Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman: Es wurde ein Planet entdeckt, der den nächstgelegenen Stern umkreist. Was die Tatsache wirklich wie Science Fiction erscheinen lässt ist, dass sich der Planet Proxima Centauri b in der habitablen Zone befindet und auch noch ein erdähnlicher Planet ist. Aber kommen wir erstmal zu den Fakten, bevor ich weiter Euphorie verbreite.

Unser nächstgelegener Stern Proxima Centauri ist ein Roter Zwerg. Im Vergleich zu unserer Sonne hat er nur einen Durchmesser von ca. 200.000 km, was 14 Prozent des Durchmessers der Sonne entsprechen. Er ist auch im Vergleich zu unserer Sonne nur halb so heiß, was mit 2.800°C immer noch ordentlich heiß ist. Der Name Roter Zwerg suggeriert natürlich, dass sich am Himmel von Proxima Centauri b eine rote Kugel über den Himmel schiebt, was aber Phantasie ist. Stellt euch einfach mal flüssiges Eisen vor; Eisen schmilzt bei ca. 1.500°C und wenn es richtig flüssig ist, erscheint es auch nicht rot, sondern hellgelb bis weiß. Und genau so scheint Proxima Centauri auf seinen Planeten. Nur nicht wie bei uns, sondern in dreifacher Größe der Sonne. Genau wie bei uns, sollte man es auch auf Proxima Centauri b tunlichst bleiben lassen, direkt in die Sonne zu blicken.

Der entdeckte Planet Proxima Centauri b umkreist seinen Stern in einem Abstand von ca. 0,05 Astronomischen Einheiten (1 AE = Abstand Sonne – Erde). Das ist näher als der Merkur. Und trotzdem befindet er sich in der habitablen Zone. Habitable Zone bedeutet grob gesagt, dass sich der Planet in einer Entfernung zu seiner Sonne befindet, um die richtige Energie abzubekommen, damit sich Wasser in flüssiger Form halten kann. Da Proxima Centauri ein Roter Zwerg ist, muss sich der Planet so nah daran befinden. Aber dann kommen noch Faktoren wie Atmosphäre, Rotation usw. hinzu. Beispiel: Die Venus liegt auch in der habitablen Zone, jedoch macht der Kohlendioxidgehalt die Atmosphäre zu einem Treibhaus, in dessen Backofen keine Chance auf Leben besteht.

Wäre also Leben auf Proxima Centauri möglich? Vielleicht schon, kommt ganz auf die Bedingungen an. Es war schon schwierig genug, den Planeten überhaupt zu entdecken. Mit dem angewandten Verfahren der Radialgeschwindigkeit kann man maximal die Untergrenze des Exoplaneten bestimmen. Genaueres lässt sich aber feststellen, wenn man die Neigung der Planetenbahn zum Stern kennt. Man schaut ja nicht zwangsläufig immer quer oder von oben auf den Tanz zwischen Sonne und Planet. So konnte man bestimmen, dass Proxima Centauri b ungefähr das 1,3-fache der Erdmasse besitzt und seinen Stern in 11,2 Tagen umrundet, ein ziemlich kurzes Jahr. Auf Grund der kurzen Umlaufzeit geht man davon aus, dass der Planet immer die gleiche Seite der Sonne zuwendet. Klingt nicht optimal, da auf der einen Seite Wasser verdampfen würde, während es auf der anderen gefriert. Wenn es denn überhaupt eine Atmosphäre gibt. Roter Zwerge, speziell auch Proxima Centauri, gehören gerne zur Gruppe der Flare Sterne, d.h. sie werfen in unregelmäßigen Abständigen Masse und Energie in den Raum. In so einem geringen Abstand hätte das verheerende Folgen.

Und wie kommt man nun zu so einer Entdeckung? Spekuliert wurde schon öfter, ob es einen Planeten um Proxima Centauri gibt. Jedoch wurde nie einer gefunden. Basierend auf der Idee Carl Sagans „Pale Blue Dot“ (zu deutsch: Blasser blauer Punkt) wurde die Aktion „Pale Red Dot“ von der Europäischen Südsternwarte ESO ins Leben gerufen. Sie sollte der Öffentlichkeit zeigen, welchen Aufwand es darstellt und mit welchen Methoden Planeten gefunden werden. Anfang des Jahres blickte HARPS 60 Nächte lang auf Proxima Centauri und nach Auswertung der Daten in Zusammenspiel mit allen anderen Daten, die seit 2000 gewonnen wurden, kann man nun mit Sicherheit sagen: Ja, wir haben einen erdähnlichen Planeten in der „unmittelbaren“ Nachbarschaft. Kommen wir hin? Mit derzeitigen Antrieben würde es mehr als 10.000 Jahre dauern, bis wir Proxima Centauri erreichen.

Alle futuristischen Antriebe haben eins gemeinsam – sie möchten mit einer minimalen Masse möglichst viel Energie erzeugen, sei es um hohe Geschwindigkeiten zu erreichen oder mit kleinem Energievorrat sehr weit zu kommen. Diese Idee hatte auch Roger Shawyer, der sich dachte, dass elektromagnetische Wellen als Antrieb dienen könnten. Und er nannte das Ding passenderweise EM-Drive. Etwas später gesellte sich ein amerikanischer Forscher namens Fetta hinzu, gab seinem Antrieb den Namen „Cannae-Drive“, aber die Funktionsweise blieb die gleiche.

Was ist das Interessante an dem Antrieb? Es funktioniert mit Wellen und wie wir aus dem Physikunterricht wissen, transportieren Wellen keine Materie. Newton beschrieb das Prinzip damals so schön als „actio = reactio“ – Kraft gleich Gegenkraft. Also um einen Schub zu erzeugen, muss eine Kraft wirken, was aber nicht mit Wellen funktioniert, sonst würde uns die Taschenlampe ständig aus den Händen gleiten. Und Hochenergielaser hätten einen furchtbar hohen Rückstoß. Dem ist aber nicht so. Das Merkwürdige am EM-Drive ist allerdings, dass er einen Schub erzeugt. Die NASA hat es experimentell überprüft und musste feststellen – entgegen aller Gesetze der Physik gab es einen kleinen Schub von 30 bis 50 Mikronewton.

Allerdings gab es kein Review auf die Forschungsergebnisse, sodass man sie nicht als verifiziert gelten lassen kann. Obwohl NASA schon ein gut klingender und seriöser Name ist, handelt es sich bei dem Eagleworks Laboratorium um einen kleinen Laden, der gerade mal mit $50.000 im Jahr auskommen muss. Man spekulierte, dass man zwar im Vakuum experimentiert hat, aber immer noch nicht ausschließen kann, dass es zu Wechselwirkungen mit der Wand der Vakuumkammer gekommen ist.

Offensichtlich mochten ein paar Dresdner die Idee und bauten einen EM-Drive nach und testeten ihn unter ähnlichen Bedingungen wie die NASA. Und auch an der TU Dresden maß man einen Schub von 20 Mikronewton. Die Ergebnisse wurden die Tage veröffentlicht und nun geht die Diskussion von vorn los: Ist ein Antrieb ohne Treibstoff möglich?

Machen wir mal eine kleine Rechnung: Um eine Saturn-V-Rakete von der Erde wegzubekommen braucht man einen Schub von 34 Millionen Newton. Wenn ich den Bericht der Dresdner richtig gelesen habe, setzten sie 700 Watt Energie ein, um den Schub von 20 Mikronewton zu erzeugen. Skaliert diese Erzeugung linear, würde das bedeuten, dass mann mit 700.000 Watt 20 Millinewton Schub erzeugt. 700 Millionen Watt machen dann 20 Newton Schub und um letztendlich 40 Millionen Newton Schub zu erzeugen, wären 1.400.000.000.000 Watt notwendig. In Worten beschrieben: 1,4 Billionen Watt. Zum Vergleich: Das Wasserkraftwerk am Drei-Schluchten-Staudamm des Yantze erzeugt gerade mal 18,2 Milliarden Watt und ist derzeit das größte Strom erzeugende Kraftwerk der Welt. Und von denen bräuchte man 770 Stück um die benötigte Energie zu gewinnen. Oder mit anderen Worten: Wir sind weit davon entfernt, aus dem EM-Drive Nutzen zu ziehen. Vorausgesetzt die Experimente beinhalten keine Messfehler.

Nachtrag 30.06.2016: Irgendwas konnte doch nicht stimmen… also haben die Dresdner nochmal geprüft. Dennoch konnte wieder ein Schub gemessen werden. Also veränderte man die Position des Versuchsantriebs. Jetzt sollte sich ja auch die Richtung des Schubs ändern, was sie aber leider nicht tat. Also prüfte man alles durch und kam zu dem Schluss, dass eine Interaktion mit den Strom zuführenden Kabeln dafür verantwortlich sein müssen. Die einzige Möglichkeit, das auszuprobieren ist, auf eine Batterie umzustellen, die das System unabhängig von Interaktionen mit der Außenwelt macht. Leider fehlten der TU Dresden dazu die Mittel. Den Chinesen aber nicht, denn die konnten jetzt nachweisen: Keine Stromzufuhr von außen = kein Schub = kein EM-Drive möglich.

Nachdem ich derzeit immer noch dabei bin, alte Blogeinträge (die sind mittlerweile über 8 Jahre alt) vom alten Blog auf den aktuellen zu kopieren, musste ich feststellen, dass der wissenschaftliche Teil doch sehr zum Erliegen gekommen ist. Und das, obwohl ich immer noch etliche Newsletter abonniert habe. Vielleicht liegt es daran, dass das Verständnis für die wissenschaftlichen Artikel mittlerweile so komplex ist, dass es einem Normalbürger wie mir schwer fällt, überhaupt zu verstehen, was da entdeckt wurde.

Um den Einstieg zur neuesten Entdeckung zu finden, muss ich etwas weiter ausholen. Der aktuelle kosmologische Modell (mir gefällt, dass Wissenschaftler mittlerweile ihrem Modell gegenüber so skeptisch sind, dass es immer mit dem Präfix „das aktuelle…“ oder „nach derzeitigen Erkenntnissen“ versehen wird. Man könnte es auch „das beste kosmologische Modell aller Zeiten nennen“ – aber das nur eine ironische Anmerkung)… also das aktuelle kosmologische Modell geht davon aus, dass unser Universum nach dem Urknall von heißer Strahlung durchflutet wurde. Nach ca. 380.000 Jahren hatte diese Strahlung das erste Mal die Chance sich frei zu bewegen. Was damals noch heiß und kurzwellig war, wurde im Laufe der Jahrmilliarden sehr langwellig und hat eine Temperatur von drei Kelvin. Diese kosmische Hintergrundstrahlung wurde vor 50 Jahren das erste Mal gemessen und gilt seither als der Beweis für den Urknall.

planck

Obiges Bild zeigt die Temperaturschwankungen der Hintergrundstrahlung anhand von Messungen die der Planck-Satellit gemacht hat. Also fasse ich nochmal kurz zusammen: (T = 0) Urknall – (T = 380.000 Jahre) erste Hintergrundstrahlung – (T = heute) Hintergrundstrahlung von drei Kelvin. Das Traurige an dieser Zeitlinie ist auch, dass spätere Zivilisationen, die in Jahrmillionen entstehen, keine Information darüber erhalten, wie der Anfang war, weil die Hintergrundstrahlung kaum messbar ist. Natürlich gibt es auch ein berechenbares Modell dazu, wie sich die Größe unseres Universum entwickelt haben muss. Diese Berechnung funktioniert auch soweit, nur dass es eine Diskrepanz gibt, die sich in den ersten 380.000 Jahren zugetragen hat. Damit man auf die aktuelle Größe des Universums kommt, muss sich das Universum exponentiell schnell ausgedehnt haben – schneller als Lichtgeschwindigkeit. Diese Expansion wird Inflation genannt und gilt als Knackpunkt für die Richtigkeit der Urknalltheorie. Oder ich sollte besser sagen „sie galt“ als Knackpunkt, denn Wissenschaftlern ist es gelungen einen Beweis für die Inflation zu finden.

Um das nachzuweisen, muss ich auf Einstein zurückgreifen. Dieser postulierte Gravitationswellen, die entstehen, wo große Massen beschleunigt werden, zum Beispiel bei Supernovae oder auch der inflationären Phase des Universums nach dem Urknall. Die Gravitationswellen nachzuweisen ist natürlich schwer. Aber ähnlich wie bei Licht, dessen Polarisation sich durch Reflexion an Gegenständen ändert, müsste die Polarisation der Hintergrundstrahlung durch die Gravitationswellen verändert werden.

Wie misst man aber die Polarisation der Hintergrundstrahlung? Vereinfacht gesagt geht man von zwei unterschiedlichen Polarisationsmöglichkeiten aus: Dichteschwankungen (den sogenannten E-Moden, die 2002 das erste Mal gemessen wurden) und den schwieriger zu messenden B-Moden, die auf Schwankungen im Raum-Zeit-Gefüge zurückzuführen sind. Diese unterscheiden sich in der Ausrichtung der Polarisation – ist die Ausrichtung radial oder kreisförmig, dann handelt es sich um E-Moden, ist die Ausrichtung spiralförmig, sind es B-Moden.

bicep

Durch das BICEP-Projekt (Background Imaging of Cosmic Extragalactic Polarization) wurden diese B-Moden nur erstmals nachgewiesen. Dazu wurden von 2006-2008 prototypisch Messungen am Südpol vorgenommen. Mit der Messung von BICEP2 von 2010 bis Ende 2012 wurde mit mehr Detektoren gearbeitet, dessen Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden und damit als erster Nachweis für die Inflationsphase gelten (siehe Bild). Aktuell wird das Teleskop mit ca. 5 mal so vielen Detektoren ausgestattet, die dann die 3. Phase des BICEP-Projektes einläuten.

Wir waren heute am Äquator und nicht weit von der offiziellen Stelle befindet sich die mit GPS ermittelte Äquatorlinie. Für einen Unkostenpreis von 3 US-Dollar bekommt man auch eine kleine Führung, die später abschweifend wird, aber am Anfang hochinteressant ist. Es geht um das Abflussverhalten von Wasser. Dazu wird folgender Versuchsaufbau verwendet:

Utensilien

  1. ein Wasserbecken mit Stöpsel
  2. ein paar Blätter
  3. ein Wassereimer voll mit Wasser

Versuchsablauf

  1. Auf der Äquatorlinie
    • Das Wasser wird in das Waschbecken gefüllt und gewartet, bis das Wasser ruhig ist.
    • Der Stöpsel wird vorsichtig gezogen.
    • Das Wasser fließt gerade nach unten ab.
    • Zum Beweis werden die Blätter ins Wasser geworfen, die geradlinig zum Abfluss strömen.
  2. 2m südlich der Äquatorlinie (südliche Hemisphäre)
    • Das Wasser wird in das Waschbecken gefüllt und gewartet, bis das Wasser ruhig ist.
    • Der Stöpsel wird vorsichtig gezogen.
    • Das Wasser fließt im Uhrzeigersinn strudelnd ab.
    • Zum Beweis werden die Blätter ins Wasser geworfen, die im Uhrzeigersinn zum Abfluss strömen.
  3. 2m nördlich der Äquatorlinie (nördliche Hemisphäre)
    • Das Wasser wird in das Waschbecken gefüllt und gewartet, bis das Wasser ruhig ist.
    • Der Stöpsel wird vorsichtig gezogen.
    • Das Wasser fließt gegen den Uhrzeigersinn strudelnd ab.
    • Zum Beweis werden die Blätter ins Wasser geworfen, die gegen den Uhrzeigersinn zum Abfluss strömen.

Als Mensch mit einem Verständnis für Naturwissenschaften stand ich sprachlos da. Zur Erklärung wurde natürlich wie üblich die Corioliskraft herangezogen. Laut Wikipedia wirkt sie nur auf Objekte, die sich innerhalb eines rotierenden Systems bewegen. Fließendes Wasser wäre im Vergleich zur Erdrotation ein solches bewegtes System. Würde der Einfluss der Corioliskraft so mächtig sein, dürfte keine Kugel auf dieser Erde geradeaus rollen, sondern einen leichten Drall nach links bzw. rechts haben, je nach Hemisphäre. Aber wenn nicht die Corioliskraft dafür verantwortlich ist, was dann?

unbekanntes teilchen

Keine Vorstellung eines neuen Verstärkers, kein Frequenzgang für einen Kopfhörer – nein, eine kleine Sensation für die Welt der Physik diese Woche. Der alte Tevatron der Fermilabs sorgte für Aufsehen, als am Mittwoch Wissenschaftler dieses Bild veröffentlichten.

Bei einer routinemäßigen Kollision von Protonen und Antiprotonen kamen die Wissenschaftler zu folgender Entdeckung: Es entstanden zwei Ströme leichter Teilchen und ein schweres Teilchen, und das 250 mal häufiger, wie angenommen. Um es im Diagramm zu erklären:

  • Rote Linie = Das Standardmodell der Physik
  • Schraffierte Linie = Abweichungen innerhalb der Messungen
  • Blaue Linie = Die Messungen des Tevatron

Natürlich ist der gemeine Physik skeptisch, was seine Entdeckungen angeht und rechnet gern nach. In diversen Artikeln wird es unterschiedlich erläutert, aber die folgende Erklärung hat mir am besten gefallen:

Man stelle sich ein Zugunglück mit zwei aufeinander prallenden Frachtzügen vor. Neben den Explosionen und dem Feuer findet man auch Autos, wie VW’s, Opels und Audis. Worauf die Wissenschaftler aber wirklich scharf sind, ist die Entdeckung von Ferraris oder anderen Sportwagen. Aber die Ferraris lassen sich nun mal nicht leicht entdecken und deswegen muss man mehr als einmal Züge kollidieren lassen, um sich sicher zu sein, dass es den Ferrari wirklich gibt.

Meine eigene Interpretation wäre: Stellt euch vor, ihr steht im Regen und müsst Wasser auffangen, dass aus der Dachrinne läuft. Wenn ihr das einen Nachmittag gemacht habt, wisst ihr, wieviel aus der Dachrinne kam und vielleicht auch wieviel durch den Regen in den Messbecher gekommen ist. Das machen alle Nachbarn in der ganzen Straße. Schon hat man ein Standardmodell. Natürlich gibt es Abweichungen, weil der eine ein größeres Dach hat und bei dem anderen Löcher in der Dachrinne sind. Aber im Groben stimmt es überein. Doch an einem Nachmittag messt ihr an eurer Dachrinne außergewöhnlich viel mehr Regen, als beim letzten Mal. Zufall? Vielleicht – vielleicht auch nicht, wenn euer Haus demnächst abgerissen werden soll. Denn das Schicksal steht dem Tevatron bevor – es wurde von Regierungsseite verkündet, dass der Tevatron auf Grund seines Alters außer Dienst gehen soll.

Man kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1375 ausschließen, dass es eine Schwankung ist, was einer Standardabweichung von 3 Sigma entspricht. In der Welt der Teilchenphysik spricht man aber erst von einer Entdeckung, wenn 5 Sigma erreicht sind. Am LHC arbeitet man jetzt schon mit Energien, die 3 mal höher sind, als im Tevatron, d.h. das Signal müsst dort noch wesentlich deutlicher ausfallen. Natürlich wurde nie darauf geachtet, d.h. die Daten sind diesbezüglich noch garnicht ausgewertet worden. Und bevor man das Standardmodell der Physik über den Haufen wirft, zieht man sogar in Erwägung, dass Fehler in bei der Subtraktion des Hintergrundrauschens vorhanden sind (was auf das Regenbeispiel bezogen, der Regen wäre, der neben dem Wasser aus der Dachrinne in das Messgefäß fällt).

mond

Gestern war Vollmond – Grund genug mal mit der Kamera draufzuhalten und ein Bild zu machen. Und wenn das Bild schön genug ist, erkennt man so einiges darauf.

  1. Kepler-Krater
  2. Oceanus Procellarum – Ozean der Stürme
  3. Mare Humorum – Meer der Feuchtigkeit
  4. Mare Nubium – Meer der Wolken
  5. Tycho-Krater
  6. Mare Tranquilitatis – Meer der Ruhe (der dunkle Fleck, der durch den Pfeil zur Nummer 6 bedeckt wird ist Mare Nectaris – Honigmeer)
  7. Mare Fecunditatis – Meer der Fruchtbarkeit
  8. Mare Crisium – Meer der Gefahren
  9. Mare Serenitatis – Meer der Heiterkeit
  10. Mare Imbrium
  11. Kopernikus-Krater

GombocDieses lustige Kerlchen ist ein Gömböc (sprich: Gömmbötz). Der Gömböc ist eine ungarische „Erfindung“ oder besser gesagt, Körper gewordene Mathematik. Aus eurer Kindheit kennt ihr bestimmt noch das Stehaufmännchen – egal, wie man es hinlegte, es richtete sich immer wieder auf. Erreicht wurde das Ganze, indem sich im unteren Teil des Stehaufmännchen eine höhere Masse befand.

Und nun grübeln die Mathematiker: Gibt es einen Körper, der das allein durch seine Form kann? Ganz speziell war das ein russischer Mathematiker namens Arnold. Die Antwort darauf gaben zwei ungarische Mathematiker und ihre Antwort war der Gömböc. Egal, wie man den Gömböc hinlegt, er richtet sich immer wieder auf. Ohne interne Gewichte, denn er wurde aus dem Ganzen gefeilt (oder ge-CNC-t). Gespickt hatten die beiden bei Mutter Natur, denn die baut Gömböce schon seit Millionen von Jahren und lässt da auch noch Tiere drin wohnen – in Form von Schildkröten.

Bestaunen kann man den Gömböc übrigens im ungarischen Pavillion auf der Expo in Shanghai. Bestaunen konnten den Gömböc auch die finnischen Beamten des Helsinkier Flughafens, als der sich im Gepäck von Gábor Domokos, einem der beiden Mathematiker, befand. Von Natur aus hält der Mensch, alles was er nicht kennt, für bedrohlich. So wurde der Gömböc kurzerhand zu einer Bombe erklärt und ein Teil des Flughafens geräumt und gesperrt. Nach 45 Minuten Sperrung und mit Hilfe einer englischsprachigen Broschüre konnte man die Sicherheitsbeamten dann doch von der Unschuldigkeit des Gömböc überzeugen.

(Bildquelle: Wikipedia)

Ich habe mal wieder hier einen ganzen Batzen von Stichpunkten, über die ich scheiben will bzw. schon längst schreiben wollte. Also nutze ich diesen äußerst grauen und regnerischen Sonntag mal dazu, alles auf den Punkt zu bringen. Fangen wir mit dem Rückblick auf den 9.12.2006 an. Denn genau vor einem Jahr fand mein Umzug statt. Kaum zu glauben, wie schnell das Jahr vorüber ist. Aber dafür kommt dann irgendwann noch mal gesondert der Jahresrückblick. Mit dem werde ich dann auch keine Probleme haben, denn sämtliche Beiträge von 2007 fanden schon auf diesem Blog statt, während immer noch eine überwältigende Anzahl von Beiträgen auf meinem alten Blog schlummert. Wenn ich zumindest 2 Beiträge pro Tag übernehmen würde, wäre ich in einem halben Jahr fertig…

Vor geraumer Zeit fand ich einen Artikel, in dem die Ausführungen zweier Wissenschaftler beschrieben wurden, die behaupten, durch die Beobachtung des Universums würde sich dessen Lebenszeit verkürzen. Sie begründeten das mit quantenmechanischen Effekten. Sie beschränken sich dabei auf das Beispiel einer Supernova von 1998 und grenzen den Kreis der Beobachter auf die Forscher ein. Bei genauerer Überlegung dürfte das ja auch nicht nur auf Supernovas zutreffen, sondern jeglichen Vorgang im All und die Beobachter wären wir alle. Interessant dabei wäre ja der Gedanke, wie alt das Universum ohne Beobachter werden würde und schon könnte man auch die Frage stellen „Gibt es ein Geräusch, wenn ein Baum im Wald fällt und niemand ist da, um es zu hören?“

adventskalenderDen krönenden Abschluss meines Urlaub gab es letzte Woche, als ich das letzte Mal vor Weihnachten Richtung Heimat fuhr. Freitag kurz nach dem Mittag zu fahren ist natürlich eine ganz blöde Idee und wie zu erwarten war, landete ich bei Zwickau im Stau. Nachdem die Bauarbeiten auf der A72 Ende November fertig sein sollten, kann man nicht erwarten, dass ein Ende der Bauarbeiten gleich dem Freigeben der Strecke ist. Und wenn es dort noch einen Pannen-LKW gibt, ist das Chaos perfekt. Zu allem Überfluss verabschiedete sich dann auch noch mein MD-Player und ich mußte auf Radio umsteigen. So rückte ich 1 Stunde lang gemütlich vorwärts, bis es weiter ging. Es reichte aber allemal, um nach Hause zu kommen, kurz „Hallo!“ zu sagen, einen Adventskalender in Empfang zu nehmen und mich dann gleich wieder in die Spur zu einer ehemaligen Kollegin zu begeben. Der Abend ging nicht allzu lang, wir spielten Billard und wir wurden Zeugen meiner kleinen Zauberkunststückchen, die ich gelegentlich ungewollt produziere. Vier Kugeln mit einem Stoß einzulochen und dabei nicht einen einzigen Fehler zu produzieren, kann auch nur mir passieren. Samstag besuchten wir wieder meine Oma und abends besuchte ich dann Claudi und Basti. Auf Wunsch eines einzelnen Herren hatte ich eine Kiste mit ausgewählten Sorten Bamberger Bieres mitgebracht. War ein schöner Abend, wir schwelgten in Erinnerungen (Besuche im Sachs, Verschiebung von DT64 von UKW auf MW). Wir hörten die gleiche Musik und sind demzufolge auch in die gleichen Diskos und Läden gegangen, aber über den Weg liefen wir uns dabei nie. Das kam erst zur kleinen Weihnachtsfeier vom Studium bei mir daheim, es lief „Public energy“ von Speedy J und Basti steht in der Türe und meint: „Hör mal Claudi, das ist doch mal Musik!“

postcrossing41Ja, auch der Abend ging vorbei und ich fuhr Sonntag nach dem Mittag wieder heim, es war wieder stürmisch, aber diesmal keine Eimer auf der Autobahn. Montag ging es dann wieder auf Arbeit, kaum zu ertragen, wie munter ich am Montag Morgen war. Im Laufe der Woche relativierte sich das aber wieder sehr schnell. Der Donnerstag Abend war dann aber der Höhepunkt der Frustration, als ich meine Klavierstunde hatte und nur Unfug zusammenspielte. Meine Klavierlehrerin meinte nur, dass dieser Tiefpunkt völlig normal ist. „Sie hatten doch mal gesagt, es kommt irgendwann ein Leistungssprung?“ – „Ja, der kommt danach!“ Einzige Hilfe für die Wanderung durch das Tal – Durchziehen, bis zum bitteren Ende. Aber schon der Mittwoch war ein rabenschwarzer Tag für die Musik – Karlheinz Stockhausen ist verstorben. Er war einer der Pioniere der elektronischen Musik und wird vielfach von Künstlern als Inspiration für ihre Arbeit genannt. Mitbekommen habe ich es auch erst am Freitag, als die ersten Nachrichten über seinen Tod zu mir durchdrangen. Auch der heise-Newsticker veröffentlichte erst gestern die Nachricht.

Freitag Nachmittag ging es dann auf der Autobahn Richtung Nürnberg, die Strecke war frei, ich hatte Zeit und tuckerte gemütlich dahin, mit dem Frust, dass mein MD-Player im Auto nach wie vor seinen Dienst verweigert. In Nürnberg angekommen, verfuhr ich mich erstmal, aber daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt, es ging ja auch nur darum, ein Parkhaus zu finden. Die Innenstadt war dicht, ich brauchte für 500 Meter ungefähr eine halbe Stunde und nahm dabei in Kauf, dass ich ein Stück weiter laufen mußte. Ich drängelte mich einmal quer über den Christkindlesmarkt bis zum Rathaus, rief Alex nochmal zurück und lief dabei hin und her. Auf einmal tönte es hinter mir „Eh Jan, nun lauf doch nicht gleich weg!“. Da stand sie nun also. Wir gingen erstmal in eine kleine mittelalterliche Ecke, ich probierte einen warmen Biertrunk. Pfui Deibel! Doppelbock und dann auch noch warm. Aber irgendwie hatte ich an dem Abend kein glückliches Händchen mit Essen und Getränken. Als wir dann beim Griechen einfielen, war mein Hunger weg, als ich den Teller vor mir stehen sah. Ich stocherte lustlos in meinem Tomatenreis herum, während wir quatschten. Ich probierte von ihr einen Schluck Samos. Mein Wochenbedarf an Kohlehydraten war gedeckt. Wir blieben noch eine Weile, unterhielten uns über Musik (von DJ Jazzy Jeff + the Fresh Prince bis Sven Väth), Theater, Filme (mir war bis zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass ich in letzter Zeit vorwiegend französische Filme geschaut hab), aktive Sterbehilfe und Überbevölkerung. Wer mich kennt, weiß ja, dass ich der Meinung bin, dass der Planet im Bereich der Resourcen weit über dem Limit gefahren wird, weil wir (also als Menschheit) einfach zu viele sind. Aber dass ich das mal zu hören bekomme, hätte ich auch nicht geglaubt. Wir zogen dann noch in die Prinzenbar und lümmelten uns gemütlich in die Ledersofa und ließen den Abend ausklingen. Gegen Mitternacht machte ich mich auf den Heimweg, mußte den ganzen Weg über Schluchz- und Schlummermusik im Radio ertragen. Das Maß war voll.

Nachdem ich Freitag nicht zum Einkaufen gekommen bin, mußte ich das am nächsten Vormittag hinter mich bringen. Vorher machte ich mich noch ein wenig wegen Autoradios kundig. Nach dem Einkaufen ging es dann in den lokalen Elektronikhandel und schaute mich ein wenig um. Schließlich überredete ich noch die Verkäuferin, dass ich mal testhalber meinen MP3-Player via USB an das Autoradio andocken will. Alles kein Problem, ging hervorragend. Und damit war es meine und einem Bastelnachmittag stand nichts im Weg. Ich hatte ein wenig zu kämpfen, was die Demontage, sowie Verkabelung und Einbau des neuen Radios betraf, habe aber alles unterbekommen. Bevor ich es endgültig in die Verankerung einrasten ließ, machte ich mehrere Probeläufe und stellte zum Glück fest, dass die Modifikation der Verdrahtung nicht nur einige VW und Opel betrifft, sondern auch meinen Suzuki. Die Heimfahrt zu Weihnachten kann kommen, die Musik sollte mir nicht so schnell ausgehen.

persepolisNachdem ich den Rest des Nachmittags wie ein Zombie durch meine Wohnung stolperte, beschloss ich abends ins Kino zu gehen. Ich hatte gerade noch Glück, denn Persepolis lief noch. Die Geschichte des Films war bewegend. Ein junges Mädchen erlebt die Revolution und den Krieg im Iran mit, wird von ihren Eltern, die politisch anders denkend waren, zur Sicherheit nach Österreich geschickt. Dort ist sie zwar sicher, aber nicht daheim. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Außenseitern, zu denen sie sich aber auch nicht zugehörig fühlt. Irgendwann verliebt sie sich bis über beide Ohren in einen Schriftsteller, den sie dann inflagranti mit einer anderen erwischt. Es folgt der Absturz, die Obdachlosigkeit und schließlich die Rückkehr in die Heimat. Dort versucht sie sich anzupassen, schafft es aber auch nicht. Obwohl die Geschichte bedrückend ist, da sie die Lebensgeschichte der Autorin Marjane Satrapi erzählt, ist doch voll von kindlich naivem Witz, jungendlicher Rebellion und dem Wunsch nach Freiheit in der Heimat. Die Geschichte, die ursprünglich in 4 Comicbänden erschien, wurde nun das erste Mal animiert. In Anlehnung an das Original – größtenteils schwarz/weiß. Sehr empfehlenswert und dass er aus Frankreich ist, brauch ich an der Stelle nicht mehr zu erwähnen, oder?

PostcrossingDie letzten Tage hat sich eine ganze Menge angesammelt und jetzt wird es mal Zeit alles abzuarbeiten. Ich stieß vor ein paar Tagen auf einen Artikel bei Golem, aus dessen Inhalt hervorging, dass sich der Förderverein für eine freie informationelle Infrastruktur (FFII) gegen die ISO-Standardisierung von Microsofts Officeformat ausspricht. Schließlich wäre doch schon das Open Document Format (ODF) ISO-Standard, man sähe also keine Notwendigkeit für einen weiteren Standard. Wovor haben die denn Angst? Dass das Hauptargument „Proprietärer Standard“ flöten geht und statt dessen eine Festlegung erfolgt, die für beide Seiten von Nutzen sein kein? Microsoft wäre in dem Fall gezwungen, sich an den eigenen Standard zu halten und für alle andere wäre es die Möglichkeit, ihn in ihren Programmen zu unterstützen.

Faszinierend fand ich auch den Beitrag, auf dem Mond ein Teleskop zu errichten, dessen Spiegel aus einer reflektierenden Flüssigkeit besteht und durch Rotation in Form gehalten wird. Man verspricht sich davon die Beobachtung von 100 bis 1000 mal lichtschwächeren Objekten, wie sie mit der nächsten Generation von Weltraumteleskopen möglich wäre. Klingt traumhaft, gäbe es da nicht zwei gravierende Probleme: zum einen muss die Flüssigkeit auch bei -98°C flüssig bleiben und ausreichend Licht reflektieren. Aber prinzipiell erstmal eine gute Idee. Und weil wir gerade bei guten Ideen sind: der Large Hadron Collider (LHC) ist eine solche. Als Teil des CERN in Genf soll er Anfang 2008 seine Arbeit aufnehmen und dabei tiefer in den Aufbau der Materie blicken, als jeder andere Teilchenbeschleuniger zuvor. Die Wissenschaftler schwärmen von einem Blick auf die Zustände kurz nach dem Urknall. Andere erhoffen sich den Nachweis des Higgs-Bosons. Ich wünsche es nicht, aber ich hoffe, sie irren sich. Weniger um sie scheitern zu sehen, aber eher das Eingestehen, dass das derzeitige Standardmodell der Elementarteilchenphysik doch falsch ist oder zumindest das Higgs-Boson nicht die Lösung der Gleichung ist.

Und nach so viel Theorie noch etwas leichte Kost – mich erreichte heute eine Karte aus Otepää. Soweit nichts ungewöhnliches, außer das ich schon mal in Otepää war, was bei einem estnischen 2.000-Seelen-Dorf doch etwas ungewöhnlich ist. Ich erinnere mich auch an die Wanderung entlang der Straße, wo Alex und ich „Ich packe meinen Koffer“ spielten. Wir nahmen Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder mit, aber ich kann mich auch nicht mehr daran entsinnen, weshalb wir abbrachen, aber wir waren dann bei ca. 40 Begriffen angelangt. Auf jeden Fall ein schönes Fleckchen Erde, besonders die nahegelegende Universitätsstadt Tartu.

Zum Abschluss nun noch das Stöckchen, dass ich bei Fr. Blondi aufgesammelt habe.

Aufgabe ist es, acht Dinge über sich zu erzählen und diese Aufgabe dann an acht weitere Leute zu übertragen.

Den letzten Teil lasse ich mal weg, aber wer möchte, darf sich gern daran versuchen.

  1. Mein Morgen beginnt mit einer zufällig ausgewählten CD im Radiowecker. Am Anfang der Woche komme ich noch relativ schnell in die Gänge, gegen Ende drücke ich doch gerne mal die Schlummertaste.
  2. Zu meinem Starterfrühstück gehören jeden Morgen eine aufgebackene Semmel, Kaffee, noch mehr Musik und was zu lesen – vorzugsweise eine Musikzeitschrift.
  3. Ich mag keinen Smalltalk (außer beim Frisör, da plaudere ich nicht gern aus dem Nähkästchen), ich schätze Gespräche, die aus einer erzählten Geschichte entstehen, wo von beiden Seiten immer neue Impulse kommen, das Gespräch fortzuführen und sich eine gewisse Intimität (aber nicht im sexuellen Sinn) aufbaut, die Tiefe verleiht und Vertrauen schafft.
  4. Es gibt zwei Dinge, die ich beim Telefonieren mache: entweder ich sitze in der Wanne oder ich laufe wie ein Panther im Käfig in der Wohnung auf und ab.
  5. Und wenn ich nicht in der Wanne sitze und telefoniere, dann lese ich oder brüte Gedanken aus. Schon in meiner Kindheit hat sich meine Mutter aufgeregt, wie man nur so lange in der Wanne sitzen kann und dann halb verschrumpelt wieder herauskrabbelt.
  6. Auf der Beliebtheitsskala der Hausarbeiten steht Abwaschen so ziemlich an letzter Stelle. Solange also noch Geschirr da ist und keine Kulturen entstehen (bei Brotkrümeln doch eher unwahrscheinlich), bleibt er stehen.
  7. Ich kann Stille nicht ausstehen, denn mit Stille verbinde ich immer die Stimmung, wenn eine Feier gerade zuende ist und man steht in mitten des Chaos und ist eigentlich noch mitten beim Feiern und dann holt einen blitzschnell die Realität ein.
  8. Von Zeit zu Zeit setze ich mich mit einem riesigen Stapel CDs oder Platten vor meine Anlage und hör sie alle an. Aber nur den Anfang der Lieder (zumindest bei den meisten), denn den Rest habe ich im Kopf und ich denke, es geht mir nur darum, die Erinnerung an die Melodie und den Text aufzufrischen. Und deswegen verstehe ich Leute nicht, die ewig lange mit einer CD am CD-Player im Laden stehen.

Die letzten Tage machte ich mich ganz schön auf Arbeit breit. Umso weniger Zeit und Lust habe ich dann auch noch mich abends an den Rechner zu hocken und weiter zu tippen. Dafür ernte ich schon Blicke über meine Schulter, die mit dem Spruch „Der Mann hat keinen Respekt, das gefällt mir!“ kommentiert werden. Ich bin da wirklich nicht schüchtern, wenn es darum geht über fremden Code herzufallen und ihm meine persönliche Note zu verpassen. Dafür fiel dann gestern auch das Thema „eigenes Projekt“ das erste Mal. Würde mich wirklich freuen, wenn ich nicht immer nur an fremdem Code arbeiten dürfte, sondern auch mal etwas eigenes entwerfen kann.

Der gestrige Abend gehört dann aber trotzdem fast vollständig der Produktion meines Podcasts. Jetzt muss ich nur noch auf den podhost.de „Monatsanfang“ warten und dann kann er auf Sendung gehen. Und mal Klartext zu reden: Am Wochenende wird es soweit sein und es gibt den 7. Podcast. Wie ich es genau mache, weiß ich noch nicht, da ich übers Wochenende nach Marburg fahre, Alex‘ Geburtstag will gefeiert werden. Den Weg werde ich natürlich mit meinem getreuen Begleiter Rüedi antreten, der dann am Dienstag nächster Woche einen neuen „shiny metal ass“ bekommt. Zumindest hat er sich schon mal an die Bamberger Gepflogenheiten gewöhnt. Hier scheint jedes 10. Auto unter einem defekten Frontscheinwerfer zu leiden, so jetzt auch Rüedi. Macht nix, wird bei der Gelegenheit gleich mit erledigt. Fraglich ist nur, ob ich gleich die Sommenreifen aufziehen lasse oder noch bis Ende März damit warte?

Ich hoffe auch, dass sich in den nächsten Tagen mal etwas Licht in das versicherungstechnische Dunkel kommt und sich eine klare Linie herausstellt. Denn ich hab nix dagegen, wenn ich Kündigung und Antrag verschicke (bzw. verschicken lasse) und dann von beiden ein „Ja“ bekomme. Wenn eine mit einem „Ja, aber…“ antwortet und es auch noch um Geld geht, werde ich ungemütlich. Apropos Geld, gestern wollte noch jemand Geld von mir haben, diesmal nicht die GEZ oder IKEA. Nein, Quelle hatte es diesmal gut mit mir gemeint und wollte einmal 746,82€ und 721,86€ von mir haben. Nur Schade, dass diesmal nicht Sandy Steinicke die Unterzeichnerin war, das hätte doch glatt Charme gehabt.

In den letzten Tagen nutzte ich die Gunst des Morgens, um ein paar Beiträge aus meinem alten Blog zu transferieren und stellte dabei fest, dass der Anteil der wissenschaftlichen News ganz enorm gefallen ist und ich doch wirklich sehr viel selbstbezogenen Inhalt verfasse. Hat natürlich nichts damit zu tun, dass ich jetzt zur Egosau mutiere, sondern dass die wissenschaftlichen News doch sehr flach geworden sind. Ich weiß, es gibt Leute, die sich ihr Leben lang damit beschäftigen, aber Keuschheitsgürtel bei Spinnen heben mich nun wirklich nicht an. Interessanter finde ich da schon eher den Nachweis des YORP-Effekts, der nach seinen Entdeckern Yarkovsky, O’Keefe, Radzievskii und Paddack benannt wurde. Dabei handelt es sich ganz simpel um das Beschleunigen oder Bremsen der Rotation von Asteroiden aufgrund von Sonneneinstrahlung. Diese verursacht eine Erwärmung der Oberfläche und deren Wärmeabstrahlung versetzt den Körper in Rotation bzw. bremst ihn ab, wenn sie der Drehung entgegen wirkt. Das gleiche Prinzip also wie bei einer Lichtmühle, die aber unter idealen Bedinungen läuft. Die Lichtmühle hat den Vorteil, dass eine Seite der Flügel dunkel ist und damit eine höhere Wärmeabsorption bzw. -abstrahlung erreicht wird und dass sie sich mit keinem Luftwiderstand herumplagen muss. Das muss der Asteroid auch nicht, aber der ist ja nur geringfügig größer…

Last but not least aus der Welt der Wissenschaft ließ sich letzthin vernehmen, dass sich im März Wissenschaftler an die Lösung des Problems der langsamer werdenden Pioneersonden wagen wollen. Ich hatte seinerzeit begonnen, einen langen Beitrag dazu zu schreiben, der leider unvollendet blieb, weil ich gegen Ende meine eigene These nicht durch Bremsen der Sonden bestätigen als auch widerlegen konnte. Die Theorie existiert nun mittlerweile schon so lange in meinem Kopf, da wird sie wohl auch noch ein paar Monate warten können.

Aber genug getippt für heute, ich werde mich jetzt noch ein wenig der Blumenpflege widmen und dann überlegen, welche CD ich morgen einer Kollegin mitnehme. Sie stellte mich vor die Frage, was das denn für ein Logo wäre, das ich da auf meinem T-Shirt trage. Und auf meiner Brust prangte in voller Größe ein Aphex-Twin-Logo. Ich schlug vor, ihr mal eine CD mitzubringen, damit sie sich mal ein Bild machen kann. Nun ist die Frage – welche CD ist am ungefährlichsten?