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3. und 4. Urlaubstag

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fraenkische schweiz 200710 1Gestern Morgen wurde ich kurz nach 8 Uhr munter. Das konnte doch nicht mein ernst sein. Also horchte ich nochmal fix am Kopfkissen, nein, da war nicht mehr rauszuholen. Also kroch ich ganz gemütlich aus den Federn, fing an meine Sachen zu packen, denn ich wollte wandern gehen. Als ich meine Kamera aus der Fototasche holte, sah ich, dass die Batterien bald leer sind und nach dem Desaster im Baltikum wollte ich lieber vorsorgen.

Nach einem Kaffee-O-Saft-Brötchen-Ei-Frühstück startete ich und holte erstmal die Batterien. Danach hieß es ab auf die Autobahn, bis Buttenheim und dann querfeldein Richtung Ebermannstadt und von dort aus nach Streitberg. Halb 12 Uhr hatte ich meine Wanderschuhe an den Füße und schon ging es zur Ruine der Streitburg hoch. Von dort aus zum Guckhüll hinüber und eine Runde um den Berg gedreht und dann das Lange Tal entlang. An der Schönsteinhöhle vorbei ging es dann Richtung Neudorf. Laut Karte gab es dort eine Gaststätte.

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Keine Ahnung wo ich solange herumgekrebst bin, aber die Strecke Langes Tal – Neudorf hatte ich in einer halben Stunde zurückgelegt, sodass ich Viertel 2 in die kleine gemütliche Kneipe einfiel. Schon an der Tür wurde ich mit „Wir haben heute Rouladen“ begrüßt. Da ich aber nicht so großen Hunger hatte, begnügte ich mich mit Bratwürsten, Kraut und Brot und dazu ein Weizen. Offensichtlich gehört zu jeder guten Dorfkneipe ein alter Mensch, der die Gäste unterhält. In meinem Fall ein älteres Mütterchen, das noch ziemlich lebendig wirkte und mit ihren Händen an dem Römer mit Rotwein herumspielte.

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Während ich meine Bratwurst verdrückte und dabei genüßlich das Weizen schlürfte erzählte sie mir, dass vor nicht allzulanger Zeit ein etwas korpulenter Mann in der Schönsteinhöhle hängen geblieben ist und das THW zu Hilfe kommen mußte. Von da aus war es nicht weit zu den „Als mein Mann noch lebte“-Geschichten. Da sie seit 50 Jahren in Franken lebt, war sie schon oft in der Fränkischen Schweiz wandern und konnte mir einige Routen empfehlen. Da ich die Karte gleich mit auf dem Tisch liegen hatte, konnte ich die Strecken nachvollziehen. Gut war auch, dass sie gleich sagte, wo man zu Mittag essen sollte und welche Geschichte an der Gaststätte hing.

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Ich ließ inzwischen meinen Blick über die Wände schweifen, sah, dass der Inhaber nicht nur Gaststättenbetreiber war, sondern auch Fleischermeister. Meine Vermutung wurde von dem Mütterchen bestätigt, alles was man hier aß, kam aus eigener Produktion und schmeckte auch dementsprechend gut. Preiswert – keine Frage, 5 Euro für den ganzen Spaß und ich zog weiter.

Im Laufe meiner Wanderung machte sich bemerkbar, dass ich schon länger keinen Sport gemacht habe, aber das störte mich weniger, vielmehr taten mir irgendwann die Füße weh. Berg hoch, Berg runter und dabei letzteres drückte mit der Zeit an den Zehen. Ich war heilfroh, dass der Rückweg von Muggendorf keine Höhenschwankungen mehr beinhaltete und so war ich gegen 16 Uhr wieder am Auto, zog die Wanderschuhe aus und ließ erstmal die Beine baumeln.

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Zuhause angekommen sprang ich erstmal in die Wanne. Das tat richtig gut. Nachdem ich wieder rausgekrabbelt war, lief ich nochmal den Berg herunter und schaute bei der Kirchweih im Ort vorbei. Aber da war nichts Spektakuläres, Bierzelt und ein bißchen Rummelatmosphäre und das sehr moderat besucht.

Abends ging ich dann ins Kino – „Ein fliehendes Pferd“. Kurz zur Handlung, ein Lehrer, der mit seiner Frau seit 12 Jahren jeden Sommer an den gleichen Ort an die See zum Urlaub fährt, trifft einen alten Klassenkameraden, der mal sein Freund war. Zwei völlig verschiedene Charakter prallen aufeinander – ein Pragmatiker und ein Lebemann. Der Lehrer, angewidert von der Anwesenheit seines alten Freundes, aber angezogen von seiner viel jüngeren Freundin und der Dandy, der sich für alles begeistern kann und immer wieder versucht, das andere Ehepaar für eine Unternehmung zu begeistern und auch nicht die Finger von der Frau des Lehrers lassen kann. Das Ende lass ich aber mal offen, es gibt ein Happy End, was zwar irgendwo realistisch ist, aber trotzdem unwirklich erscheint.

knusprige putenstreifenNach der kleinen Bergtour von gestern stellte sich (wie zu erwarten) heute der Muskelkater ein, Treppensteigen wird zur Freude. Da ich aber nicht den ganzen Tag bei dem schönen Wetter daheimhocken wollte, machte ich eine kleine Runde durch die Stadt, kaufte noch ein paar Karten fürs Postcrossing und ging dann wieder heim. Während meines Spaziergang lief mein Podcast 3 mal durch und ich schob in Gedanken die Tracks noch ein bißchen hin und her und stellte nach meiner Rückkehr die Reihenfolge um, mit der ich jetzt zufrieden bin. Da die Küche schon wieder viel zu ordentlich aussah, erzeugte ich beim Kochen erstmal wieder einen riesigen Abwaschberg, indem ich knusprige Putenstreifen auf Senf-Orangen-Soße kochte.

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