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Im Orbit November 2021

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Noch vor wenigen Tage dachte ich, dass ich wenig Material für die neue Folge Im Orbit November 2021 finde, aber zum Glück kam die letzten Tage noch sehr viel neue Musik rein. Und dabei muss ich sagen, dass ich mittlerweile wählerisch sein kann, weil sich die Releases auf einem außerordentlich hohen Niveau bewegen.

Im Orbit gibt es auch zum Hören! Im Orbit gibt es – genau wie die anderen Podcasts auch – bei Mixcloud zum Anhören. Dort gibt es dann ausreichend Hörbeispiele von den neuen Releases.

YokoO + Atish – Atman EP

Aller guten Dinge sind drei. Alte Redewendung, die sich am Beispiel der SATYA003 bewahrheiten soll. So erscheint am 12. November auf Satya eine Kollaboration von Labelchef YokoO & Atish, welche die Atman EP veröffentlichen. YokoO meint zu dem Werk, dass sie trotz unterschiedlicher Entwicklungen der beiden Musiker in den letzten Jahren, beide immer ein Herz für Musik hatten, welche das Gemüt bewegt. Abgesehen davon gibt YokoO zu, dass er die ursprünglichen Ideen von Atish stark modifiziert hat, sie aber trotzdem die Basis für den Release bilden.

Mit den vier Tracks kommen wunderschöne Techno-House-Teile daher, die leicht vor sich hinschweben, wie Altweibersommer an einem Spätsommertag. Vielleicht sollte man dieses Bild vorm inneren Auge behalten, bevor man sich vergewissert, dass es grau draußen ist und wir trotzdem bald November haben.

Kevin Knapp – Dancing With The Devil

Es gibt Musik, die muss nicht unbedingt gut klingen, sondern die gefällt mir, weil ich einfach die Idee dahinter mag. Davon abgesehen, dass Dancing with the devil ein Burner auf dem Dancefloor ist, versucht Kevin Knapp in seinen Releases immer ein bisschen Einfluss seiner Indie Rock Vergangenheit mit einzubringen. So geschehen mit dem Titeltrack Dancing with the devil, der mit der gleichnamigen EP auf Crosstown Rebels am 12. November erscheint.

Neben dem Original und einem zweiten Track, der mich jetzt nicht vom Hocker wirft, liefert auch noch DJ Minx einen Remix ab. Wem dieser Name nichts sagt – was eigentlich nicht der Fall sein sollte – dem sei kurz auf die Sprünge geholfen. DJ Minx ist Labelchefin von Women On Wax, wird von MixMag als eine der 20 Frauen aufgelistet, welche die Dance Musik geprägt haben. Und das schon fast seit 3 Jahrzehnten.

Stephan Bodzin & Marc Romboy – Luna – The Remixes

Ich würde mich ja als jemanden beschreiben, der Techno seit den frühen 1990ern aufmerksam mitverfolgt. Deswegen sind Stephan Bodzin & Marc Romboy keine unbeschriebenen Blätter. Aus dem Grund habe ich das Original von Callisto aus dem Jahr 2007 bei mir im Plattenschrank zu stehen. Dazu erschien 2011 das Album Luna, was in der Digitalausgabe als 34 Track-Version mit Remixen von Chris Liebing, Speedy J und… ach, alles was Rang und Namen hatte.

Um so erstaunlicher ist das Erscheinen der Luna Remixes 10 Jahre später. Jetzt dürfen sich Ben Böhmer, Anna & Wehbba, Aero und Echonomist an den Originalen versuchen. Das Ergebnis spiegelt aktuellen Techno als Remix-Ergebnis zeitloser Klassiker wieder. Erscheinen wird der Release genau wie das Original damals auf Systematic – am 5. November.

Fur Coat – Dystopia EP

Als Dystopie wird eine Zukunftsvision beschrieben, welche eine finstere und erschreckende Gesellschaftsordnung zeigt. Merkwürdigerweise benutzt Sergio Muñoz aka Fur Coat diesen Namen für seine neue Dystopia EP, die aber alles andere als düster daherkommt. Sergio benutzt einen tiefen Bass und eine eingängige Hookline, um die alten Zeiten von Renaissance Records wiederzubeleben. Aber mit einer zeitlosen Note.

Zum Original gibt es noch den Musumeci und Dodi Palese Remix, der die Vibes des Originals verstärkt. Der Release kommt insgesamt mit drei Tracks am 12. November auf besagtem Renaissance Records Label heraus.

Lukey – Less Is More

Hot Creations hat wieder ein junges Talent am Start. Am 12. November erscheint mit Less Is More die neue Veröffentlichung von Lukey. Mit drei Tracks, die das Thema der EP perfekt zusammenfassen, hält sich der Dubliner an eine schlanke, aber effektive Linie. Wie es der Titel schon verrät, sind es oftmals die einfachen Hooks, welche die Massen zum Ausrasten bringen.

Vielleicht ist die Auswahl des Sounds noch nicht besonders gut gelungen, denn der Titeltrack klingt etwas dünn, aber nicht weniger eingängig. Da klingt Quick One schon vollwertiger, auch wenn sich mir im ersten Moment nicht erschließt, ob quick jetzt auf das Tempo der Produktion oder die Geschwindigkeit des Songs anspielt. Ähnlich gestrickt ist dann auch der dritte Track We Will Never Hear.

Manqo – Breaking Hearts

Manqo ist eine mysteriöse Formation aus Deutschland, wie sie hätte nie existieren sollen. Das Ergebnis einer zufälligen Begegnung kombiniert mit einem kreativen Impuls. Zwei Bekannte, die schnell merkten, dass das Resultat ihrer gemeinsamen Produktion im Funkhaus Berlin und ihres unterschiedlichen Musikgeschmacks weit ihre Erwartungen überstieg.

Mit Breaking Hearts ist ein Release erschienen, von dem die beiden froh sind, dass mit Crosstown Rebels ein würdiges Zuhause gefunden hat. Die eingestreuten Vocals ergänzen eine erstklassige Atmosphäre. Dazu kommt noch ein Remix von Black Coffee aus Südafrika um die Mischung abzurunden. Serviert wird das Ganze am 26. November.

Pirate Copy feat. Hattie Snooks – You Need It

Was kennzeichnet eine Platte aus, die ich gut finden soll? Da wären zum einen Abwechslung. Nicht jeder Track sollte wie der andere klingen. Kann ich bei der You Need It auf jeden Fall bestätigen. Der Titeltrack kommt mit zwei Remixen von Harry Romero und Miane daher und trägt jeweils eine individuelle Handschrift.

Weiterhin sollte das Cover in gewisser Weise ansprechend sein. Schließlich soll die Platte auffallen. Auch das schafft Hot Creations exzellent. Jedes Cover ist einzigartig, aber trotzdem mit hohem Wiedererkennungswert. Zum Abschluss bleibt dann noch etwas, was die Platte in Erinnerung hält, damit ich sie öfter wieder mal höre. Auch das schaffen Pirate Copy mit den eingängigen Vocals von Hattie Snooks. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass die Platte am 26. November erscheint.

Loew – Strange Loop EP

Vor einiger Zeit tauchte Loew schon mal auf meinem Radar auf, als er einen Mix für Argys Remix-Projekte Interior Journey besteuerte. Den hatte ich auch im Podcast vorgestellt. Jetzt legt Loew auf Renaissance Records mit der Strange Loop EP am 26. November nach. Und ich wünschte es wäre eine EP, denn zwei Tracks sind für „Extended Play“ meiner Meinung nach nicht genug.

Aber ich will jetzt die Musik nicht schmälern, denn was mit dem Remix schon durchklang, bewahrheitet sich in der EP. Loew ist ein großartiger Musiker. Strange Loop war initial mal afrikanischer Gesang, der nach einigen elektronischen Spielereien nicht mehr als solcher zu erkennen ist. Gut, wenn man es weiß, dann vielleicht schon. Dazu der passende Breakloop, ein bisschen 303 und schon läuft das Teil…

Mihalis Safras – On The Floor

Für lange Zeit hielt ich Techno-House für ein ausgestorbenes Genre. Doch mehr und mehr Labels entdecken diesen Sound wieder für sich, wie in diesem Fall Sola Records. Die veröffentlichen am 26. November eine neue Scheibe des Griechen Mihalis Safras.

Zugegeben, als ich mit dem ersten Track On The Floor angefangen habe, kam es mir wie eine Parodie vor. Die etwas schräge Stimme, die mich an den Klassiker Sandwiches von den Detroit Grand Pubahs erinnert und dann noch der Sound, der einen Hauch von Orient schaffen soll, aber doch eher nach Kinderspielzeug klingt. Doch alles ist vergessen, wenn der zweite Track anläuft. Der ist wirklich das Highlight des Releases. Sorrow als dritter Track hält den Ball flach, bleibt aber seriös.

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