Was war das spannend: Das letzte Spiel entscheidet darüber, wer als Tabellenführer in die Playoffs geht. Es war denkbar knapp und sowohl ALBA als auch die Brose Baskets hatten es in der Hand, die Spitze zu übernehmen. Letztendlich hatten die Bamberger das glückliche Händchen und gehen jetzt mit Heimvorteil in die Playoffs.

Das erste Playoffspiel fand schon am Mittwoch zwischen Bonn und Ulm statt. Die Ulmer waren bei den Telekom Baskets zu Gast und auch meine Favoriten für das Spiel. Leider war ihre Abwehr desolat und deshalb sah es bis kurz vor Schluss aus, als würden die Bonner gewinnen. Glück für die Ulmer, denn mit einem denkbar knappen Vorsprung von 2 Punkten holten sie sich den Sieg. Trotz des knappen Siegs bin ich der Meinung, dass ratiopharm Ulm den Schritt in das Halbfinale schafft. Auf wen werden sie dort treffen?

Ich fand die meisten Spiele der Brose Baskets schön anzusehen. 16 Spiele in Folge und alle Spiele in eigener Halle zu gewinnen, spricht für die Brose Baskets. Nur ausgerechnet gegen die MHP Riesen haben wir letztens auswärts verloren. Aber ein Verlust entscheidet noch keine Best-Of-Five-Serie. Ich würde es schon fast davon abhängig machen, ob Josh Duncan seine ausgerenkte Schulter wieder in Ordnung gebracht hat. Wenn er spielen kann, bin ich sicher, dass Bamberger die nächste Runde schaffen. Aber auch so hat Bamberg die besten Voraussetzungen.

Blicken wir doch noch schnell auf die anderen beiden Partien – zum einen ALBA gegen EWE Baskets. Hier für mich ein ganz klarer Fall, dass die Berliner gewinnen. Auch wenn Oldenburg mit ihrem Trainer wieder an Form gewonnen haben, sind sie keine Gefahr für eine Mannschaft, die es dieses Jahr sehr weit in der Euroleague gebracht hat. Auch die Münchner stehen ziemlich konkurrenzlos den Fraport Skylinern gegenüber. Mittlerweile sind alle Bayern wieder fit und Frankfurt hat für nie so richtig die konstante Leistung gezeigt.

Die von mir prognostizierte Version würde im Halbfinale ein Duell zwischen Ulm und Bamberg aufzeigen. Kein Thema, die Bamberger schaffen es sicher ins Finale. Mit dem Zusammentreffen zwischen Berlin und München entsteht ein Spitzenspiel, dass schon Finalcharakter hat. Physisch, als auch taktisch sind beide Teams top aufgestellt, haben Spitzentrainer, sodass es darauf ankommt, wer die stärkeren Nerven hat. Berlin zum Schluss der Saison ein wichtiges Spiel in eigener Halle verloren, die Bayern haben immer wieder leichte Spiele abgegeben und auch nicht auf lange Sicht das Durchhaltevermögen gezeigt, dass sie gegen Berlin gewinnen könnten. Deshalb heißt der Finalgegner aus meiner Sicht für die Bamberger Berlin. Und die werden Spiele zeigen, die ein Genuss für jedes Basketballerherz sein dürften. Da würde mich nicht wundern, wenn die volle Serie ausgespielt wird und das letzte Spiel daheim in Bamberg die Entscheidung bringt. Sollten wir keine Verletzungprobleme haben, heißt für mich der der Deutsche Meister 2014/15: Brose Baskets Bamberg.

Die Saison ist fast zu Ende, d.h. das letzte Spiel steht noch am Sonntag aus. Aber dessen Ausgang ist für die Aufstellung der Playoffs uninteressant. Die Partien des Viertelfinales stehen fest. Auf Platz 1 dieses Jahr mal ein ungewohntes Bild – der FC Bayern München hat es unter Leitung von Coach Pesic geschafft, die Tabellenführung zu erobern. Gleichzeitig ist München dieses Jahr durch eine Wildcard (Koffer mit nicht durchgängig nummerierten Scheinen?) mit in die Euroleague gekommen und konnte sich im Gegensatz zum amtierenden Meister durch die Vorrunde kämpfen, um dann auszuscheiden.

playoff2014

Wie jedes Jahr stellt sich die Frage, welchen Ausgang die Playoffs haben werden. So stolz Ludwigsburger Riesen sein dürfen, es dieses Jahr in die Playoffs geschafft zu haben – München wird sie vom Platz fegen. Spannender sieht es da schon in Bamberg aus. Die Drachen aus Quakenbrück spielen sehr dynamischen und agilen Basketball. Einen Center, der den Ball an der 3er-Linie verteilt, um zum Pick and Roll abzutauchen wird man dort nur selten finden. Kein einfacher Auftakt für die Playoffs, aber Bamberg wird das meistern.

Wenn ich auf die Partie Oldenburg gegen Bonn blicke, fällt es mir schwer einen Sieger zu finden. Oldenburg spielt eine starke Defense und wird es Bonn schwer machen, leichte Punkte zu erzielen. Man denke nur an das Finale letztes Jahr gegen Bamberg – nicht schön anzusehen, aber sehr spannend. Ähnlich dürfte es zwischen Bonn und Oldenburg laufen, nur dass hier vielleicht sogar alle 5 Spiele voll ausgespielt werden. Leichter wird es da Berlin gegen Ulm haben, auch wenn ich Sympathien für Ulm hege.

Laut meiner Vorhersagen dürfte dann das erste Halbfinale München gegen Oldenburg lauten und so sehr sich die Oldenburger auch angestrengt haben, München ist nicht die Mannschaft, die man in einer Best-of-Five-Serie bezwingt. Ein Überraschungssieg ist zwar möglich, aber das Finale werden die Oldenburger dieses Jahr nicht sehen. Genau so wenig wie die Bamberger. Ich habe die Bamberger letztes Jahr auch nicht als Sieger gesehen, aber dieses Jahr sind die Chancen vergleichsweise niedrig. Der Titel „Alba-Killer“ ist uns dieses Jahr ohne Zweifel abhanden gekommen und die Angst sitzt mittlerweile tief. Und genau diese Angst müsste Bamberg überwinden, um Berlin zu bezwingen. Die Mannschaft dazu haben sie jedenfalls.

Wie man an meinen Ausführungen erkennt, habe ich mich mit der Analyse deshalb so beeilt, weil das letzte Spiel der Saison für mich der Auftakt zur Finalserie ist. Pesic tritt mit seiner hochgradig motivierten, kampferprobten und trainierten Mannschaft gegen Berliner an, die sich diese Saison komplett neu erfinden mussten, denn bis auf Grauschnautzer Schultze wurde die Mannschaft komplett neu besetzt und trat nach anfänglichen Niederlagen stärker werdend auf. Und wer weiß, wie die Albatrosse zu Hochform auflaufen, wenn sie Finalluft wittern. In dem Fall würde ich es den Berlinern gönnen, den Pokal mit Heim zu nehmen.

Schon seit den letzten Wochen brodelte die Gerüchteküche – die Brose Baskets Bamberg geben ihren Point Guards Zack Wright zwecks Enttäuschung gegen eine beträchtliche Summe zu Panathinaikos Athen ab, geben Velickovic den Laufpass und wer sollte der Nachfolger sein? Als erster taucht Justin Dentmon auf, der als Point Guard bei Zalgiris Kaunas auch gegen die Bamberger in der Euroleague den einen oder anderen Punkt machen konnte. Relativ schnell stellte sich heraus, dass kein Interesse besteht und plötzlich taucht letztes Wochenende der Name Jared Jordan auf – seines Zeichens bester Assist-Geber der deutschen Basketballliga. Nach etlichen Dementis von beiden Seiten wurde doch schnell klar – da ist mehr dahinter. Meine erste Reaktion: Das kann doch nicht wahr sein!

Aber die Geschichte fängt schon viel früher an. Bambergs Nummer 1 in Sachen Spielaufbau fällt immer wieder wegen Problemen im Knie aus. Nach der Saison 2011/2012 haben fünf Leistungsträger (Pleiß, Roberts, Tucker, Suput und Slaughter) den Kader verlassen, weil sie bessere Angebote hatten. Und statt sich frühzeitig um Ersatz zu kümmern, ließ man sich Zeit und dementsprechend war das Ergebnis. Unterstützung für den angeschlagenen John Goldsberry sollte Teddy Gipson bieten, was er aber im Laufe der Saison nicht mal ansatzweise schaffte und deshalb vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen wurde. An seiner Stelle kam Alex Renfroe, der sich im Laufe verbleibenden Saison ganz gut in das Bamberger System einpasste, aber nach der Saison 2012/2013 – obwohl er bleiben wollte – den Laufpass bekam. Die anderen Neuzugänge 2012/2013 waren Matt Walsh, AJ Ogilvy und Sharrod Ford. Die ersten beiden entwickelten sich zum Ladenhüter oder besser aufgrund ihrer Verletzungen zum Bankhüter. Nachverpflichtung Jeremiah Massey glänzte vor Selbstverliebtheit und durfte noch vor Ende der Saison wieder gehen.

Und in die Saison 2013/2014 startete man abgesehen von Rod Ford wieder komplett neu. Auch ließ man sich wieder viel zu viel Zeit und präsentierte Zack Wright, Novica Velickovic, Jamar Smith und Rakim Sanders. Velickovic hütete gleich von Beginn der Saison an die Bank wegen fehlender Kondition, weshalb Damir Markota nachverpflichtet wurde. Nachdem man den Leistungsstand von Velickovic wieder hergestellt hatte, durfte Markota wieder gehen. Während der Spiele der laufenden Saison wurde Kritik an den Centern Neumann und Zirbes laut, worauf hin Neumann zu den EWE Baskets Oldenburg ausgeliehen wurde und D’or Fisher kam. Mehr Glück als Verstand war die Nachverpflichtung von Elias Harris, der eine wirkliche Bereicherung darstellte. Der ehemalige L.A. Lakers Spieler konnte nicht zuletzt gekauft werden, weil Namensgeber Brose sich alle Anteile der Franken 1st Basketball Holding GmbH sicherte und diese Anteile mit der Bamberger Basketball GmbH zusammenlegte.

Trotz des tief besetzten Kaders konnte man in der Euroleague nicht überzeugen und rutschte in den Eurocup. Als auch dort das Aus fest stand, mussten Konsequenzen folgen. Diese gingen in zwei Richtungen: zum einen kritisierten die Fans immer wieder das mangelnde Vermögen von Zack Wright im Spielaufbau. Auf der anderen Seite wurde Kritik am Head Coach Chris Fleming laut, unter anderem auch von Michael Stoscheck – Geschäftsführer von Brose.

Und damit zurück in die Gegenwart. Da schnell klar wurde, dass Justin Dentmon keine Option ist und alle weiteren Spieler, die zur Disposition standen, nicht wirklich eine Bereicherung darstellten, sah man sich innerhalb der Beko BBL um. Der Wechsel von Jared Jordan ließ die Vertragsauflösung von Zack Wright auf Null herauslaufen. Man spricht von ca. 300.000 Euro Wechselsumme. Mit diesem Kauf wurde meiner Meinung ein klares Zeichen in Richtung Chris Fleming schickt – Wir haben dir den besten Aufbauspieler der Liga geholt, wenn wir jetzt nicht Meister werden, dann wird über die Position des Head Coachs neu nachgedacht.

Nachtrag: Unheimlich wichtig, auch gerade aus Sicht der Telekom Baskets Bonn, ist auch die Meinung von deren Präsident Wiedlich, wie der Wechsel abgelaufen ist und welche Ursachen und Beweggründe er für den Wechsel sieht.

Die Brose Baskets haben sich diese Saison wacker geschlagen. Auch wenn sie kein Wörtchen beim Pokalspiel mitreden durften und auch in der Euroleague nicht erfolgreich waren, konnten sie die Spitzenposition im deutschen Basketball behaupten. Nachdem gestern die letzten Spiele der Beko BBL liefen, stehen jetzt die Partien für das Viertelfinale der Playoffs 2013 fest:

  • Brose Baskets (Platz 1) – Phoenix Hagen (Platz 8)
  • EWE Baskets Oldenburg (Platz 2) – Telekom Baskets Bonn (Platz 7)
  • ratiopharm Ulm (Platz 3) – Artland Dragons Quakenbrück (Platz 6)
  • Bayern München (Platz 4) – ALBA Berlin (Platz 5)

playoffs2013

[Bild] Beko BBL

Noch ein paar Worte für die Unwissenden des Basketball: Man kann sich im Laufe der Saison zwei Titel in der Basketball-Bundesliga (BBL) holen: den Pokal und den Meistertitel. Beide gibt es nicht geschenkt, sondern die muss man sich hart erkämpfen. Der Pokalsieger wird nach der ersten Hälfte der Saison (der sogenannten Hinrunde) ermittelt. Der Gastgeber ist automatisch qualifiziert. Um den Einzug ins Halbfinale müssen sich dann die besten sechs Mannschaften der Liga im direkten Vergleich behaupten. Die Brose Baskets haben es dieses Jahr gegen Bayern München nicht gepackt, ins Halbfinale zu kommen. Die Halbfinalspiele und das Finale finden an einem Wochenende beim Gastgeber statt.

Nach der Rückrunde geht es um den Meistertitel. Anders als beim Fußball wird nicht einfach der Tabellenerste gekrönt, sondern auch hier muss man sich wieder behaupten. Wer es in die Top 8 der BBL schafft ist automatisch Teilnehmer der Playoffs. In den Playoffs spielt der 1. gegen den 8., der 2. gegen den 7. usw. Heimrecht hat dabei immer die höher platzierte Mannschaft. Hier zählt aber im Gegensatz zum Pokal nicht nur ein Spiel, sondern der Gewinner von fünf Spielen, die abwechselnd daheim bzw. beim Gegner gespielt werden – das sogenannte Best of 5. Danach folgt das Halbfinale nach den selben Regeln und abschließend treten die Gewinner des Halbfinales zum Best of 5 im Finale an. Erst danach darf man sich Deutscher Meister nennen. Die Spiele finden immer dicht hintereinander, d.h. aller 2-3 Tage statt. Es ist also die härteste Zeit für die Spieler und die nervenzerreißendste für die Fans.

Auch wenn ich gerade bzw. weil ich zu diesem Zeitpunkt nicht da bin, erlaube ich mir mal einen Tipp abzugeben: Bamberg wird im Viertelfinale gegen Hagen gewinnen. Hagen war ein Gegner, den Bamberg gern unterschätzt hat, aber nicht in fünf Spielen. Berlin hat sich im Pokalspiel mit 10 Punkten Führung gut gegen München behauptet, dennoch glaube ich, dass durch den Verletzungsausfall von Ali Traoré Alba zu sehr geschwächt ist, um sich gegen den FCB behaupten zu können. Mit ähnlicher Konstanz wie Bamberg haben sich die EWE Baskets den zweiten Platz in der Tabelle gesichert und demzufolge behaupte ich, dass sie das Viertelfinale überstehen werden und dann dort auf ratiopharm Ulm treffen. Die Artland Dragons sind zwar eine gute Mannschaft, aber werden sich nicht gegen Ulm durchsetzen können.

Im Halbfinale wird sich Bamberg an München die Zähne ausbeißen. Headcoach Fleming hat es zwar geschafft, rechtzeitig zu den Playoffs die Mannschaft zusammenzurücken, aber das Verletzungspech hält immer wieder Einzug und (ich gebe es nur ungern zu) unter dem Korb hapert es noch und wenn es um Wechsel in den Positionen 1-3 geht, wechseln Spieler Anfang 30 mit Spielern Anfang 20. Dazwischen fehlt es einfach und deswegen wird es den Bambergern meiner Meinung nach nicht vergönnt sein, ins Finale zu kommen. Außerdem hat es Bayern mit dem Trainerwechsel zu Pesic geschafft, das Maximum aus der Mannschaft zu holen. Der „Best Offensive Player“ der Saison kommt aus Ulm. Wenn der nicht auf dem Platz ist, stehen mit Günther, Ray, Watts, Nankivil und Esterkamp noch jede Menge guter Spieler auf dem Feld, um Oldenburg aus dem Halbfinale zu drängen. Und genau aus dem gleichen Grund wird meiner Meinung nach Ulm am Ende das Finale für sich entscheiden…