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T wie TB-303

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Heute soll es um die TB-303 gehen. Dazu werde ich mich erstmal durch die Grundlagen arbeiten und dann kommen wir zu dem Teil, wo es um Three-O-Three & me geht.

Jeden Beitrag gibt es auch als Audio, der mehr oder weniger Informationen enthält. Untermalt wird das natürlich von der Musik, über die ich hier erzähle.

Die TB-303 ist ein Synthesizer von Roland, der ursprünglich dazu gedacht was Bassläufe zu erzeugen. Um die Silberbox bezahlbar zu halten, wurden billige Komponenten verbaut. Das hatte zur Folge, dass schon bei leichten Änderungen an den Reglern, der Synthesizer anfing sehr schräge Töne von sich zu geben.

Bis das bekannt wurde, hatte Roland schon tausende von den Kisten verkauft. Mitte der 1980er kam man dann dahinter, dass man genau diesen schrägen Sound musikalisch verwenden kann. Zu dem Zeitpunkt hatte Roland die Produktion schon eingestellt. Bis Mitte der 1990er wurde die TB-303 zum Kultgerät der elektronischen Musik. Bei ebay legte man stellenweise vierstellige Beträge für so ein Gerät hin.

Anfänglich – muss ich zugeben – hielt ich Acid für eine Musikrichtung. Und deswegen hatte ich das initial überhaupt nicht verstanden. Es klang nach House, Techno, Trance – was war daran bitte Acid? Bis ich dann irgendwann herausfand: es geht darum, dieses eine Gerät einzusetzen.

Mein erster Track, wo ich die 303 so richtig wahrnahm, war Ongaku mit dem Titel Mihon #3. Und danach war Acid überall. Hardfloor, aber auch Rob Acid und Josh Wink. Einige von den Stücken wird es natürlich Podcast zu hören geben.

Leider waren die Zeiten schlecht für Roland, denn mittlerweile stellte keiner mehr die qualitativ schlechten Teile her, die für die originale TB-303 notwendig gewesen wären. Aber die Computer waren ja auf dem Vormarsch. Als ich irgendwann in der Aprilausgabe der c’t las, dass es einen Emulator für 2 TB-303 und eine TR-808 gab, dachte ich, ich hätte den Aprilscherz gefunden.

Aber kurze Zeit später musste ich feststellen, dass die Rebirth 338 von Propellerheads kein Scherz war. Da es damals ein Unmöglichkeit war mehrere hundert MB aus dem Internet zu laden, habe ich die Demo vermutlich von einer Musikzeitschrift, die immer eine Computer-CD mitlieferte, wo Demoversionen drauf waren.

Am Anfang war ich erbost darüber, dass die Demo kein Speichern ermöglichte und radikal nach 30 Minuten sich beendete. Aber innerhalb kurzer Zeit machte ich eine Challenge daraus. Ich stellte einen Track zusammen und nahm ihn live auf Kassette auf. Dazu programmierte ich die einzelnen Patterns für die beiden 303 und die Drummaschine. Dazu hatte ich ungefähr 25 Minuten Zeit. Danach noch vier bis fünf Minuten, um den Song einzuspielen, auf Kassette auszunehmen und fertig.

Später folgte dann Version 2.0. Jetzt kam noch eine 909 Drummaschine dazu. Ich machte weiter, bis Frank auf die Idee kam, dass wir das Programm kaufen können und uns die Kosten teilen. Jetzt hatte ich alle Zeit der Welt, machte aber keine Songs mehr. Alles was aus der Zeit übrig ist, habe ich letztens mal bei Soundcloud hochgeladen.

Eins muss ich in dem Rahmen noch erwähnen. Im Raum Köln bewegte sich Mitte der 90er Jahre ziemlich viel. Wolfgang Voigt, Jörg Burger, Cem Oral und Ingmar Koch, um da einige Namen zu nennen. Die haben sich immer wieder neu kombiniert und mit zig Pseudonymen gearbeitet.

Ende der 90er schnappte sich das Label smile die besten dieser Platten und erstellte zwei Compilations – die legendären Acid Resistant. Jeweils 20 Tracks wurden digital zusammengemixt und bilden für mich das Referenzwerk, was Acid bzw. die Nutzung einer 303 angeht.

Ich hatte auch mal einen 303-Nachbau bei mir. Basti hatte sich mal eine Anleitung zum Selbstbau gekauft. Danach er sich die Teile gekauft, alles zusammengelötet und in eine Silberbox verpackt und fertig war die TB-303 Pro. Wenn das gute Teil aber nur im Keller steht, war es bei mir besser aufgehoben.

Ich nahm die Silberkiste in meine Obhut und experimentierte damit herum. Die 303 hatte einen MIDI-Eingang, den ich über mein Keyboards befeuerte. Selbstprogrammierte Pattern funktioniert nicht so richtig, aber dafür setzte er die vorprogrammierten Drumpatterns erfolgreich als Töne um. Die Ausgangssignale habe ich dann über den Computer abgegriffen und aufgenommen. Aber die Geschichte gibt es auch zum Nachlesen auf meinem Blog.

Und heute, gerade die letzten Jahre, haben die Hersteller endlich mal den Markt erkannt und bieten jetzt TB-303-Klone an. Natürlich mit modernem Design, da Roland gegen alle vorgeht, die das Design der TB-303 kopieren bzw. wie ich gehört habe, sogar auf T-Shirts drucken lassen. Am nächsten ist da immer noch Behringer dran, die für ca. 150 Euro einen Klon liefern, der auch preislich keine Fragen offen lässt.

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