Touristenattraktion: Wasserfälle von Ocho Rios

Island Gully Falls

Erste Station unserer Reise ist Ocho Rios in Jamaika. Ocho Rios bedeutet acht Flüsse, was die Vermutung nahe legt, dass es viel bewegtes Gewässer gibt. Und wie es sich für eine ordentliche Karibikinsel (siehe Standardsehenswürdigkeiten in der Karibik) gehört, hat Jamaika Wasserfälle im Programm.

Schon im Voraus hatten wir einen Taxifahrer organisiert, der uns zum Blue Hole und zu den Dunn’s River Falls bringen sollte. Per Mail hatten wir einen Preis von US-$160 ausgemacht. Richie, unserem Taxifahrer, animierte uns, noch weitere Mitfahrer zu finden, um den Preis zu pro Person senken. Richie hatte einen Kleinbus, der bis zu 13 Leute fassen konnte. Wir gingen rechtzeitig von Bord und sprachen diverse Leute an. An Bord hatten wir schon zwei Pärchen gefunden, die mit uns kommen wollten. Das Glück war uns hold und wir fanden noch zwei weitere Paare und waren somit 10 Personen.

AIDAluna

Wir wussten, dass die meisten Touristen wollen zu den Dunn’s River Falls. Also entschieden wir uns zuerst zum Blue Hole zu fahren. Wie wir von Richie erfuhren, haben die Jamaikaner den Ruhm des Blue Hole ausgenutzt und mehrere „Blue Holes“ angelegt, um Touristen anzulocken. Aus diesem Grund hat der Staat das originale Blue Hole in Island Gully Falls umbenannt und zur geschützten Marke gemacht. Die Straße zu den Island Gully Falls ist holprig und auf keinen Fall für große Touristenbusse geeignet. Als wir ankamen, wies uns Richie an, alles bis auf Badehose und Wasserschuhe auszuziehen und keine Kamera mitzunehmen. GoPro oder eine andere wasserdichte Action-Kamera ist auf jeden Fall angebracht.

Der Ausflug in den Island Gully Falls besteht daraus, dass man mit einem Guide am Rand der vielen kleinen Wasserfälle hochläuft und danach Stufe für Stufe hinunter springt. Obwohl es mit 28°C warm war, versteckte sich die Sonne hinter ein paar Wolken und kam nur gelegentlich raus. Mit anderen Worten: Wenn man nicht im Wasser war, wurde es schon etwas frisch. Abschluss der Tour war ein Sprung von einem Beton-Steg, der ungefähr 5-6 Meter über dem Wasser lag. Wer wollte, durfte springen, der Rest schaute zu. Danach ging es zurück zum Minibus, wir trockneten uns ab und stiegen ein. Wohl wissentlich, dass die Klimaanlagen immer auf maximale Kühlung gestellt werden, wiesen wir Richie an, sie abzustellen.

Was jetzt folgte, sprengte meinen gedanklichen Rahmen einer touristischen Attraktion. Als wir bei den Dunn’s River Falls ankamen, standen gefühlt 30 große Busse da. Wieder wurden wir angewiesen, alles im Bus zu lassen, Richie passt auf. Wir kamen uns schon etwas blöd vor, dass wir halbnackt zwischen den ganzen Touristen durch den Eingang liefen. Unsere Anweisung lautet: Durch den Eingang, immer gerade aus, dort wartet der Guide auf uns. Wir liefen so ungefähr 400m und kamen dann bei den Umkleidekabinen an. Dort war auch der Startpunkt der Tour in den Wasserfällen. Es stand schon ein Haufen Leute herum, die auf den Beginn ihrer Tour warteten. Wie wir erfuhren, sind gerade alle Guides unterwegs und wir sollen uns etwas gedulden.

Dunn's River Falls

Die Wartenden wurden in Gruppen a ca. 20 Personen aufgeteilt und es folgte eine Einweisung. Neben diversen Tipps sollte die auch vermitteln sollte, dass wir die Gruppe sind, die den meisten Spaß haben wird. Muss man unserem Guide echt lassen, er machte seinen Job echt Klasse und kitzelte uns etliche Lacher und Begeisterungsrufe heraus. Das sollte aber nur über die Tatsache hinwegtäuschen, dass sich ungefähr 3 Gruppen parallel den Wasserfall hinauf bewegten und man nur seinen Guide fand, weil er ständig nach seiner Gruppe rief und schaute. Selbstredend, dass parallel nicht ausschließt, dass vor und hinter uns auch Gruppenzüge unterwegs waren. Das Gute ist, wir hatten Spaß, wurden ordentlich nass gespritzt und gegen Ende kam die Sonne richtig raus und trocknete uns schnell.

Es kam der Zeitpunkt, wo wir entscheiden mussten, ob wir noch zu einem Aussichtspunkt hochlaufen wollen oder zurück zum Schiff wollen. Da nur noch eine Stunde Zeit war und der Verkehr doch ziemlich zähflüssig war, entschlossen wir uns zur Rückkehr.

Am Hafen angekommen, fragten wir Richie, wieviel wir ihm jetzt schuldig sein. Seine Antwort haute uns vom Sockel: US-$400! Wir hielten ihm die ausgedruckte Mail unter die Nase, wo stand, dass er $160 für den Tag wollte. Es stand lediglich noch drin, dass es kein Problem für ihn ist, wenn wir andere Leute finden, er hätte einen Minibus, wo maximal 13 Leute reinpassen. Zehn Leute hieß für Richie: $40 pro Person. Er hätte ja schließlich extra mit dem Minibus kommen müssen, weil wir so viele sind, sonst wäre er mit seinem normalen Taxi gekommen. Keine Argumentation zog, wir kratzten gerade noch so $300 zusammen, nachher fiel uns ein, dass wir auch schon $30 angezahlt hatten.

Einige in unserer Gruppe zeigten Verständnis für Richie und meinten, es wäre ja eine arme Insel und uns geht es ja gut. Ich fragte zurück, ob sie auch an einem Tag $300 verdienen? Aber letztendlich haben wir am Vorabend mit 6 Leuten für $160 gerechnet und sind unterm Strich mit den 10 Personen auch fast auf den gleichen Pro-Kopf-Preis gekommen. Beim Abendessen treffen wir uns alle wieder und rechnen, wer wieviel von wem bekommt, da wir einiges an Geld vorstrecken mussten.

Es folgt erstmal ein Seetag, den wir sehr ruhig verbringen, das Kriszta Halsschmerzen von der kühlen Klimaanlage bekommen hat und spürt, wie eine Erkältung sich breit macht.

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