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Das erste Mal Heilpraktiker

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Nachdem wir nun alle drei Versuche in Sachen künstliche Befruchtung unternommen haben, war es vielleicht an der Zeit etwas unorthodoxe Methoden anzugehen. Von einer Bekannten hatte meine Frau erfahren, dass sie auch wegen Kinderwunsch bei einem Heilpraktiker war und diese eine Blockade festgestellt hat. Innerhalb kürzester Zeit wurde sie schwanger.

Also ging meine Frau erstmal hin. Neben irgendwelchen Allgemeinplätzen bekam sie zu hören, dass die Heilpraktikerin drei Kinderseelen in ihr sieht. Wobei eine schon durch einen Abgang der schon lang her ist, verstorben ist. In dem Moment, wo ich das aufschreibe, klingt es noch schräger, als wenn man das erzählt. Kriszta erzählt schon vorab von mir und deshalb bekam ich schon mal ein paar Tropfen, die nach Kräutern schmecken und ein paar Kapseln, welche die Fertilität verbessern sollen. Schadet ja erstmal nichts, also habe ich während unseres Urlaubs fleißig die Tropfen und die Kapseln genommen.

Und nun stand der Moment an, wo ich selbst vorstellig werden sollte. Wie man bereits lesen kann, war und bin ich sehr skeptisch, was Heilpraktiker / Homöopathen anbetrifft. Hauptgrund meines ersten Termins war erstmal wegen meines Rückens bzw. wegen meiner Kopfschmerzen. Kriszta war sehr neugierig und wollte unbedingt mitkommen. Ich setzte mich erstmal hin und die Heilpraktikerin untersuchte meine Wirbel bzw. die gesamte Wirbelsäule. Sie drückte hier und da, fragte, ob ich auf dem Bauch schlafe und gab mir den Tipp, dass sein zu lassen, weil es nicht gut für die Halswirbel ist. Als weitere Ursache wurde Pressen / Knirschen der Zähne gefunden – stimmt ja auch.

Meine Frau fragte zwischendurch, ob sie denn schon was wegen Kinderwunsch sagen kann. Sie knetete und fühlte weiter und fragte mich, ob ich Angst vor irgendwas habe. Ich musste verneinen, zumindest gibt es da bei mir nichts bewusstes. Also begann sie: „Ich spüre eine Angst in dir, die nicht zu dir gehört.“ Sie führte weiter aus, dass sie vermutet, dass sie von meiner Mutter auf mich übertragen wurde. Es folgte eine Charakterisierung meiner Mutter in Bezug auf Kinder, wie ich sie selbst nicht besser hätte machen können. Ich schaute zu Kriszta rüber, die eine Mischung aus Erstaunen und „Ich hab’s dir doch gesagt“ zeigte. Die Heilpraktikerin merkte an, wenn ich diese Angst loswerden würde, könnte ich auf ganz natürlichem Wege Kinder zeugen.

Nachdem sie mit Drücken, Kneten und Fühlen fertig war, setzten wir uns an ihren Schreibtisch. Sie holte ein paar Bücher raus, blätterte hin und her, grübelte, blätterte wieder – ein bisschen wie Gandalf, der über alten Papyrusrollen brütet, um dem Geheimnis des einen Ring auf die Spur zu kommen. Ich bekam ein paar Globuli verschrieben, welche die Angst lösen sollen. Als Zeitraum wurden Wochen, Monate, Jahre angegeben. Ich bin gespannt, was passiert, insbesondere was eine weitere, tiefer gehende Untersuchung verrät.

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