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Die Picknicker

Jan 6

Nachdem die Woche ziemlich schräg herumholperte, kam das Wochenende in Dresden immer näher. Ich holte am Donnerstag die Klavierstunde vom Donnerstag, wo ich zum Junggesellenabschied war nach und so kam eine ganze Stunde zusammen. Ich glaube, danach brauchten wir beide eine Kopfschmerztablette. Und angesichts der nahenden Hitze und meiner Müdigkeit fiel meine Lust nach Dresden zu fahren, immer weiter ab. Aber es kommt doch grundsätzlich anders, wie man denkt.

Diesen Freitag entstand nicht so eine Hektik, wie den Freitag davor. Ich konnte ganz beruhigt Feierabend machen, ging noch schnell die Getränke für das Picknick holen und schon surrte ich über die Autobahn. Ich quatschte noch ein wenig mit meinen Eltern und verzog mich dann, ich wollte endlich ins Bett und schlafen. Natürlich machte mir die Sonne am nächsten Morgen einen gründlichen Strich durch die Rechnung, sie schien mir mitten ins Gesicht. Guten Morgen liebe Sonne, hättest du nicht mal dieses Wochenende Pause machen können, wie die letzten Wochenenden zuvor? Ich döste noch etwas vor mich hin, ging dann noch ein paar Blümchen für Oma holen und schon konnte die Besuchstour nach Pulsnitz beginnen. Oma machte zwar noch einen bißchen verwirrten Eindruck, ist aber schon fast wieder die Alte. Zumindest soweit man sich mit 86 Jahren noch erholen kann. Aber irgendwie war durch die viele Sonne auf einmal so viel gute Laune vorhanden, dass ich mir die eine oder andere Blödelei nicht verkneifen konnte. So erntete ich einen bösen Blick von meiner Mutter, als ich auf die Frage von meiner Oma: „Hast du denn Anschluss?“ und mir blitzschnell herausrutschte: „Natürlich – DSL und Telefon!“ Ganz böse, ich weiß.

PicknickerNach dem Besuch bei Oma ging es wieder heim und ich hatte mich gerade ein wenig ausgeruht, da kam der Picknicker-Anruf. Sehr gut – ich war bereit. Nachdem alle Leute eingeladen waren und diverse Vergesslichkeiten eingesammelt waren, ging es an die Elbe. Wenn dann aber vier Leute im Auto sitzen und dem Fahrer Ratschläge geben, welcher Parkplatz der Beste ist, wird es anstrengend. Basti behielt jedoch die Nerven und fand ein schattiges Plätzchen. Nachdem alle Decken ausgebreitet waren und das Essen bereit stand, konnte es losgehen. Während des Essens stieß dann noch Andy zu uns und wir waren komplett. Um nicht nur herumzusitzen, waren auch verschiedene sportliche Betätigungen möglich. Wir rannten dem Frisbee oder dem Federball hinterher, bis uns auch die Maikäfer verfolgten. So manche Dame aus unserer Runde führte einen gar abenteuerlichen Tanz auf, um sie loszuwerden. Keine Chance, die waren hartnäckig. Erst als wir uns wieder setzten, ließen sie ein wenig ab von uns.

A bugDafür hatte ich einen neuen Freund. Eine Schildwanze – oder wie der Engländer sagen würde: einen Bug. Und wie jeder anständige Programmierer versuchte ich erstmal so zu tun, als gäbe es ihn nicht. Doch er fing an, härtnäckig zu werden. Also setzte ich ihn an eine andere Stelle. Doch ein guter Bug findet seinen Entwickler immer wieder. Erst als ich ihn von der Decke verbannt hatte, kam er nicht mehr wieder. Inzwischen dämmerte es langsam und wir bewunderten die schöne Spiegelung der untergehenden Sonne in den Hochhäusern gegenüber, bis uns dämmerte, das dies die Hausflurbeleuchtung war, die sogar nach System heller und dunkler wurde.

Und mit der Dämmerung fing die Stadt an zu leben. Aus dem Rosengarten quoll ein Fluch aus deutschen Schlagern, während sich etwas später das Dampfschiff „Gräfin Cosel“ unter dem Decknamen „Partyboot“ daran machte, die Schlagergemeinde mit wummernden Bässen in den Boden zu stampfen. Das frenetische Jubelgeschrei der Leute an Deck sorgte für den Rest. Wir blieben noch etwas und als es auf die elfte Stunde zuging, packte wir langsam zusammen und beschlossen noch einmal bei den Filmnächten am Elbufer vorbeizuschauen. Dort die Veranstaltung war gerade vorbei und die Leute strömten zu ihren Autos. Einige Fotos später folgten wir ihnen und fuhren heim. Aber nicht ohne vorher die Funktion des Ampelmanns ausführlich zu erläutern.

Roter AmpelmannGrüner Ampelmann

Sonntag: Es ist heiß und die Autobahn war lang und quälend, offensichtlich blieb ich auf dem Asphalt kleben. Dafür hielt sich der Verkehr in Grenzen (mal von nervigen Mittelspurterroristen abgesehen). Heute hatte ich ein besonders anhänglichen Mittelspurfahrer. Der hielt treu die Spur, selbst wenn ein langsameres Auto wie ich herauszog, um zu überholen. Ich war schon fast geneigt, mal zu probieren, wie langsam er dann wirklich wird, überließ das aber einem anderen Fahrer. Wenig später verschwand er hinter mir am Horizont.

PS: Alle Bilder (C) by Basti und seiner Canon EOS 400D

  1. Moin liebe Nadine,

    ich hab dir ja gestern schon auf deinem Blog geantwortet – das Stöckchen hab ich schon 😛 Du darfst hier gern mein Gast sein, aber nicht vergessen „Nur gucken, nicht anfassen“ 😉

    Liebe Grüße
    Jan

  2. Dirk Dirk

    Gibts den laufenden Ampelmann auch nochmal in Größer? 😀
    Ich möchte mich noch mehr schlapp lachen! 😆

  3. Der kommt zu dir via elektronischer Post, aber erst heute Abend. Jetzt ist Aufbruchstimmung, die Arbeit wartet…

  4. Dirk Dirk

    Danke!
    Größer ist der Lacher noch Größer.
    Live war es bestimmt am Besten!

  5. Jup, live war ich nicht verwackelt 😉 Aber ohne Blitzlicht ist die Atmosphäre einfach besser.

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