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Ein Wochenende am Tegernsee

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Im September haben wir immer gerne mal einen Ausflug in die Dolomiten gemacht, um zu wandern. Diesmal sollte es nicht ganz so weit gehen, da wir mit Hund verreisen wollten. Samstag früh ging es los, ich hatte noch den Montag mit frei genommen, damit wir etwas mehr Zeit hatten.

Wir waren etwas verunsichert, da sich das Wetter am Freitag verschlechterte und für den Tegernsee nachts nur noch 4°C angezeigt wurden. Aber da wir Standheizung im Bus haben und unsere warmen Schlafsäcke mitnehmen wollten, war das kein Problem. Wir packten Kochgeschirr, Sachen, Essen, Hundefutter in die Kisten, legten eine Luftmatratze drauf und schon waren wir fertig. Da ich eine stressige Woche hatte, wollte ich am Samstag noch etwas ausschlafen. Mein Fehler! Statt der geplanten drei Stunden haben wir vier Stunden gebraucht, bis wir da waren.

Während wir fuhren, kletterte das Thermometer auf 23°C hoch und wir fragten uns schon, wo das wolkige und kalte Wetter sein sollte. Doch kurz vorm Tegernsee zog es zu und tatsächlich hatten wir nur noch 17°C. Nach der langen Fahrt machten wir in Kaltenbrunn erste Rast. Alle Vier- und Zweibeiner stiegen aus und vertraten sich erstmal die Beine. Wir liefen an den See runter, Seusz probierte erstmal, ob das Seewasser schmeckt. Wir liefen nach Menschenmaßstab eine kleine Runde.

Aufstieg zum Wallberg
Aufstieg zum Wallberg

Bei uns war durch den heißen Sommer alles vertrocknet, aber hier grünte und blühte alles. Die Wiesen waren saftig und den Deko-Kühen ging es prächtig. Nach unserem kleinen Spaziergang fuhren wir weiter nach Bad Wiessee, stellten den Bus ab und liefen ohne Seusz am See entlang. Auf dem Weg hielten wir Ausschau nach einer Gaststätte fürs Abendessen. Danach wurde der Bus umgeparkt und wir aßen Abendbrot. Anschließend steuerten wir diverse Parkplätze an, wo wir übernachten könnten. Gegen 20 Uhr hatten wir den Parkplatz am Söllbach auserkoren. Es gab eine Toilette und für eine Übernachtungsgebühr von 5 Euro hatten wir den Parkplatz fast für uns.

Wir gaben Seusz noch sein Abendessen, bereiteten den Bus zum Schlafen vor und zogen uns um. Die Nacht war ruhig, es war für die Schlafsäcke genau die richtige Temperatur. Am nächsten Morgen war alles grau, denn der Nebel hing in den Bäumen. Kriszta ging mit Seusz seine Morgenrunde, ich räumte im Bus alles auf und danach fuhren wir zur Talstation der Wallbergbahn.

Auf der Fahrt dahin kam langsam die Sonne raus, es hingen noch Nebelfelder auf den Wiesen und die Kühe bimmelten mit ihren Glocken. Wir suchten uns einen schattigen Platz, damit es Seusz angenehm hat, während wir wandern. Dort aßen wir Frühstück und nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt hatten, ging es los. Wir starteten bei ca. 800 Höhenmetern, die Panoramagaststätte bzw. die Seilbahn war auf knapp über 1.600 Metern. Da Krisztas Knie in letzter Zeit muckt, machten wir es davon abhängig, ob wir herunterfahren oder -laufen.

Inzwischen hatte sich der Nebel komplett aufgelöst und wir hatten strahlend blauen Himmel. Die erste Hälfte des Aufstiegs läuft man komplett im Schatten, sodass die Temperatur genau richtig war. Als wir in der zweiten Hälfte stellenweise in der Sonne liefen, war schon ziemlich warm. Zweieinhalb Stunden später hatten wir das Ziel erreicht. Wir liefen zur Wallberg-Kapelle, wo sich gerade alle für den Gottesdienst sammelten. Auf der Wiese vor der Kirche machten ein Fotograf Bilder von einem Brautpaar. Eine wunderschöne Kulisse.

Panoramaaussicht Wallberg
Wallbergkapelle

Auf dem Weg nach oben war die Schar der Menschen, die nach oben liefen, noch sehr übersichtlich gewesen. Als wir an Wallbergmoos vorbei kamen, stießen noch einige Gruppen dazu, die bis hierhin gefahren waren. Oben angekommen, tummelten sich die Menschen, denn es war tolle Sicht und viele nutzten die Seilbahn. Wir hatten Glück, denn wir erwischten im Restaurant noch einen schönen Platz. Wir verbrachten knapp eine Stunde hier oben. Da Krisztas Knie keine Probleme machte, wollten wir wieder nach unten laufen.

Auf dem Hinweg hatten wir den etwas längeren, aber natürlicheren Weg gewählt. Nach unten ging es jetzt den kurzen Weg, der einfach nur auf Serpentinen nach unten führte. Uns kamen zahlreiche Menschen entgegen. Mittlerweile war es sehr warm in der Sonne. Wir konnten nicht verstehen, wir man erst nach dem Mittag mit einer Bergbesteigung beginnen konnte.

Gegen 14.30 Uhr waren wir wieder unten. Seusz hatte es noch richtig angenehm im Schatten. Kriszta lief mit ihm eine Runde, während ich mich auf eine Bank in der Sonne setzte und die Wärme genoss. Seit dem Mittag sahen wir Paraglider, die zu Hauf ins Tal flogen. Nach der langen Wanderung waren wir der Meinung, dass wir uns ein Eis verdient hätten und setzten uns an den See.

Unser Nachtlager wollten wir diese Nacht in Tegernsee aufschlagen. Aus diesem Grund mussten wir jetzt etwas Zeit totschlagen, weil alle Parkplätze noch komplett von Wanderern und Touristen belegt waren. Wir aßen ziemlich zeitig beim Chinesen am Bahnhof, liefen dann noch etwas umher und gegen 20 Uhr bezogen wir einen Parkplatz oberhalb des Bahnhofs. Nicht ganz so schön, aber zumindest gratis.

Am Morgen wurden wir durch ein ungewöhnliches Geräusch geweckt. Es trommelte auf dem Dach. Tatsächlich, es regnete. Ich bekam es nur kurz mit und schlief gleich wieder ein. Als wir früh aufstanden, sah man noch überall kleine Pfützen. Wir machten einen kleinen Spaziergang mit dem Hund, frühstückten und fuhren dann zum Schliersee. Hier liefen wir kurz am See entlang. Auch auf den Schliersberg führt eine Seilbahn, aber hier gibt es eine Besonderheit: Wenn man oben ist, kann man sich aussuchen, ob man mit der Seilbahn oder mit der Sommerrodelbahn wieder ins Tal fährt.

Schliersee
Blick auf den Schliersee

Wir mussten ziemlich lange einen Parkplatz suchen, wo wir im Schatten stehen. Dafür geht der Aufstieg vergleichsweise schnell. Wir waren nach ca. 50 Minuten oben und konnten den Ausblick genießen. Es war kurz nach 11 Uhr und eigentlich wollten wir Mittag essen. Ich nahm eine Brotzeit und für Kriszta waren sie so lieb und haben ihr was von der Mittagskarte zubereitet. Danach sonnten wir uns noch etwas und überlegten – Seilbahn oder rodeln? Nachdem eine Schulklasse doch verhältnismäßig langsam den Berg hinabrutschte, entschlossen wir uns für Rodeln. Es machte Spaß, auch wenn die Bahn nicht sonderlich schön war.

Wir kamen gerade rechtzeitig wieder beim Bus an, denn die Sonne begann schon auf unser Versteck zu scheinen. Nachdem Seusz nochmal raus durfte, fuhren wir wieder heim – diesmal ohne Stau.

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