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Panama

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Mittlerweile ist mir einiges klar geworden. Wer sich in Amerika von Norden nach Süden bewegt, wird wirklich von Cartagena begeistert sein. Was uns hier in Panama erwartete, konnte unsere Erlebnisse in Cartagena noch toppen.

Wir fuhren von der Stahlratte mit einem Jeep nach Panama Stadt rein. Wir hatten für zwei Nächte ein Hostel im neuen Teil der Stadt reserviert. Da wir durch unseren Migrationshintergrund einen Tag Verspätung hatten, zeichneten sich die Ereignisse schon ab. Das Hostel meinte, unsere Reservierung wäre hinfällig. Aber für eine Nacht hätten sie noch ein Zimmer. Natürlich nicht das, was wir reserviert hatten. Wir wollten aber nicht nochmal umziehen und fuhren deshalb weiter in den alten Teil der Stadt. Von dem hatten wir gehört, dass es in diversen Nebengassen schon mal zu Raubüberfällen kommen kann (Deswegen blieb meine Kamera auch die ganze Zeit im Hotel).

Das erste Hostel war eine Pleite, denn es gab nur noch freie Dorms. Die restlichen 4 Passagiere, die wir von der Stahlratte kannten, stiegen dort ab. Da es nicht viele Unterkünfte in Panama Stadt gibt, blieb uns nur noch eine Option – das Hotel Casa Antigua. Der Preis von $38 schockte uns natürlich. Dafür bekamen wir ein Bettgestell aus Stahl und eine spartanische Zimmerausstattung. Dazu quoll der Lärm von der Straße empor. Aber es war wenigstens sauber und machte nicht unbedingt einen runtergewirtschafteten Eindruck.

Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten, machten wir einen kurzen Rundgang durchs Viertel. Vor dem Hotel standen gerade ein paar Polizisten, die uns erklärten, dass man nicht nach links gehen sollte, das wäre gefährlich. Na schönen Dank auch. Im Gegensatz zu Cartagena, wo die Innenstadt sauber ist und ein Großteil der Gebäude renoviert ist, steckt man in Panama noch in den Kinderschuhen. Wir mussten ständig beim Laufen aufpassen, sonst wären wir in Löcher im Fußweg (ca. 30cm tief!) gefallen und in den Seitengassen sind die Häuser stellenweise schon eingestürzt.

Gut, also gingen gerade aus, holten uns eine preiswerte Pizza ($3,25) und noch was zu Trinken und ließen uns in der weiten Lobby des Hotels nieder, aßen und suften etwas am Laptop. Natürlich nicht, ohne uns vorher mit Antimückenmittel zu behandeln. Die Mücken lieben es, im Halbdunkel an Touristen herumzusaugen. Draußen goss es in Strömen und wir waren froh, im Trockenen zu sitzen.

Unser erster richtiger Tag in Panama begann und wir beschlossen, nicht wie Pauschaltouristen mit einer gebuchten Tour zum Panamakanal zu fahren, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu fuhren wir zur Albrook-Mall, wo gegenüber gleich der Busbahnhof ist, wo wir gleich die Tickets für den Bus nach Bocas del Toro kaufen. Vom Busbahnhof fahren halbstündlich Busse (die alten Ami-Schulbusse) Richtung Miraflores. Dazu muss man nur Ausgang 12 finden, der sich im hintersten Winkel bei den Fast-Food-Ständen versteckt hatte. Die Fahrt dauert nicht lang und man erkennt schnell, wo man aussteigen muss.

Wir hatten das Glück, dass gerade ein Containerschiff in der Schleuse steckte und nach oben gepumpt wurde. Dauert einige Minuten, ist aber spektakulär mit welcher Leichtigkeit dieses Riesenschiff nach oben getragen wird. Der Film zum Bau des Panamakanals war eher dürftig, aber wie soll man in einem englischsprachigen Film die Rolle der USA im Zusammenhang mit dem Kanal darstellen, ohne dass es zur Empörung der Anwesenden führt. Wir blieben noch ein bißchen und fuhren dann zur Albrook-Mall zurück. Hier liefen wir noch etwas herum, machten das ein oder andere Schnäppchen und benahmen uns etwas daneben…

Von Franzi und André hatten wir erfahren, dass Anprobieren in den USA zum Geduldsakt wird. Nur ein Stück mit in die Kabine nehmen und wenn es nicht passt, verschwindet die Verkäuferin für gefühlte 10 Minuten, um mit einem Stück der nächstbesseren Größe wieder zu erscheinen. Deswegen probierten wir schon mal verschiedene Sachen an, von denen wir wussten, dass wir sie in Florida kaufen und gingen nach erfolgreicher Größenfeststellung wieder.

Mittags hatten wir unsere erste Konfrontation mit Taco Bell, dem Fast-Food-Mexikaner und hier hatte ich ein Erlebnis merkwürdiger Art. Ich war bis zum Platzen voll, fühlte mich aber überhaupt nicht satt. Das konnte nichts gutes bedeuten. Abends gab es nur noch einen kleinen Imbiss und dann fielen wir wieder ins Bett und wurden von außerhalb mit nerviger Akkordeonmusik beschallt.

Kriszta klagte schon die letzten Tag über Ohrenschmerzen, deswegen wollten wir am zweiten Tag mal einen Arzt konsultieren, der sich das näher ansieht. Die Poliklinik / MVZ befand sich im neuen Teil der Stadt und wir wollten einen kleinen Spazierung durch den alten Teil der Stadt machen und dann ein Taxi nehmen. Aber mitten auf dem Weg zwischen beiden Stadtteilen mussten wir feststellen, dass wir auf der Straße kein Taxi anhalten konnten. Deshalb liefen wir die gesamte Strecke – ca. 5 km bei strahlendem Sonnenschein und 34°C im Schatten. Sonnenbrand hatten wir nicht, aber ordentlich braun geworden sind wir. Der Arzt konnte glücklicherweise nichts feststellen und wir fuhren mit dem Bus zurück, aßen im Café Coca-Cola, packten unsere Sachen im Hotel zusammen, surften noch etwas in der Lobby und als die Mücken lästig wurden, fuhren wir zur Albrook-Mall, wo wir auf den Bus um 20 Uhr warteten.

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