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Plattenkiste August 2021

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Voll der Sommermonat! Gefühlt war nichts los, aber trotzdem habe ich doch wieder einiges für meine Sammlung getan. Es ist diesmal wirklich empfehlenswert, den Podcast anzuhören. Denn dort gibt es nicht nur die Neuvorstellungen für die Plattenkiste August 2021, sondern Klassiker und Nachkäufe.

Die Plattenkiste gibt es auch als Podcast bei Mixcloud. Dort gibt es ausführlichere Informationen zum Release, Ausschnitte aus den Tracks. Außerdem gibt es beim Podcast auch den Klassiker des Monats und – insofern geschehen – Beispiele aus alten, nachgekauften Platten.

Innate 004

Schon Anfang des Jahres erschien die Innate 004 mit vier Tracks von neuen unbekannten Künstlern. Soweit nichts Neues. Auf Bandcamp kündigte das Label das Erscheinen der digitalen Version für das späte Frühjahr an. Ich hörte in die Tracks rein und war wieder begeistert. Detroit-Techno vom allerfeinsten. Aber da ich mich ja auf die digitale Version freue, weil sie einen extra Track beinhaltet, wartete ich brav. Das Frühjahr verging, der Sommer begann und ich wartete immer noch. Also fasste ich mir Ende Juli ein Herz und kommentierte auf Bandcamp, wann denn nun die Ausgabe kommt. Ich bekam die Antwort, dass es sehr sehr bald passiert mit einem Zwinkersmiley. Tatsache war eigentlich, dass ich die Notification, dass ein neuer Release vorliegt noch vor meiner Antwort bekam.

Aber nun liegt sie vor – fünf Tracks mit einem Bonustrack von Jonski, der Acceptance heißt. Wie immer dabei sehr beliebt sind Broken Beats und eine entspannte Atmosphäre, die zum Rumlümmeln auf der Couch einlädt.

Luke Hess & Harrison – Epibenthos Mbira EP

Was sind die perfekten Zutaten für eine schöne Dub-Techno-Scheibe? Viel Echo, viel Reverb, ein weicher Bass, unauffällige Bassdrum, leise Hihats. Ja, und dass es überhaupt jemanden gibt, der sich dazu bewegen lässt, so etwas zusammen zu stellen. Irgendwie warte ich schon seit einiger Zeit darauf, dass wieder etwas passiert. Da wäre natürlich die neue Yagya, die im September erscheint. Aber sonst passierte da dieses Jahr viel zu wenig. Um so besser, dass Luke Hess & Harrison jetzt auch Echochord Colour veröffentlichen. Ja, das ist genau das entspannte Zeug, was ich jetzt brauche.

Fox – Squang Dangs In The Key Of Vibes

Wie ich schon vor einigen Monaten sagte, finde ich es Klasse, wenn nicht nur Drum & Bass Artists Alben veröffentlichen, sondern auch diejenigen, welche die Vocals abliefern. Jetzt ist Fox dran. Ein ziemlich kurzer und prägnanter Name, der mir erst mal nichts gesagt hat. Aber sobald das Album Squang Dangs In The Key Of Vibes losläuft, ist die Stimme vertraut. Und genau aus dem Grund sind diese Alben einfach wichtig. Weil auch mal der Fokus auf die Vocals gelegt werden muss und diese Leute zeigen sollen / müssen / können / dürfen, was ihre Stimme sonst noch so alles kann. So ist es kein Wunder, dass Fox zwar hauptsächlich Drum & Bass auf seinem Album bedient, sondern auch mit einem langsameren Tempo arbeitet. 

Richie Hawtin – Acid King

2021 ist wohl das Jahr, wo die Technoszene endlich die Schale des faden Nachgeschmacks der Kommerz-Rave-Zeit leert und mit neuem Material füllt. Es ist wieder Zeit für lange Breaks, Hymnen und ewig lange Tracks, wo eine 303 im Sägezahn-Modus monoton vor sich hin schnurpselt. An dieser Stelle kommt wieder Richie Hawtin ins Spiel, der die Karten auf den Tisch legt und den Acid King spielt. Alle Mitspieler stöhnen auf, werfen die Karten auf den Tisch. Selbst wer auf Full House setzt, hat gegen den Acid King verloren.

In voller Länge ist der Track über 10 Minuten lang, herrlich dezent übersteuert und trotzdem keine Sekunde zu kurz. Die Titelliste spricht von fünf Tracks, aber um ehrlich zu sein, sind es nur drei. Bonus Beats und Vocal als Ergänzung sind zwar schön zum Mixen und Samplen, aber nicht zum Hören.

Decon Curates – Ethereal Jazz for a New Generation

Das Verb „kuratieren“ bedeutet etwas zu organisieren bzw. zu betreuen. Im Original stammt das Wort aus dem Lateinischen „curare“ und heißt sich um etwas zu sorgen oder kümmern. Deswegen ist auch die englische Übersetzung mit „curate“ sehr nah dran. Und schon sind wir bei der Compilation Decon curates Ethereal Jazz for a New Generation.

Die ganze Vorrede diente jetzt nur dazu, um darauf hinzuführen, dass diese Compilation eigentlich Bewahrer – im Sinne von Erhalten – eines Stils des Drum & Bass ist, der von Mitte der 1990er bis zur Jahrtausendwende seine Blütezeit auf Labels wie z.B. Good Looking erlebte. Manche Tracks sind so schön und verführerisch, dass ich sie – ohne es zu wissen – nicht von den alten Good Looking-Sachen trennen könnte.

Und so entsteht der ätherische Jazz für eine neue Generation. Oder auch der athmosphärische Drum & Bass für eine bestehende Generation. Denn das Cover spricht auch für sich. Zu sehen ist eindeutig ein altes Schallplattencover, denn die Abdrücke eines Vinyls zeichnen sich deutlich ab. Das Design entspricht ungefähr den Klassikplatten der 1980er Jahre. Kurz gesagt, ist hier schon viel Nostalgie im Cover versteckt.

Zusammen entsteht optisch, als auch akustisch ein Meisterwerk an Compilation, dass erst mal eine große Lücke zu seinen Nachfolgern stellt. Hier wurde in die Auswahl der Titel und des Design viel Herzblut reingesteckt. Da ich ein großer Freund dieser Musik bin, weiß ich das natürlich besonders zu würdigen.

Intrigue 18 – The Anniversary Collection

Im August wurde mir mal wieder eine Intrigue Compilation vorgeschlagen. Ja, da konnte ich mich gut erinnern, dass ich die gerne gehört habe, wenn ich mit dem Fahrrad auf Arbeit gefahren bin. Das war doch die Intrigue 15 oder 16. Weit gefehlt, es war bereits die 14. Und damit ich habe die Intrigue 18 vorliegen und somit drei Ausgaben verpasst. Nur mal so, falls ich mal an Musikmangel leiden sollte.

Wie immer ist die Intrigue eine Compilation mit Drum & Bass auf Top-Niveau. Die No. 14 habe ich noch in guter Erinnerung, weil da ein Track von Raw Q dabei war, der etwas aus der Reihe tanzte und sehr beswingt daher kam. Solche Ausreißer gibt es dieses Mal nicht, aber trotzdem ist das alles ziemlich schickes Zeug!

Fred V – Radiate

Letztes Jahr hatte ich noch ganz schnell Fred V mit Appeldorn Jamming in meinen Jahrespodcast aufgenommen, weil mir dieser Track so extrem gut gefallen hatte. Im Laufe des Jahres erschienen jetzt schon einige Vorabveröffentlichungen mit dem Untertitel, dass es bald ein Album geben wird. Also bin ich geduldig geblieben und habe gewartet.

Jetzt war die Zeit reif für Radiate, das Album von Fred V auf Hospital Records. Es wäre jetzt zu viel verlangt, dass er die ganze Zeit solche Burner wie Appeldorn Jamming abliefert. Aber darum ging es auch nicht, sondern mir hat einfach der Stil gefallen. Und so ist das Album gehalten und damit brauchte ich nur in ca. vier oder fünf Titel reinhören und die Entscheidung war gefallen.

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