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Shiraz – eine Stadt, die nichts mit dem Wein zu tun hat

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Unser erster Tag in Shiraz beginnt sehr früh. Wir wollen nach Persepolis fahren, was die abendländische Bezeichnung für Takht-e Jamshid ist. Die Achämeniden haben dort eine Tempelstadt errichtet, die trotz Zerstörung durch Alexander den Großen sehr beeindruckend ist.

Wir statten uns mit ausreichend Wasser aus und laufen vier Stunden durch die Anlage. David, unser Guide, erklärt alles sehr genau. Die Sonne brennt unerbittlich auf unsere Köpfe. Gleich in der Nähe von Persepolis ist Naqsh-e-Rostam, wo man Felsengräber der Achämeniden und Reliefs der später herrschenden Sassaniden findet. Wir sind froh, als wir abschließend in den kühlen Bus steigen und wieder zurück nach Shiraz fahren. Als wir wieder beim Hotel ankommen, haben wir knapp zwei Stunden Zeit. Für uns Gelegenheit uns in einem kleinen Imbiss niederzulassen und ein paar Grillspieße zu essen. Die Hühnchenteile sind mit Safran gewürzt und der dazu gereichte Salat plus Fladenbrot schmecken vorzüglich.

Am Nachmittag machen wir nur eine kurze Busfahrt, denn unser Hotel ist relativ nah beim Mausoleum von Ali Ebn-e Hamzeh, ein Meisterwerk aus Spiegelmosaiken. Von dort aus laufen wir zum Grabanlage von Hafez, quasi der Goethe Irans. David rezitiert einige Gedichte sowohl auf Deutsch als auch im Persischen. Wir erkunden die Anlage noch etwas und dann geht es schon weiter zum Vakil Basar. Von dem sehen wir nicht so viel, weil sich sehr viele Leute durchdrängeln und wir nicht richtig stehen bleiben können. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp in einem kleinen Teehaus, wo es Tee und sehr leckeres Zimtgebäck gibt.

Persepolis, Iran

Am Ende des Basars wartet das Shah Cheragh-Mausoleum. Laut unserer Reiseplanung dürfen wir nicht hinein, aber trotzdem sind wir drin. Mit Smartphones ausgerüstet machen wir sogar Bilder, denn Rucksäcke und Taschen müssen wir komplett draußen abgeben. Die Kontrolle ist sehr streng, denn vor einigen Jahren wurde hier ein Anschlag verübt. Die Bombe wurde in einem Fotoapparat versteckt. Die Einheimischen mögen hier auch Touristengruppen nicht so gern sehen, denn eine Gruppe italienischer Touristen war der Meinung, Muslima bei der Ausübung ihres Glauben Nachäffen und Veralbern zu wollen.

Naqsh-e-Rostam, Iran
Felsengräber und Reliefs in Naqsh-e-Rostam

Wir sind froh über das gelungene Ereignis und wandern durch den Basar zurück Richtung Hotel. Dabei biegen wir in ein schönes Restaurant ab, wo es wieder Grillspieße in mehreren Variationen (Lamm, Hack und Huhn) gibt, dazu ein üppiges Büffet mit allerlei Salaten. Dazu gibt es einheimische Musik. Jedoch werden wir den Eindruck nicht los, in einer Touristenabsteige zu sein. Beim Abendessen gebe ich das Ergebnis meiner Recherchen bekannt: Der Ort Shiraz hat nichts mit dem Wein zu tun [Quelle: Wikipedia] – es wird vehement abgestritten. Aber dennoch höre ich am nächsten Tag, dass andere auch nachgesehen haben und zum gleichen Ergebnis kamen. Shiraz ist eine französische Rebsorte.

Shiraz, Iran
Hafez‘ Grabstätte

Und weil ich schon mal beim Erläutern bin. In meinem letzten Beitrag über Iran titelte ich „Persien im Jahre 1393 A.H.“ – den hinteren Teil möchte ich als Einleitung zum nächsten Beitrag etwas näher erläutern. Vielleicht auch nicht zuletzt um ein Bewusstsein zu wecken, wie fest unser Kalender mit den Wochentagen, Monaten und Jahren in unseren Köpfen verankert ist. Als Jahr 0 in ihrer Zeitrechnung betrachten Muslime das Jahr, in dem der Prophet Mohammed von Mekka nach Medina ausgewandert ist. So wie unser A.D. für Anno Domini (Im Jahre des Herrn) steht, bedeutet A.H. Anno Hegirae, wobei mit Hegira die Flucht des Propheten gemeint ist.

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