ich wußte nicht, dass meine Erwartungen übertroffen werden könnten. Aber ich kann die Intro nicht auf ganzer Linie schlecht machen, schließlich schenkte sie mir die Information, dass Blumfeld auf Abschiedstournee sind und mit „Ein Lied mehr“ einen Sampler im Umfang von fünf CDs veröffentlicht haben.

Und zum Abschluss noch ein Loblied auf Bamberg – die Kulturverantwortlichen scheinen zu wissen, dass Techno in den Club, Dancemusic in die Großraumdisko und Blasmusik in die Bierstube gehören. Und Rosenstolz halt auf den Plärrerplatz… Ich hoffe jetzt mal inständig, dass das Wort „plärren“ nicht regional begrenzt ist.

Ich sollte mir jetzt ernsthaft Gedanken machen, ob ich das Bild drin lasse. Man könnte im ersten Moment den Verdacht schöpfen, ich würde ihre Musik hören, wenn nicht sogar mögen. Aber zumindest scheint man es mir anzusehen, denn Sandra begrüßte mich schon mal mit „Wir nehmen mal lieber eine von deinen CDs mit, ich hab Rosenstolz im Auto und sowas hörst du sicherlich nicht.“ Recht so!

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