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Diwali in Nepal und Indien

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Wir hatten für unsere Wanderung einen Buffer eingebaut, für den Fall, dass wir langsamer voran kommen, als gedacht. Diese Zeit verbrachten wir in Pokhara. Danach ging es zurück nach Kathmandu und von dort aus nach Dehli in Indien. Diese Zeit fiel genau auf das Diwali.

Pokhara

Als wir gerade zurückkehrten war der Tag, an dem die Hunde geehrt wurden. Der Hund der Familie vom New Annapurna Guesthouse bekam ein Tika auf seine wuschelige Stirn und jede Menge Leckereien (inkl. Banane). Über Zeitungen und Gespräche mit der Familie versuchten wir zu ergründen, welche Bedeutung Diwali hat. Fest stand für uns nur, dass es ein Fest der Familie ist, es unterschiedliche Tage gibt, an denen verschiedene Lebewesen geehrt werden. Begleitet wird das Fest mit vielen Lichtern (weswegen es auch Lichterfest heißt), viel Feuerwerk und Rangolis, die auf die Straße gezaubert werden.

Phewa, Annapurna, Pokhara, Nepal
Blick auf das Annapurna-Massiv vom Phewa-See

An unserem freien Tag gingen wir erstmal Zugfahrkarten für unsere Indienreise kaufen. Wir hatten nicht gerade Glück, denn die Kontingente für Touristen sind sehr limitiert, weswegen wir auf alternative Bahnhöfe oder niedrige Sitz-Klassen zurückgreifen müssen. Kriszta hatte sich im Vorfeld erkundigt und wir hatten Spielzeug für einen Kindergarten mitgenommen, das wir jetzt abgaben. Wir gingen jetzt jedes Mal in das kleine familiäre Restaurant, das Essen war einfach köstlich dort. Dabei muss ich nochmal wiederholen, dass wir in Nepal / Indien durchgehend vegetarisch unterwegs sind. Aufgrund der vielen Gewürze und abwechslungsreicher Geschmacksnoten ist auch überhaupt kein Problem.

Am Nachmittag machen wir dann eine Bootsfahrt auf dem Phewa-See. Auf dem Weg dahin beobachten wir wie sich Paraglider im Tandemflug waghalsig gen Erde schrauben bzw. Loopings machen. Außerdem empfiehlt der Lonely Planet einen Massagesalon „Seeing Hands“. Hier wird Blinden die Möglichkeit geboten, ihren gestärkten Tastsinn mit Hilfe von Massage nützlich umzusetzen. Unsere schmerzenden Glieder werden abgetastet und genau an den richtigen Punkten durchgewalkt.

Rangoli, Kathmandu, Diwali, Nepal
Rangoli in Kathmandu

Der freie Tag war im Diwali-Fest der Tag der Kuh. Heute schmücken die Menschen die Kühe und wir beobachten, wie die umliegenden Anwohner zum Nachbarn kommen, um seine Kuh zu ehren. Unsere Host-Familie hat ein Rangoli vor das Haus gemalt und erklärt uns, dass sie kleine Fußspuren Richtung Haus machen, damit das Geld seinen Weg ins Haus findet. Leider opfern sie auch die letzten Bananen, sodass wir an unserem Abreisetag keine Banana-Pancakes mehr bekommen.

Kathmandu

Nachdem die Fahrt von Kathmandu nach Pokhara so lange gedauert hatte und der Flug vergleichsweise günstig war, sind wir von Pokhara zurück geflogen. Vom Flughafen fuhren wir mit einem Taxi zum Red Planet Hostel in Thamel, was uns 900Rp pro Nacht (inkl. Balkon) kostete. Wir gingen wieder auf eine Massage ins Kathmandu Spa.

Thamel, Kathmandu, Schilder
Ob man hier bei Regen nass wird?

Draußen war ein Riesenspektakel, pausenlos knallte es, alle Häuser waren mit Lichterketten behangen. Kindergruppen liefen von Haus zu Haus und sangen immer wieder das gleiche Lied. Das Lied wiederholten sie, bis sie Geld bekamen. So hatten wir eine ablenkende, aber nicht unangenehme Unterhaltung bei der Massage. Nach der Massage gingen wir Essen und mussten eine Stunde warten. Offensichtlich war es der Höhepunkt des Diwali. Das Feuerwerk und die Knallerei hörte die gesamte Nacht nicht auf.

Wir waren natürlich wieder im Stadtteil Thamel untergebracht. Ursprünglich wollten wir nach Patan fahren, um uns den Durbar Square dort anzusehen. Jedoch sahen wir keinen Taxifahrer. Also entschlossen wir uns nochmal zur Swayambhunath zu laufen. Als wir zurück kamen, liefen wir noch etwas durch Thamel, konnten aber nichts einkaufen, weil alle Geschäfte geschlossen hatten. Dazu kam noch, dass wir in eine Art nepalesische Love Parade gerieten. Wir freuten uns, wie die Nepalesen feierten und tanzten. Gleichzeitig beschlossen wir, so schnell wie möglich zum Flughafen zu fahren.

Swayambhunath, Kathmandu, Nepal
Ein weiterer Besuch bei der Swayambhunath

Zu unserem Glück, denn der Partyzug machte kurz hinter uns die einzige Straße, die nach draußen führte dicht. Am Flughafen schlug mal wieder „100% researched & updated“ zu. Der Planet schrieb, dass man 3.000Rp Abfluggebühr für Kathmandu braucht. Die Info war veraltet, denn der Preis steckt schon im Flugticket mit drin. Also hatten wir zu viel Geld abgehoben und konnten es notgedrungen zu einem schlechten Kurs in Dollar umtauschen.

Dehli

Es herrschte das blanke Chaos auf dem Flughafen. Die Nepalis machten von allem Bilder, auch den Sachen, wo eindeutig stand, dass man keine Bilder machen soll. Manche stolperten, weil sie sich das erste Mal in ihrem Leben auf eine Rolltreppe stellten. Dazu kam noch, dass wir 1,5 Stunden Verspätung hatten, weil Obama gerade in Indien angekommen war.

Rangoli, Kathmandu, Nepal, Diwali
Rangoli in Kathmandu

Die Prüfung des Visums ging im Gegensatz zur Beantragung sehr schnell. Wir hatten unser Hotel in der Nähe des Bahnhofs Neu Dehli gebucht und sollten vom Flughafen abgeholt werden. Obwohl wir zu spät waren, wartete jemand auf uns und brachte uns ins Hotel. Es war schon spät abends und auch hier in Dehli wurde noch viel geknallt, obwohl es der letzte Tag von Diwali war.

Im Hotel mussten wir eine anstrengende Prozedur über uns ergehen lassen. Statt unsere Pässe zu nehmen, zu kopieren und uns dann ins Gästebuch einzutragen, mussten wir uns selbst eintragen, dann wurden die Pässe kopiert. Anschließend erzählte und der Angestellte, wie krank er eigentlich wäre und dass er doch lieber Steward bei einer Fluggesellschaft wäre. Außerdem sollten wir seine Englischkenntnisse bewerten.

Pokhara, Annapurna, Dämmerung
Abendstimmung auf der Dachterasse in Pokhara

Auf die Frage, wo wir Essen gehen können, wurde uns empfohlen das Haus lieber nicht zu verlassen, es wäre eine gefährliche Gegend. Wir gingen trotzdem raus, fanden aber nur ein Fischrestaurant (mitten in Dehli!) und gingen dann ins Hotel und aßen ein vergleichsweise teures Thali. Die Nacht war unruhig, weil die Familie gegenüber den Fernseher laut an hatte und die Türe offen stand, damit die Kinder rein und raus rennen konnten. Außerdem war ja noch Diwali.

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