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What the bleep…

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Freitag abend waren wir zu „What the bleep do we (k)now?“. Aus dem Kinoflyer wußte ich: der Film geht knapp 2 Stunden und sollte eine Mischung aus Film und Dokumentation sein. Also bin ich erstmal völlig unvoreingenommen ins Kino und wartete ab. Und hier nun mein Urteil:

Wer ein wenig Ahnung von Quantentheorie, Neuronalen Netzen und Biochemie hat, kann sich den Film schenken. Im Allgemeinen erinnerte mich der Film an die BBC-Dokumentationen, die gelegentlich im Fernsehen kommen. Sehr bunt und sehr populärwissenschaftlich. Doch nun der Film im Einzelnen.

Bei dem Film werden zwei Handlungsstränge miteinander verknüpft. Zum einen der Film, bei dem Amanda, eine Fotografin, versucht mit ihrem Leben, ihrem Beruf, ihren Erinnerungen und ihrer nervigen Mitbewohnerin klarzukommen. Und zum anderen ist da die „wissenschaftliche“ Erklärung.

Begonnen wird mit der Quantenmechanik – Superpositionen, Beobachter usw. Dem Zuschauer wird klargemacht, dass die Realität sich nur so manifestiert, wie er es möchte, weil er der Beobachter ist. Aber was ist Beobachtung? Sehen, hören, fühlen, schmecken? Alles Prozesse im Hirn. Für das Hirn sind Erinnerungen und aktuell aufgenommene Reize das Gleiche. Also müssen es die Gedanken sein? Aber was sind Gedanken, hat sie schon jemand beobachtet und wer löst sie aus? In dem Moment begibt sich der Film in ein höchst spekulatives Gebiet, das Wissenschaftler und auch Religion nicht beantworten können. Aber in einer Zusammenfassung, die über eine halbe Stunde geht, wird dem Zuschauer klar gemacht, dass der Geist über die Materie regiert und das alles, was wir wahrnehmen und auch Verknüpfungen von Emotionen zu Ereignissen nur eine Illusion sind und das wir unseren Geist davon befreien müssen.

Eine Erklärung dafür bleibt auch der Film schuldig, es wird einfach als gegeben hingestellt. Genauso gut könnte man sagen, Gott hat das Universum geschaffen – nachweisen kann es keiner, also nehmen wir es mal so an. So ein Blödsinn! Was mir wiederrum gut gefallen hat, war die Verantwortung. Entsprechend der Quantentheorie fallen die Quanten in den Zustand, wie sie erwünscht werden. Unser Gehirn neigt dazu Ereignisse als negativ zu interpretieren, wenn wir eine negative Erinnerung dazu haben. Unsere Verantwortung liegt nur darin nicht „positiv zu denken“, sondern einfach positiv zu sein, auch wenn es schwer fällt.

Um es mal am Beispiel des Films zu erläutern: Amanda heiratet und erwischt wohl kurz darauf ihren Ehemann inflagranti mit einer anderen Frau. Also war das Thema Hochzeit ein rotes Tuch für sie. Auf einmal bekommt sie den Auftrag, eine Hochzeitsgesellschaft zu fotografieren und ihre schlechten Erinnerungen tauchen wieder auf. Im Laufe des Film begreift sie, dass ihre Hochzeit und die Hochzeit auf der sie fotografieren soll, nichts miteinander zu tun haben und das ihr Unglück sich nicht zwangsläufig bei dem zu fotografierenden Ehepaar wiederholen muss.

Und jetzt mein persönliches Urteil: Der Film ist eine halbe Stunde zu lang, am Anfang viel zu schnell und gegen Ende wird es immer spekulativer und langatmiger. Nervös zappelnde Wissenschaftler und altklug daher redende …mh… Ethno-Theoretiker machen den Film zu einer Farce. Am sympathischsten fand ich noch die Quantentheoretiker, die wußten, wovon sie redeten und hinließen auch die Ausstrahlung, dass sie meinen, was sie sagen. Und – sie hatten Humor.

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