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D wie Deppentechno

Jan 0

Nächster Beitrag für die Blog-Challenge. Deppentechno wird heute ein Thema, das mehr als Podcast Spaß macht. Zum einen ist Deppentechno ein Thema, was nicht ohne Hörbeispiele auskommt. Und Deppentechno begleitet mich schon fast mein ganzes Leben. Außerdem werde ich im Podcast mal etwas ausführlicher erläutern, warum ich den ganzen Aufwand hier betreibe.

Jeden Beitrag gibt es auch als Audio, der mehr oder weniger Informationen enthält. Untermalt wird das natürlich von der Musik, über die ich hier erzähle.

Als ich früher gefragt wurde, was für Musik ich höre, antwortete ich sofort: Techno. Sofort schlugen alle Vorurteile zu: Das ist doch nur monotones Bumbumbum. Und diejenigen, nicht so ganz intolerant waren, hakten nach: Sowas wie 2 Unlimited? Und schon sind wir mitten im Thema drin.

2 Unlimited war mehr oder weniger der Anfang. Das war für viele Techno, weil sie das aus ihrer Großraum-Disco kannten, wenn die Technorunde kam. Dabei waren 2 Unlimited doch mehr ein Dance-Act, als Techno.

Aber das nächste Übel folgte auf dem Fuße. Es kam aus Deutschland und hieß U96. Als ein Kumpel die Maxi mitbrachte und mir schwor, dass es der Hammer ist, war ich neugierig. Was ich hörte, ließ eiskalte Schauer meinen Rücken runterlaufen. Die unangenehme Art von Schauer.

Die noch junge Technogemeinde begann sich zu zerlegen. Es gab diejenigen, die von dem Chartsgetöse gar nichts mitbekamen – die Glücklichen. Und es gab diejenigen, die es bewusst mitbekamen und sich krass davon distanzieren wollten. Indem sie richtigen Techno hörten, der härter war. So hart, dass man ein Doppel-K auspackte und es Tekkno nannte.

Kleiner Themawechsel. Mitte der 1990er kam auf Fire Records ein britischer Release nach Deutschland, da das Original nur limitiert war. Die Truppe hieß Ultra-Sonic und der Track hieß „Annihilating Rhythm“. Obwohl alles gesamplet war, herrschte hier eine Atmosphäre wie bei einer Live-Show. Einer brüllte ins Mike und feuerte die Massen an. In UK war das wohl üblich, man denke nur über Keith Flint nach, der Dancer und Stimme von The Prodigy war, nachdem sie auf dem ersten Album auch ausschließlich Instrumental gewesen sind.

Wenig später kam wieder ein Produkt aus Deutschland auf den Markt. Die Ähnlichkeiten zu „Annihilating Rhythm“ waren so unverkennbar, dass man heute von einem Plagiat sprechen würde. Die Rede ist von Scooters „Hyper hyper“. Ja und seit der Zeit ist Scooter für mich der Inbegriff des Deppentechno. Wobei man H.P. und seinen Kollegen nichts vorwerfen kann. Sie haben produziert, was die graue Masse wollte und sich dabei sichtlich weiter entwickelt. Wobei ich sagen muss, dass ich nicht denke, dass sie nicht eine gewisse Selbstironie an den Tag legen.

Kommen wir zum letzten Beispiel für heute. 1991 veröffentlichte Ramon Roelofs als R.J.’s Rule eine Platte namens „Rave This Nation“. Ein Klassiker! Zwei Jahre später tat er sich mit Theo Nabuurs zusammen und beide veröffentlichten ein paar Hardcore-Scheiben, die nicht meinen Geschmack trafen. Die Rede ist von Charly Lownoise & Mental Theo.

Aber im Laufe der Zeit entwickelten sie sich zu einer Art Zwei-Mann-Boygroup. Und dem entsprechend wandelte sich ihre Musik. Es war zu soft für Hardcore, zu schnell für Rave. Deshalb ich nenne es mal Blödel-Hardcore. Und da Blödel-Hardcore ziemlich nah an Deppentechno liegt, haben sie durchaus ihre Erwähnung verdient.

Das war jetzt wirklich nur ein kleiner Einstieg ins Thema. Eigentlich wollte ich nur an der Oberfläche kratzen. Wer hier noch Nachholbedarf hat, kann sich gerne im Fundus von Marusha, Westbam oder „Die Schlümpfe – Techno ist cool“ bedienen.

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