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Hongkong

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Die letzten Tag unserer China-Reise verbrachten wir in Hongkong. Wobei ich das etwas differenzieren muss, Hongkong ist nicht China. Seit 1997 gehört zwar Hongkong wieder zu China, ist aber unabhängig verwaltetes Gebiet.

Wir hatten die letzte Nacht in Guilin schlecht geschlafen, ständig wurden die Türen zugeschlagen. Um 6 Uhr stand pünktlich unser Taxi vor dem Hostel und wir fuhren zum Flughafen. Da die Flüge nach Hongkong vergleichsweise teuer sind, flogen wir in die Grenzstadt Shenzhen. Kurz nach 9 Uhr waren wir da und stiegen in den Bus Richtung Hongkong Island. Wir bekamen einen Sticker auf die Brust, der unser Ziel innerhalb von Hongkong farblich markierte.

Hongkong, Leuchtreklame, Straße
Lebendiges Treiben auf Hongkongs Straßen

Zuerst wurden alle Leute, unabhängig von ihrer Farbcodierung, in einen Bus geladen und zur Grenze gefahren. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten. Dann stiegen alle aus und nahmen ihr Gepäck. Man zeigte uns nur auf die großen Flügeltüren. Ah ja, die Grenze – 5 Schalter für Chinesen, 1 Schalter für Ausländer. Bei Kriszta gestaltete sich das etwas schwierig, weil in ihrem Reisepass bei Geburtsname nochmal der volle Name aus Vorname und Nachname stand. Das verwirrte die Beamten gehörig und es mussten etliche Stufen der Klärung durchlaufen werden. Aber letztendlich durfte auch sie passieren.

Nach der Grenzkontrolle wurden wir jetzt nach Farben sortiert in Busse geladen und weiter transportiert. Wir mussten nochmal in Kowloon umsteigen und wurden dann letztendlich nach Hongkong Island gebracht. Dort kauften wir erstmal eine Octopus-Karte. Diese kann man aufladen und dann für sämtliche Verkehrsmittel, aber auch in Shops zum Zahlen verwenden.

Hongkong, Wolkenkratzer
Himmel und Gebäude – Grau in Grau

Sich in Hongkong zu Fuß zu bewegen, gestaltet sich ziemlich schwierig. Es ist ein Wirrwarr aus Straßen, U-Bahnen, Tunneln und Überführungen. So kann es passieren, dass man ungefähr einen Kilometer zurück laufen muss, um die Straße / U-Bahn-Strecke zu über-/unterqueren. Dann ist natürlich alles klimatisiert. Praktisch für die Geschäftsleute, denn sie bewegen sich von einer klimatisierten Zone zur nächsten.

Um zu unserem Hongkong Island Pacific zu kommen, nehmen wir die Straßenbahn. Bei denen merkt man noch den britischen Einfluss. Doppelstock! Sie sehen schick aus und es macht Spaß damit zu fahren. Wir residierten im 19. Stock mit einem halben Blick aufs Meer. Wir zahlen im Vergleich zur Reise einen luxuriösen Preis von 50HK$ pro Nacht. Das Hotel befindet sich in einer Straße, in der es allerlei getrockneten Fisch gibt. Man schlendert einmal da lang und dann hat man auch genug von dem Geruch.

Da es mittlerweile Mittagszeit war, suchten wir uns was zu Essen. Wir fanden einen kleinen Foodcourt irgendwo versteckt im zweiten Stock eines Gebäudes. Geschmacklich waren wir nach unseren Erfahrungen in China ziemlich enttäuscht. Und das zu einem Preis, der das Doppelte bis Dreifache des chinesischen Preises war.

Hongkong, Seitenstraße, Hochhäuser
Blick in eine Seitenstraße

Im Vorfeld hatte ich mich schon erkundigt, in welche Geschäfte man gehen muss, um günstig Objektive zu kaufen. Schließlich ist Hongkong Dreh- und Angelpunkt des asiatischen Handels. Dachte ich! Nachdem wir Shopping Malls und Hinterhofgeschäfte abgeklappert hatten, musste ich enttäuscht aufgeben. Die Preise entsprachen genau denen in Deutschland. Und dabei hatte ich große Hoffnungen in ein Sigma 50-500mm gesetzt (Neupreis ca. 1.500 Euro, Ladenpreis in Hongkong 1.100 Euro). Nachtrag: Das ich dieses Objektiv dann irgendwann bei ebay für ca. 888 Euro ersteigern würde, hätte mir damals viel Zeit erspart.

Abends haben wir uns dann die Symphony of the lights angeschaut. Man steht dabei auf dem Festland und schaut auf Hongkong Island rüber und dort ist Lasershow. Der Ausblick war toll, aber die Lasershow war etwas mager. Danach haben wir uns verleiten lassen, in ein Restaurant zu gehen, welches den Status „recommended“ im Lonely Planet hatte. Es war so lala, aber die Preise für uns immer noch ungewohnt hoch.

Hongkong, Wolkenkratzer
Stahl & Glas

Unser Hotel war zum Glück außerhalb des Geschäftsviertel. So konnten wir am nächsten Morgen lecker Dumplings zum Frühstück essen. Danach fuhren wir zur Bank of China. Dort darf man mit Besucherpass kostenlos bis auf den 41. Stock fahren und hat einen tollen Blick über die Stadt.

Nach dem Höhenflug nahmen wir den Bus nach Aberdeen. Da es nicht so spektakulär dort war, haben wir gleich den nächsten Bus genommen, um weiter nach Stanley zum Strand zu fahren. Es war zwar unbeabsichtigt, aber so haben wir unterwegs die Strände gesehen und eine Runde um die Insel gemacht. Erst waren wir noch etwas shoppen und sind dann zum Strand. Es war zwar Samstag, trotzdem war kaum was los. Uns hat es gefallen.

Nach dem Mittagessen sind wir dann in den Zoo. Dort haben wir viele von Europa stammende Kinder gesehen, die von ihren philippinischen Nannys begleitet wurden.

Hongkong, Nacht, Skyline
Blick auf die nächtliche Skyline von Hongkong

Schon im Vorfeld wussten wir, dass die Sicht in Hongkong durch die Smogwolke nicht so prickelnd ist. Ich glaube mich zu erinnern, dass es nur ein oder zwei Tage im Jahr gibt, wo man eine gute Sicht hat. Dementsprechend haben wir uns auch flexibel gehalten, was den Victoria Peak betrifft. Aber irgendwann mussten wir ja hoch. Also sind wir mit der Bahn hoch und mit dem Bus wieder runter und haben zwischendrin unsere Pflichtbilder gemacht. Abends waren wir nochmal im gleichen Restaurant mangels Alternativen essen.

Vor Hongkong liegt die kleine Insel Cheung Chau, die wir an unserem letzten Tag besuchten. Es hatte in der Nacht geregnet und es war schwülwarm und die Sonne brannte. Die Strände waren zwar schön, aber die Flaggen standen auf Hai-Warnung. Also entschlossen wir uns, etwas spazieren zu gehen. Wir hatten die Rechnung ohne die Mücken gemacht. Es gab zwar schöne entlegene Tempel, aber irgendwann brachen wir unseren Spaziergang ab. Außerdem waren die Zikaden so laut, dass uns die Ohren weh taten.

Hongkong, Hinterhof, Schimmel, Wand
Hier möchte man freiwillig keinen Müll abladen

In einer kleinen Garküche, die uns sehr an China erinnerte, wollten wir Mittag essen. Tische und Stühle aus Plastik, der Koch nicht die sauberste Schürze an usw. Leider war das Essen so ungenießbar, dass wir schnell aufhörten. Es schmeckte unerträglich nach Maggi, d.h. Geschmacksverstärker. Also fuhren wir lieber zurück nach Hongkong und gingen in Kowloon shoppen. Überhaupt mussten wir feststellen, dass es in Hongkong kaum was zum Ansehen gibt. Shopping geht aber ziemlich gut!

Gegen 17 Uhr schnappten wir unsere Rucksäcke und gingen zur Bahn. Dort blieb ich mehrfach hängen, denn mein Rucksack war jetzt so voll, dass er einen halben Kopf über meinen Kopf hinausragte. Schon ich allein, mit meiner Körpergröße von 1,85m, hatte meine Probleme beim Laufen in der Bahn! Nicht selten stieß ich meinen Kopf gegen einen der Holzbalken, wenn der Fahrer mal abrupt bremste. Dann ging es mit dem Airport-Express weiter zum Flughafen. Dort hatten wir sogar kostenloses WLAN.

Hongkong, Victoria's Peak, Smog
Blick vom Victoria’s Peak

20 Uhr hob unsere Maschine Richtung Peking ab und 0.45 Uhr ging es weiter von Peking nach Frankfurt. Wir waren Sonntag früh 5.45 Uhr in Frankfurt und mussten (nachdem wir durch die Passkontrolle etc. durch waren) eine geschlagene Stunde am Laufband auf unser Gepäck warten.

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