Am Donnerstag Abend hatte ich schon alle notwendigen Sachen bereitgelegt, um am Freitag gleich nach Arbeit aufbrechen zu können. Und schon konnte es kurz nach 17 Uhr losgehen. Die Autobahn war frei und ich kam nach mehreren Zwischenstops kurz nach 22 Uhr bei Martina und Dirk an. Etwas bedrückend war an der Stelle, dass man im Pott sich beim Autobahndesign keine Zeit genommen hat, um auch mal an den Transitverkehr zu denken. So mußte ich knapp 100km nervös auf meinem Sitz hin- und her rutschen, bis ich endlich mal eine Raststätte fand.

museumsnach2008 kitWir setzten uns noch etwas zusammen, schwatzten eine Runde, probierten Lakritzschnaps (ist nicht mein Ding), gingen schon mal grob durch, wohin uns die Museumtour führen sollte und fielen dann in die Betten. Nach einem gemütlichen Frühstück suchten wir erstmal einen Optiker, der meine neue Brille richten mußte, da die Pads sich ziemlich aggressiv in die Nase bohrten. Jetzt sitzt die Brille auf weichen Silikonpads und macht keinerlei Ärger mehr.

Am Nachmittag ging es dann nach Moers, da ich meine CD-Sammlung um die neue Portishead erweitern wollte. Leider war die nicht zu haben und wie ich später feststellen mußte, war ich auch eine Woche zu früh dran. Also zog ich mit leeren Händen von dannen. Aus Enttäuschung über diese Nachricht stürzte mein Blutdruck erstmal ins Bodenlose. Ein Eis päppelte mich erstmal wieder ein bißchen auf und dem folgte nach der Heimfahrt noch Martinas selbst gebackener Rhabarberkuchen. Missmutig sahen wir, wie es inzwischen draußen begann, zu regnen. Wir sprachen trotzdem alle Museen ab, die wir besuchen wollten und fuhren nach dem Abendbrot los.

Der Parkplatz war im Vergleich zum Vorjahr regelrecht leer und wir begannen unsere Runde. Trotz des leichten Regens strebten wir das erste Ziel unserer Runde zu Fuß an. Nicht ohne uns gründlich zu verlaufen. Und dann war auch noch unser Ziel – das Institut Français – ein gründlicher Reinfall. Also nahmen wir den nächsten Bus zu KIT (Kunst im Tunnel). Dort hatte sich schon eine kleine Schlange gebildet, die aber schnell vorwärts rückte. Während des Wartens hörte ich von Leuten hinter uns, die bemerkten, die Ausstellung wäre „hurzmäßig“. Nachdem wir etliche Stufen nach unten gingen, wurden wir gerade noch Zeuge vom Ende der Führung, bei der die Vortragende die letzten beiden Skulpturen erläuterte, die auf den ersten Blick wie wild zusammengeschusterte Gipsplatten aussahen. Aber der Künstler hatte sich etwas dabei gedacht, auch wenn es von vielen mit einem Lächeln quittiert wurde. Fotografisch war es allemal interessant, weil sich viele schöne Perspektiven boten.

museumsnach2008 duDie nächste Station war das Filmmuseum. Sehr schön gemacht, mit einer Big Band + Sängerin, die Filmmusiken nachspielten und einer riesigen Ausstellung. Leider war das Filmmuseum hoffnungslos überlaufen und angesichts der Größe verloren wir uns aus den Augen. Und zu allem Überfluss hatte ich das Handy auch noch daheim liegen lassen. Also positionierte ich mich strategisch günstig am Ausgang und schon bald trudelten die beiden ein. Die nächste und letzte Station unserer Tour war auch diesmal wieder das museum kunst palast. Diesmal hatten sich die gleichen Herren (Alex Azary und Gabriel LeMar) als Subsonic Park angekündigt und schon in der Eingangshalle breiteten sich ihre deepen Grooves aus. Während ich noch mal auf die beiden (also Martina + Dirk) wartete, wurde ich von zwei Damen angequatscht, die wissen wollten, ob hier noch irgendeine Party ist, auf der ähnliche Musik kommt oder auch Minimal, Hauptsache elektronisch. Ich war überrascht, dass trotz fehlender Übung den beiden in Englisch klarmachen konnte, dass im Hafen seit 23 Uhr eine Party läuft und zeigte ihnen auf dem Plan, wo sie ist und wie sie am günstigsten hinkommen. Sie wollten noch wissen, ob ich Lust hätte mitzukommen oder ob ich hier auf meine Freundin warte. Nachdem ich ihnen klarmachte, dass ich auf Freunde warte, verabschiedeten sie sich.

Wir bekamen relativ schnell ein paar Plätze und bei ein paar Getränken raste die Zeit wie im Fluge dahin. Dirk zeigte Subsonic Park die Bilder vom letzten Jahr, ich kaufte zwei CDs zum Schnäppchenpreis (electrolux ist halt ein geniales Label) und nach einem kurzen Zwischenstop beim goldenen Doppelbogen, ging der Abend gegen 3 Uhr zu Ende.

PS: Dirks Sicht der Dinge

Ich hatte letztens schon einmal über die Ausstellung 100.000 Jahre Sex berichtet, wo ich mit Loni letzten Sonntag war und mich dabei drüber aufgeregt habe, dass es doch sehr prüde zuging und nichts neues zu erfahren gab. Heute fand ich folgenden Artikel in der fritz (Papierausgabe):

Ausstellung des Monats

bis 08.06.01 Landesmuseum für Vorgeschichte
100.000 Jahre Sex

Wer Sex & Drugs an Rock’n’Roll denkt, liegt diesmal völlig falsch. Denn wir begeben uns auf wissenschaftliche Pfade und da ist zu entdecken, dass bereits der Weingott Dionysos orgastische Feste mit Alkohol und Sex feierte und fortan bei den Griechen als Symbol der Fruchtbarkeit galt. Seit Tausenden von Jahren beschäftigt sich die Menschheit das Interagieren zwischen Mann und Frau (*1). Zu einer vergnüglichen und nicht minder interessanten Zeitreise durch „100.000 Jahre Sex“ führt nun das Landesmuseum für Vorgeschichte. Zu den Höhepunkten gehört neben prä-historischen Pin-ups, die die Männer auf der Jagd bei sich trugen, eines der ältesten erhaltenen Kondome und ein römisches Lederhöschen, bei dem man nicht ganz sicher ist, ob es sich nun um Reizwäsche oder luftige Sportunterwäsche handelt. Hier mangelt es nicht an zweideutigen Objekten und so mancher Wissenschaftler wird bei der Vorbereitung wohl öfter zum Erröten gekommen sein. Verständlich bei soviel Freizügigkeit!

Anmerkung von mir:
(*1) Wenn wir das nicht tun würden, gäbe es uns nicht mehr…

Heute morgen hab ich Loni wieder nach einem viel zu kurzen Wochenende zum Flughafen geschafft. Die Zeit hatte es mal wieder sehr eilig und raste nur so dahin. Mir geht es gerade so, als wenn ich sie erst gestern stürmisch abends begrüßt hätte und heute schon wieder gehen lassen musste. Und wenn ich jetzt sage: Nächste Woche Freitag sehen wir uns schon wieder, klingt das schon fast gut, aber wenn man die 12 Tage sieht, ist es doch schon furchtbar lang. Aber dann gehören erstmal 10 Tage uns.

Dieses Wochenende haben wir unter anderem die von mir schon mal angekündigte Sex-Ausstellung besucht. Unsere Meinung dazu war einstimmig: Wir haben nichts Neues erfahren, die Ausstellung wirkte sehr verklemmt und hörte zur Jahrhundertwende einfach auf. Also von „sexueller Revolution“ und „freier Liebe“ – nichts! Wie standen andere Kulturen außer europäischen zum Sex – nichts! Wer aber trotzdem die 4 Euro loswerden will, hat noch bis Januar Gelegenheit:

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In nächster Zeit finden in Dresden einige interessante Vorträge und Ausstellungen statt, die ich gerne besuchen möchte, aber zum Teil nicht kann. Zum einen findet im Rathaus am 13. Oktober von 19 – 20 Uhr ein Vortrag zum Thema Die ungleichen Geschwister der Erde – Planetenforschung heute statt.

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Dort wird auf die Möglichkeiten der Erkundung der Planeten des Sonnensystems mit Hilfe von Raumsonden eingegangen. Weiterhin werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Planeten des Sonnensystems behandelt. Nach dem Überblick über das Sonnensystem wird dann noch speziell auf die Mission Cassini/Huygens eingegangen, die den Saturn und speziell dessen Mond Titan untersucht. Wie ich finde – hochinteressant! Leider werde ich nicht daran teilnehmen können, da ich nicht im Lande bin, sondern in der Schweiz, um Loni zu besuchen.

Im Hygienemuseum wird seit dem 24. September ein Ausstellung mit dem Titel Evolution. Wege des Lebens gezeigt.

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Dort geht es um das woher, warum und wohin der Evolution. Aus Sicht der Evolution haben, egal ob „Moospflanze oder Maikäfer, Murmeltier oder Mitteleuropäer“ einen gemeinsamen Stammbaum. Anhand von modernen und historischen Objekten, interaktiven Modellen oder Multimedia- und Klanginstallationen kann der Besucher alles selbst erkunden. Beginnend mit der Arbeit Charles Darwins wird die Arbeit von Evolutionsbiologen gezeigt, die bis in die heutige Zeit reicht und es werden Fragen aufgeworfen, inwieweit der Mensch Einfluss auf die Evolution nimmt.

Vom 6. Oktober 2005 bis 8. Januar 2006 findet im Landesmuseum für Vorgeschichte die Ausstellung 100.000 Jahre Sex. Über Liebe, Fruchtbarkeit und Wollust statt. Beginnend mit ersten Tongefäßen, die sexuelle Handlungen darstellen bis zur pornografischen Darstellung in der Kunst der Neuzeit und Spielzeugen zur Luststeigerung, wird die Geschichte des Sex aufgerollt. Dabei werden auch die unterschiedlichen Moralvorstellungen der jeweiligen Zeit betrachtet, wie z.B. bei Themen wie Ehe, Homosexualität und Sex mit Minderjährigen.

Freitag früh fiel 6:30 Uhr der Startschuss. Wir bestiegen den Bus und fuhren nach Berlin. Man glaubt garnicht, wie langsam Bus fahren auf der Autobahn sein kann. Und als wir endlich den Berliner Ring erreichten und kurz vor dem Ziel standen, entschloss sich der Busfahrer, Pause anzuordnen, damit wir uns mit dem anderen Bus treffen können.

Nach einer halben Stunde ging es weiter und wir fuhren nach Charlottenburg, um dort mit einer Fähre eine Spreerundfahrt zu machen. Es ging vorbei am Reichstag, am ehemaligen Palast der Republik, an der Museumsinsel, bis wir bei den Molecule Man wendeten und wieder zurück fuhren. Friedrichstraße stiegen wir dann aus und hatten bis 17 Uhr Freizeit. Wir nutzten die Gelegenheit, um die Ausstellung anlässlich des Einsteinjahres im Kronprinzenpalais zu besuchen.

Ausstellung Einstein

Die Ausstellung war sehr gut gemacht. Im Erdgeschoss wurden die Grundlagen vorgestellt, die zur Zeit von Einsteins Relativitätstheorie existierten, in der ersten Etage wurden die Probleme, die in der Physik existieren vorgestellt bzw. wie Einstein sie löste. Letztendlich im dritten Stock wurde der aktuelle Stand von der praktischen Überprüfung seiner Theorien vorgestellt. Gleichzeitig aber die Widersprüche mit denen Albert Einstein zu kämpfen hatte. So zum Beispiel die Quantentheorie, die er zu widerlegen suchte. Dazu entwickelte er Gedankenexperimente, die auf gesundem Menschenverstand basierten. Eines davon entwickelte Einstein mit seinen beiden Studenten Podolsky und Rosen.

Bei diesem Experiment werden 2 verschränkte Photonen erzeugte. Verschränkt bedeutet in dem Fall, dass sobald die Polarisation des einen Photons festgelegt wird, auch die Polarisation des anderen Photons feststeht. Gemäß der Quantentheorie ist die Polarisation unbestimmt, solange sie nicht gemessen wird (Stichwort: Schrödingers Katze) Damit würde bedeuten, sobald ich zwei verschränkte Photonen erzeuge, diese in unterschiedliche Richtungen leite und die Polarisation eines Photons festlege, wird automatisch auch die Polarisation des anderen Photons festgelegt (theoretisch egal wo im Universum es sich befindet). Bevor jetzt die Fantasie des einen oder anderen aufblüht – nein, Informationen lassen sich damit nicht in Überlichtgeschwindigkeit übertragen – schließlich müssen ja die Teilchen irgendwo herkommen.

Genutzt werden kann dieser Effekt zur Quantenkryptographie, also Verschlüsselung – ziemlich effektiv, da kein Angreifer die Möglichkeit hätte, die Information zu lesen, den in dem Moment, wo er die Polarisation anfragen würde, wäre sie für das Photon und seinen Partner festgelegt. Aber zurück zum Tag…

Mit qualmenden Köpfen verließen wir die Ausstellung und gingen noch mal zum Checkpoint Charly. Von dort aus ging es zurück zum Bus und dann wieder heimwärts. Je näher ich Dresden kam, desto nervöser wurde ich. Etwas beschränkter Platz im Bus und kühler Luftzug im Nacken sorgten zusätzlich für ziemlich heftige Kopfschmerzen. Am Auto angekommen, machte ich mich sofort auf den Weg nach Nürnberg, wo Loni mich wartete.

Bis Nürnberg war die Strecke einfach und leicht überschaubar. Was danach folgte, war entweder ein zu kompliziertes Nürnberger Autobahnsystem, persönliche Dummheit oder miserable Angaben aus den Routenplanern – oder eine Mischung von allem. Nachdem ich 22:45 kurz vor Nürnberg stand, war ich froh zwei Stunden später Loni in meine Arme nehmen zu können.

Wie immer verging die Zeit viel zu schnell, aber wir haben es dennoch geschafft, uns mit Osaka zu treffen und einen schönen Nachmittag mit einander zu verbringen. Und Montag morgen hieß es wieder Abschied nehmen und gen Heimat zu fahren. Wenn ich überhaupt etwas genießen konnte, war es die Fahrt gen Osten – in die Sonne hinein…

flyer laserGestern abend war ich im Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme um dem Vortrag Die Kraft des Lichts von Prof. Dr. Roland Sauerbrey beizuwohnen.

Zu Beginn erläuterte Professor Sauerbrey wie man eine hohe Intensität erreicht. Intensität ist Energie pro Fläche pro Zeit. Um also eine hohe Intensität zu erreichen, schraubt man entweder die Energie hoch oder man setzt das Zeitintervall unheimlich klein. So klein, das man einen Laserimpuls über eine Zeit von ca. 100 Femtosekunden aussendet. Der Laser hat dabei einen Durchmesser von 10 cm. Um sich das bildlich vorzustellen, stellt man sich vor, wie das Licht aus dem Laser mit Lichtgeschwindigkeit austritt. Wenn man die Länge des Lasers messen würde, käme man auf ungefähr Haaresbreite.

Weiter ging die Vorstellung mit der Größenordnung der Intensität. 10 hoch 20 Watt pro cm² erreichen die Hochintensitätslaser heutzutage. Um sich davon eine Vorstellung zu bilden, muss man sich eine Linse mit dem Erddurchmesser vorstellen, die das gesamte Licht, das die Erde trifft aufnimmt und auf einen Punkt von 0,1 mm² bündelt. In diesem Punkt wird diese Intensität erreicht.

Was fängt man nun mit so einem Hochintensitätslaser an. Zum einen kann man durch das entstehende Feld Elektronen beschleunigen. Oder Isotope für medizinische Zwecke herstellen, zum Beispiel für die Positronen-Emissions-Tomographie. Oder um Kernfusion oder Kernreaktion labortechnisch zu untersuchen. Oder um die Zusammensetzung der Atmosphäre zu untersuchen. Dazu schießt man mit dem Laser einfach mal gen Himmel (siehe Flyer) und mißt mit Hilfe eines Spektrographen die vorhanden Elemente aus.

Zwei Themen waren aber für mich von besonderem Interesse. Ein Thema begann der Professor mit dem Satz „Wer immer noch denkt mit Windmühlen könne man Strom erzeugen, der irrt“. Gut – so weit ich weiß, werden in Sachsen 10% der benötigten Energie aus Windkrafträdern gewonnen. Aber deswegen habe ich mich doch etwas schwer, an Kernkraft zu glauben. Doch mit dieser Lösung könnte sich meine Meinung ändern. Mit Hilfe von Hochintensitätslasern ist es den Forschern gelungen, das radioaktive Isotop Jod-129 (Halbwertszeit: 15 Millionen Jahre, sammelt sich in der Schilddrüse) in das Edelgas Xenon umzuwandeln, das in der Industrie sehr begeehrt ist (wir alle kennen die doofen Xenonscheinwerfer). Leider gelang das bisher nur im Labormaßstab mit einzelnen Atomen, die 25 Minuten lang gelasert wurden. Also weit von einem praktikablen Einsatz entfernt.

flyer selbstaehnlichkeitNoch von Interesse war das Vakuum. Populärwissenschaftlich ist ja das Vakuum leer. Nichts drin. Ist aber nicht wahr. Jede Menge Strahlung ist dort zu finden, ganz zu schweigen von Neutrinos und ähnlich schwer nachweisbaren Teilchen. So zum Beispiel die virtuellen Teilchen. Virtuelle Teilchen sind Paare aus Teilchen und Antiteilchen (z.B. Elektron und Positron) die kurz entstehen und sich gleich darauf wieder vernichten. Soweit die aktuelle Theorie. Und theoretisch findet dieser Prozess pausenlos statt. Praktisch könnte man das prüfen wenn man zwei Laser in entgegengesetzter Richtung aufstellt und jeweils auf Schwingung des Elektrons bzw. Positrons abstimmt. Jetzt sollte es gelingen, das Pärchen kurz nach ihrer „Geburt“ zu trennen, sodass sie sich nicht sofort wieder vernichten. Im Klartext würde damit folgendes passieren: man erzeugt aus Licht Materie!

Ich fand den Vortrag hochinteressant und ehrlich gesagt war die Stunde so schnell um, dass ich es garnicht bemerkt hab. Auf dem Heimweg hab ich noch einen Flyer für eine Austellung gefunden. Selbstähnlichkeit heißt sie und findet vom 19. August bis 14. Oktober im MPI für Physik komplexer Systeme statt.