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Großstädte im Osten Kanadas

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Nach unserem Ausflug durch den Algonquin Provincial Park fahren wir noch etwas nach Norden nach Tadoussac, um dann auf dem Rückweg viele der Großstädte im Osten Kanadas zu besichtigen.

Auf der Fahrt nach Shawinigan hatten wir einen ziemlich verregneten Tag hinter uns. Das setzte sich leider fort, als wir von Shawinigan Richtung Québec fuhren. Wir nahmen den Weg Richtung Norden in den La-Mauricie-Nationalpark. Geplant war, dass wir immer mal wieder Stopps für kurze Wanderungen machen, aber bei dem Wetter steuern wir direkt Les Cascades an. Das ist eine kleine Wanderung entlang der Kaskadenwasserfälle.

Québec

Danach geht es direkt weiter nach Québec. Gegen Mittag sind wir am C3 Hotel. Zumindest können wir schon mal unseren Parkplatz belegen. Wir laufen die lange gerade Hauptstadt erst mal Richtung Zentrum und sind auf der Suche nach etwas zu Essen. Wir laufen die Straße entlang, die uns im Hotel empfohlen wurde. Aber entweder ist geschlossen oder es sagt uns nicht zu. Also gehen wir zurück zur Hauptstraße.

Eine Gaststätte wimmelt uns direkt ab, dass alles reserviert wäre. Nach einigem Hin und Her gehen wir zu den 3 Brasseurs vorbei. Mich interessiert das Bier als auch das Angebot an Essen. Wir setzen uns rein und sind angesichts des Preises vom Geschmack und der Menge des Essens positiv überrascht. Im Laufe des verbleibenden Urlaubs sehen wir noch andere Filialen dieser Kette, aber es sieht dort bei weitem nicht so schön aus, wie diese hier.

Blick auf das Château Frontenac in Québec
Château Frontenac

Danach laufen wir durch den kleinen Park zur Zitadelle und dann runter in die Stadt. Dort schauen wir uns kurz um, machen erste Fotos und anschließend gehen wir zurück zum C3 Hotel. Unser Zimmer ist eine Mischung aus Klassik und modern. Die Heizung mit der Digitalanzeige steht im krassen Gegensatz zu den alten Schirmlampen. Außerdem thront ein riesiger goldener Ohrensessel in der Ecke. Wir ruhen uns kurz aus.

Zum späten Nachmittag / frühen Abend laufen wir wieder ins Zentrum. Wir nehmen einen anderen Weg, als beim ersten Mal. Die Polizei hat die Straße für den Verkehr abgesperrt, sodass alle Leute auf der Straße laufen. Dementsprechend haben viel Restaurants und Bars Tische und Stühle rausgestellt. Es herrscht ein kleines bisschen Straßenfeststimmung.

Parlament von Québec mit Springbrunnen und Tulpen im Vordergrund
Parlament der Provinz Québec

Die Stimmung ist herrlich, als es zu dämmern beginnt und das Château Frontenac seine Beleuchtung einschaltet. Wir bleiben noch bis es dunkel ist und laufen dann zurück zum Hotel. Nach einem ruhigen Schlaf laufen wir sehr früh am nächsten Morgen wieder ins Stadtzentrum rein. Diesmal laufen wir wirklich bis in den Hafen runter und dann wieder hoch. Mittag sind wir zurück im Hotel und suchen uns was in der Avenue Cartier zu Essen.

Wir haben bereits alle Sachen ins Auto gepackt und starten direkt nach dem Essen Richtung Tadoussac. Eigentlich hatten wir den Zwischenstopp erst für den Rückweg geplant, da aber so schönes Deko-Wölkchen-Wetter ist, halten wir schon auf dem Weg nach Nordosten an der Kirche von Sainte-Anne-de-Beaupré.

Kirche von Sainte-Anne-de-Beaupré
Kirche von Sainte-Anne-de-Beaupré

Die Fahrt ist doch ziemlich anstrengend. Wie ich schon eingangs geschrieben habe, wird das Tempolimit sehr liberal ausgelegt. Deswegen sehen wir immer wieder die Highway-Patrol am Straßenrand stehen und Leute herauswinken. Ab Québec scheint sich keiner mehr zu kümmern, denn selbst die LKWs rauschen mit abenteuerlicher Geschwindigkeit an uns vorbei, um dann am nächsten Berg langsam vor uns her zu zuckeln.

Tadoussac

Tadoussac liegt hinter der Stelle, wo die Saguenay in den St. Lorenz Strom mündet. Diese Mündung kann nur mit der Fähre überquert werden, wo zu Stoßzeiten zwei Fähren wechselseitig fahren. Wir müssen so ungefähr 15 Minuten warten, dann sind wir auf dem Schiff, setzen über und sind dann auch gleich da. Mit dem Hotel Tadoussac haben wir das größte Hotel im Ort, was innen etwas angestaubt wirkt, aber nach außen sehr dekorativ leuchtet.

Hotel Tadoussac mit seinem leuchtend roten Dach
Hotel Tadoussac

Kriszta hatte schon gesagt, dass wir hier sehr viel auf Selbstversorgung setzen, aber angesichts des Ortes wird mir die Tragweite dieser Aussage erst richtig bewusst. Es gibt nur genau einen Laden, der sich an Touristen wie uns richtet. Fertige Sandwiches, Kaffee, Chips und Fertigfutter, was man direkt in der Mikrowelle warm machen kann, findet man dort. Es ist aber nicht wesentlich teurer, also holen wir uns ein paar Kleinigkeiten und gehen zum Hotel zurück.

Dort gestaltet sich der Prozess des Eincheckens etwas kompliziert. Wir haben mit unserer Debit-Karte im Voraus gezahlt. Trotzdem besteht die Rezeption darauf, dass wir eine Kreditkarte vorlegen, um einen Betrag zu blocken. Wir haken nach: Warum? Na zum Beispiel, wenn sie hier essen möchten. Wir lehnen dankend ab. Aber trotzdem muss eine Karte hinterlegt sein. Das geht so lange hin und her, bis der Manager gerufen wird, der dann festlegt, dass wir keine Karte vorlegen müssen.

Holzsteg auf dem Wanderweg entlang der Küste von Tadoussac
Die Wanderung um Tadoussac führt die Küste entlang

Wir setzen uns am Nachmittag vor das Hotel und genießen den Ausblick. Es ist hier oben schon merklich frischer und ich schaue interessehalber nach. Selbst Tadoussac liegt noch südlicher als München. Wir nutzen die Zeit, um etwas durch den Ort zu laufen und einfach zu entspannen. Am nächsten Morgen machen wir einen kleinen Spaziergang. Es ist angenehm warm, sonnig, aber sehr windig. Auf dem Rückweg kommen wir an einem kleinen Lokal vorbei und die Speisekarte gefällt uns ausgesprochen gut. Also gibt es für mich lecker Fish & Chips.

Am Nachmittag ist es wolkig und wir ziehen uns ins Hotel zurück. Den nächsten Morgen treten wir dann den Rückweg an. Wir starten sehr früh und es hat merklich abgekühlt. Unser erster Zwischenstopp ist der Canyon Sainte-Anne, der etwas oberhalb von Québec liegt. Es ist schon fast stürmisch hier und mir ist richtig kalt. Da es die letzten Tage immer wieder hieß, dass es abkühlt, aber trotzdem warm wurde, habe ich kurze Hosen an. Der Wasserfall am Canyon ist schon sehr spektakulär, wenn man sieht, welche Wassermassen sich im Sekundentakt da runterwälzen.

Canyon Sainte-Anne
Canyon Sainte-Anne

Mittags sind wir dann in Québec, weil wir endlich mal in das indische Restaurant auf der Avenue Cartier wollten, das bisher immer geschlossen hatten. Auch hier essen wir gut und machen noch einen kleinen Spaziergang durchs Viertel, bevor wir weiterfahren. Da der Weg nach Montreal doch noch ziemlich weit ist, übernachten wir in Trois-Rivières. Wir sind etwas außerhalb untergebracht und fahren mit dem Auto ins Zentrum, laufen noch an den Fluss. Aber das war es dann auch schon.

Montreal

Als wir in Montreal sind, schlägt das Wetter wieder in bewölkt / leicht nieselig um. Auch hier ist unser Hotel außerhalb der Stadt und wir fahren mit der Metro ins Zentrum. Dort laufen wir zum Mont Royal, um einen Blick auf die Stadt zu haben. Im Anschluss laufen wir durch die Straßen, schauen uns die interessante Kombination von Streetart und historischen kleinen Häusern an. Wir brauchen relativ lange, bis wir uns darauf einigen können, was wir essen wollen.

Blick vom Mont Royal auf Montreal
Blick vom Mont Royal auf Montreal

Ich habe mich im Vorfeld schon umgesehen und wollte mal wieder in einen Plattenladen gehen. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass ich ja früher für Thinner Reviews geschrieben haben und das Label hatte damals gute Verbindungen nach Montreal. Also machte ich mich vorher schlau und nahm das Atom Heart ins Visier. Unser Besuch dort dauerte nicht lange, war aber schön. Zum einen muss man sagen, dass selbst für europäische Verhältnisse der Bereich elektronische Musik extrem gut sortiert war. Aber zu meinem Leidwesen bzw. machte es mich auch in gewisser Weise stolz, fand ich dort ziemlich viele Platten, die ich ohnehin schon habe.

Nachdem wir den ganzen Nachmittag durch die vielen Straßen gelaufen sind, steht am nächsten Morgen der Besuch des Biodome an. Dort wird gerade viel gebaut, also machen wir schnell weiter und fahren auf die kleine Insel, wo die Biosphere steht. Am Ufer der Insel hat man einen schönen Blick auf Montreal.

Thousand Islands

Nach Montreal geht es weiter Richtung Toronto. Leider ist es immer noch ziemlich trübe bis nieselig. Wir wollen am Nachmittag eine Bootsfahrt durch die Thousand Islands machen. Kriszta ist ziemlich pessimistisch, ich verweise auf die hellen Flecken am Horizont. Es gibt natürlich mehrere Touranbieter. Der in Rockport ist unser Favorit, aber es hat sich schon eine ganze Busgesellschaft angemeldet, das Boot ist wohl schon fast voll. Es fehlen nur noch ein paar Leute, die telefonisch reserviert haben. Wenn die nicht eintreffen würden, könnten wir mitfahren. Als ein Auto mit vier Leuten eintrifft und sie sich anmelden, müssen wir leider aufgeben.

Zwei Inseln mit Häusern verbunden durch eine Brücke
Fast auf allen Inseln der 1000 Islands stehen Häuser

Aber das sollte nicht der einzige Reinfall sein. Dazu aber ein kleines Vorwort. Die Thousand Islands sind mehr oder weniger gleichmäßig zwischen Kanada und USA aufgeteilt. Über die größeren Inseln hinweg reicht eine Brücke zwischen beiden Ländern. Auf der kanadischen Seite ist ein hoher Aussichtsturm aufgestellt, von wo aus man eine schöne Sicht auf die Inseln haben soll.

Natürlich wollen wir uns das ansehen. Also fahren wir hin und erkundigen uns, ob die Zollstelle von den USA hinter dem Turm ist, da wir nur den Turm besichtigen wollen. Kein Problem, erklärt man uns, sie können problemlos hinfahren, ohne Grenzkontrolle. Also zahlen wir die Brückengebühr und fahren los. Am Turm angekommen, ist alles abgesperrt. Da der Turm ohnehin etwas baufällig aussieht, denken wir, dass er jetzt permanent geschlossen ist. Doch wie sich später herausstellt, hat der Turm nur ein oder zwei Stunden über die Mittagszeit offen. Hätte man ja wenigstens sagen können, wenn jemand fragt, dass er zum Turm fahren will.

Haus in den 1000 Islands das größer ist als die Insel
Heute verboten: Häuser über die Insel hinaus zu erweitern

Danach fahren wir nach Gananoque, weil dort die zweite Firma mit Bootstouren durch die Thousand Islands ansässig ist. Hier bekommen wir noch bequem Platz und auch die Sonne lässt sich blicken. Die Fahrt gefällt uns sehr gut. Die Erklärungen werden von einem Mann erzählt, der sich an seine Kindheit erinnert, als die Besiedlung der Inseln begonnen hatte und seine Familie die Inseln mit Waren belieferte. Gleichzeitig wird immer wieder dazu gesagt, was damals gemacht wurde und was heute verboten ist, z.B. die Inseln künstlich zu vergrößern.

Toronto

Wir übernachten auch in Gananoque. Am nächsten Morgen düsen wir weiter nach Toronto, um dort unser Auto wieder abzugeben. Ab jetzt reicht uns die Metro. Damit fahren wir erst mal ins Hotel. Auf dem Weg dahin haben wir eine kleine Panne, denn die Metro zum Hotel ist in eine Richtung gesperrt. Zum Glück führt die U-Bahn noch auf einem anderen Weg zum Hotel, nur dass wir ca. 1 Block mehr laufen müssen. Wir geben unsere Koffer ab und fahren gleich erst mal ans Wasser, denn von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Skyline.

Immer wieder ziehen dunkle Wolken auf oder an uns vorbei. Es gibt plötzliche Regenschauer, die genau so schnell aufhören, wie sie begonnen haben. Zuerst laufen wir runter ans Wasser, um den CN Tower einzufangen. Nach meinen Recherchen hat man vom Trillium Park die beste Sicht, aber wenn man beim Toronto Music Garden die Marina vorläuft, erzielt man auch schon schöne Ergebnisse.

Blick auf den CN Tower vom HTO Park
Blick auf den CN Tower vom HTO Park

Den nächsten Morgen habe ich mir ein Ticket für den CN Tower geholt. Wir sind schon sehr zeitig da und ich fahre mit der ersten Gruppe hoch. Es ist herrlich und ich mache schnell meine Bilder, bevor es sich immer mehr füllt. Das Wetter ist der Hammer, strahlend blauer Himmel und eine herrliche Fernsicht. Vom CN-Tower kann man bis zu den Niagara Fällen sehen.

An unserem Abreisetag machen wir am Vormittag noch einen Spaziergang zum Distillery Historic District. Dort gibt es jede Menge Gaststätten und Läden. Mittagessen gibt es beim St. Lawrence Market. Am Morgen haben wir schon unser Gepäck in den Abstellraum gestellt, damit wir es nur noch einsammeln müssen, bevor wir uns Richtung Flughafen begeben. Als wir uns gerade auf den Rückweg machen wollen, bekomme ich eine SMS. Der Flug verschiebt sich von 20 Uhr abends auf 4 Uhr morgens.

Wir gehen erst mal schnell in einen Starbucks, um unsere Mails und den Flughafenstatus zu checken. Ja, wir haben die Aussage auch per Mail bekommen. Es macht nicht wirklich Sinn, nach einer neuen Unterkunft zu suchen, denn wenn wir 1 Uhr nachts auf den Flughafen müssen (3 Stunden vorher), bringt eine Übernachtung gar nichts. Also setzen wir den Weg zum Hotel fort. Unterwegs decken wir uns noch mit Nahrungsmitteln ein, denn der Abend wird vermutlich lang werden.

Ausblick vom CN Tower
Ausblick vom CN Tower

Bis wir beim Hotel sind, kommt schon die nächste Verschiebung. Der Flug geht 6 Uhr früh. Jetzt wird es langsam kritisch mit der Übernachtung. Wir beschließen, dass wir die Nachrichten erst mal ignorieren und trotzdem zum Flughafen gehen. Schließlich muss sich die Fluggesellschaft um Verpflegung und Unterkunft kümmern, wenn sich ein Flug verspätet.

Wir kommen zwischen 15.30 und 16 Uhr auf dem Flughafen an und sehen den Flug nicht mal mehr auf der Anzeigetafel, d.h. es gibt auch kein Gate, wo wir nachfragen können. Zum Glück entdecken wir einen älteren Herrn, der aushilft. Er sammelt im Laufe der Zeit alle Leute für den Flug ein und bemüht sich um eine Lösung. Schnell bildet sich eine Gruppe von ca. 40 Leuten, die auf eine Lösung hoffen. Dabei muss man sagen, dass der Großteil nicht nach Deutschland will, sondern in Frankfurt einen Anschlussflug hat.

Es wird ein extra Gate geöffnet und nach langem Warten wird schon mal unser Gepäck aufgenommen. Wir fragen nach Verpflegung und Unterkünften. Merkwürdigerweise will man von diesen Regelungen nichts wissen. Nach langem Hin und her hören wir, dass es Hotelunterkünfte gibt. Wir lassen uns eintragen und dann kommt die Frage: Das Hotel ist in der Innenstadt, wer zahlt den Transfer hin und zurück? Keiner, dafür dürfen wir selbst aufkommen. Es ist 20 Uhr und wir wollen das aber nicht darauf beruhen lassen.

Spiegelung beim Blick vom CN Tower
Wenn noch niemand weiter da ist, kann man richtig coole Fotos machen

Nach wieder langer Diskussion stellt sich heraus, dass sich daran nichts ändern wird. Gegen 22 Uhr verlassen wir dann den Flughafen, fahren in das Hotel ins Zentrum. Da wir einen Gutschein über 50 kanadische Dollar haben, trinken wir was und essen eine Kleinigkeit. Für mehr reicht das Geld auch nicht. Kurz vor Mitternacht fallen wir dann ins Bett, um 4 Uhr wieder aufzustehen und dann ein Taxi zum Flughafen zu nehmen. Hatte ich erwähnt, dass der Flug inzwischen auf 7 Uhr verschoben wurde?

Wir treffen viele der Leute wieder, die dann auf dem Flughafen übernachtet haben und die sehen entsprechend gerädert aus. Die Maschine ist proppenvoll, das Personal leicht genervt, weil sie auch nur die Ersatzmaschine sind. Dafür gibt es das Unterhaltungsprogramm gratis. Dass wir am Abend in Frankfurt eine Stunde auf das Gepäck warten müssen, stört uns fast gar nicht mehr.

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