Malta Gozo

Letztes Wochenende zog es uns in den Süden, tief in den Süden – nach Malta. Was macht Malta so besonders? Es ist ein europäisches Land mit arabischen Wurzeln. Das fängt bei der Sprache an, welche die einzige arabisch-stämmige Sprache der Welt ist, die lateinische Buchstaben benutzt. Aber man sieht nicht viele Moscheen, dazu war der Einfluss von Europa zu stark. Trotzdem strotzt die Insel mit Widersprüchen – Malta ist eine kleine Steueroase (z.B. haben alle „Mein Schiff“ ihren Heimathafen in Valetta) und trotzdem sieht man keine riesigen Bürotürme. Irgendwie sind die Straßen aber in einem sehr maroden Zustand. Aber dazu gleich…

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Mit welcher Einstellung würdet ihr in die Karibik fahren? Wollt ihr schöne Strände, Sonne, Schnorcheln? Oder sucht ihr eher was zum Entdecken? Ersteres kann so ziemlich jede Insel erfüllen – mehr oder weniger schön. Aber was zum Entdecken? An der Stelle ist immer die Kreativität der Reiseveranstalter gefragt. Wie wäre es mit einer Stadtbesichtigung, Regenwald, einem Wasserfall, einer Filmkulisse und einer Führung im Fort? Genau diese Sehenswürdigkeiten kann auch fast jede Insel bieten. Nur dass die Definition von Wasserfall mehr oder weniger weit gefasst ist. Da muss für den Wasserfall auch ein Rinnsal herhalten, was sich zwei Meter in die Tiefe stürzt. Die beste Lösung ist sowieso vorher zu recherchieren, sonst wird man an eine Filmkulisse gebracht und muss dann feststellen, dass vor über 10 Jahren ein Hurrikan hier gewütet hat und nichts mehr aussieht, wie im Film.

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Endlich wieder Urlaub – ich war schon richtig platt. Diesmal haben wir unsere An- und Abreise richtig clever ausgeklügelt. Wir bringen für gewöhnlich unseren Hund zu meiner Mutti, die ihn gern bei sich aufnimmt. Normalerweise fahren wir deswegen am Vorabend nach Dresden, geben den Hund ab und da wir Rail and Fly haben, nehmen wir den Zug. Nur diesmal würde das bedeuten, dass wir halb 5 Uhr schon los müssen, um gegen 10 Uhr in Frankfurt zu sein. Also andere Strategie: Kriszta fährt mit dem Auto nach Dresden und kommt mit dem Zug zurück. Den nächsten Morgen fahren wir gemütlich 6.30 Uhr von Bamberg aus nach Frankfurt.

So langsam stellt es sich heraus, dass die Packliste kaum noch Lücken hat. Es reicht, wenn ich das Wochenende vor Abreise die Liste durchgehe, die Sachen rauslege und ggf. im Laufe der Woche noch fehlende Artikel ergänze. Am Vorabend kommen dann meistens noch die Alltagsartikel (Zahnbürste, Führerschein etc.) dazu und es kann losgehen.

Shete Boka Park im Norden Curacaos

Der Flug ist mal wieder mit Condor, was bedeutet, wir müssen 8 Euro für das Unterhaltungspaket bezahlen. Außerdem finde ich es eine bodenlose Frechheit für Spezialmenüs (glutenfrei, laktosefrei) 18 Euro zahlen zu müssen. Immerhin stehen die Winde günstig und wir kommen fast eine Stunde früher auf Guadeloupe an. Wir haben diesmal den Komfort, dass unser Gepäck direkt auf das Schiff vor die Tür gebracht wird. Da wird mit der Zeit geflogen sind, ist es Zeit für Abendessen und wir gehen in unseren Flugklamotten (Jogginghose und Hoodie) zum Abendessen (nicht Büffet!). Danach zieht es uns ganz heftig die Augen zu. Doch leider müssen wir abwarten, bis die Sicherheitsübung durch ist. Da das Schiff 23 Uhr ablegt, ist das Training erst 22.30 Uhr. Völlig entnervt schleppen wir uns hin, lassen das Prozedere über uns ergehen und fallen danach todmüde ins Bett.

Ayo Rock Formations (Aruba)

Wie es sich für einen anständigen Jetlag gehört, sind wir den nächsten Morgen schon 6 Uhr munter und erkunden das Schiff, machen Sport, sonnen uns… schließlich ist Seetag. Unsere erste Erkenntnis auf dem Schiff: Es sind viele Einheimische aus Guadeloupe anwesend, die nach dem Essen im Büffet einfach hocken bleiben und man keinen freien Platz mehr findet. Also gehen wir ab sofort fast ausschließlich ins Restaurant essen, was sich mehr oder weniger zeitlich umfangreich gestaltet. Bei der Abendshow am ersten Abend fallen uns fast die Augen zu und wir gehen schlafen.

Erste Station unserer Reise ist Willenstad auf Curacao. Wir sind schon wieder zu zeitig munter und beobachten die Einfahrt. Nach dem Frühstück gehen wir zu AVIS, die direkt im Kreuzfahrthafen eine Verleihstation haben. Es ist Sonntag und nur zwei Leute haben ein Auto vorher gemietet – wozu sollte man also geöffnet haben. Es klebt aber zumindest ein Zettel an der Tür, der uns ins nahe gelegene Hotel verweist, wo Budget seinen Sitz hat.

Wir haben das Auto eigentlich ab 8.30 Uhr gemietet, müssen aber eine Stunde warten, weil sich einige Leute versammelt haben, die alle ein Auto haben möchten. Und statt alle mit einem Mietvertrag auszustatten und dann die Übergabe zu machen, geht er mit jedem Pärchen zur Übergabe (1. Stock, auf die andere Seite des Hotels, runter, raus aus dem Hotel, über die Straße ins Parkhaus, Auto suchen usw. und dann zurück). Dazu stellen sich noch zwei Dinge heraus, die uns übel aufstoßen. Erstens interessiert es den Budget-Mann nicht, dass wir von Avis kommen und zahlen somit $20 mehr als ursprünglich geplant. Weiterhin müssen wir das Auto am Flughafen abgeben, der 10 Fahrminuten vom Hafen entfernt ist. Man verspricht uns aber gratis Transfer in den Hafen zurück.

Boca Grandi (Aruba)

Eigentlich gibt es in der Karibik keinen vernünftigen Grund, warum man nicht an den Strand gehen sollte. Natürlich bieten die Touranbieter noch alternative Ziele an, aber dazu später mehr. Wir besichtigen ein Kunuku-Haus, wo die Sklaven gelebt haben. Beim Eintrittspreis von $3 ist auch eine kleine Führung dabei. Wir erfahren, dass es zwei Arten von Kakteen gibt, eine aus der man z.B. eine Suppe machen kann und die andere – die mit den harten Stacheln – wird zum Bau von Zäunen verwendet.

Was fällt einem noch zu Curacao ein? Wenn man nach Bildern von Curacao sucht findet man weiße Strände und die bunten Häuser der Innenstadt. Und wenn man an Cocktails denkt, ist natürlich sofort der Blue Curacao präsent. Den können wir schon mal abhaken, denn es ist Sonntag und es ist geschlossen. Wichtig vielleicht noch zu wissen, dass es den Curacao in allen möglichen Farben gibt, nur außerhalb der Insel hat sich die blaue Variante durchgesetzt.

Wir fahren etliche Buchten an und sind immer wieder enttäuscht. Es sind nur kleine Buchten und da Sonntag ist, sind jede Menge Einheimische am Strand und haben schon alle Plätze im Schatten belegt. Außerdem ist es schon schwierig überhaupt einen Parkplatz zu finden. Irgendwie müssen wir auch die Grote Knip verpasst haben – den bekanntesten Strand auf Curacao – denn ausgeschrieben steht er unter dem Namen nicht. Einziges Highlight ist Shete Boka, wo wir den Wellen zuschauen, wie spritzend am Ufer brechen. Enttäuscht wie wir sind, fahren wir 16 Uhr zum Flughafen zurück und geben das Auto ab.

Am Flughafen ist AVIS direkt neben Budget. Wir teilen uns auf, um das maximale Chaos zu stiften. Kriszta fragt bei AVIS nach, warum wir mehr zahlen mussten und ich gebe das Auto zurück und frage nach dem Transfer. Der Transfer wäre erst 19 Uhr – nein, der Vermieter meinte, es gäbe jederzeit kostenloser Transfer zum Hafen. Aussage gegen Aussage. Zu meinem Vorteil, denn es kommen jetzt kurz hintereinander die anderen Paare, die wir früh getroffen haben und alle behaupten, der Transfer wäre nicht erst 19 Uhr. Die Dame am Strand ist sichtlich angefressen und dazu kommt noch, dass die AVIS-Dame eine Preisdiskussion (angezettelt von meiner Frau) mit Frau Budget anfängt und die beiden sich ordentlich anzicken. Eine Viertelstunde später werden wir in einen Kleinbus verladen und zum Hafen gebracht.

Leuchtturm im Norden Arubas

Wie mag wohl unser nächstes Ziel Aruba sein? Wie alle Inseln unter dem Winde ist das Klima warm und trocken und dementsprechend die Vegetation sehr oft aus Sträuchern oder Kakteen bestehend. Auch hier haben wir einen Mietwagen. Auf Aruba haben wir uns entschieden eine lokale Autovermietung zu unterstützen, die auch gleich neben dem Hafen ist. Die Autos sehen zwar nicht wie Neuwagen aus, aber wir wollen ja auch herumkommen und nicht ein schönes Auto fahren. Erstmal geht es von Oranjestad Richtung Süden. Sowohl am Boca Grandi als auch am Baby Beach gefällt es uns gut. Es ist so gut wie gar nichts los, ein paar Kitesurfer lassen sich vom Wind über die Wellen jagen.

Danach geht es zu den Ayo Rock Formations. Rings um die Ayo Rock Formations gibt es keine befestigten Straßen mehr, alles nur staubige Straßen aus festgefahrener Erde. Hier sind wir auch wieder fast allein – ich wundere mich, denn es ist richtig beeindruckend. Danach fahren wir zur alten Goldmühle, wo sich so ziemlich alle Touren vom Schiff zu treffen scheinen. Wir schauen uns nur kurz um und fahren dann in den Norden, um etwas am Strand zu liegen. Vorher fahren wir zum Leuchtturm und dann geht es Strand für Strand nach Süden. Hier sind die Strände weitläufiger als auf Curacao, aber die Plätze im Schatten auch ziemlich begrenzt.

Um 15 Uhr geben wir das Auto wieder und laufen noch etwas die lange Straße am Hafen entlang, wo sich etliche Geschäfte für Touristen aneinander reihen. Da zwei Schiffe (Costa & AIDA) im Hafen liegen, ist auf den Straßen ordentlich was los, aber es verläuft sich. Uns gefällt Aruba wesentlich besser als Curacao.

Um die ABC-Inseln zu komplettieren, steht noch Bonaire auf dem Programm. Kriszta hat uns einen Schnorcheltrip organisiert. Uns erwartet eine 70-jährige Dame mit ihrem Minibus am Hafen und fährt uns ca. 1,5km links vom Hafen die Küstenstraße herunter. Dort stellen wir den Bus ab und laufen nochmal ungefähr 400m die Straße weiter. Sie verrät uns einen kleinen Trick: Kindershampoo in die Gläser der Tauchbrille schmieren, dann beschlägt es nicht. Wir wundern uns – hier liegen Segel- und Motorboote, es ist direkt an der Straße, hier soll man schnorcheln? Unter Wasser werden wir von einer anderen Welt überrascht. Es gibt natürlich keine Korallen, aber jede Menge Fische. Die Dame zeigt, taucht auf, erklärt oder sagt uns, worauf wir achten sollen. Seeigel mit weißen Stacheln, Muränen, Kugelfische, kleine Seeschlangen und auch eine Schildkröte tauchen auf oder werden in ihrem Versteck beobachtet.

Nach ungefähr 30 Minuten gehen wir wieder an Land und laufen nur noch ein kleines Stück zum Bus. Dort bekommen wir was zu trinken und fahren weiter zu einer Hotelanlage die rechts vom Schiff liegt. Neben dem Eingang hängt eine Preisliste, was alles kostet. Die Dame geht wortlos vorbei und meint, dass wir nur schnorcheln gehen wollen, das wäre kostenlos. Hier sind mehr Korallen, aber es geht relativ schnell ins tiefe Wasser.

An manchen Stellen hat man das Gefühl man schwimmt in einem Aquarium. Es macht sich trotzdem bezahlt, dass wir T-Shirt angezogen haben und unsere Strandschuhe tragen. Auch hier bleiben wir ungefähr eine halbe Stunde im Wasser. Die Dame trägt einen Neoprenanzug und das zu Recht. Mit der Zeit wird es kalt und ab und zu wird man von einer Miniqualle gezwickt. Wir laufen danach noch etwas im Hafen entlang. Auch hier ist viel los, denn „Mein Schiff 5“ liegt mit uns im Hafen. Doch wir müssen schon wieder am frühen Nachmittag los, es geht weiter nach Grenada.

Es fing vor zwei bis drei Jahren an… meine Frau ist immer mit ihren Freunden für ein verlängertes Wochenende in den Winterurlaub gefahren und ich bin daheim geblieben, weil ich mir nichts aus Wintersport gemacht habe. Auf die Dauer sieht das auch doof aus, also entschloss ich mich die Alternative zum Joggen zu suchen: Langlauf.

Ich hatte noch einen Gutschein bei Globetrotter, wo es einen einfachen Berater zum Zusammenstellen von Ski und Bindung gibt und dann noch die passenden Skischuhe dazu – fertig. Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, wo mein Opa mit auf die Bretter gestellt hat. Dann wurde ein Lederriemen um die Hacken geschnallt und nach 10 Minuten war der Spaß schon wieder vorbei, weil das Leder sich durch den Schnee geweitet hat und nachgestellt werden musste.

Wie gesagt – die Skier warteten seit dem im Keller. Letztes Jahr waren wir im Urlaub, dass Jahr davor mitten in der Nachwuchsplanung. Als wir Anfang der Woche mitbekamen, dass eine große Kältewelle anrollt, schauten wir schon mal, was die Hotels kosten und wie die aktuelle Lage auf den Loipen ist. Als Ziele machten wir das Wintersportgebiet um den Ochsenkopf und Bodenmais im Bayrischen Wald aus. Wobei die Tendenz in Bodenmais wesentlich besser aussah. Eigentlich wollten wir die Entscheidung bis Donnerstag vertagen, aber da es schon am Mittwoch schneite und die Preise exponentiell mit der Schneehöhe stiegen, buchten wir ein Hotel.

Planung war: Abreise Freitag früh, ab Freitag Mittag auf der Piste, Schluss gegen 16 Uhr und dann ins Hotel (Sauna, Essen, Chillen). Den nächsten Tag wollten wir dann auf dem Rückweg bei St. Englmar stoppen und noch eine Runde drehen. Wir starteten so gegen 8 Uhr und auf dem Weg nach Süden fiel das Thermometer immer weiter nach unten. Tiefpunkt war -18,5°C, was unser Auto anzeigte. Wir waren so gegen 11 Uhr in Bretterschachten, wo die Langlaufloipe war. Wir schauten uns kurz um und mit beheizter Umkleidekabine, Schließfächern und einer kleinen Wirtschaft stand für mich fest, Kriszta lässt mich hier raus und fährt zur Abfahrt weiter.

Ich hatte im Vorfeld schon mal ein paar Übungsvideos zur klassischen Langlauftechnik angesehen und war skeptisch: So einfach sollte das sein? Ich probierte ein paar Mal das Abstoßen mit jedem Bein und dachte mir: Na dann kann es ja los gehen. Natürlich gibt es zwischen Theorie und Praxis himmelweiter Unterschiede. Man kann den klassischen Stil laufen, aber auch ganz gemütlich im Schlurfschritt dahinschlappen. So sprang ich in die Loipe und probierte erstmal die lange Gerade. Umgedreht und zurück. Ging gut, also warum nicht einfach mal auf die 4km-Strecke gehen. Schon am ersten Hügel kam ich in Schwierigkeiten. Ich stand mitten am Berg und rutschte rückwärts, was zum ersten Sturz führte. War aber eher witzig als schlimm. Nach einer Weile hatte ich den Dreh raus, dass ich nur kleine Schritte machen musste und schon ging es weiter vorwärts.

Zwischendurch hielt ich immer an, denn eigentlich wollte ich nur durch die Landschaft heizen, sondern auch ein bisschen die Winterlandschaft genießen. Immerhin ließ sich die Sonne gelegentlich blicken. Kurz vor 13 Uhr hatte ich meine Runde beendet und befeuchtete meine Kehle (alk.freies Weizen für 3 Euro – passt!) Danach ging es wieder raus und lief noch zwei – drei Mal hin und zurück, als Kriszta ihre Rückkehr ankündigte. So kam es dass wir schon kurz vor 15 Uhr im Hotel waren. Ich war platt von meinem ersten Lauf und wir schliefen kurz ein. Leider war es unangenehm, denn wir hatten ein Dachzimmer und das Dachfenster direkt über dem Bett. Bei -15°C draußen fiel die Kälte direkt ins Gesicht. Wir bekamen problemlos ein anderes Zimmer, gingen in die Sauna, genossen ein leckeres und üppiges Abendessen und schon 20.45 Uhr fielen uns die Augen zu.

Auch das Frühstück am nächsten Morgen ließ nichts zu wünschen übrig. Wir kehrten fix das Auto ab, packten die Sachen ein und fuhren Richtung St. Englmar. Dort hielten wir an der Loipe und schauten uns um. Leider keine Umkleide und auch leider keine Möglichkeit, Skier auszuleihen. Also fuhren wir weiter zum Abfahrtshang und liefen dort etwas umher. Es war beißend kalt (-15°) und deshalb beschlossen wir wieder heimzufahren. Ich muss zugeben, dass ich vom Vortag einen ziemlich zähen Muskelkater hatte. Da es in der Nacht bis auf -19°C kalt wurde, hatte sich auf dem Heimweg dann die Wischanlage endgültig verabschiedet. Zum Glück war die Autobahn trocken und wir kamen problemlos wieder zuhause an. Neugierig hatte mich das Wochenende schon gemacht. Aber wir waren uns einig – wir sollten uns auf eine Sportart einigen, entweder Abfahrt oder Langlauf, ansonsten wird es schnell langweilig.

Eine Kollegin hat mir tierisch was von Mauritius vorgeschwärmt – wie schön es da wäre und die Schildkröten und überhaupt. Das Einzige, was mir zu Mauritius einfällt, ist eine Briefmarke. Naja, mal sehen… Um 8 Uhr wollen wir uns mit Antje und Markus vor dem Schiff treffen, aber irgendwie haben wir so viel Gelassenheit, dass wir glatt zu spät kommen – sie aber auch. Und eigentlich sollten wir das Auto um 8 Uhr übernehmen, was aber auch später kommt. Wir haben ein winzig kleines Auto, wo gerade mal alles vier Leute gerade so reingehen.

Es ist wieder Linksverkehr angesagt. Unsere Route sieht vor, erstmal nach Süden an die Küste zu fahren. Danach zum Black River Gorges National Park und dann an der Westküste wieder zurück nach Port Louis. Es geht immer wieder leicht Berg auf, wobei der kleine Wagen mit vier Leuten ordentlich zu kämpfen hat. Auf dem Weg zur Südküste verfahren wir uns hier und da ein wenig, aber irgendwann haben wir es geschafft und schauen auf die riesigen Wellen, die ans Ufer rauschen. Es ist ziemlich windig an dem Tag, aber trotzdem angenehm warm. Ein bisschen machen uns die dunklen Wolken Sorgen, die immer über uns hinweg huschen.

Der Black River Gorges National Park ist jetzt nicht so umwerfend. Hier und da mal ein Wasserfall, ein weiter Rundblick ins Grüne, aber sonst reizt mich hier nichts. Spannender wird es, als wir uns Chamarel nähern. Dort gibt es zwei Attraktionen, die wirklich schön und empfehlenswert sind. Das wäre zum einen der Wasserfall, der sich in Mitten einer grünen Landschaft in eine Schlucht stürzt. Wenn man den Wasserfall sieht, sollte man nicht gleich in Versuchung kommen, den Auslöser zu drücken. Rechts neben dem Platz geht es ein paar lang gezogene Stufen nach oben und von dort aus hat man einen viel besseren Blick auf den Wasserfall.

Die zweite Touristenattraktion bei Chamarel ist die Siebenfarbige Erde. Siebenfarbig? Da gab es doch schon mal was – Humahuaca lässt grüßen! Nur hier läuft das Farbspektrum von ocker bis zu einem sehr dunklen violett. Touristisch sehr gut ausgebaut, kann man hier einmal um den freigelegten Platz herumlaufen und zu überhöhten Preisen im Café einen kleinen Snack zu sich nehmen. Wir liefen einmal herum, bemitleideten die Schildkröten, die auf einem kleinen Feld eingesperrt waren und gingen dann zum Auto zurück.

Wir hatten vereinbart, dass wir das Auto um 18 Uhr zurück bringen und hatten jetzt noch ein paar Stunden Zeit, die wir einfach nochmal am Strand liegen wollten. Um dahin zu kommen fuhren wir Richtung Flic en Flac, einmal um Le Mourne herum. Hier sahen wir Unmengen an Kite Surfern, welche die starke Brise nutzten. Ansonsten mussten wie feststellen, dass es zwei Killerkriterien gibt, die einem den Strand vermiesen können: 1. Wolken und 2. Ebbe. So kam es, dass wir zwar in Tamarin hielten, aber schulterzuckend weiter fuhren. Das sollte schön sein? Erst in Flic en Flac fanden wir einen schönen Strand, an dem noch die Sonne schien. Hier blieben wir bis 17 Uhr, um dann den Heimweg anzutreten. Unser Fehler war es, nicht die Hauptstraße zu nehmen, sondern an der Küste zurück fahren zu wollen. Stau ohne Ende. Der Tag begann mit Zu-Spät-Kommen und endete mit Zu-Spät-Kommen.

Im Anschluss folgte das übliche Packen – innerlich schwitzte ich, denn der Hinflug war schon verspätet. Wie wird es wohl werden, wenn wir zu spät in Frankfurt ankommen. Der letzte Zug nach Dresden ging 22.30 Uhr ab Leipzig. Dazu müssten wir den Zug 19 Uhr in Frankfurt erwischen. Und in Frankfurt haben wir schon ganz schlechte Erfahrungen gemacht, was das Gepäck betrifft. Wir haben durchaus schon 1,5 Stunden auf das Gepäck gewartet. Aber der Flug kam sogar etwas eher als erwartet in Frankfurt an, wir hatten keine Außenposition, sodass wir auch noch schnell beim Gepäckband waren und trotzdem… wir mussten warten. Aber es blieb noch genug Zeit Essen zu holen und in den Zug zu steigen. Und dann plötzlich… Zug wurde langsamer, Durchsage: Wir haben 20 Minuten Verspätung, wegen polizeilichen Ermittlungen auf dem Bahnhof Frankfurt. Super, wenn nur 10 Minuten zum Umsteigen in Leipzig bleiben. Komischerweise fuhren wir problemlos durch Frankfurt. Jetzt waren wir nur 10 Minuten zu spät. Während Kriszta schlief, checkte ich nochmal die Zugverbindungen nach Dresden. Okay, der Zug fuhr täglich 22.30 Uhr ab Leipzig, außer am 26.11. Mist, ist dass nicht heute?! Ich wagte ein Experiment – kann man ein Ticket kaufen? Ja, ging. Also was stimmte da nicht? Im Prinzip war es mir egal, als wir in Leipzig ankamen, in den Zug am Gleis gegenüber stiegen und in Ruhe nach Dresden zuckelten, um unsere Lieben wieder in die Arme / Pfoten zu nehmen.

Also laut Plan sollten wir um 15 Uhr in La Réunion ankommen. Tatsache war, dass am Vorabend im Bordheft stand, dass wir 13 Uhr einlaufen. Da würde auch erklären, warum das Schiff mit dieser irren Geschwindigkeit (19 Knoten) über den Ozean „rast“. Wir haben unsere Autoreservierung auf 16 Uhr gemacht und fragen uns in Gedanken, ob sie uns den Wagen schon eher geben. Auch hier hat Kriszta im Vorfeld alles durchrecherchiert und kam zu dem Ergebnis: Alle Autos in der Nähe des Hafen sind ausgebucht. Also suchten wir eine Autovermietung etwas weiter weg vom Hafen. Diesmal kamen wieder Theresia und Manuel mit.

Als wir den Hafen verließen, wurde uns schnell klar, dass es vielleicht doch gut war, dass wir das Auto auf 16 Uhr angemietet haben. Denn es war kein Taxi zu bekommen und es kam immer nur tröpfchenweise mal eins vorbei gefahren. Was war hier los? Als wir nach ca. einer Viertelstunde eins ergattert haben, wurde uns schnell klar, was hier ging – oder sollte ich sagen „nicht ging“? Kaum saßen wir im Taxi und fuhren wir 1km, standen wir im Stau. Also drehte der Fahrer rum und es ging wieder zurück. Als wir wieder am Hafen vorbei kamen, hatten wir ca. 8 Euro verbraten, ohne nur einen Meter vorwärts gekommen zu sein. Aber er navigierte uns durch schmale Straßen und dann waren wir endlich an der Autovermietung. Wir gaben unsere Autoreservierung ab und die junge Frau fing an, am Rechner herumzutippern. Aber nach etlichen Versuchen brachte sie es nicht zustande unsere Reservierung aufzurufen. Sie telefonierte kurz, blätterte geschäftig in den Akten – nicht dass wir im falschen Tag einsortiert waren. Sie sprach leider nur französisch, aber auch ohne ein Wort zu verstehen, war die Theatralik sehr eindeutig. Hier war jemand verzweifelt und stand kurz vorm Nervenzusammenbruch. Zwischendurch drückte sie immer mal auf ihrem Smartphone rum und legte es gleich wieder hin. Nicht, dass es irgendwas gebrachte hätte, aber die Frau verstrahlte Panik. Zu ihrer Erlösung kam wenig später ihre Kollegin, erklärte uns fix auf Englisch, dass sie unsere Reservierung leider nicht finden, aber sie schicken einen Wagen vom Flughafen, wir sollen uns eine halbe Stunde gedulden. Ja, es war wirklich gleich 16 Uhr, als sie uns sagte, dass das Auto nicht rechtzeitig kommt, weil der Verkehr so heftig ist. Aber sie könnten uns einen geben, der grad da ist – die Verkleidung vom linken Rückspiegel fehlt, die linke Seite ist komplett verschrammt, aber ansonsten ist das Auto top. Mir war egal, ich fahre auch verbeulte Autos.

Wir wollen Richtung Süden zum Vulkan fahren und fragen an, wenn wir im Herzen der Insel sind, ob wir südlich zurück fahren sollen oder im Norden über Saint Denis. Eigentlich würden wir ja gerne die nördliche Route nehmen. Die Frau meint – wenn wir 16 Uhr zurück sein wollen, müssen wir wegen dem Stau zwischen 13 und 13.30 Uhr losfahren. 3 Stunden? Und wenn wir über den Süden kommen – dann auch 3 Stunden. Na gut, also los. Wir klappern ein paar Strände Richtung Süden ab, aber das Wetter wird immer grauer, in Richtung Regen gehend. Also fahren wir nach Le Tampon, um unsere Unterkunft vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Wir haben unsere Unterkunft schon, aber die anderen beiden müssen noch versorgt werden. Als wir ankommen, stellt sich heraus – alles belegt. Die Dame ist aber so nett und telefoniert herum. Schließlich finden wir was, aber nur wenn wir versprechen innerhalb von 15 Minuten da zu sein… 7 Kilometer… Serpentinen… die Straßen im dichten Nebel… bei Dunkelheit. Challenge accepted! Wir düsen los und liefern die beiden erfolgreich ab. Es gefällt uns, sodass wir die beiden fast etwas beneiden. Es ist ein Steakhouse mit Unterkünften. Auf dem Rückweg sind die Nebelschwaden weg und es ist einfacher. Unser Abendessen – gerade wegen meiner Magenverstimmung – fällt auf das altbewährte Heilmittel: Cola und Chips zurück und damit sehr spartanisch aus.

Als wir am nächsten Morgen aufstehen, scheint die Sonne und wir sind schon fast die letzten beim Frühstück. Ich habe ganz schlecht geschlafen, die Kissen zu hoch, erst zu warm, dann zu kalt und auch noch das Bett zu kurz. Kriszta hat auch leichte Probleme beim Frühstück – es gibt nur Toast mit Marmelade oder Cornflakes/Müsli mit Milch. Überhaupt nicht Paleo. Aber sie ist gut vorbereitet. Schnell sind wir auf dem Weg zu den anderen beiden, die glücklicherweise in der Nähe zur Abzweigung zum Vulkan untergebracht sind. Es ist ein ganzes Stück zu fahren und es sind viele Wanderer unterwegs. Wir wollen aber nur mal schauen. Es ist strahlend blauer Himmel hier oben und die Aussicht ist phantastisch. Wir müssen uns aber beeilen, denn die Wolken fangen schon an auf das Plateau zu kriechen. Wir fahren die Schotterpiste bis zum Krater und laufen ein kleines Stück. Wir haben genau die richtige Zeit erwischt, nach uns tauchen wir schon in die Wolken ein. Weiter geht es Richtung Salazie. 1000 Serpentinen später sind wir da. Es ist atemberaubend. Wie Lofoten nur die Berge mit irre viel grün bewachsen. Mittags sind wir in einem Dorf namens Hell Bourge, dass zu den 100 schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Schön gemachte kreolische Häuser zieren die Straße und locken Unmengen an Touristen (auch in Bussen) an.

Wir erinnern uns: 13 Uhr Rückfahrt antreten, sonst könnten wir zu spät da sein. Natürlich kommen wir in keinen Stau und fahren 14.30 Uhr wieder am Schiff vorbei. Wir überlegen uns, dass wir noch genügend Zeit für einen kleinen Ausflug bleibt und fahren zum Cap Noir. Hier möchte ich mal bei besserem Wetter sein. Der Wahnsinn – ganz weit unten, tief im Tal, schlängelt sich ein Bach entlang. Die großen Berge im Hintergrund mit ihren über 2.000 Metern bleiben uns verborgen. Aber trotzdem hat es sich gelohnt. Wir geben das Auto ab, werden mit dem Taxi zurück zum Schiff gebracht und dann geht es zur letzten Etappe – zurück nach Mauritius.

Um unsere weiter Reise beschreiben zu können, muss ich etwas zurückspulen. Schon vor der Reise hatte Kriszta ihre Mühe, Reiseveranstalter auf Madagaskar zu finden, die Ausflüge anbieten. Aber die wenigen, die antworteten, gaben an – Ausflug ja, aber je mehr mitkommen, desto günstiger wird es für euch. Challenge accepted!

Wir sprachen diverse Leute bzw. Pärchen an, von denen wir dachten, sie würden gut zu unseren Ausflügen passen. Manche wären gerne mitgekommen, hatten aber schon im Vorfeld ihre Ausflüge gebucht, bei anderen spürte man schon fast eine hochnäsige Ablehnung. Letztendlich hatten wir zwei Pärchen gefunden, die uns auf den ersten Ausflug auf Nosy Be begleiteten und im weiteren Verlauf der Reise immer wieder mit von der Partie waren.

Nosy Be ist eine Insel im Nordwesten Madagaskars. Hier gibt es keinen Hafen, der groß genug wäre, um anzulegen. Deswegen ging die neoRomantica vor Anker und wir tenderten. Wer noch nie auf Kreuzfahrt war – tendern heißt, dass man ein Boot besteigt und mit dem an Land gebracht wird. Und wenn man bedenkt, dass 1.800 Passagiere an Bord sind und auf ein Boot ca. 40 Leute passen, kann man sich vorstellen, warum die Tickets vorher ausgelost werden. Wir hatten Glück, dass Theresia schon eine Viertelstunde vor der Ticketverteilung vor Ort war, denn die Crew fand es wohl witzig eher anzufangen. So konnten wir noch Tickets für die Gruppe 6 ergattern.

Am Morgen als wir in Nosy Be ankamen wurden erstmal die Touren an Land gebracht, die einen Ausflug mit Costa gebucht hatten. Endlich gegen 9 Uhr waren wir dran. Draußen wartete schon ein Guide mit unseren Namen drauf und wir sagten ihm, dass wir erstmal Geld benötigen. Wir wurden durch die Stadt geführt und als wir Geld abhoben (immer nur ein Pärchen – polizeilich geregelt) kam ein Typ mit einem Lemuren, stellte sich neben und schon hopste der Lemur auf mich rüber. Ich fing an Panik vorzutäuschen, denn wenn man sich freut, will der Typ Geld und damit würden noch mehr Typen anfangen, Lemuren zu fangen und unter widrigen Bedingungen zu halten. Insgeheim freute ich mich aber, denn er Lemur hatte ganz weiche Pfötchen, die ich in meinem Nacken spürte. Nachdem wir alle mit Geld versorgt waren, gingen wir wieder in den Hafen und bestiegen unser Boot, dass uns zu Nosy Tanikely brachte, einem Nationalpark, für den man Eintritt zahlen muss. Der Nationalpark ist eher unter dem Wasser, denn schon weniger Meter hinter dem Ufer beginnt ein Reich, üppig voller bunter kleiner und großer Fische. Dort schnorchelten wir ca. eine Stunde, wanderten dann noch auf den Leuchtturm und dann ging es nach Nosy Komba.

Da wir etwas später dran waren, wie die Costa-Tour, gingen wir erstmal Mittagessen. Wir waren sechs plus unser Guide und uns wurde der Tisch vollgestellt. Shrimps / Krabben / Octopus in Tomatensauce, gegrillter Fisch, Grillspieße vom Zebu, Kokosreis, Pommes und Salat wurden aufgefahren. Wir probierten uns durch und danach machten wir eine kleine Wanderung zu den Lemuren. Wir hatten Pech, denn die Costa-Tour war vor uns dort und deshalb die Lemuren – die mit Bananen gelockt werden – schon satt waren und keine Lust mehr hatten. Erst als wir tief im Wald waren, konnte Theresia einen anlocken. Tief im Wald heißt viele Mücken. Wir hatten uns zwar ordentlich eingeschmiert, aber ich wurde trotzdem gnadenlos zusammengestochen. Wir sehen auch Chamäleons, Schlangen und Schildkröten, wobei die ersten beiden doch eher gehalten werden, damit die Touris was zum Schauen haben und wie ich später gelesen habe, ist die Population von Lemuren auf Nosy Komba nicht so üppig. Danach war die Tour schon vorüber und wir fahren zurück zum Schiff.

Tag zwei auf Madagaskar – unser Schiff hat uns über Nacht nach Diego Suarez gebracht. Auch hier haben wir eine Tour angefragt, man zeigte sich etwas unwillig, Teile von mehreren Touren zu einer neuen Tour zu kombinieren. Wir treffen uns mit Theresia und Manuel vor dem Schiff und es regnet in Strömen. Zeit genug, um die Touristeninformation vor Ort nach unseren Wünschen zu befragen. Hier zeigt man sich bereitwillig und wir bekommen einen Fahrer zugewiesen. Inzwischen hat der Schauer aufgehört und wir laufen zum Jeep. Die Tour beginnt damit, dass der Fahrer beim Gedränge in den engen Straßen sich die Verkleidung vom Radkasten an der Stoßstange eines anderen Autos abreißt. Erste Station ist der Sugarloaf Hill. Hier wird auch etlicher Müll am Straßenrand abgeladen, es stinkt furchtbar und das Gegenlicht macht das Erlebnis auch nicht gerade besser.

Wir halten hier und dort mal an, um Fotos zu machen. Es gestaltet sich etwas schwierig, denn unser Fahrer spricht wirklich nur französisch. Die Fahrt zu den drei Buchten dauert in etwa eine Stunde. Die erste Bucht ist… nun ja, eine Bucht. Aber hier möchte ich weder baden, noch schnorcheln. Also fahren wir schnell weiter. Bucht Nummer 3 ist das eigentliche Highlight. Weiter, weißer Strand, türkisfarbenes Wasser und bunte Tücher, die im Wind flattern. Wir suchen uns einen halbschattigen Platz und laufen dann etwas herum, denn dank der schlechten Kommunikation mit unserem Fahrer müssen wir herausfinden, dass man ein Stück an Bucht #3 entlang laufen muss, um zu Bucht #2 zu kommen. Hier ist es ziemlich windig, es sieht zwar schön, aber sehr rau aus (viele scharfkantige Korallen ragen aus dem Wasser).

Wir legen uns gemütlich hin, gehen ins Wasser, es ist herrlich. Ankommende Verkäufer verscheuchen wir. Als dann die Costa-Touren ankommen, passiert etwas, bei dem mir die Worte fehlen. Als wieder eine Verkäuferin ihre Tücher anpreist, zeigt meine Frau Interesse und im Handumdrehen stehen 7 oder 8 Verkäuferinnen um uns herum und wedeln mit ihren Tüchern. Und jede versucht näher an Kriszta heranzukommen, bis sie mitten auf unserer Decke stehen und wir außer Tüchern nichts mehr sehen. Sämtliche Zeichen von Desinteresse werden ignoriert und erst als Kriszta ein Tuch kauft, verschwindet die Ansammlung so schnell wie sie entstanden ist.

Wir bleiben noch bis 14 Uhr, dann bringt uns unser Fahrer in das Fischerdorf Ramena. Hier gibt es eigentlich nichts – nur Gaststätten und wieder Tücher. Auf der Rückfahrt halten wir nochmal am Aussichtspunkt zum Sugarloaf Hill. Das Licht ist am Nachmittag besser, aber der Gestank bleibt. Als wir wieder auf dem Schiff sind, treffen wir das andere Pärchen vom Vortag, die sich etwas enttäuscht zeigen, dass wir sie nicht mitgenommen haben. Kein Problem, wir haben ja noch einige Tage vor uns.

Zwischen Diego Suarez und Tamatave (lokal Toamasina) liegt ein Seetag. Wir machen wieder bei einem Reisequiz mit und müssen uns beim Würfeln um Platz 1 geschlagen geben. Irgendwas bereitet meinem Magen Probleme und ich versuche es mit Kohletabletten und Tanacomp unter Kontrolle zu bekommen. Manuel hat es auch erwischt und wie wir wenig später erfahren, hat es wohl einige erwischt, die den Ausflug auf Nosy Be gemacht haben. Was es genau ist, erfahren wir nicht. Zumindest gibt es keine offizielle Meldung vom Schiff.

Tamatave ist eine Stadt mit 2 Millionen Einwohnern. Hier haben wir wieder eine Tour gebucht. Manu und TT bleiben auf dem Schiff und Antje und Markus begleiten uns. Erstmal werden wir aus dem Hafen gefahren, dann in einen Kleinbus umgeladen und zum Kanal gebracht. Der Kanal wurde dazu gebaut, um die Stadt mit den dörflichen Gebieten der Umgebung zu verbinden – zum Austauch von Waren. Im ersten Stück ist der Kanal noch widerlich grün und ohne Leben, später sieht man Einheimische darin baden, Geschirr abwaschen, fischen und Wäsche waschen. Unsere Tour führt ins in ein Dorf, dass extra für Touristen hergerichtet wurde. Wir schauen uns um, es ist traurig, aber auch interessant. Auf kleinstem Raum sind hier ganze Familien in Strohhütten zusammengepfercht. Wir sehen Mädchen im Alter von 14/15 Jahren mit ihrem ersten Kind – der Vater ist längst über alle Berge.

Unser Guide ist weiblich und spricht gut englisch. Von ihr erfahren wir einiges über Land und Leben. Sie besorgt uns Litschis frisch vom Baum und danach geht es wieder zurück in die Stadt. Wir werden noch zu einem Markt gebracht. Schnell wird uns klar – es ist ein Markt nur für Touristen. Am Eingang stehen Wachen und die passen genau auf, wer rein darf und wer nicht. Viele Bettler stehen rings herum. Ich habe im Vorfeld nachgeschaut und herausgefunden, dass Madagaskar eines der führenden Länder in der Kaffeeproduktion ist. Also frage ich im Markt nach. Man bietet uns ein Päckchen von 100g für 15.000 Ariary (4,20 Euro) an. Wir müssen schon fast lachen, so unverschämt ist der Preis. Der Preis durch unser Desinteresse auf 7.000 Ariary. Wir nehmen eins, fragen aber bei unserer Führerin nach, ob es nicht noch wo anders Kaffee gibt. Wir werden zu einem Supermarkt gebracht. Hier kostet dann plötzlich ein ordentlich verpacktes Päckchen von 250g nur noch 4.700 Ariary (1,35 Euro). Wir schlagen zu und werden zurück zum Schiff gefahren.

Die Seychellen – schon der Name lässt einem Bilder von weißen Stränden mit Palmen, türkisfarbenem Wasser und azurblauem Himmel vor dem inneren Auge emporsteigen. Und nun sind wir hier. Man sollte zwei Sachen über die Seychellen wissen – 1. Regenzeit für das Gebiet ist von Dezember bis März und 2. preiswert geht auf den Seychellen nicht. Wir haben im Nachhinein nochmal recherchiert, was die Unterkünfte kosten, wo wir für einen Moment am Strand lagen – irgendwas 1.800 Euro aufwärts die Woche. Auf der einen Seite ist es gut, weil sich die Insel damit Massentourismus erspart hat, aber auf der anderen Seite sind es unrealistische Preise.

Unser Aufenthalt auf den Seychellen betrug 2,5 Tage. Unsere Planung war im Vorfeld ungewiss – sollten wir den Schiffsausflug nach Praslin und La Digue buchen? La Digue ist die Trauminsel – wenn man ein Bild von den Seychellen sieht, mit den rund geschliffenen Felsen an weißem Strand, das ist La Digue. Kriszta hatte viele Berichte gefunden, die besagten, dass Touren auf den Seychellen abgesagt wurden, weil das Schiff wegen Seegang nicht anlegen konnte. Außerdem kamen wir in Richtung Regenzeit, d.h. was nützt uns der Ausflug auf eine schöne Insel, wenn es vielleicht regnet. Dazu kommt ein Preis von über 200 Euro pro Person. Also planten wir defensiv. Schnorcheltour am ersten Tag, Mietwagen am zweiten Tag und Strandbesuch am dritten (halben) Tag. Natürlich hatte meine Frau schon recherchiert, welche Schnorchel-Tour man machen kann und war mit den Inhabern schon Kontakt getreten. Es folgte eine ziemlich ungenaue Wegbeschreibung im Sinne von „… es gibt nur einen Hafen …“.

Wir waren schon früh aufgestanden, um das Schiff beim Einlaufen zu beobachten und natürlich um einen vorsichtigen Blick auf das Wetter zu werfen, nachdem es gestern den ganzen Tag geregnet hat. Dichte Wolken kuschelten sich schon am frühen Morgen an die Berge. Nach dem Frühstück laufen wir in Richtung Stadt los. Es ist schwül und die Sonne schaut immer wieder zwischen den Wolken durch. Nachdem man aus dem Hafen raus ist und dann der großen Hauptstraße nach links folgt, kommt relativ schnell zur Marina. Ein Blick auf die Liste lässt uns schnell erkennen, dass hier jeder ein Boot mit Glasboden hat. Da die Tour erst 10 Uhr startet, haben wir noch eine Stunde Zeit, um die Stadt zu erkunden. Wir kaufen Postkarten, laufen etwas herum, aber es gibt nicht besonderes zu sehen. Wir machen uns über die Costa-Tour lustig, welche die Straße extra überquert, um eine kleine, unscheinbare und nicht besonders schöne Plastik auf einem Podest zu bestauen und zu fotografieren. Zusammen mit einem amerikanischen, einem anderen deutschen und einem einheimischen Paar mit Kind besteigen wir das Boot und fahren los Richtung St. Anna Nationalpark. Während der Fahrt beginnt es zu regnen. An der Stelle, wo die kleinen Boote halten, drängelt sich unser großes Boot dazwischen und unser Captain wird von den anderen gebeten, seinen Kahn wo anders zu parken. Also landen wir mitten in einem Tanggürtel, der von der Strömung an eine Insel herangespült wurde. Offensichtlich sollen wir hier schnorcheln.

Es ist ganz schön, aber nicht spektakulär, da das Licht durch die fehlende Sonne und den Tang fehlt. Ich nehme die GoPro mit unter Wasser, aber wir sind uns bei dem Schnorchelausflug noch nicht einig. Wir schnorcheln ca. eine halbe Stunde. Als ich aus dem Wasser komme, schneide ich meinen Fuß am Boot auf. Natürlich nicht ein tiefer Schnitt, sondern so einer, der nicht tief genug ist, dass es blutet, aber ausreichend tief, damit es richtig fies weh tut. Wir werden auf einer kleinen Insel abgesetzt, auf der wir 1,5 Stunden Zeit haben herumzulaufen, zu sonnen o.ä. In der Zwischenzeit fährt unsere Besatzung auf die gegenüberliegende Insel und macht das Barbecue fertig. Es ist Mittagszeit und das Angebot an Schatten gegen die immer wieder auftauchende Sonne ist minimal. Wir werden dann mit einem Schlauchboot abgeholt und auf die andere Insel gebracht. Es gibt Salat, getoastetes Baguette und gegrilltes Hähnchen, Fisch und Würstchen. Schmeckt lecker. Nach der Mittagspause haben wir noch Zeit die Insel zu erkunden. Eintritt kostet 10 Euro pro Person, wir lehnen dankend ab. Selbst die Toilette lassen sie sich hier was kosten, während wir als Mückenfutter dienen.

Es kommt ein Punkt, der mich überrascht. Bei allen bisher gebuchten Touren wird sich strikt an den Plan gehalten, auch wenn alle nur dasitzen und rumgammeln. Hier beschließt unsere Besatzung, dass wir nochmal rausfahren und schnorcheln / baden gehen können. Ich springe nicht nochmal ins Wasser, am Fuß zwickt es ordentlich. Wir sehen im Glasboden einen Rochen vorbei schwimmen. Danach geht es zurück zum Hafen. Wir sind uns einig, dass 90 Euro für den Ausflug ziemlich überteuert sind und wir bereuen, dass wir nicht auf ein kleines Boot gegangen sind, denn die haben im flachen Wasser gehalten und da konnte man besser schnorcheln. Nach dem Ausflug gehen wir nochmal in die Stadt und finden ein kleines Café, wo wir uns reinsetzen. Ich pflege am Abend meinen Fuß, damit der schnell verheilt. Außerdem frage ich wegen meinem Reisepass an der Rezeption, denn für Mietwagen muss man sich irgendwie ausweisen. Ich soll am nächsten Tag um 8 Uhr wieder an der Rezeption sein…

Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und gehen an die Rezeption. Es ist 8 Uhr. Auf meine Frage nach dem Pass heißt es – die Frau ist grad nicht da, ich soll es nochmal um 8.30 Uhr probieren. Daraufhin entgegne ich, dass wir um 8.30 Uhr das Auto übernehmen und ich da den Pass schon haben müsste und das Schiff verlassen haben will. Es entsteht hektisches Treiben, die Dame von der Rezeption verschwindet für 10 Minuten. Danach kommt sie wieder und ignoriert mich. Ich schicke Kriszta schon mal zur Autoübernahme und warte weiter. Zum Glück bin ich nicht der Einzige. Punkt 8.30 Uhr taucht eine Dame mit den Pässen auf und ich flitze raus. Es ist schon alles erledigt, ich muss nur noch unterzeichnen und los geht die Fahrt.

Wir fahren von Strand zu Strand, schauen uns um, haben von Regen bis Sonnenschein alles dabei. Wir sehen viele Unterkünfte, die man als Selbstversorger anmieten kann und wir fragen uns, wie das funktionieren soll, denn so richtige Läden haben wir nicht gesehen. Als sich die Mittagszeit nähert, sehen wir einen Obststand mit einem großen Fairtrade-Logo am Straßenrand. Wir fragen nach 4 Bananen und werden ausgelacht. Der Mann gibt uns 6 Stück und will kein Geld dafür. Als wir anfangen ihm doch Geld geben zu wollen, legt er noch eine Papaya drauf und will immer noch nichts haben. Wir sind etwas verlegen wegen so viel Freundlichkeit und kaufen ein Päckchen mit Masala-Gewürzmischung. Als sich der Abend nähert sehen wir immer wieder Flughunde, ähnlich wie wir sie schon auf Sri Lanka gesehen haben.

Mit der Autovermietung hat meine Frau vereinbart, dass wir den Wagen im Hafen parken und am nächsten Morgen um 8 Uhr wieder abgeben. Wie ich schon erwartet habe, dürfen wir natürlich nicht mit dem Mietwagen auf das Hafengelände fahren und müssen den Parkplatz vor dem Hafen nutzen. Am nächsten Morgen sind wir um 8 Uhr am Auto – der Mietwagenmensch fehlt. Kriszta erkennt einen Taxifahrer vom Vortag wieder und fragt, was wir machen sollen. Er ist so freundlich und ruft die Zentrale an. Wir sollen den Autoschlüssel unter die Fußmatte beim Fahrer legen und gehen – das wäre hier so üblich. Ehrlich jetzt? Einen Mietwagen offen stehen lassen, auf einem Parkplatz wo jeder hinkommt? Wir rufen die Nummer auf dem Vermietungsbescheid an. Der Mietwagenmensch meint, er fährt jetzt los und ist in einer halben Stunde da. So lange wollten wir jetzt nicht warten, was dann? Na legt doch den Autoschlüssel unter die Fußmatte beim Fahrer und geht! Wir warten noch 5 Minuten, tun wie gesagt und verschwinden.

Wir laufen zum Busbahnhof, der uns für umgerechnet 50 Cent zum Strand Beau Vallon bringt. Hier liegen wir bis kurz vorm Mittag – gerade rechtzeitig, denn die ersten dunklen Wolken ziehen wieder über uns hinweg. Mittag werden die Anker gelichtet und unsere Reise geht weiter nach Madagaskar. Dazu bleiben wir 1,5 Tage auf See. Wir sonnen uns viel, nur um die Mittagszeit verkriechen wir uns zum Lesen bzw. ich gehe zum späten Nachmittag joggen.

Die erste Kältewelle ist nun über Deutschland hinweggerollt – Grund genug, die Koffer zu packen und sich gen Süden zu verziehen. Ein günstiges Angebot von Costa verschlug uns in den Indischen Ozean. Zu den Zielen gehörten die Seychellen, 3 Häfen auf Madagaskar, La Réunion und Mauritius. Kriszta recherchierte im Vorfeld (wie immer) sehr gründlich. Nicht zuletzt, weil die Landtouren der Kreuzfahrtschiffe unglaublich teuer sind. Es gab mehrere Hürden zu meistern – dazu gehörten die Mietwagen, die oft schon ausgebucht waren (La Réunion), schlecht oder schwer zu findende Touranbieter (Madagaskar) usw. Unser Abenteuer begann diesmal an einem Donnerstag Abend – wir fuhren nach Dresden, um unseren kleinen wuscheligen Freund in die sorgenden Hände meiner Mutti zu geben.

Den nächsten Morgen ging es schon eine Stunde eher los wie geplant, schließlich sollte es über Nacht schneien und wir wollten den Flug nicht wegen Schneeverwehungen oder Ähnlichem verpassen. Der Zug war pünktlich, geschneit hatte es natürlich nicht und so waren wir viel zeitiger in Frankfurt. Auf dem Weg zu Terminal C wurden wir von einer Frau mit Costa-Schild abgefangen. Unsere Kreuzfahrt + Flug gebuchte Reise stellte sich als der von Costa angebotene Flug heraus. Die Mitarbeiterin entschuldigte sich – leider wäre der Flug nicht komplett über Costa gechartert, sodass unser Gepäck nicht automatisch zum Schiff gebracht wird und wir es leider selbst am Flughafen in Empfang nehmen müssen. Wir schauten uns erstaunt an – aha, sowas gibt es? Kurze Zeit später wurde der Flug mit 30 Minuten Verspätung angezeigt. Naja, stört ja nicht – wir kommen morgens an und das Schiff fährt erst am Abend. Kein Grund zur Panik.

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Als wir am Gate warteten schauten wir uns das Publikum an – gab es Kandidaten, die wir evtl. zu einem Tagesausflug überreden könnten? Als die halbe Stunde Verspätung sich ihrem Ende näherte, kam die nächste Durchsage – weitere 30 Minuten Verzögerung. Wir stöhnten. Keine fünf Minuten später fuhr der Bus vor und das Boarding begann. Als wir dann starteten versprach der Kapitän, dass er den Rückstand so weit wie möglich aufholen will. Der Nachteil eines gecharterten Fluges ist, dass man nicht selbst einchecken kann. So hat man keine Möglichkeit anzugeben, dass man glutenfreies Menü essen möchte. Die Flugbegleiterin zeigte sich sehr verständnisvoll und holte ein Menü von der Business-Class, welches übrig war. Funktionierte auf den Rückflug genauso gut. Condor-Flug heißt: Bezahle für deine Unterhaltung selbst. Wir bezahlten für einen Platz und wechselten uns mit Schlafen / Film schauen ab.

Wir waren am Morgen richtig platt, als wir in Mauritius landeten. Wir nahmen unsere Koffer auf, rollten mit ihnen raus und übergaben sie an das Personal, welches sie in einen Laster verfrachtete. Wir wurden einem Bus zugewiesen, der uns quer über die Insel zum Schiff brachte. In der Zwischenzeit wurden wir mit Fakten über Land und Leute unterrichtet. Nach 11 Stunden Flug und gefühlter Schlafenszeit von ca. 1-2 Stunden war meine Aufnahmerate knapp über Null. Bei Costa läuft der Checkin anders, wie auf anderen Schiffen. Hier betritt man das Schiff, wird fotografiert und darf dann gleich auf die Kabine, ohne großen Papierkram. Dort liegen die Ausweiskarten bereit, die man dann zum Kommen und Verlassen des Schiffes benötigt. Dann nahmen wir die Costa neoRomantica näher unter die Lupe. Erstes Ziel: Frühstück. Gerüchten zufolge soll das Essen auf der Costa ja ganz furchtbar sein. Da wir schon ein mangelndes Angebot von MSC kannten, waren wir auf das Schlimmste vorbereitet. Tatsache war: Weißbrot, Toastbrot, Schwarzbrot, süße Teilchen, Obst, Obstsalat, Rührei (mit und ohne Tomaten), Omelette (mit und ohne Schinken), Butter, Wurst, Käse, Marmelade, Honig, Tee, Kaffee. Erste angenehme Überraschung!

Unglücklicherweise hatten wir die Tasche mit den kurzen Sachen auch mit zum Gepäck gegeben, sodass wir erstmal auf dem Schiff blieben. Ab 14 Uhr sollte das Gepäck aufs Zimmer kommen. Also suchten wir uns eine ruhige Ecke und wurden mit Disco Tango Bar fündig. Dort kuschelten wir uns in eine der großen Ledercouches und lasen (und schliefen dabei auch ein). Als es Zeit für Mittagessen war, gingen wir wieder zum Büffet und hier das gleiche wie zum Frühstück: Ausreichend und für alle Geschmäcker was dabei. Nach dem Mittag trudelt dann so langsam das Gepäck ein, unsere Tasche lässt noch etwas auf sich warten, doch dann haben wir alles und gehen in die Stadt (Port Louis). Um dort hinzukommen, kann man zwei Wege wählen – lang und staubig um die gesamte Bucht herum oder für 2 Euro pro Person mit einem Boot übersetzen. Wir wählen letztere Version. Wir laufen etwas herum, schauen uns den lokalen Markt an. Kriszta probiert ein paar lokale Köstlichkeiten. Als es leicht beginnt zu nieseln, kehren wir zum Schiff zurück und verziehen uns wieder in unsere Ledersofa-Kuschelecke und lesen.

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Es folgt das Abendessen. Wir gehen diesmal nicht zum Büffet, sondern ins Restaurant. Dort erwartet uns die erste negative Überraschung. Es gibt kein Tafelwasser? Einfach nur Wasser kostet Geld? Nach kurzer Überlegung nehmen wir ein Wasserpaket (14 Flaschen für 36 Euro), dann können wir den Rest immer mit auf die Tagesausflüge mitnehmen. Nachdem wir bestellt haben, warten wir auf unsere Vorspeise – eine halbe Stunde! Das Essensystem ist stark an die italienische Küche ausgerichtet (Vorspeise, erste Hauptspeise (vorzugsweise Nudeln), zweite Hauptspeise, Nachspeise) und die Pausen zwischen den Gängen ziehen sich lang hin. Die Frage meiner Frau nach glutenfreier Küche wird damit beantwortet, dass es eine Ecke im Restaurant gibt, die für spezielle Ernährung gedacht ist. Nur leider sind wir da nicht. Nach zwei Stunden sind wir fertig, schnappen unsere Bücher und verschwinden wieder zu unserer Ledercouch.

Es folgen zwei Tage auf See. Wir liegen vormittags kurz (ca. 1,5 Stunden) in der Sonne (eingecremt mit Faktor 30!) und merken am Nachmittag, dass wir (besonders ich) ordentlich verbrannt sind. Ich entdecke beim Mittagsbüffet eine große Auswahl an indischen Speise und probiere ausgiebig. Wir haben mittlerweile die Ledercouch in der Disco Tango zu unserem Stammplatz erkoren. Abendessen probieren wir diesmal in der glutenfreien Ecke. Kriszta bekommt eine spezielle Karte, worauf einige Gerichte der normalen Karte stehen, die aber speziell zubereitet werden. Zudem geht es auch wesentlich schneller als an den anderen Tischen. Den zweiten Seetag regnet es durchgehend. Alle Passagiere verkrümeln sich unter Deck und unsere geliebte Ledercouch wird uns abspenstig gemacht, also machen wir uns es an einem Fensterplatz in der Grand Bar Piazza Italia gemütlich. Es regnet und regnet – wie soll nur das Wetter auf den Seychellen aussehen?