IMG_2935David war ein guter Guide, mit viel Pro, aber auch ein wenig Kontra. Er sorgte dafür, dass die Reise reibungsfrei ablief, dass wir an den Orten immer zum perfekten Zeitpunkt waren, siehe Amir Chaqmaq-Komplex, der für den Vormittag gedacht war (Sonne steht dahinter), den wir aber am Abend zuvor besuchten, wenn die Sonne das Gebäude perfekt beleuchtet. Auch ohne ihn gewannen wir schnell den Eindruck, dass die Iraner selbst ein sehr freundliches Volk sind, denn gerade junge Menschen (meist Frauen) kamen auf die Frauen in unserer Gruppe zu und unterhielten sich mit ihnen. David selbst wurde sehr oft, wenn er uns etwas erklärte von älteren Menschen angesprochen, worauf hin wir ihn fragten, was sie denn ständig von ihm wollten. Seine Antwort war simpel – sie wollten das hässliche Image ihres Landes, dass verbreitet wird, loswerden. Einen kleinen Wermutstropfen gab es natürlich, denn im Iran ist es nahezu unmöglich, Geld am Automaten zu bekommen. Deswegen bot sich David an, für uns Geld zu wechseln. Hätten wir nicht am Flughafen versucht, Geld zu wechseln, wäre der Kurs gleich schlechter ausgefallen. So begannen wir 1 Euro = 40.000 Rial. Später „verschlechterte“ sich der Kurs, aber da wir auf David angewiesen waren, mussten wir mitspielen. Ähnlich lief es mit dem Essen abends ab, er bezahlte für alle und kassierte später im Bus – pro Person zwischen 350.000 und 450.000 Rial. Wahlweise auch in Euro zahlbar zu seinem Wechselkurs. Das stieß uns nur in sofern sauer auf, wenn wir nicht ein paar Tage zuvor in dem Imbiss zu dritt für 390.000 Rial gegessen hätten. Ich weiß, Imbiss sollte man nicht mit Restaurant vergleichen, aber qualitativ war da definitiv kein großer Unterschied.

IMG_2936Es folgte das letzte Ziel unserer Reise: Isfahan. Eine Stadt, die nur vor Grün strotzte, auch wenn der Fluss der sich früher durch die Stadt schlängelte seit langer Zeit keinen Tropfen Wasser mehr führt. Man borgte sich auch hier das Wasser von zukünftigen Generationen. Als wir am Abend ankamen, spazierten wir etwas am „Fluss“ entlang, sahen die 33-Bögen-Brücke und gingen anschließend Essen in Davids Lieblingsrestaurant. Es gab Hühnchen in Granatapfelsoße, die mich an meine Pflaumensoße erinnerte. Sehr lecker! Danach fuhren wir ins Hotel – es war überall Stau, logisch, da Mittwoch war (was bei uns der Freitag ist).

Unsere Tour durch die ehemalige safawidische Hauptstadt begann mit dem Abbild der Welt-Platz. Hier besuchten wir alle Moscheen und Paläste, die sich dort befanden. Es folgte noch der 40-Säulen-Palast mit seinen schönen Malereien und in einem kleinen, schattigen Café machten wir Mittagspause. Danach war unsere Tour offiziell zu Ende, aber David bot uns noch an, mit uns zu einem Teppichverkäufer und einem Kunsthandwerker zu gehen, gleich mit der Betonung – kein Kaufzwang. Wir genossen die Vorführung, bei den Teppichen kann man schon echt schwach werden, denn die haben richtig schöne Muster und Farben. Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung.

IMG_2881Kriszta Papa ist ein Filmfreund und hatte sich im Vorfeld eine Liste mit Filmen gemacht, die er gern haben wollte, da man sie bei uns nicht bekommt. Wir machten uns auf die Suche… nach einiger Zeit hatten wir einen CD-/DVD-Laden gefunden, die gesuchten Filme hatte sie natürlich nicht, da die Filme schon älter waren. Wir wurden aber auf einen anderen Laden verwiesen. Wir erfragten uns den Weg dahin, wurden aber nicht fündig. Erst als wir kurz vorm Ziel waren, erfuhren wir, dass der Laden nicht existierte. Als wir zurück gehen wollten und uns gerade nicht einig waren, ob wir nun links oder rechts des Abbild der Welt-Platzes entlang gehen wollten, sprach uns ein Mann an, er würde uns gern den Weg zeigen. Wir starteten einen letzten Versuch einen brauchbaren DVD-Laden zu finden. Er kannte zwei Stück und ging mit uns dahin. Als sich dort herausstellte, dass sie die Filme nicht in der Zeit beschaffen können, rief er Freunde an, ob sie noch eine Idee hätten. Er zeigte uns den Weg dahin auf der Karte… es war der Laden, wo wir ursprünglich hergekommen sind. Wir bedankten uns und liefen zurück zum Abbild der Welt-Platz. Auf dem Weg dahin wurde Kriszta von einer Frau angesprochen. Ihre Tochter konnte gut Deutsch und so unterhielten sie sich auf dem Weg. Wir erfuhren etwas aus dem Leben einer Frau, die geschieden ist und sich deshalb nur sehr ungern daheim aufhält, da sie ständig kontrolliert wird. Es war doch nicht alles so perfekt, wie David uns einzureden versuchte. Das war uns zwar schon vorher klar, aber David versuchte uns ein Bild einzutrichtern, dass schon kurz vor der Gleichberechtigung stand.

IMG_2945Zum Abendessen setzten wir uns auf die Dachterasse unseres Hotels und aßen nochmal eine riesige Portion von Grillspießen mit Salat. Auch diesmal zahlten wir bei weitem weniger, wie uns David die Abende zuvor verlangt hat. Wobei man dazu sagen muss, dass wir mit Absicht das Hotelrestaurant gewählt hatten, da es im Gegensatz zu denen am Platz gelegenen Restaurant wesentlich günstiger war.

Es brach der letzte Tag an, der uns zur alten Freitagsmoschee und einer armenischen Kathedrale führte. Letztere bestach durch ihre schön gemalten Wände. Auf dem Rückweg nach Tehran machten wir noch einen Zwischenstopp in Kashan, um hier einen Garten und das Borudjerdi-Haus zu besichtigen. Für die Hausbesichtigung waren wir etwas zu spät, denn wir erschienen kurz vor 16 Uhr und geöffnet war nur bis 16 Uhr. Es kostete David reichlich Überredungskunst, dass sie am heutigen Freitag uns doch noch passieren ließen. Gegen einen kleinen Obolus waren die Wächter des Museums doch willig.

IMG_2897Wir übernachteten wir im Hotel, wo wir die erste Nacht verbracht haben. Nur mit einem kleinen Unterschied: Es wurde eine Hochzeit im Hotel gefeiert. Wie auch bei uns, wurden die Kinder „zum schlafen“ gebracht und man feierte gemütlich weiter. Hieß für uns: *rumms* Tür zu, *trapp, trapp, trapp* den Gang runter, wieder *rumms* – dann ein paar Minuten Stille und dann begann das Spiel von vorn. Und das, wo wir um kurz nach 3 Uhr aufstehen mussten…

Zum Schluss noch ein kleines Fazit: Mir war schon vorher klar, dass mich bei weitem nicht das böse und feindliche Land erwartete, wie es hier immer dargestellt wird. Aber die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft waren doch viel deutlicher ausgeprägt, wie ich das in anderen Ländern erlebt habe. Natürlich hat man immer vor Augen, dass hier sämtlich Frauen ihren Hidschab oder Tschador tragen. Laut Gesetz sind sie seit November 2013 nicht mehr dazu verpflichtet, aber wir haben keine Frau mit offenem Haar gesehen. Ich habe eine Zeit lang überlegt, ob mir ein passende Analogie für unsere Kultur einfällt. Und ich glaube, ich habe eine gefunden: Stellt euch vor, von heute auf morgen werden Umkleidekabinen verboten. Man muss sich direkt im Laden umziehen und alle können zuschauen. Wäre unangenehm sich zu entblößen, oder? Aber warum? Schamgefühl ist nichts, was uns angeboren wurde. Und genau so stell ich mir das dort vor. Es gehört zur Kultur, zum Tagesablauf und jede Änderung sich etwas Anerzogenes abzugewöhnen, dauert seine Zeit. Aber das ist nur ein oberflächliche Geschichte… Die wahren Probleme kann man sich bei Wikipedia unter dem Abschnitt Justiz mal zu Gemüte führen.

IMG_2691Wenn man in den Iran reist, kommt man nicht am Islam vorbei. Ähnlich wie es im Christentum die Evangelen und Katholiken gibt, existieren im Islam zwei Hauptströmungen – die Schiiten und die Sunniten. Dabei bilden die Sunniten die Mehrheit aller Muslime. Mit Ausnahme des Iran wo fast ausschließlich Schiiten leben. Wie bereits im letzten Beitrag beleuchtet, richtet sich der islamische Kalender nach dem Mond, sodass das islamische Jahr sich pro Sonnenjahr immer um ein paar Tage verschiebt. Trotzdem bleiben die Wochentage gleich, im Gegensatz zu westlichen Welt, ist hier der Freitag, was bei uns Sonntag ist. David erklärte uns ein paar kleine Abweichungen zu den Sunniten, denn die Schiiten haben drei Zeiten, wo gebetet wird, im Gegensatz zu den Sunniten, die das fünf mal am Tag tun. Damit haben es die Schiiten einfacher und daraus folgt auch, dass deren Moscheen nicht so viele Minarette haben, denn ein Ausrufen zum Gebet gibt es nicht. Es wird früh und abends gebetet und wenn die Sonne am höchsten steht. Wer es im Laufe der Woche nicht geschafft hat zum Gebet zu gehen, sollte dies aber zumindest am Freitag tun. Da dies der religiös wichtigste Tag in der Woche ist, treffen sich die Muslime in der größten Moschee der Stadt zum Gebet, welche Freitagsmoschee genannt wird.

IMG_2751Am Dienstag Morgen besuchten wir noch einen Garten in Shiraz und machten uns dann auf den Weg nach Yazd. Erster Stopp war in Pasargad, um das Grab von Kyrus zu besichtigen bzw. dessen Garten, der sich im Laufe der letzten Jahrhunderte in eine trockene Wüste verwandelt hat. Weiter ging es nach Abarkuh, wo wir ein – ich nenne es jetzt mal so – Kühlhaus besichtigt haben. Im Winter wurde dort Wasser reingeschüttet, es fror und wurde dann mit Stroh abgedeckt. So konnte man dort bis zum Frühsommer Eis holen. Ein weiterer Punkt zum Ansehen war eine riesige, alte Zypresse. Spätestens an dem Punkt geriet ich ein wenig ins Zweifeln, weil Abarkuh doch wie ein Ort aussah, wo man mehr als eine Zypresse besichtigen kann.

Als wir am frühen Abend in Yazd ankommen, machen wir noch schnell einen Abstecher zum Amir Chaqmaq-Komplex, der sich gerade im Abendlicht hervorragend für Fotos präsentiert. Diesmal haben wir einen echten Glücksgriff mit dem Hotel, denn obwohl es von außen unscheinbar ist, entpuppt es sich drinnen als kleine Oase und die Zimmer sind mit der viel Liebe zum Detail gestaltet. Abends essen wir im Hotel. Im Gegensatz zur deutschen Kultur scheint ein Restaurant ein Ort zu sein, wo man sich nur zum Essen aufhält. Nach dem Essen sitzen zu bleiben und noch ein wenig über den vergangenen Tag zu reden, ist wohl unerwünscht, denn meist dass wir aufgegessen haben, stürzt unser Guide los, bezahlt und wir müssen aufspringen und das Lokal verlassen.

IMG_2647Der nächste Morgen bringt uns die in Yazd ansässigen Zoroastrier, auch Zarathustrier genannt, näher. Es beginnt mit der Besichtigung der „Türme des Schweigens“. Die Zoroastrier brachten in der Vergangenheit ihre Toten dort hin, überließen sie einen Tag lang den Greifvögeln und danach wurden die Knochen in das Loch im Zentrum der Türme geworfen. Alle paar Jahrzehnte wurde dann das Loch mit den Knochen geleert und alles begann von vorn. Wie wir erfuhren, besteht das Wesen eines Zoroastriers darin, gut zu denken, zu reden und zu handeln. Da die Zoroastrier die Elemente in gewisser Weise verehren, gibt es in Yazd einen Tempel des ewigen Feuers, den wir im Anschluss besuchten. Kurz vor dem Mittag erreichten wir dann die Freitagsmoschee, die wieder mit sehr vielen Mosaiken ein Kunstwerk darstellte.

IMG_2724Zum Abschluss des Besuchs in Yazd fuhren wir noch in den Dolat Abad-Garten, wo uns die Wirkungsweise der in Yazd sehr weit verbreiteten Windtürme erklärt wurde, denn in diesem Garten steht der größte Windturm der Region. Danach machten wir es uns wieder im Bus gemütlich. Während es die Klimaanlage am Morgen und Abend sehr gut meinte und stellenweise den Bus bis auf 17°C herunterkühlte, schaffte es sie nach dem Mittag kaum noch der außen herrschenden Hitze von fast 40°C Herr zu werden. Nach Yazd folgte Meybod, wo wir eine Karawanserei ansahen. Es war früher Nachmittag und die Sonne brannte unbarmherzig. Schnell sprangen wir wieder in den Bus, um nach Nain zu fahren, wo wir eine sehr alte Freitagsmoschee ansahen. Hier im Dunkel und der Kühle des unterirdischen Gebetsraumes sang David ein Lied für uns.

In meinem letzten Beitrag über Iran titelte ich „Persien im Jahre 1393 A.H.“ – den hinteren Teil möchte ich als Einleitung zum nächsten Beitrag etwas näher erläutern. Vielleicht auch nicht zuletzt um ein Bewusstsein zu wecken, wie fest unser Kalender mit den Wochentagen, Monaten und Jahren in unseren Köpfen verankert ist. Als Jahr 0 in ihrer Zeitrechnung betrachten Muslime das Jahr, in dem der Prophet Mohammed von Mekka nach Medina ausgewandert ist. So wie unser A.D. für Anno Domini (Im Jahre des Herrn) steht, bedeutet A.H. Anno Hegirae, wobei mit Hegira die Flucht des Propheten gemeint ist.

IMG_2484Unser erster Tag in Shiraz beginnt sehr früh, denn wir wollen nach Persepolis fahren, was die abendländische Bezeichnung für Takht-e Jamshid ist. Die Achämeniden haben dort eine Tempelstadt errichtet, die trotz Zerstörung durch Alexander den Großen sehr beeindruckend ist. Wir statten uns mit ausreichend Wasser aus und laufen vier Stunden durch die Anlage. David unser Guide erklärt alles sehr genau, die Sonne brennt unerbittlich auf unsere Köpfe. Gleich in der Nähe von Persepolis ist Naqsh-e-Rostam, wo man Felsengräber der Achämeniden und Reliefs der später herrschenden Sassaniden findet. Wir sind froh, als wir in den kühlen Bus steigen und wieder zurück nach Shiraz fahren. Als wir wieder beim Hotel ankommen, haben wir knapp zwei Stunden Zeit. Für uns Gelegenheit uns in einem kleinen Imbiss niederzulassen und ein paar Grillspieße zu essen. Die Hühnchenteile sind mit Safran gewürzt und der dazu gereichte Salat plus Fladenbrot schmecken vorzüglich.

IMG_2604Am Nachmittag machen wir nur eine kurze Busfahrt, denn unser Hotel ist relativ nah beim Mausoleum von Ali Ebn-e Hamzeh, ein Meisterwerk aus Spiegelmosaiken. Von dort aus laufen wir zum Grabanlage von Hafez, quasi der Goethe Irans. David rezitiert einige Gedichte sowohl auf Deutsch als auch im Persischen. Wir erkunden die Anlage noch etwas und dann geht es schon weiter zum Vakil Basar, von dem wir nicht so viel sehen, weil sich sehr viele Leute durchdrängeln und wir nicht richtig stehen bleiben können. Wir machen einen kurzen Zwischenstop in einem kleinen Teehaus, wo es Tee und sehr leckeres Zimtgebäck gibt. Am Ende des Basars wartet das Shah Cheragh-Mausoleum – laut unserer Reiseplanung dürfen wir nicht hinein, aber trotzdem sind wir drin und mit Handys bewaffnet machen wir sogar Bilder, denn Rucksäcke und Taschen müssen wir komplett draußen abgeben. Hintergrund für die strengen Regeln ist ein Anschlag, der vor ein paar Jahren verübt wurde – die Bombe wurde in einem Fotoapparat versteckt. Außerdem werden Nicht-Muslime nicht gern gesehen, weil eine Gruppe italienischer Touristen der Meinung war, Einheimische bei der Ausübung ihres Glauben Nachäffen und Veralbern zu wollen.

IMG_2628Wir sind froh über das gelungene Ereignis und wandern durch den Basar zurück Richtung Hotel. Dabei biegen wir in ein schönes Restaurant ab, wo es wieder Grillspieße in mehreren Variationen (Lamm, Hack und Huhn) gibt, dazu ein üppiges Büffet mit allerlei Salaten. Dazu gibt es einheimische Musik, jedoch werden wir den Eindruck nicht los, in einer Touristenabsteige zu sein. Beim Abendessen gebe ich das Ergebnis meiner Recherchen bekannt: Der Ort Shiraz hat nichts mit dem Wein zu tun [Quelle: Wikipedia] – es wird vehement abgestritten, aber dennoch höre ich am nächsten Tag, dass andere auch nachgesehen haben und zum gleichen Ergebnis kamen. Shiraz ist eine französische Rebsorte.

Nach welchen Kriterien soll man urteilen, wenn man ein Land bereist? Wie sich die Regierung nach innen und außen verhält? Welchen Einfluss hat das schon auf den Charakter der Menschen? Oder sollte man die Sitten und Gebräuche moralisch beurteilen? Aber wer setzt hier den Maßstab, was moralisch ist und was nicht? Ich beschloss diese ganzen Fragen erstmal beiseite zu stellen und mich einfach der Erfahrung hinzugeben. So als ob es alltäglich wäre in den Iran zu reisen. Sitten und Gebräuche werden akzeptiert, als wären sie weltweit üblich.

Alles, was ich im Vorfeld über den Iran wusste, stammte zu großen Teilen aus dem Film „Persepolis“. Dort bekommt man einen kleinen Ausschnitt aus der Zeit während der islamischen Revolution vermittelt bzw. was davor geschah. Weiterhin machte ich mich über die Kleiderordnung für Männer schlau (langärmeliges Hemd, evtl. kurzes Hemd, keine T-Shirts und auf jeden Fall nur lange Hosen). Da wir eine organisierte Reise machten, überließ ich den Rest mehr oder weniger dem Zufall (Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass Basics wie Stromadapter, Genuss von Lebensmitteln und Trinkwasser immer geprüft werden).

IMG_2455Also machten wir am Samstag früh los, fuhren nach Frankfurt, gaben unser Auto auf dem Urlaubsparkplatz ab und dann sollte es losgehen. Es dauerte aber über eine Stunde nach dem offiziellen Starttermin, als wir abhoben, denn erst mussten zu einer speziellen Abflughalle und dann bekamen wir ewig keine Starterlaubnis. Erster Zwischenstopp war Belgrad, denn iranischen Flugzeugen ist es wegen dem Embargo nicht erlaubt, in EU-Ländern zu tanken. So kamen wir kurz nach 22 Uhr in Tehran an. Es dauerte noch eine Stunde, bis wir durch die Passkontrolle durch waren, wo wir ersten Kontakt mit anderen Völker des nahen Ostens hatten – inkl. Frauen, die komplett verhüllt waren. Kein Gesicht, keine Augen – nur schwarz. Nach der Gepäckausgabe nahm uns David in Empfang und wir versuchten schon, das erste Geld zu tauschen, leider hatte der Schwarz-Tausch-Stand kein Geld mehr. Als unsere Reisegruppe komplett war (13 Leute), fuhren wir zum Hotel und fielen sofort ins Bett, schließlich war es kurz nach Mitternacht.

Das Hotel machte von außen schon was her, doch war innen total abgewohnt. Zum Frühstück gab es Marmelade, Brot, Eier in allen Varianten, Suppe, Süßspeisen, Obst, Gemüse, Tee und Kaffee. Wir begannen den Tag mit dem Besuch einiger Museen in Tehran – ich finde historische Museen mit Tonkrügen, Scherben und Werkzeugen gähnend langweilig, aber es gehörte zur Tour. Nächstes Museum: Glas und Keramik, auch nicht mein Geschmack. Mittag kamen wir in den Genuss eines Büffetts, was mit jeder Menge Salate, Hackbällchen, Auberginenauflauf, Suppen und Obst zum Nachtisch aufwartete. Gleich nach dem Mittag liefen wir zur Nationalbank, denn dort ist die Schmucksammlung untergebracht. Die war schon eher beeindruckend, auch wenn die Führerin eher im Stil „Das ist Aufsatz für Wasserpfeife mit Rubine und Smaragde besetzt“ kommentiert und mehr nicht. Ein kleines Schild wäre genauso hilfreich gewesen.

IMG_2467Das war es auch schon fast für Tehran – es gab noch einen kurzen Abstecher zum Freiheitsdenkmal und dann fuhren wir zum Flughafen, um nach Shiraz zu fliegen. Als wir dort ankamen erreichten uns Nachrichten aus Deutschland. Dort hatte man gehört, dass am Vormittag eine Maschine von dem Flughafen, wo wir starten sollten, abgestürzt war. Sowas ermutigt unwahrscheinlich, aber es lief alles problemlos – wie groß ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass am gleichen Tag zwei Maschinen vom selben Flughafen starten und abstürzen? In Shiraz stiegen wir in den Bus, der unsere Heimat für die nächsten Tage sein sollte. Sehr komfortabel mit extrem viel Beinfreiheit, Sitzen, die schon fast zu Liegen umfunktioniert werden können und einer (manchmal zu gut) funktionierenden Klimaanlage. So wurden wir am Hotel abgeliefert, das von außen wieder mehr versprach, wie die Zimmer hielten. Wir erkundeten noch etwas die Umgebung des Hotels und gingen dann schlafen.