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Ausflüge rund um Salta

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Nun sollten wir nach Salta kommen, wo vor nicht einem Monat die französischen Touristinnen ermordet wurden. Verdächtige wurden in der Zwischenzeit festgenommen und vernommen, aber konkrete Hinweise gibt es wohl noch nicht. Die Busfahrt von Resistencia dauerte gut 12 Stunden. Wir hatten uns in einem Hostel eingemietet, was sich wohl zum Ziel gesetzt hat, universeller Liebling zu werden. So wurde unsere Taxifahrt vom Busbahnhof zum Hostel übernommen. Es gab gratis Frühstück und Abendessen (letzteres leider erst weit nach 22 Uhr) und jeden Tag wurde geputzt und die Betten gemacht.

Den ersten Tag verbrachten wir damit, uns in der Stadt umzuschauen, die übrigens der sehr schön ist. Wir fragten Preise für Touren und Mietwagen ab und entschlossen uns dann, Touren zu buchen, da unterm Strich alle Touren günstiger kommen, wie einen Mietwagen zu nehmen, Kilometergeld zu zahlen, Tankkosten, Parkkosten usw. Letztendlich buchten wir die Touren auch über unser Backpackers Suites & Bar Hostel und konnten noch einen guten Rabatt rausschlagen. Und damit zu den Touren…

1. Salinas Grandes

Für die erste Tour mussten wir 7 Uhr losfahren. Der Flyer des Hostels versprach knackige 15 Stunden Abenteuer. Wir sprangen 6 Uhr aus den Betten, frühstückten und schon konnte losgehen. Nein, denn wir warteten und warteten, es wurde halb 8 Uhr und kein Fahrer in Sicht. In der Zwischenzeit wurden schon sämtliche anderen Gäste von ihren Touren abgeholt und wir saßen ratlos da. Dann erschien der Fahrer, entschuldigte sich bei uns. Er hatte das Auto komplett dreckig und mit leerem Tank übernommen und musste erstmal das Gröbste selbst beheben. Mit uns war ein älteres brasilianisches Paar.

Salta, Argentinien

Wir fuhren los, der Fahrer erklärte in Spanisch und Englisch. Alles war super und wenn wir mal ein extra Foto wollten, hielt er auch bereitwillig an. Bis zum Nachmittag, wo er irgendwann meinte, er würde nicht mehr anhalten, wir sollen aus dem Fenster fotografieren. Es würde sonst zu spät werden. Wir wunderten uns, es war doch erst 16 Uhr und nachdem er zu spät war, hätte die Tour locker bis halb 11 gehen müssen.

Nein, das würde gar nicht stimmen, wir sollten um 18 Uhr zurück in Salta sein und so wie es aussieht, würden wir erst 20 Uhr da sein. Die Diskussion ging so lange, bis er die Agentur anrief und wir uns mit denen auseinander setzen mussten. Die Agentur brachte noch mehr Ausreden, letztendlich war das Hostel Schuld – 15 Stunden war bei schlechter Witterung und Stau. Kurz darauf hielten wir in einem Ort an. Jetzt war eine Stunde Pause. Wir waren stinksauer.

Salinas Grandes
Salinas Grandes

Dafür hatten wir bis zu dem Punkt einzigartige Erlebnisse gehabt. Wir lernten, wir man Coca-Blätter kaut (nämlich gar nicht, sie bleiben im Mund liegen). Wir erreichten eine Höhe von 4.170 Meter über dem Meeresspiegel, was ich auch sehr deutlich merkte. Ich lief für ein Motiv ein paar Meter und war schon nach 10 Metern komplett außer Atem. Und schon bei dieser Höhe merkte ich, dass der Himmel ein merklich dunkleres Blau hat. Mit Hilfe des Polfilters schaffte ich dann noch etliche Stufen dunkler. Als wir abends ankamen waren wir todmüde, mussten aber noch bis 22 Uhr warten, um etwas zu essen. Sehr sinnvoll, wenn wir gleich den nächsten Morgen wieder früh raus müssen.

2. Cafayate

Den nächsten Tag hatten wir den Wecker später gestellt, es sollte ja erst halb 8 Uhr losgehen. Also saßen wir gerade gemütlich beim Frühstück, als der Fahrer kam und uns abholen wollte. Diesmal hatten wir das gesamte Gegenteil des Vorgängers. Er war von oben bis unten tätowiert, stopfte erstmal 40 Coca-Blätter in den Mund und machte die ganze Zeit Witze und beschimpfte Polizisten, die schräg auf der Straße standen. Mit uns waren diesmal 2 Französinnen.

Cafayate, Argentinien

Auf der Fahrt nach Cafayate machten wir jede Menge Stopps, auch auf Wunsch und ohne Nörgeln. Wir waren deshalb ein wenig spät in Cafayate, hatten tierischen Hunger, mussten aber erstmal zwei Weingüter besuchen und an Weinproben teilnehmen. Dementsprechend angesäuselt waren wir, als wir zum Mittag gingen. Zum Ausgleich aß ich Asados – gegrillte Rippchen, die über offenem Feuer gegrillt werden und dazu gab es Pommes Frites. Wir mussten vorzeitig aufgeben, weil die Portion einfach riesig. Außerdem kauften wir Lama-Salami, die zugegebenermaßen sehr lecker war. Der Rückweg war der Gleiche wie auf dem Hinweg, nur dass das Licht komplett anders war und die Landschaft ganz anders wirkte.

Asados
Asados

3. Cachi

Der Fehler vom Vortag sollte sich wiederholen. Obwohl wir zeitiger aufstanden, kaum auch dieses Mal der Fahrer früher und wir mussten uns sputen. Diesmal hatten wir einen „Alle sind lustig“-Fahrer erwischt, der folkloristische Musik volle Kanne aufdrehte und fröhlich mitsang. Da ich an dem Morgen schlecht gelaunt war, hatte er mit seiner Einstellung erstmal schlechte Karten, aber da er sehr hilfsbereit war und auch überall anhielt, gewann er Sympathiepunkte. Wir fuhren durch eine atemberaubende Landschaft mit schneebedeckten Bergen und tausenden von Cardones. Cardones sind wie eine Mischung aus Kaktus und Baum. Sieht aus wie Kaktus, hinterlässt aber Holz, wenn er abstirbt. Daraus haben die Einheimischen früher Kirchendächer, Türen usw. hergestellt. Jetzt natürlich nicht mehr, da es verboten ist.

Salta, Argentinien

Cachi ist eine wunderschöne kleine Stadt, es machte richtig Spaß rumzulaufen und auch das Essen war gut. Nach dem Mittag verließen wir die offizielle Strecke und unser Fahrer machte einen kleinen Umweg, der mitten durch die Kakteenlandschaft führte. Wie wir am Abend mitbekommen haben, haben wir dadurch 1,5 Stunden Extratour gehabt.

Cardones, Argentinien
Ein Tal voller Cardones

Abends machte dann Kriszta schlapp. Die Höhe und eine kleine Erkältung, die sie sich am Flughafen von Rio eingefangen hatte, machten ihr zu schaffen. Sie ging sofort ins Bett, während ich mich mühsam durch alle geknipsten Bilder kämpfte. Wir wollten den nächsten Tag abwarten…

4. Humahuaca

Heute sollte es 7 Uhr losgehen. Also sehr zeitig aufgestanden und was war die Konsequenz? Ich wurde erst später abgeholt und diesmal mit einem Bus mit ca. 15 Leuten. Kriszta sah überhaupt nicht gut aus und blieb deshalb zuhause, um sich gesund zu schlafen. War vielleicht auch besser so, denn viel gab es nicht zu sehen. Wir hielten diesmal an den offiziellen Stopps an und die waren überhaupt nicht schön.

Seven Colored Hill, Argentinien
Seven Colored Hill

Ich bekam nochmal ein schönes Bild vom 7 Coloured Hill, aber der Rest war schlicht weg hinfällig. Humahuaca als Dorf war irgendwo zwischen der Schönheit von Cachi und einer trostlosen Dreckstadt wie Resistencia. Und dann kam auch noch San Salvador de Jujuy, eine Stadt die mir auch nicht ganz geheuer war, denn im Zentrum trafen sich alle Jugendlichen und gaben gegenseitig an. So kamen wir erst gegen 20 Uhr wieder zurück und ich wurde schon sehnsüchtig erwartet, denn Kriszta ging es inzwischen wieder wesentlich besser.

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