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Lovina – den Norden Balis erkunden

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Dritte Station unserer Rundreise auf Bali ist Lovina. Wir kommen aus Candidasa und fahren nach zwei Nächten weiter nach Ubud. Für die Zeit in Lovina haben wir schon von Deutschland aus einen Fahrer organisiert, der uns hier alles zeigt.

Unser Fahrer ist pünktlich um 8 Uhr aus Lovina angekommen. Wir nehmen schweren Herzens Abschied von unserem Resort und ziehen weiter. Kriszta hat mit dem Fahrer schon alle Ziele durchgesprochen. Unsere Fahrten werden nicht gerade unterhaltsam, denn der Fahrer erzählt nur das Notwendigste. Erste Station sind wieder Reisfelder. Heute zeigt sich der Agung komplett ohne Wolken.

Reisfelder, Bali
Reisfelder auf dem Weg nach Lovina, in Hintergrund ragt der Agung empor

Pura Besakih

Als ich mich mit dem Pura Lempuyang beschäftigt habe, las ich immer wieder Meinungen, dass Lempuyang überbewertet ist und Besakih doch die schönste Tempelanlage von ganz Bali ist. Vielleicht war es das hervorragende Wetter, aber ich kann dem nur zustimmen. Es gibt hier so viel zu entdecken und zu beobachten, dass man schon ca. 2 Stunden für die Besichtigung einplanen sollte.

Besakih, Bali
Besakih

Dabei gilt es wieder einige Spielregeln zu beachten. Der Eintritt ist immer inklusive eines Guides. Jedoch sollte einem klar sein, dass es den Guides relativ egal ist, ob sie inklusive sind. Sie möchten gern extra bezahlt werden und fordern das auch nachdrücklich ein. Nachdem wir das klar gestellt haben, bekommen wir einen alten Mann, der nicht mehr kann, als auf die Tempel zu zeigen und uns die Götter zu nennen, denen sie gewidmet sind. So lernen wir gerade noch, dass es den Shiva-Tempel gibt, der gelb geschmückt ist. Weiterhin gibt es den Brahma-Tempel mit roter Verzierung und Vishnu, der mit schwarzen Tüchern geschmückt ist.

Besakih, Bali

Den Rest erkunden wir nahezu selbstständig. Vielleicht ist es genau der Grund, weswegen uns die Anlage so gut gefällt. Alle Touristen mit versierten Guides werden nur die Hauptwege entlang geführt und dabei mit Informationen gefüttert. Wir entdecken schweigend unsere eigenen Ecken und sind begeistert.

Batursee

Zu den Hauptattraktionen Balis gehört die morgendliche Wanderung auf den Batur, wo man entweder den Agung mit dem davor liegenden Kratersee Batur sieht oder im Meer aus Wolken steht. Gerade zur Regenzeit ist die Planung ungewiss und wir nehmen nur die Aussicht mit. Unser Fahrer fährt den Berg hoch und vor uns liegt der See und dahinter der Batur. Wir biegen links ab und fahren weiter. Nach einer Weile werden wir nervös, der See wandert immer weiter nach rechts und die Aussicht ist nicht schön. Wir fragen nach. Unser Fahrer verspricht uns eine wahnsinnig tolle Aussicht. Wir sollen die Aussicht genießen und er macht Mittagspause.

Batur, Bali
Batur und See

Als wir in Kintamani ankommen, sind wir entsetzt. Schon vor dem Ort gibt es einen Stau, der 15 Minuten dauert bis wir im Zentrum sind. Wir werden ausgeladen, unser Fahrer parkt das Auto. Doch bevor er mit Essen anfangen kann, stehen wir schon wieder da und sagen: Fahr uns bitte zurück. Das ist keine Aussicht! Das ist eine Katastrophe! Links der Batur, rechts der See. Neben der „Aussicht“ werden kleine Katzen und Hunde in Käfigen zusammengepfercht zum Verkauf angeboten.

Wir holen uns ein Eis, lassen den Fahrer essen und murrend fährt er uns die ganze Strecke zurück. Als wir ankommen, werden wir um 15k IDR gebeten. Wir fragen beim Fahrer nach: Für die Aussicht! Ja, aber die gehört denen doch nicht. Demonstrativ stellen wir uns 10 Meter neben den Aussichtspunkt und machen Bilder. Unser Fahrer zahlt die obligatorischen 5k IDR fürs Parken und es geht den ganzen Weg (inkl. Stau) wieder zurück.

Pura Ulun Danu Batur

Unsere Meinung vom Fahrer ist nach der Aktion nicht gerade die Beste. Da wir ihn jetzt drei Tage gebucht haben, sind wir am Überlegen, ob wir ihn nicht einfach ziehen lassen. Seine Wortlosigkeit ist schon schwer zu ertragen. Er kennt unsere Ziele und auf die Frage, was wir alternativ machen können, bekommen wir nur die Antwort: hier ist nichts.

Wir sind ohnehin gerade gereizt und empfinden unseren Besuch in Pura Ulun Danu Batur als Frechheit. Als wir den Eintritt (35k pro Person) zahlen wird uns gesagt, dass wir auch noch ein Tuch umbinden müssen. Wir könnten es problemlos für 50k IDR kaufen oder für 15k leihen. Dabei wissen wir, dass das Tuch eigentlich nur getragen wird, wenn jemand keinen Sarong, aber eine lange Hose trägt. Wir springen schnell ins Auto, denn dort sind die Tücher, die wir wegen der kalten Klimaanlagen umbinden. Uns gefällt die Anlage sehr gut und kommen mit einem Balinesen, der in Denpasar als Softwareentwickler arbeitet ins Gespräch. Er erzählt uns, dass er gerade die Feiertage bei seiner Familie verbringt und fragt uns viel über Deutschland aus.

Pura Ulun Danu Batur
Pura Ulun Danu Batur

In Lovina sind wir in der Villa Jaya untergebracht. Es ist ein Haus mit zwei Stockwerken, mit jeweils drei Zimmern pro Etage. Die Lage ist perfekt – ruhig und entspannend. Das Publikum ist auch sehr ruhig und der Pool lädt zum Schwimmen ein. Wir laufen vor zum Strand und entdecken sofort zwei Kneipen, die uns gefallen. Da es erst 16 Uhr ist, lassen wir uns ganz gemütlich in einer nieder, essen und trinken etwas. Die Preise sind für westlich orientierte Gaststätten unglaublich günstig. Wir zahlen um die 25k pro Essen. Lange bleiben wir sitzen, schauen den Volleyballern zu und genießen die Atmosphäre. Anschließend geht es zurück zur Villa Jaya und ab in den Pool. Wir sitzen noch draußen und als die Mücken kommen, gehen wir rein.

Singsing Wasserfall

Wir geben unserem Fahrer noch eine Chance. Dazu verbocken wir erstmal den Morgen. Kriszta muss schnell eine EMail verschicken. Leider muss dazu ein PDF-Formular ausgefüllt werden, die passenden Apps sind nicht installiert und die Internetverbindung ist mehr als lahm. Aus diesem Grund sind wir nicht pünktlich fertig und der Fahrer muss warten. Erste Station ist Singsing. Wir werden vorgewarnt. Nachdem es die letzten Tage nicht geregnet hat, wird wohl kaum Wasser fließen. Naja, Singsing ist jetzt nicht die Erfüllung, was einen Wasserfall angeht. Ein Bach stürzt sich 2 Meter in die Tiefe, das war es. Wir sind schnell wieder beim Auto und fahren weiter.

Singsing, Bali
Eher ein Rinnsal als ein Wasserfall

Brahmavihara-Arama

Es gibt auch buddhistische Tempel auf Bali, Brahmavihara-Arama ist einer davon. Wir laufen etwas umher. Irgendwie sieht der Tempel aus wie eine halbfertige Baustelle. Auch dieses Ziel kann uns nicht richtig begeistern.

Brahmavihara-Arama, Bali

Heiße Quelle Panas Banjar

Nachdem wir letzte Nacht eine ziemlich lästige Mücke im Zimmer hatten, sind wir von Mückenstichen übersät. Kriszta plagen noch andere Leiden, über die ich gesondert berichten werde. Wir beobachten, wie Einheimische und Touristen ein Bad nehmen. Kriszta benetzt ihre Stiche mit dem Wasser und verspürt eine gewisse Linderung, die aber nicht lange anhält.

Reisfeld, Bali
Die heiße Quelle war nicht so schön, deshalb nochmal ein Reisfeld

Munduk Wasserfall / Twin Lake View

Es folgen mal wieder Reisfelder und dann kommt der Munduk Wasserfall. Schön eingerahmt von viel Grün stürzt sich hier das Wasser in Tiefe.

Munduk, Bali
Munduk Wasserfall

Die Wolken, die am Vortag nicht da waren, kommen heute zum Vorschein. Als wir die Berge hochfahren, merken wir, dass wir bald in den Wolken sind. Und richtig – am Aussichtspunkt stehen wir mitten in den Wolken und können nur erahnen, was sich da unten abspielt. Damit wäre eigentlich unser Tagesprogramm für heute erledigt. Es ist aber leider gerade erstmal Mittagszeit. Unser Fahrer rechnet aber selbst mit einer Bezahlung von 700k pro Tag bei 8-9 Stunden langen Touren. Also fragen wir, was wir jetzt anschauen könnten. Jetzt kommt seine Aussage, dass es hier in der Umgebung nichts zu sehen gibt.

Aling-Aling Wasserfall

Also machen wir den Vorstoß und fordern, dass wir noch zum Wasserfall Aling-Aling fahren. Gesagt, getan. Aling-Aling gibt es in zwei Ausprägungen: Den Wasserfall und die Badestelle mit Springen und Rutschen. Wir zahlen nur für den Wasserfall. Auf dem Weg dahin sind wir nicht ganz sicher, ob wir überhaupt noch auf dem richtigen Weg sind. Aber nach einer Weile hören bzw. sehen wir ihn. Im Gegensatz zu Munduk ist er noch höher und die Umgebung noch grüner und idyllischer. Wir sind ganz allein hier hinten, erst als wir fertig mit fotografieren sind, kommt noch ein einzelner Tourist.

Aling-Aling, Bali
Aling-Aling

Bettwanzen / Bed bugs

In Jimbaran fing es an. Nach der ersten Nacht im Jimbaran Beach Bay Resort hatte Kriszta an Armen und an der Schulter kleine Schwellungen, die immer in einer Reihe waren. Nach der zweiten Nacht wurden es noch mehr. Da wir jeden Abend zur Massage gingen, hielten wir es zunächst für eine Reaktion auf das Öl. Im Laufe der nächsten Tage finden diese Schwellungen an, sehr stark zu jucken bzw. zu brennen. Und nachdem wir Jimbaran verlassen hatten, wurden es auch nicht mehr (von Mückenstichen mal abgesehen). Ich redete auf Kriszta ein, nicht zu kratzen, dann würde das Jucken schon aufhören. Aber natürlich hörte es nicht auf.

Nachdem Kriszta nicht mehr ruhig schlafen konnte, machte ich mich schlau. Ich probierte einfach mal aus, ob Bettwanzen eine Option sein könnten. Und siehe da – Stiche in einer Reihe, die erst später beginnen zu jucken. Die Abheilung kann 2-3 Wochen dauern. In schlimmen Fällen wird Antihistamin, wie z.B. Cetirizin gegeben, um die Wirkung zu dämpfen. Außerdem las ich, dass die Eiweiße, welche die Bettwanzen Angstzustände auslösen können. Ich beobachtete Kriszta aufmerksam, während wir den letzten Tag in Lovina verbrachten. Sie äußerte sich zunehmen besorgt, ob die Stiche nicht langsam heilen sollten und bestand drauf, dass wir das Licht nachts anlassen, damit wir in Ruhe schlafen können.

Nach unserem Tagesausflug hielt sie es nicht mehr aus und fragte in der Villa Jaya nach einer Apotheke. Die nächste war 8km entfernt und einer der Angestellten erklärte sich bereit, sie hinzufahren. Ich sprang inzwischen in den Pool. Ich war noch nicht mal mit meinen Runden fertig, als sie schon wieder da waren. Am Ende der Straße war noch eine und die hatte offen. Kriszta hatte Cetirizin und eine überteuerte Salbe bekommen.

Sie nahm eine Tablette und wir gingen lange am Strand spazieren. Nach 1,5 Stunden kam das Lächeln zurück, der Juckreiz ließ nach. Wir setzten uns heute in die andere Kneipe, schauten wieder den Volleyballern zu und schauten aufs Meer…

Das Hotel antwortete auf unsere Anfrage nach wenigen Minuten, es würde keine Wanzen geben und sie könnten uns auch nichts bezahlen. Wir hätten ja schon ausgecheckt.

Gitgit Wasserfall

Es folgt die Abreise aus Lovina. Unser wortkarger Fahrer fährt uns früh von Lovina zum Gitgit Wasserfall. Wir scheinen komplett allein zu sein. Selbst die zahlreichen Geschäfte am Rand sind noch nicht besetzt. Als wir unten am Wasserfall angekommen sind, sehen wir gerade wie eine Frau zum Beten an den Wasserfall herantritt. Später badet sie auch noch in den tosenden Fluten. Wir sind angetan von der Schönheit dieses Wasserfalls.

Gitgit, Bali
Gitgit Wasserfall

Pura Ulun Danu Bratan

Jetzt folgt der eigentliche Grund, weswegen ich unseren Fahrer nicht weiterempfehlen kann. Wir fahren von Gitgit direkt zum Pura Ulun Danu Bratan. Auf Krisztas Frage, ob wir nochmal den Twin Lake View anfahren können, kommt nur – nein, das ist zu weit. Wer sich die Strecke auf der Karte anschaut, wird sehen, dass „zu weit“ 2-3 Kilometer sind. Zum Glück wird mir diese Frechheit erst bewusst, als ich diesen Beitrag schreibe und die tatsächlichen Entfernungen auf der Karte sehe.

Pura Ulun Danu Bratan
Pura Ulun Danu Bratan

Pura Ulun Danu Bratan ist eins der beliebtesten Tempelmotive Balis. Der See die Berge im Hintergrund – ja, das ist schon eine schöne Atmosphäre. Wären da nicht noch Busse voll Touristen und zusätzlich durch die Feiertage die Balinesen, die diesen Tempel füllen. Letzteren bin ich nicht mal böse, sie haben mehr Recht hier zu sein als wir. Obwohl es Regenzeit ist, hat der See einen sehr niedrigen Pegel und die Tempel, die sonst im Wasser liegen, sind problemlos zu Fuß erreichbar.

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