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Resistencia – Widerstand

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Schon wieder so ein merkwürdiger Ort mit einem Namen, der übersetzt sogar Sinn ergibt: Resistencia. Zu gut Deutsch: Widerstand. Mir fiel es das erste Mal in Encarnación auf. Natürlich assoziiert man sofort Reinkarnation, die Wiedergeburt, aber ohne „Re“, was bedeutet das eigentlich? Das Wörterbuch gibt der Begriff Verkörperung dafür an, was mich schon ein wenig zum Philosophieren brachte. Reinkarnation wäre ja dann die Zurückgewinnung des Körpers. Und dann taucht ja darin noch die Silbe „carna“ auf, die man hinlänglich als carne – Fleisch kennt. Also auch eine Art Fleischwerdung. Aber ich schweife ab…

Wir wurden auf unserem Weg nach Salta quasi zwangsumgestiegen und hatten somit einen Tag Aufenthalt in Resistencia. Wir kamen früh an und unser Bus Richtung Salta ging 18.30 Uhr. Der Reiseführer (mehr ist der Lonely Planet nicht mehr, Titel wie „DAS Buch“ oder „die Bibel“ sind für mich gestorben) erwähnte Resistencia als Mekka für Skulpturenliebhaber und auch die Stadt selbst wirbt an jeder Ecke mit „Resistencia – Stadt der Skulpturen“. Ich mag solche Untertitel wie „Schweinfurt – Industrie und Kultur“, dann weiß ich eigentlich sofort – Drecknest. Und meine Vermutung wurde bestätigt. Aus irgendeinem uns unbekannten Grund wurden Hunderte Skulpturen (egal wie schlecht sie sind) in die Stadt geschleppt und aufgestellt. Dabei haben ein Großteil der Figuren, die wir sahen auch nur den nichts sagenden Titel: Figura.

Was blieb uns anderes übrig, wir setzten uns in ein Lokal und frühstückten erstmal. Während des Frühstücks drehte sich ein junger Mann zu uns um und sprach uns auf Englisch an. Wir kamen ins Gespräch und erfuhren in den nächsten Stunden mehr über Stadt und Land, als man bei einer Führung erfährt. Pedro und seine Freundin Gabriela erzählten davon, dass man in Resistencia auch schon mal nachmittags um 14 Uhr an der Bushaltstelle mit einem Messer nett um seine Geldbörse gebracht wird und dass das Departamento (quasi der Bezirk in dem Resistencia liegt) nach einem Hund Fernando benannt wurde, der immer ums Rathaus herum streunte. Dieser Hund wurde natürlich auch als Skulptur aufgestellt.

So brachten wir den Vormittag sehr schnell herum, machten noch schnell eine Runde, aber die Bevölkerung auf der Straße war uns nicht ganz geheuer – es war Feiertag und sehr wenig los auf den Straßen. So verzogen wir uns wieder in das Restaurant und nutzen den Rest des Tages, um zu planen bzw. die Panoramas von Rio fertig zu machen.

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