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Beiträge verschlagwortet als “Ecuador”

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

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Unsere erste und einzige Station in Ecuador war Quito. Unsere Marathonbusfahrt dahin war weitaus weniger schlimm, wie erwartet. Zwar sind 38 Stunden Busfahrt entnervend und man kann zum Schluss nachts garnicht mehr schlafen, weil man den ganzen Tag über ruhig in seinem Sitz hockt und dabei gelegentlich einschläft - auch bekannt als Beamtensyndrom. Wir hielten gelegentlich an, um zu Essen und damit man sich die Beine vertreten kann. Wir erreichten die Busstation am frühen Morgen und ließen uns gleich per Taxi zum Hostel chauffieren, wo wir ein üppiges Frühstück genossen. Den Rest des ersten Tages verbrachten wir mit einem Spaziergang zum nahegelegenen Einkaufszentrum und den zweiten Tag mit einem Besuch der Altstadt, die wirklich nicht besonders ist. Einziges Highlight war der Aufstieg auf die Kirche - dort hat die Möglichkeit über dem Kirchenschiff unter dem Dach entlang zu laufen.

Ecuador hat eine Besonderheit - seit ihre Währung abgeschafft wurde, gilt hier der US-Dollar als Zahlungsmittel. Natürlich gibt es hier und da Abweichungen (z.B. das 50-Cent-Stück), aber ansonsten sind nur US-Geldstücke und -scheine im Umlauf. Und wenn man hier das erste Mal an einer Tankstelle steht, trifft einen der Schlag: die Gallone (das sind 3,78 Liter) kostet hier $1,03, was umgerechnet knapp 20 Cent pro Liter wären. So billig haben wir den Sprit bisher noch nie gesehen.

Nach unserem ersten Bummeltag wollten wir wieder ein bißchen Action und buchten die Cotopaxi-Tour. Nachdem am ersten Tag sonniges Wetter war, überraschte uns der zweite Tag mit Regen. Wir waren enttäuscht, aber kaum dass wir das Haus verließen, hörte der Regen auf. Wir fuhren eine Weile, sammelten noch ein paar Leute außerhalb von Quito auf und fuhren dann zum Nationalpark. Dort ist 10 Minuten hinter dem Eingang ein kleines Museum, was Flora und Fauna erläutert. Nicht sonderlich schön, aber das Modell des Cotopaxi ist empfehlenswert, weil man sich dort einen Überblick verschaffen kann, wie es aussehen würde, wenn er wieder ausbricht. Das letzte Mal geschah dies vor über 120 Jahren und der nächste Ausbruch wird für die nächsten Jahre erwartet. Bei ca. 1 Million Menschen, die sich in seiner Umgebung angesiedelt haben, wird das zur logistischen Herausforderung bei einer Evakuierung.

Wir fuhren noch eine Weile weiter, bis auf 4.500 Höhenmeter, wo ein kleiner Parkplatz ist, bei dem der steile Aufstieg zur Berghütte beginnt. Nach 1 Stunde hatten wir die 310 Höhenmeter geschafft und befanden uns damit im Basecamp des Cotopaxi. Da unsere Gruppe sich fit genug fühlte, gingen wir noch weiter, bis zum Gletscher. Die Reiseagentur versprach, dass wir uns auf 5.000 Meter befinden, der Guide beteuerte es auch immer wieder und behauptete meine Uhr wäre nicht richtig kalibriert, denn wir standen laut Höhenmeter bei 4.935. Die Frage, woher er denn weiß, dass dort 5.000 Höhenmeter wären, konnte er auch nicht beantworten. Man merkt, ich war verärgert - wieder mal nur leere Versprechen.

Ab dort ging es wieder hinter bis zum Parkplatz, wer wollte, konnte ab da mit dem MTB fahren, wir ließen uns vom Bus herunterschaukeln. In der Nähe des Museums ist noch ein kleines Restaurant, wo wir Suppe und Weißbrot mit einer sehr leckeren Guacamole aßen. Leider war das Weißbrot extrem limiert, da sich unsere isrealischen Mitreisenden gleich zwei Scheiben unter den Nagel rissen, sodass die letzten, die am Tisch ankamen, garnichts mehr abbekamen. Anschließend fuhren wir nochmal zu der Unterkunft auf halbem Weg, luden ein paar Leute ab, genossen Schokokuchen mit Tee und dann ging es heim. Der Sonnenuntergang war farblich brilliant und dazu kuschelten sich noch ein paar Wolken an die Berge, ich habe es bedauert, nicht aussteigen zu können.

Den nächsten Tag wollten wir eigentlich zu einem netten Dorf mit einem schönen Markt fahren. Die Tour hätte das Hostel organisiert, aber es fanden sich nur 3 Leute, sodass wir mit 38 Dollar pro Person dabei gewesen wären. Das war uns etwas zu teuer und schöne Dörfer hatten wir in Südamerika schon genug gesehen und kaufen wollten wir auch nichts. Also nahmen wir lieber die öffentlichen Verkehrsmittel (hin und zurück für $1,90 für uns beide!) zum Äquator. In Mitad del Mundo gibt es zwei Äquatore! Den offiziellen, der damals mit französischer Hilfe Anfang des 20. Jahrhunderts ermittelt wurde und ein kleines Museum mit dem von der US-Army per GPS ermittelten. Wir besuchten beide, ließen uns zertifizieren und bestaunten die Wunder des Strudelns. Ich befragte auch das GPS meines Mobiltelefons, was meinte, dass der Äquator noch 3km davon entfernt wäre. Am liebsten hätte ich noch meinen GPS-Logger befragt, aber der blieb im Hotel. Wir schlossen den Tag mit einem Menü bei Tropi Burger ab und genossen zum krönenden Abschluss noch Eis, Milchshake und Schokoplätzchen bei Republica del Cacao.

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