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Ninh Binh – Tage zwischen See und Berg

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Über Nacht fuhren wir von Hue nach Ninh Binh und kamen dort kurz nach Sonnenaufgang an. Wir wurden gleich von einem Hotelbesitzer eines nahe gelegenen Hotels in Empfang genommen. Das Hotel gefiel uns und auch die Preise waren in Ordnung. Also ließen wir uns dort für zwei Tage nieder und planten unsere Touren. Der Besitzer bot uns an, Motorräder und Fahrer für ein geringes Entgelt zur Verfügung zu stellen. Wir besprachen mit ihm, welche Ziele wir ansteuern sollen und los ging es.

Erstes Ziel war Van Long. Wir waren gegen 9 Uhr dort und die ersten Besucher, die sich den schmalen Weg an den Bergen vorbei durch das Schilf schlängelten. Nach 1,5 Stunden kamen wir wieder zum Ufer zurück und weiter ging es auf dem Motorrad nach Kenh Ga, einem kleinen entlegenen Dorf, wie der Planet schrieb. Wir wurden erstmal zu einem Bootsfahrer geschafft, der mit uns über den Preis verhandeln wollte. Der Hotelbesitzer hatte uns 50.000 Dong pro Person genannt, hier verhandelten wir von 150.000 Dong pro Boot abwärts. Bei 120.000 Dong war Schluss und wir kamen uns veralbert vor. Wir stiegen wieder auf die Motorräder und wurden plötzlich zum offiziellen Ticketschalter gebracht, der gleich 100.000 (=50k pro Person) auf die Bestätigung schrieb. In den letzten Wochen haben wir es gelernt, den Lonely Planet als nicht vertrauenswürdiges Werk einzustufen. Kenh Ga war ein Dorf wie jedes andere auch, nur dass hier erstaunlich viele Häuser neu gemacht waren und der Eindruck eines „ursprünglichen“ Dorfes komplett hinüber war. Nur nebenbei erwähnt, haben wir den Planet auch herabgestuft, weil die „Danger & Annoyances“ für alle Länder und Orte anscheinend immer kopiert werden. Ich lese den Abschnitt wegen meiner Kamera immer gern durch, musste mir aber in Vietnam nie Sorgen machen, obwohl es z.B. für Nha Trang beschrieben wird, als könnte man nicht das Haus verlassen, ohne die Tasche gestohlen zu bekommen.

Aber zurück nach Kenh Ga – nach der Nacht mit wenig Schlaf schlummerten wir im Takt des Motors auf dem Rückweg ein wenig ein. Letzte Station für den ersten Tag war Hoa Lu. Touristisch sehr ausgebaut, kann man dort eine Tempelanlage besichtigen und zum Grab 80m aufsteigen, was wir vermieden haben, da es unerträglich heiß war.

Zurück im Hotel sprachen wir den Besitzer auf den Handel mit dem Boot an, da konnte doch was nicht mit rechten Dingen laufen. Natürlich nicht, denn wir waren plötzlich Schuld, denn 120.000 wäre der Preis gewesen, wo wir noch eine Höhle hätten besichtigen können. Und für 10.000 Dong pro Person mehr, wäre das doch wirklich ein Schnäppchen gewesen. Wir beteuerten immer wieder, dass nie ein Wort zum Thema Höhle gefallen wäre, aber er meinte, das wäre wohl unser Fehler gewesen. Nach der Diskussion fragte ich mich, wie es Reiseführer wie Stefan Loose solche Menschen als „Legenden“ einstufen, bis mir einfiel, dass solche Reiseführer von Leuten geschrieben werden, die sehr viel Zeit in dem Land verbringen, der einheimischen Sprache besser mächtig sind und natürlich auch die Leute sehr gut kennen und damit nicht in solche Fallen tappen.

Der nächste Tag war dann wirklich perfekt, in der Nacht wurden wir gegen 5 Uhr von einem Gewitter mit entsprechend starkem Regenguss geweckt und ich zweifelte schon, dass wir unsere Tour starten können, aber halb 8 Uhr war außer nassen Straßen nichts mehr davon zu sehen und wir brachen Richtung Tam Coc auf. Wer Tam Coc in Ruhe genießen will, sollte vor 8 Uhr dort sein, da sind noch keine Touristengruppen unterwegs. Während unserer Runde wurden wir von einem kurzen Schauer überrascht, der uns aber nur streifte. Nach Tam Coc ging es nach Bich Dong, einer alten Pagode. Dort erlebten wir 100% Luftfeuchte. Schräg gegen die Sonne betrachtet schien es zu regnen, aber es war keine Wolke zu sehen. Selbst wenn man stehen blieb, lief der Schweiß in Strömen, kein Wunder bei 37°C. Dieser Platz war weniger spektakulär, also fuhren wir schnell nach Thai Vi weiter, einem Tempel weiter. Auch schön zu betrachten, aber auch sehr kurzweilig. Der wirkliche Hammer war der Besuch der Mua Höhlen. Die Höhlen sind nicht sonderlich schön, dafür aber der Aufstieg um so mehr. Knapp 260 Stufen bei 37°C und strahlendem Sonnenschein hinaufzusteigen, lässt keine trockene Faser am T-Shirt, was aber in der Sonne schnell trocknet.

Nach einer Mittagspause ging es nach Trang An, wo uns eine 2-stündige Bootstour erwartete. Die Realität waren leuchtend blaues Wasser, idyllische Landschaften und Höhlendurchquerungen en masse. Stellenweise waren die Höhlen so lang, zwischendurch Leuchtstofflampen angebracht waren, damit man den Weg überhaupt sah. Die Decke war zwischendurch so niedrig, dass für Boot und uns gerade mal 70cm Platz blieb, als war ganz tiefes Ducken angesagt. Die Tropfsteine, die wir unterwegs sahen, waren sensationell und wir hatten das Gefühl, dass wir die ersten waren, die diese Schönheiten entdeckten. Keine Ahnung, ob unser Ruderbootfahrer ein Anfänger war, jedenfalls dauerte unsere Tour 3 Stunden und führte mindestens durch 10 Höhlen. Wir waren begeistert.

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