Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Schöne neue (digitale) Welt

Jan 0

Nach meinem Beitrag über meinen dahin scheidenden Rechner, gab mir ein Kollege ein Messgerät mit. Es kann ja nicht schaden, mal die Spannung der Batterie zu prüfen. Also zerlegte ich meinen Rechner, baute noch mein ZIP-Laufwerk ein, verlegte die Hosenträger so, dass CD und ZIP an einem Strang hingen und die IDE-Platte an einem anderen. Eventuelle Master – Slave-Jumpereien inklusive!

Angeschaltet. Wie immer – nur das Linux war bereit, seinen Dienst zu verrichten. Also nahm ich den Rechner wieder auseinander, knipperte die CMOS-Batterie raus. Die Prüfung der Batterie ergab: 3.05 Volt. Super! Also noch ein kleiner Selbstversuch: Beide Kontakte des Messgeräts angefasst: 0.17 Volt!? Ein weiterer Selbstversuch am Kopf ergab: 0.50 Volt! Ich glaub, ich steh‘ unter Strom.

Was aber das Entscheidende war: Ich baute die Batterie wieder ein und was tat sich? Nichts! Garnichts! Die erste Idee: Spannungsspitze und damit irgendwas zerlegt. Also Grafikkarte gewechselt: Immer noch alles schwarz. In meiner Verzweiflung rief ich den „Hardware-,Handy- und sonstigen elektronischen Krimskrams“-Spezialisten Basti an. Seine Theorie stimmte erstmal mit meiner überein: da hat es wohl was zerlegt. Vermutlich das Board.

Also bin ich den nächsten Tag zum eigentlich Plätzchen-Backen mit meinem Rechner angetanzt und Basti wechselte eine Komponente nach der anderen, bis er sich sicher war: Das Board ist hinüber. Also hieß es schnell im Internet nachsehen, was man sich als Alternative holen kann. Die Antwort war schnell gefunden: Zu einem 939-Prozessor passt ein Asus A8V Deluxe! Also flitzte ich los und holte das Board… Als ich wieder ankam merkten wir: Irgendwie passt der Prozessor nicht. Ein Blick auf das alte Board verriet uns: ein 754er Sockel wäre angebrachter gewesen. Also bin ich nochmal los: Das Board wurde problemlos zurückgenommen und ich fuhr zu einem anderen Anbieter um ein neues zu holen: Diesmal der Favourit: Asus K8V-X SE. Prozessor eingebaut – passt und mein altes XP fuhr dank identischem Chipsatz sogar fast anstandlos wieder hoch.

Also machte ich mich heute vormittag an die Neukonfiguration. IDE-Platte und SATA-Platte dösten beide träge in dem Rechner vor sich hin. Das XP bootete von der SATA-Platte problemlos. Also startete ich die Installation – und *schwups* verschwand die SATA-Platte aus dem Menü der zur Verfügung stehenden Platten. Also schnell die IDE-Platte ausgebaut. Plötzlich ging das XP garnicht mehr zu booten und die Installation fand garkeine Festplatte mehr. Schweren Herzens entschloss ich mich auf die IDE-Platte zu installieren. Nachdem er fertig war, rief ich wieder bei Basti an. Der erklärte mir, was fehlte: ein Treiber bei der XP-Installation. Also hab ich mit Hilfe meiner alten XP-Version eine Treiber-Diskette von der Mainboard-Treiber-CD erstellt. Auf einmal: Bluescreen, Absturz. Die Diagnose war klar – das alte XP war noch auf das alte Board ausgelegt und die Diskette konnte ich so wegwerfen, wie sie war. Also mit der Installation von der IDE-Platte eine neue Diskette erstellt und siehe da – es ging. Soweit so gut hab ich also meinen Rechner wieder komplett installiert und mußte feststellen, dass sich mein Gesetz bestätigt hat:

Speedys Law:

Wenn du Sicherungskopien deiner Daten wegen einer Neuinstallation anlegst, wirst du garantiert einen Teil vergessen. Das wird dir natürlich erst auffallen, nachdem das Betriebssystem komplett neu installiert ist und sämtliche zu sichernden Daten verloren sind.

So auch diesmal. Die ICQ-History war gesichert, Mails waren gesichert. Nur eins nicht: die Quellcodes meines Fraktalprogramms. Die sind jetzt hinüber und ich darf von vorn anfangen.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.